Lesertest von Eripas zu Luigi's Mansion 2 - Nintendo 3DS

Who ya gonna... televoxel?

  • 11. Juni 2025 um 22:24
  • Eripas

Nachdem Luigi’s Mansion direkt am ersten Tag für den Nintendo GameCube erschienen war, mussten Freunde grüner Mützen und kinderfreundlichen Spuks über ein Jahrzehnt Geduld aufbringen. Luigis zweites geistreiches Abenteuer – dies ist durchaus im wörtlichen Sinne zu verstehen – spielt sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger nicht auf dem großen Fernseher ab, sondern entfaltet sich an jedem Ort im eigenen Herrenhaus, an dem man es sich mit dem tragbaren Nintendo 3DS gemütlich machen möchte.

Begeisterung oder Entgeisterung?

Prof. I. Gidd geht in der Gruselvilla gerade irgendwelchen paranormalen Experimenten nach, bei denen er von den verschiedensten freundlich gesinnten Geistern unterstützt wird. Im Himmel darüber schwebt der Finstermond, der jedoch von König Buu Huu in mehrere Stücke gesprengt wird, die sich im darunterliegenden Tal verstreuen. Dies sorgt dafür, dass die Geister ihre zahme Seite verlieren und damit beginnen, ordentlich Radau zu veranstalten. Dem Professor gelingt es zu entkommen und er meldet sich bei dem Einzigen, der in Frage kommt, wenn es darum geht, den Schlamassel wieder zu bereinigen. So wird Luigi mehr oder weniger unfreiwillig in die Geisterjagd und die Suche nach den Bruchstücken des Finstermondes eingespannt.

Beginnend in der Gruselvilla, mit einer Taschenlampe in der Hand und bald auch dem geistereinsaugenden Schreckweg 09/15 auf dem Rücken, beginnt so das Aufdecken diverser paranormaler Aktivitäten und das Entdecken einer Spur zu dem dortigen Stück des Finstermondes, unter Anleitung des eigenwilligen Professors. Im Gegensatz zum ersten Teil, in dem man sich immer in der Villa befand, wird man hier ständig für einzelne Missionen in und aus dem Gebäude teleportiert, oder genauer gesagt getelevoxelt. Doch auch in einem weiteren Punkt unterscheidet sich das neue Abenteuer grundlegend von seinem Vorgänger: Hat man in der Gruselvilla seine Arbeit verrichtet, ist das Spiel noch nicht vorbei, denn im Nachtschattental gibt es noch weitere geisterhafte Orte, an denen sich weitere Bruchstücke befinden, die es einzusammeln gibt. Für ein wenig Abwechslung sorgen die von Pflanzen überwucherten Efeutürme, der beinahe wüstenartige Ingenieurshof, die Eiswelt des Schneebergwerks und das museumsähnliche Trugschloss.

Lichtblitze und Düsterlampen

Pro Gebäude gibt es normalerweise fünf Missionen und einen Bosskampf zu erledigen. Dabei kann man neben versteckten Juwelen, die als Sammelgegenstände dienen, auch jede Menge grüne Scheine, Goldmünzen und -barren sammeln. Hat man ein bestimmtes Sümmchen auf seinem Konto, wird die eigene Ausrüstung von Prof. I. Gidd aufgebessert. Abwechselnd kümmert er sich dabei um eine erhöhte Saugkraft des Schreckweg 09/15 und um eine weniger schnell überhitzende Düsterlampe. Letztere ist neu in diesem Spiel und ermöglicht es einem in erster Linie, diverse Objekte zu finden, die von den Buu Huus zum Verschwinden gebracht wurden.

Während die Buu Huus – die Mario-typischen, runden, weißen Geister – die wahren Übeltäter der Ereignisse im Nachtschattental sind, hat man es normalerweise nur einmal pro Mission mit einem solchen zu tun. Meistens bekämpft man die verschiedenen anderen bunten Geister, indem man sie mit einem Lichtblitz seiner Taschenlampe, dem Stroboskop, blendet und danach einsaugt. Neben den verschiedenen Geistertypen gibt es auch solche, die sich etwas einfallen lassen haben, um sich vor dem hellen Licht zu schützen oder ihre Angriffe zu verstärken. So tragen manche Geister eine Sonnenbrille, die man zuerst von ihrem Kopf wegsaugen muss, oder sie nutzen ein Schwert um Luigi anzugreifen.

Viel Positives, aber auch ein paar Probleme

In 13 bis 15 Stunden blitzt, saugt und rätselt man sich durch die verschiedenen Örtlichkeiten des Nachtschattentals. Die Missionsstruktur, die wahrscheinlich eigens erdacht wurde, um das Spiel besser an das Konzept eines portablen Geräts anzupassen, steht dabei dem Spielfluss aber eher im Weg, ohne wirklich Vorteile zu bieten, denn gespeichert wird immer nur am Ende eines Levels, das man meistens in 20 bis 40 Minuten durchgespielt hat. Da der Nintendo 3DS nur ein einzelnes Schiebepad besitzt, fühlt sich die Steuerung auch nicht ganz so gut an, wie es mit zwei Analogsticks der Fall wäre. Während man seinen Stroboblitz auflädt, um die Geister zu blenden, kann man sich daher nicht mehr drehen. Obwohl die Befürchtung eingetroffen ist, dass dies ein wenig unangenehm sein könnte, fühlte sich die Steuerung insgesamt trotzdem sehr gut an.

In seiner ganzen Präsentation wird dem Spieler viel Charme vermittelt und es ist auch sehr hübsch anzuschauen. Der 3D-Effekt war teilweise dabei noch das Tüpfelchen auf dem i, sorgte aber vereinzelt auch für Ruckler, insbesondere in einigen Zwischensequenzen oder wenn sehr viele Geister gleichzeitig unterwegs waren. Auch wenn es in diesen wenigen Momenten klar spürbar ist, war es nie problematisch, und ein einfaches Deaktivieren des 3D-Modus hätte wahrscheinlich bereits die Konsole entlastet.

Im Sinne der Transparenz: Mithilfe einer generativen KI wurde eine Rechtschreibprüfung durchgeführt und die daraus resultierenden Korrekturvorschläge individuell geprüft und eingearbeitet.

Mein Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Eripas

In vielen Aspekten steht Luigi’s Mansion 2 im Schatten seines GameCube-Vorgängers, doch das macht es noch lange nicht zu einem schlechten Spiel. Auch wenn die Missionsstruktur ein wenig ermüdend wirken kann, erfreut man sich trotzdem stets an dem einzigartigen Humor und den kreativen Rätseln und Illusionen, die das Spiel zu bieten hat. Die Entwickler von Next Level Games durfte zum ersten Mal ein Luigi’s Mansion entwickeln und hat dabei bewiesen, dass sie die Richtigen sind, um dem Klempner mit grüner Mütze auch in Zukunft wieder einen kleinen Schrecken zu verpassen.
Mein persönliches Highlight: Die unterhaltsamen Sprüche des schrulligen Professors

Kommentare 2

    Wäre durchaus mal interessant einen Vergleichstest zu lesen wie das Remaster auf der Switch im Vergleich mit dem Orginal abschneidet.

    Direkt nachdem ich das 3DS-Original gespielt hatte, habe ich mir noch ein Let's Play der HD-Variante angeschaut. Das erlaubt selbstverständlich keinen vernünftigen Vergleich, aber zumindest auf etwas möchte ich eingehen.

    Die HD-Variante der Switch sieht zwar objektiv betrachtet besser aus, als noch das Original, aber man sieht ihm eben schon an, dass es ursprünglich ein 3DS-Spiel war. Wenn ich den 3DS in die Hand nehme und dort ein Spiel spiele, dann gehe ich das unterbewusst mit der Erwartungshaltung an, ein Spiel in 3DS-Qualität zu spielen. Bei der Switch erwarte ich dann auch Switch-Qualität, aber im direkten Vergleich zu anderen Switch-Spielen, wirkt Luigi's Mansion 2 HD auf mich dann nach einem etwas billigeren Titel.

    Soll heissen: Hat man nur einen 3DS oder nur eine Switch (2), dann kann man sicher problemlos auf das jeweils passende Exemplar zurückgreifen. Hat man die Wahl, spielen auf einem Handheld und ein gebrauchtes Spiel zu kaufen macht einem nichts aus, dann würde ich eher zur 3DS-Version raten. Auch die Situation mit dem zweiten Bildschirm ist auf dem 3DS angenehmer als auf der Switch und man hat als Bonus noch den 3D-Effekt.