Volition-Entwickler will keinen Gebrauchtspielemarkt

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Der An- und Verkauf von gebrauchten Spielen ist vielen Publishern und Entwicklerstudios ein Dorn im Auge; machen so doch nur die Zwischenhändler wie Gamestop oder die Spieler selbst noch Geld oder sparen einiges davon ein, wenn sie nicht zum vollen Preis zugreifen. So ist es nicht verwunderlich und aus Sicht der Zocker ärgerlich, wenn die Publisher alles daran setzen wollen, diesen Second Hand-Markt zu unterbinden. So sind Downloads aus den Online-Shops der Konsolenhersteller natürlich nicht weiterverkaufbar und einige Hersteller legen ihren Spielen sogenannte Online-Passes bei. Mit diesem wird dann der Online-Modus des Spiels freigeschaltet und wer ein gebrauchtes Spiel (für weniger Geld und ohne Gewinn für den Publisher) mit bereits verwendetem Code besorgt muss sich einen neuen kaufen, um online spielen zu können.

Viele Spieler sehen das zurecht als Bevormundung. Nun hat sich Design Director Jameson Durall von Volition zu dieser Thematik geäußert (verantwortlich für Saints Row - The Third auf Xbox 360 und PS3). Er ist wie viele seiner Kollegen gegen den Gebrauchtspielemarkt, denn (Übersetzung direkt von unseren Kollegen von Gamefront):

Die Leute haben oft keine Ahnung von den Kosten, die bei der Entwicklung von Spielen anfallen, die dann für nur USD 60 im Ladenregal stehen. Sie scheinen auch nicht zu verstehen, wie sehr es uns schadet, wenn sie ein gebrauchtes Spiel kaufen, und dass Raubkopieren reiner Diebstahl ist. Wir müssen etwas gegen diese Probleme unternehmen, oder unsere Industrie geht den Bach runter.


Gegen die Aussage, dass Raubkopien reiner Diebstahl seien, kann man tatsächlich nichts einwenden. Doch wird hier unserer Meinung nach ein zu direkter Zusammenhang zwischen gebrauchten Spielen und Raubkopien hergestellt, eine klarere Trennung wäre wünschenswert gewesen. Aber wie kommt Jameson Durall eigentlich auf dieses Thema? Nun ja, zum einen ist er selbst als Spieleentwickler selbst betroffen und macht sich so seine Gedanken über dieses Thema. Zum anderen gibt es aber auch zwei Gerüchte, auf die er diese Gedanken aufbaut.

So sollen die Download-Versionen von Spielen für die PS Vita, die man auch ganz normal im Laden und auf Modul kaufen kann, über den PSN-Store günstiger sein. Man könnte als sagen, dass die Reduzierung der Kosten aufgrund der fehlenden Verpackung, Transportkosten etc. an den Spieler weitergegeben werden. Dieser günstigere Preis könnte laut Durall die Zahl der gebraucht gekauften Spiele verringern.

Aber noch sehr viel interessanter ist folgendes Gerücht: So soll die nächste XBox von Microsoft nicht mehr in der Lage sein, gebrauchte Spiele abzuspielen! Dies könnte zum Beispiel dadurch möglich gemacht werden, dass auch Retail-Spiele beim ersten Einlegen mit der Konsole "verbunden" werden, wie es schon bei Downloadspielen der Fall ist. Damit würde der Konsoelhersteller einen großen Schritt in Richtung der Publisher machen, aber ebenfalls einen großen Schritt weg von den Spielern. Inwieweit dieses Gerücht sich also bewahrheitet, muss sich erst noch zeigen.

Doch was interessiert uns das? Nun ja, mit der Wii U steht Nintendos neue Konsole quasi in den Startlöchern. Was ist, wenn Publisher ihre Portierungen von einem ähnlichen System wie dem im Microsoft-Gerücht abhängig machen? Oder Online-Passes auch auf ihren Weg auf die Wii U finden? Das sind wichtige Fragen, auf die Antworten werden wir aber leider noch warten müssen.

Was haltet ihr von Duralls Aussage? Und würde euch so eine Produktpolitik mit dem Wegbrechen vom Gebrauchtspielemarkt am Kauf der nächsten XBox hindern?

Quelle: Gamefront

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