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Reaktion der Redaktion: Unsere Eindrücke von der Nintendo Labo-Produktlinie

Nintendo Switch Nintendo Labo

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Am Mittwochabend überraschte Nintendo das gesamte Internet und kündigte das Paket Nintendo Labo an (wir berichteten). Nintendo bestimmte selber Kinder und Familien als Zielgruppe in dem neuen und interaktiven Spielerlebnis mit der Nintendo Switch. In Kombination mit selbst gebauten Pappfiguren, die gleichzeitig als Joy-Con-Einsätze fungieren, ergeben sich viele und interessante Möglichkeiten zu Spielen. Es gab viel Diskussionen im gesamten Internet und auch im ntower-Forum ging es ordentlich zur Sache. Wir als Redaktion wollten uns ebenfalls zu Nintendos Spielerei äußern, also lest euch unsere individuellen Meinungen zum Thema in der folgenden Reaktion der Redaktion durch.


David Pettau:


Als ich in der letzten Woche von einer kindergerechten Ankündigung seitens Nintendo las, sträubten sich mir alle Nackenhaare. Nintendo, dessen Spiele durch die Bank kindergerecht, teils sogar explizit an Kinder gerichtet sind, will eine neue Spieleerfahrung nur für Kinder ankündigen. Ich wollte mir gar nicht ausmalen, was uns da wieder bevorsteht – und auf Nintendo Labo wäre ich sowieso nie gekommen.

Das positive vorweg: Die Idee und insbesondere die Aufmachung dieser neuen Produktreihe ist (auf den ersten Blick) äußerst ansprechend. Natürlich weiß ich, dass ich selbst kein Teil der Zielgruppe von Nintendo Labo bin, doch bereitet mir die Produktlinie dennoch einige Sorgen. Die Revolution sehe ich darin erst einmal nicht – Bastelsets mit interaktiver Anleitung sind weiß Gott nichts Neues, die einzige Neuerung ist, dass sich das Kind wahrscheinlich auch noch einige Minuten mit dem frisch gebastelten “Toy-Con“ beschäftigt, nachdem der Prozess des Bastelns abgeschlossen ist – nach spielerischer Vielfalt oder Tiefe sieht das bisherige Material nicht unbedingt aus. Danach wandert das gebastelte Toy-Con höchstwahrscheinlich in irgendeine Ecke zum Einstauben – der Bauprozess scheint hier klar im Fokus zu stehen. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, ich frage mich nun nur eines: Welchen Mehrwert wird dem Bastelprozess durch die Nintendo Switch denn nun zuteil? Weshalb sollten sich Elternteile für eine Nintendo Switch-Konsole + ein Nintendo Labo-Set für ungefähr 400 € entscheiden, wenn es auch reine Bastelsets von bewährten Herstellern für einen deutlich geringeren Preis gibt, wenn es sowieso hauptsächlich ums Bauen geht?

Und selbst dann, wenn Nintendo Labo der große Erfolg wird, den sich Nintendo damit offenbar verspricht, bereitet mir das einige Sorgen. Im Endeffekt erweitert Nintendo seine Käuferschicht um Bastelinteressenten, die sie niemals halten können – ähnlich, wie es bei der Wii mit ihrer neuartigen Bewegungssteuerung der Fall war. Dies gibt den Verkaufszahlen der Nintendo Switch zwar einen ordentlichen Aufschwung, erwarten, dass all die entsprechenden Personen in den nächsten Jahren aber auch die Nachfolgerkonsole der Nintendo Switch kaufen werden, darf man dabei allerdings nicht – eine zweite Wii U wäre also fast schon vorprogrammiert.


Ilja Rodstein:


Gratulation Nintendo, ihr habt es geschafft die Community mehr denn je zu spalten, doch kann ich nicht verstehen, wieso sich alle so anstellen. Nintendo hat deutlichst hervorgehoben, dass sich Nintendo Labo eher an die jüngere Zielgruppe richtet und deshalb kann ich diesen Unmut nicht verstehen.

Ich bin zwar nicht die Zielgruppe, doch finde ich es wirklich unglaublich, wie viel Mut Nintendo hat. Es ist eine schöne Innovation, die Nintendo hier gebracht hat. Zugegeben, es wirkt eher wie ein Prototyp, doch man könnte damit die verrücktesten Sachen anstellen. Was mich dennoch enttäuscht ist die Abwesenheit einer First Party-Marke, die das System gut unterstützen würde.

Ich kann leider die ganzen Kritiker des Systems nicht verstehen, denn Nintendo setzt nicht alle Ressourcen darauf, sondern experimentiert im Markt. Dies ist völlig normal und wenn das Konzept nicht aufgeht, geht Nintendo lange noch nicht unter. Sie versuchen dann etwas komplett Neues, was wieder für eine gespaltene Community sorgen wird.


Dennis Meppiel:


Als die Ankündigung der Ankündigung geschah, musste uns auf jeden Fall klar sein, dass Nintendo hier etwas für die Kinder bereithält. Ich kann nicht verstehen, wie manche Leute darauf kommen konnten, dass Smash Bros. oder ein anderes Nintendo-Spiel gezeigt wird. Da besonders die neue Methode zu Spielen in der Ankündigung vertieft wurde, musste uns klar sein, dass uns hier etwas bevorsteht, was wir in dieser Art bislang noch nicht gesehen haben. Und ja, nun haben wir Nintendo Labo.

Was so klingt wie LEGO, ist Nintendos eigene Methode zu basteln, kreativ zu sein und zu spielen. Gepaart mit der Nintendo Switch lassen sich hier vollkommen neue Methoden erschaffen und der Entdeckungswahnsinn des Spielers fördern. Nintendo beweist auf jeden Fall auch eine große Portion Mut in der sehr schwierigen Spielebranche mal etwas anderes zu probieren, was bislang sich noch keiner traute. Doch der wichtigste Aspekt ist, was viele vergessen, dass gerade Brettspiele, in Verbindung mit Smartphones, wieder ihre Rückkehr feiern und besonders bei den jüngeren Menschen sehr gut ankommen. Warum darf Nintendo nicht solche Basteleien für sich ausnutzen und hier einen neuen Markt ansprechen?

Nehmen wir mal an Nintendo spricht potenzielle Kinder, also Konsumenten an, die sich bereits eine Nintendo Switch wünschen und den Wunsch gerade durch Nintendo Labo von den Eltern erfüllt bekommen, aufgrund des kreativen Einflusses, dann wächst in ein paar Jahren eine weitere Käuferschicht: Die Pokémon Switch-Käufer von morgen.


Falko:

Nintendo präsentierte letzte Woche "The New Dimension of Fun Cardboard". Und eines kann man wohl in jedem Fall festhalten (egal wie man die Präsentation fand): Nintendo hat alle überrascht! Das gelingt heutzutage in der Spielebranche leider viel zu selten.


Bei der Präsentation selbst erging es mir wie ein weiterer Werbeslogan aus der N64-Ära lautete: "Feel Everything". Nach der Überraschung folgte Ungläubigkeit, Interesse, Entsetzen, Faszination und vieles mehr – und das alles in nur 3 Minuten. Das schafft nur Nintendo. Am Ende habe ich die Intention, die Nintendo damit verfolgt, verstanden und kann es meinerseits akzeptieren. Es ist ein Versuch eine weitere Zielgruppe zu erreichen bzw. mehr an sich zu binden. Wenn es funktionieren sollte, ist es nur gut für alle Switch-Besitzer. Und wenn nicht, hat man nicht viel Geld verschleudert. Für ein Lager voller Pappe lässt sich bestimmt ein Abnehmer finden wie zum Beispiel ein Schuhkartonhersteller. Oder Nintendo macht neue Kartons für neue Konsolen daraus. Und die Spiele werden sich wohl auch ohne dieses Gimmick nutzen lassen.

Ich persönlich werde diesen Zug aber an mir vorbeifahren lassen. Für einen Sammler ist Pappe nicht gerade das beste Material und spielerisch spricht es mich überhaupt nicht an. Aber ich wünsche jedem, der sich darauf einlässt, viel Freude damit und wem es nicht gefällt: Spielt Bayonetta, Metroid Prime, Fire Emblem, Mario Tennis, Pokémon oder was sonst noch so alles für den normalen Zocker auf die Switch kommen wird!


Dennis Gröschke:


Ja Mensch, da sind wir wieder. Schon die zweite Woche in der Nintendo neue Produkte ankündigt. Letzte Woche Software und diese Woche (mehr oder weniger) Hardware. Ich konnte mir den Trailer am Abend nicht "live" ansehen, sondern habe erst am Morgen davon erfahren. Nachdem ich den Trailer meinem Sohn gezeigt hatte, war klar: Das Nintendo Labo: Robo-Set kommt ins Haus! Ja genau, mein Sohn ist 8 Jahre alt und wir haben eine Nintendo Switch in unserem Haushalt. Also warum nicht alle Möglichkeiten ausnutzen? Für mich ist Nintendo Labo nicht gedacht, aber für Familien, die bereits eine Nintendo Switch besitzen durchaus eine tolle (weitere) Möglichkeit zum Entdecken, Ausprobieren und auch Spielen. Nintendo verbindet hier altbekanntes (Basteln, Origami im weitesten Sinne) mit moderner Hardware und das ist schon genial. Niemandem wird etwas weggenommen, wer mit der Nintendo Switch nur spielen möchte, kann das auch weiterhin tun, der lässt Nintendo Labo einfach links liegen. Nintendo war im Ursprung eine Firma die Spielzeug hergestellt hat (hauptsächlich Karten) und ist erst seit den 1980er Jahren hauptsächlich für die digitale Unterhaltung bekannt, das vergessen viele Menschen einfach.

Ich finde das Konzept und die Idee dahinter sehr interessant, nicht speziell für mich, aber vielleicht für mich und meinen Sohn. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Nintendo hier in Grundschulen aktiv werden kann, wenn sie sich auf lange Sicht mit weiteren Sets am Markt behaupten können. Dort sind die Einsatzmöglichkeiten auch denkbar und würden auch bastelfaule Kinder (so wie meinen Junior) mal dazu bewegen, etwas zu bauen.


Dirk Apitz:


Es wurde etwas für Kinder versprochen und das kam auch. Wer ein Spiel oder einen Service erwartete, war scheinbar nicht fähig, die Seite von Nintendo zu lesen. Doch nun zum eigentlichen Produkt. Ich bin definitiv nicht die Zielgruppe und ich werde es mir auch nicht kaufen doch warum soll ich jetzt so einen Hass schieben oder Nintendo Labo jegliche Existenz absprechen? Aus dem Alter bin ich raus, welch Ironie. Für mich steht fest, dass ich die Idee ziemlich gelungen finde und ich glaube, das wird auch erfolgreicher, als wir denken. Immerhin werden solche Konzepte immer beliebter und warum nicht den Kindern das Basteln nahe bringen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich damals als Kind meine Freude damit gehabt hätte. Zudem interessiert mich sogar die Technik dahinter, gerade bei dem Roboter. Können die Joy-Con diese Beine wirklich bewegen? Dann bin ich wirklich beeindruckt, wie viel Technik dort zu finden ist. Es nimmt mir nichts weg, es wird ein Angebot für eine weitere Zielgruppe erstellt und dies gab es auch schon immer und auch auf allen Konsolen vorher. Vielleicht sollten wir nicht nur Holger Donkey Kong Jr. Math zum Testen geben...

Auch im ntower-Team fanden mehrere Diskussionen zur Nintendo Labo-Produktlinie statt. Was ist eure Meinung zu dem Thema? Vielleicht überschneidet sich eure Meinung ja mit der eines Teammitglieds. Teilt uns dies in den Kommentaren mit!

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