Der umstrittene Held erneut im Fokus: Nintendo Frankreich sorgt mit Super Smash Bros. Ultimate-Regelwerk für Verwirrung

  • 15:20 - 26.09.2019
  • Software
  • Nintendo Switch
Newsbild zu Der umstrittene Held erneut im Fokus: Nintendo Frankreich sorgt mit Super Smash Bros. Ultimate-Regelwerk für Verwirrung

Seit der Veröffentlichung des Dragon Quest-Helden in Super Smash Bros. Ultimate stand innerhalb der kompetitiven Community stets ein möglicher Turnier-Bann des zum Teil stark auf Glück basierenden Charakters zur Diskussion. So berichteten wir vor etwas mehr als einem Monat ausführlich von der Community in Süd-Australien, welche seither den Einsatz des Helden bei ihren Turnieren nicht erlaubt. Kritisiert werden nicht nur die kritischen Treffer und zufälligen Spezialmoves des Kämpfers, sondern auch die Sprachbarriere, welche bei den Magiesprüchen zu einem großen Hindernis werden kann. Spieler, die auf internationale Turniere gehen, müssen die jeweiligen Sprachen des Austragungsortes lernen, um auf ein Match mit der Beteiligung des Helden gut vorbereitet zu sein.


Während der Charakter zurzeit dennoch weiterhin in fast allen anderen Regionen der Welt erlaubt ist, mischte Anfang der Woche ausgerechnet Nintendo selbst die Diskussionen neu auf: Nintendo Frankreich formulierte in ihrem offiziellen Regelwerk klar einen Bann des Helden in sämtlichen in Frankreich stattfindenden Qualifikations-Turnieren für den anstehenden European Team Cup. Das erste Turnier der offiziell von Nintendo abgehaltenen Qualifikations-Reihe beginnt dieses Wochenende, insgesamt erstrecken sich die Wettbewerbe über mehrere Wochen und finden in unterschiedlichen französischen Städten wie beispielsweise Lyon, Lille, Straßburg und Paris statt. Die Tatsache, dass Banjo und Kazooie trotz der späteren Veröffentlichung bei den Turnieren erlaubt sein werden, während der früher erschienene Held zunächst gesperrt wurde, deutet darauf hin, dass Nintendo den Helden als nicht kompetitiv geeignet einschätzte.


Der unerwartete Bann von offizieller Seite wurde in den letzten Stunden heftig diskutiert – heute gibt es erneut eine überraschende Wendung, die bislang vom Großteil der Community noch unentdeckt blieb: Ein Blick auf das aktualisierte Online-PDF-Dokument zeigt, dass Nintendo Frankreich vor Kurzem das Regelwerk erneut geändert hat und nun der Held doch erlaubt sein wird. Die Verwirrung unter der Teilnehmern der Wettbewerbe dürfte groß sein: Es wird sich zeigen, wie die Teilnehmer auf die extrem kurzfristige Regeländerung reagieren und wie viele Helden-Spieler auf den Turnieren den umstrittenen Charakter spielen werden.


Der amerikanische Smash Bros.-Profi Nairo hat vor drei Tagen, kurz nach seinem Major-Sieg beim Mainstage-Turnier im großen Finale gegen MkLeo, Vorschläge bezüglich des Helden-Dilemmas direkt an NintendoVS auf Twitter gerichtet. Nairo erwähnt in seinen Tweets die Sprachbarriere, welche unter anderem beim oben erwähnten Mainstage-Turnier Probleme verursachte: Beispielsweise konnte der japanische Spieler Raito in seinem Match gegen den amerikanischen Helden-Spieler Salem die Sprüche in der Fremdsprache nicht lesen und dementsprechend nicht adäquat auf die Eingabebefehle reagieren. Auch haben laut Nairo Leute mit Dyslexie große Schwierigkeiten, derart schnell die Sprüche zu lesen, selbst wenn sie die jeweilige Sprache beherrschen. Ein Lösungsansatz wäre die optische Kennzeichnung der jeweiligen Sprüche mit Symbolen und Farben. Diese Kennzeichnungen würden Spieler aus aller Welt verstehen und wären um einiges leichter einzuprägen als Texte in verschiedenen Fremdsprachen. Als Beispiel hat Nairo Entwürfe der österreichischen Beefy Smash Doods und des englischen Smash Bros.-Kommentators Virum geteilt, welche veranschaulichen, wie eine derartige visuelle Kennzeichnung aussehen könnte:



Es wird sich zeigen, ob und wie Nintendo auf die vorgeschlagenen Ideen von Nairo reagieren wird und wie Nintendo generell das Helden-Dilemma in Zukunft angehen wird. Ob Nintendo den Helden in Zukunft doch erneut bannen will, ob der Kämpfer grundlegend verändert wird oder ob alles beim Alten bleibt, steht zurzeit noch in den Sternen.


Welchen Grund könnte Nintendo gehabt haben, den Helden zunächst zu bannen und kurze Zeit später doch zu erlauben? Haltet ihr den Lösungsvorschlag von Nairo für eine gute Idee?


Quelle: Nintendo France, Reddit (Super Smash Bros.), Twitter (NairoMK), Twitter (NoFallSSB) – Newsbild: © Nintendo

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