Wieso Mai Shiranui aus Fatal Fury nicht in Super Smash Bros. Ultimate auftauchen darf

  • 06:00 - 08.11.2019
  • Software
  • Nintendo Switch
Newsbild zu Wieso Mai Shiranui aus Fatal Fury nicht in Super Smash Bros. Ultimate auftauchen darf

In einer fast 50-minütigen Videopräsentation stellte Director Masahiro Sakurai alles Wissenswerte zu Terry Bogard aus Fatal Fury vor, der seit dem 6. November als DLC-Kämpfer für Super Smash Bros. Ultimate erhältlich ist. Neben einer ausführlichen Demonstration von Terrys Angriffen entführte uns Herr Sakurai in die Vergangenheit von SNK, worauf Hintergrundinformationen zum NeoGeo und den Videospielserien Fatal Fury und The King of Fighters folgten. Solltet ihr die Präsentation verpasst haben, können wir euch wärmstens empfehlen, diese sofort nachzuholen. Weiterführend könnt ihr unsere Berichterstattung zu Terry Bogard in Super Smash Bros. Ultimate nachlesen.



Unumstritten tauchen viele SNK-Figuren als Hintergrundcharakter im Nintendo-Prügelspiel auf, doch eine wichtige Figur fehlt. Mai Shiranui zählt zu den bekanntesten und wohl auch populärsten Kämpferinnen von SNK und doch ist sie in Super Smash Bros. Ultimate nirgends zu sehen. Aus gutem Grund, wie Herr Sakurai während der Videopräsentation erklärt. Laut ihm habe sich das Team gegen ihren Auftritt entschieden, weil "Super Smash Bros. Ultimate für brave Jungs und Mädchen aller Altersstufen ist" – so wurde Herrn Sakurais Aussage von Nintendo offiziell ins Deutsche übersetzt.


Eine Information aus der humorvollen Erklärung – während der Videopräsentation war an dieser Stelle lautes Gelächter zu hören – wurde uns dabei vorenthalten beziehungsweise wird lediglich impliziert. Herr Sakurai erklärt in der japanischen Originalaussage konkret, dass sich das Team auf keine zusätzlichen Verhandlungen mit der japanischen Alterseinstufungsbehörde CERO einlassen wollte. Ein freizügiges Design wie das von Mai Shiranui könnte höchstwahrscheinlich die Alterseinstufung von Super Smash Bros. Ultimate erhöhen, was zu ungewollten Komplikationen führen würde. Es wird spekuliert, dass die Designs von Camilla aus Fire Emblem Fates und Mythra aus Xenoblade Chronicles 2 aus ähnlichen Gründen für Super Smash Bros. Ultimate angepasst wurden, wie wir vor etwa einem Jahr thematisierten.


Einige Fans zeigen kein Verständnis für Nintendos Entscheidung und beklagen das Fehlen des wichtigen SNK-Charakters. In einer geschickten Wendung nutzen zwei Unternehmen die aktuelle Kontroverse, um ihre eigenen Produkte zu bewerben. HAMSTER, die Macher der ACA NeoGeo-Serie auf der Nintendo Switch, teilten auf Twitter mit, dass Spieler Mai Shiranui in ihren Spielen genießen können. Den gleichen Marketing-Schachzug könnt ihr beim Entwicklerstudio Team Ninja beobachten, welches auf Twitter für Dead or Alive 6 wirbt, in welchem Mai Shiranui als Gastcharakter auftaucht.




Im Rahmen der Frage nach (Selbst-)Zensur wird momentan häufig ein Interview mit Masahiro Sakurai aus dem Jahr 2015 betrachtet. In diesem erklärt Herr Sakurai die strikten Bedingungen, welche von der CERO ausgehen. Während westliche Behörden vor allen Dingen Gewalt und die Nutzung von Schusswaffen überprüfen, werde in Japan zuerst festgestellt, was zu sehen ist, wenn die weiblichen Figuren im Spiel von unten betrachtet werden. Dafür würden die Charaktermodelle auf den Kopf gestellt, um mögliche "Panty Shots" offenzulegen. Herr Sakurai und sein Team waren bereits während der Entwicklung von Super Smash Bros. für Wii U von einer solchen Problematik betroffen und mussten etwa das Aussehen der Kämpferin Palutena mehrmals verharmlosen, um den laut Herrn Sakurai "lächerlichen Anforderungen" der CERO gerecht zu werden. Wie Source Gaming herausgefunden hat, galten diese Änderungen einzig für die japanische Spielversion.


Was meint ihr zur Angelegenheit? Trauert ihr Mai Shiranui hinterher oder kanntet ihr die Kämpferin zuvor gar nicht?


Quelle: YouTube (GameXplain), Source Gaming, Twitter (Cheesemeister) (1), (2) – Newsbild: © SNK CORPORATION

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