Glücksspiel-Vorwurf: Neue Klagen gegen FIFA 20 eingereicht

  • 19:40 - 13.02.2020
  • Software
  • Nintendo Switch
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In Frankreich sieht sich EA mit zwei Klagen gegen FIFA 20 konfrontiert, welche die Fußball-Simulation als Glücksspiel mit Echtgeld bezeichnen. Im Speziellen geht es um den Spielmodus FIFA Ultimate Team (FUT), der bislang ohne Glücksspielhinweis gekennzeichnet wurde und auch auf der Nintendo Switch verfügbar ist: In FUT können durch Echtgeld FIFA-Points und Packs gekauft werden, die nur in sehr seltenen Fällen wirklich gute Spieler enthalten.


Eine der beiden Klagen wurde vom Pariser Anwalt Victor Zagury eingereicht, der das Lootbox-System in FIFA: 20 als "illusorisch" und "süchtig machend" bezeichnet sowie über seinen 32-jährigen Klienten Folgendes schreibt:

Zitat

In diesem Spiel will jeder ein Traumteam erlangen, das so weit wie möglich kommt. Mein Klient hat 600 € innerhalb von fünf Monaten ausgegeben, ohne einen einzigen richtig guten Spieler bekommen zu haben. Die Entwickler dieses Spielmodus haben ein illusorisches und besonders süchtig machendes System entwickelt: Je mehr du zahlst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, bessere Spieler zu bekommen. Wir glauben, dass ein reines Glücksspiel in dieses Videospiel integriert wurde, da der Kauf von Packs nichts Weiteres als eine Wette darstellt. Es ist wie ein Casino, das die Häuser der Spieler erobert hat. Heutzutage können elf- oder zwölfjährige Teenager ohne Restriktionen FUT spielen und Geld überweisen, da es keinerlei System der elterlichen Kontrolle in diesem Modus gibt. Belgien und die Niederlande haben dieses Problem bereits erkannt.

Der betroffener Klient beschreibt seine miserable Situation folgendermaßen:

Zitat

Ich habe 600 € für die Packs ausgegeben und der beste Spieler, den ich bislang bekommen habe, ist lediglich Kostas Manolas vom SSC Napoli... ich kannte diesen Spieler zuvor nicht mal! So viel Geld auszugeben, nur um dann letztlich mit Manolas dazustehen... andere Leute, die ich kenne, haben 2000 € oder 3000 € investiert, es ist verrückt! Die Summe, die ich ausgegeben habe, hat dazu geführt, dass ich mit den Zahlungen meiner Miete nicht mehr hinterher kam.


In Belgien gelten Lootboxen in Videospielen als Glücksspiel und wurden von der belgischen Komission bereits im Jahre 2017 verboten (wir berichteten):

Zitat von Belgische Kommission

Die Kombination aus Geld und Suchtverhalten ist Glücksspiel.


Glücksspiel und Gaming an sich zu kombinieren, und das bereits in einem jungen Alter, ist schädlich für die geistige Gesundheit eines Kindes.

Damals hatte sich EA gegen den Vorwurf gewehrt, musste aber dennoch in Belgien ihre Microtransaktionen innerhalb der eigenen Spiele abändern, um sich dort dem strengen Gesetz anpassen zu können:

Zitat von EA

Die Fähigkeit eines Spielers, ein Spiel zu meistern, ist nicht davon abhängig, Lootboxen zu erwerben. Spieler können diese beim Spielen des Titels verdienen, ohne dafür Geld ausgeben zu müssen.


Dies hatte zur Folge, dass EA in Belgien für FIFA-Points kein Echtgeld mehr verlangen durfte (wir berichteten). Ob die Anwälte in Frankreich ebenso Erfolg haben und andere Länder mit Gesetztes-Verschärfungen nachziehen werden, wird sich erst zeigen.


Seht ihr die Klagen gegen FIFA 20 gerechtfertigt und hofft ihr, dass auch in anderen EU-Ländern nach belgischem Vorbild gehandelt wird? Oder sollten Spieler bzw. die Eltern der Kinder selbst verantwortlich für Ausgaben im Spiel sein?


Quelle: Get French Football News – Newsbild: © EA

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