The Witcher 3: Wild Hunt – Saber Interactive erläutert die technischen Grundlagen des Nintendo Switch-Ports

  • 18:20 - 06.04.2020
  • Software
  • Nintendo Switch
Newsbild zu The Witcher 3: Wild Hunt – Saber Interactive erläutert die technischen Grundlagen des Nintendo Switch-Ports

Als im Oktober 2019 The Witcher 3: Wild Hunt - Complete Edition für die Nintendo Switch erschienen ist, war an vielen Stellen die Rede davon, dass dem Portierungsstudio Saber Interactive ein technisches Meisterwerk gelungen sei. Das Team hat es geschafft, eines der grafisch aufwendigsten Spiele der letzten Jahre auf Nintendos vergleichsweise schwache Hardware zu portieren. In einem knapp 20-minütigen Vortrag auf der von Nvidia organisierten GTC (GPU Technology Conference) hat Roman Lebedev, der an der Entwicklung des Ports maßgeblich beteiligt war, jetzt technische Einblicke darin gegeben, wie dem Team diese Leistung gelungen ist.


Die auf den ersten Blick banal klingende Antwort ist: Saber Interactive hat es geschafft, alle Vorteile, die die Nintendo Switch-Hardware gegenüber der Konkurrenz hat, auszureizen. Dadurch konnte der Titel für die im Vergleich zu Xbox One und PlayStation 4 recht schwachbrüstige Konsole optimiert und lauffähig gemacht werden. Im Rahmen seines Vortrages kommt Lebedev immer wieder auf zwei Themen zu sprechen: Wie schafft man es, möglichst viel Leistung aus dem Nvidia Tegra-Chip der Nintendo Switch herauszukitzeln? Und wie kann die Größe des Spiels so angepasst werden, dass es auf eine Softwarekarte von maximal 32gb passt?


Die Antwort für die erste Frage bestand nach Lebedevs Aussagen darin, die Struktur vieler Berechnungen im Spiel für den Nintendo Switch-Port zu überarbeiten. So wurde beispielsweise die relativ anspruchsvolle Berechnung der Physik-Effekte, die mit der Bewegung von Klamotten einhergehen (Tücher, die im Wind wehen etc.) von der CPU-Einheit auf die GPU-Einheit verlagert. Die Berechnungen konnten dort effektiver durchgeführt werden und trugen dazu bei, die Performance insgesamt zu steigern. Die Kompression von Datensätzen wurde vom zuvor verwendeten lz4-Algorhytmus auf das Format der Oodle Data Compression umgestellt, da es komprimierte Daten schneller entpackt als das zuvor verwendete Modell.


Um den Speicher-Umfang des Spiels zu reduzieren, wurde nach Rücksprache mit CD Projekt RED das gleiche Sound-Streaming-System verwendet, das auch in Cyberpunk 2077 zum Einsatz kommen soll. Dieses ist relativ ressourcenschonend und erlaubt es, für Audio-Dateien notwendigen Speicherplatz zu reduzieren. Außerdem wurden die Softwarekarten nicht mehr mit vier, sondern nur noch drei Sprachen ausgeliefert. Besonders hilfreich war nach Lebedevs Angaben der im Vergleich zur HDD der PlayStation 4 und Xbox One schnelle Flash-Speicher der Nintendo Switch und der Softwarekarten. Da Objekte auf der Nintendo Switch relativ schnell abgerufen werden können, habe man doppelte Dateien entfernt, die in den anderen Fassungen zur Reduzierung der Ladezeiten eingebaut wurden. So sei es gelungen, den Umfang des Titels in der finalen Entwicklungsphase auf 28gb zu reduzieren.


Wenn ihr euch den kompletten Vortrag mit den detaillierten Ausführungen ansehen möchtet, findet ihr diesen auf der Nvidia-Webseite.


Das Beispiel The Witcher 3: Wild Hunt – Complete Edition zeigt, was auf der Nintendo Switch technisch alles möglich ist. Denkt ihr, dass es es Entwicklern auch gelingen kann, Xbox Series X- und PlayStation 5-Spiele auf Nintendos Hybridkonsole zu bringen?


Quelle: Nvidia (Webseite) – Newsbild: © CD Projekt RED

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