Masahiro Sakurai hat ein Heimstudio für die Entwicklung der Super Smash Bros. Ultimate-DLCs errichtet und teilt ausführliche Einblicke

  • 17:00 - 03.05.2020
  • Software
  • Nintendo Switch
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Vor einem Monat berichtete Masahiro Sakurai, dass die Arbeit an den DLCs für Super Smash Bros. Ultimate ins Homeoffice verlegt wurde. Vor zwei Wochen äußerte er daraufhin in der letzten Famitsu-Kolumne Kritik an Japans Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus und philosophierte über ernstere Themen. In der neuesten Famitsu-Kolumne spricht der Smash Bros.-Director nun ausführlich über die Umstellungen, die für die Arbeit zu Hause notwendig sind, und über den aktuellen Entwicklungsstatus der kommenden DLC-Charaktere für Super Smash Bros. Ultimate.


Zunächst betont Masahiro Sakurai, dass die Umstellung der Arbeit vom gewöhnlichen Büro in das Homeoffice notwendig gewesen sei, und lobt sein Team für die bislang sehr zufriedenstellende Arbeit:

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Super Smash Bros. Ultimate ist ein höchst vertrauliches Projekt und muss gut geschützt werden. Auch wenn ich nicht zu sehr besorgt bin, ist es jedoch unerlässlich, Leute zu ermutigen, den direkten Kontakt untereinander zu minimieren, um die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen. Wir sollten auf jeden Fall kooperieren und gemeinsam zusammenhalten. Bislang hat das Teleworking bei uns sehr erfolgreich funktioniert und es gibt viele Mitarbeiter, die für ihre Arbeit gelobt werden sollten. Natürlich besteht zurzeit keine Notwendigkeit, zu pendeln: Manche Mitarbeiter hatten zuvor Anfahrtswege von zwei Stunden! Nun ist das Ganze viel effektiver, nicht wahr?


Das Arbeiten von zu Hause habe durchaus einige Vorteile, die für ein angenehmeres Arbeitsklima als im Büro sorgen. Besonders interessant ist die Aussage Sakurais, dass Fenster im Büro stets geschlossen werden mussten, um die Arbeit an den noch nicht enthüllten Kämpfern für Super Smash Bros. Ultimate geheim zu halten – in den eigenen vier Wänden sei dies nun nicht mehr notwendig:

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Hier sind ein paar erste Impressionen vom Homeoffice: Zu allererst ist die Luft um einiges sauberer, Bürozimmer haben hingegen normalerweise schmutzigere Luft. Der Heizkörper im Büro hat mich jeden Tag zum Schwitzen gebracht – im eigenen Zimmer daheim kann ich es mir hingegen so gemütlich machen, wie ich will! Zudem kann ich sowohl die Temperatur als auch die Luftfeuchtigkeit selbst nach Belieben anpassen. Des Weiteren gibt es den Vorteil des natürlichen Lichts: Unser normales Büro hat zwar viele Fenster, jedoch mussten wir sie aufgrund der Geheimhaltung der Arbeit stets geschlossen halten. Endlich sowohl die Morgensonne als auch die Abendsonne sehen zu können, ist sehr angenehm.


Als Nächstes verrät der Kirby-Erfinder, dass sich sein Lebensstil verbessert habe und er nun regelmäßigere Pausen zum Essen in seinen Tagesablauf integriert sowie ein besseres Zeitgefühl erlangt habe. Dennoch sei die Arbeit von zu Hause mit viel Aufwand verbunden, die oft bis Mitternacht andauere:

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Die Versuchung, daheim zu spielen oder zu schlafen, sind zwar gegeben, aber dies stellt kein großes Problem dar. Wenn ein Job zu erledigen ist, dann neigen die Hände dazu, die Arbeit fortzusetzen. Es ist schlecht, Leute warten zu lassen, und es verhält sich ähnlich wie mit E-Mails, die man erhält und sofort beantworten will, selbst wenn man sich gerade auf dem Weg zur Arbeit befinden sollte. Ich habe auch zu Hause weiterhin die Angewohnheit beibehalten, den Mail-Verkehr und die Arbeit stets fortzuführen, sogar bis Mitternacht. Jedoch sind meine Pausen, um etwas zu essen, nun regelmäßiger geworden und ich habe ein besseres Zeitgefühl als zuvor. Es war ein Trial-and-Error-Prozess, das neuartige Arbeitsumfeld zu verbessern. Ich überwache fast alles, was das Team macht, daher prasselt immer recht viel Arbeit auf mich ein. Es gibt stets einige Dinge, die verbessert werden müssen, sowie Tools und andere Elemente, welche zur Unterstützung für die Entwickler zur Verfügung gestellt werden müssen.


Sakurai verrät, dass E-Mails zurzeit so wichtig wie kaum je seien, jedoch auch Videochats bei der Entwicklung der Super Smash Bros. Ultimate-DLCs genutzt werden, um den Entwicklern Live-Feedback geben zu können:

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Zurzeit ist es leider nicht möglich, sich mit den Mitarbeitern persönlich zu treffen und ihnen die Dinge so wie früher einfach zu erklären. Nun werden natürlich E-Mails als Hauptkommunikationsmittel genutzt. Aufgrund der Komplexität und der Wichtigkeit der Informationen wächst auch die Zahl der Buchstaben in meinen E-Mail-Antworten – das ist zwar unvermeidlich, aber notwendig und daher stellt diese Umstellung kein großes Problem dar. In einigen Situationen reichen E-Mails jedoch nicht aus und es ist notwendig, Live-Feedback zu geben. Hierzu sind Videokonferenzen da, in welchen wir unsere Gedanken und Meinungen live untereinander austauschen können. Jedoch bringt auch dieses Online-Format einige Schwierigkeiten, denn wir müssen einen spezifischen Zeitpunkt ausmachen und wenn Mitarbeiter eine Familie mit Kindern haben, ist es nicht so leicht, dass alle zugleich Zeit dafür finden können.


Spannend wird es im nächsten Abschnitt der Kolumne, in welchem Sakurai von neuem Equipment für ein eigenes Heimstudio berichtet, das nun neuerdings für die Entwicklung der Super Smash Bros. Ultimate-Zusatzinhalte genutzt wird:

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Ich habe ein Mikrofon sowie eine Capture-Einheit gekauft und ein eigenes Studio daheim errichtet, das mir ermöglicht, dem Team bei der Entwicklung live zu assistieren und von zu Hause aus besser am Spiel zu arbeiten. Wenn ich einen Anruf mache, dann zeige ich dem Team ein Video vom Gameplay oder vom PC. Ich überwache nicht nur die Entwicklung, sondern nehme auch Dinge auf und lade sie auf einen gemeinsamen Server, sodass die Teammitglieder sie downloaden können. Auch wenn wir ein ganz neues Arbeitssystem etabliert haben, hat sich das Team sehr gut damit zurechtgefunden und es ist sogar leichter zu sehen, an was wir gerade arbeiten, wenn man das Live-Gameplay mit Aufnahmen, die mit einer Kamera gefilmt wurden, vergleicht. Wir arbeiten auch weiterhin daran, effiziente Arbeitsmethoden zu finden und Datengrößen zu minimieren, um keine Bandbreite zu verschwenden.


Abschließend bestätigt Sakurai, dass zurzeit ausschließlich an den DLC-Inhalten für Super Smash Bros. Ultimate gearbeitet werde und er sich weiterhin bemühe, so hart wie möglich zu arbeiten, um später mehr Freizeit genießen zu können:

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Bislang hat unsere Arbeit an den Super Smash Bros. Ultimate-DLCs ohne Probleme funktioniert. Jedoch arbeiten wir zurzeit ausschließlich daran – würden wir uns beispielsweise gerade in der frühen Entwicklungsphase der Arbeit an Super Smash Bros. Ultimate befinden und müssten alles via Homeoffice erledigen, so wären wir auf viel größere Probleme gestoßen. Abgesehen von Videospielen wurden viele Entwickler vor große Schwierigkeiten gestellt. Jedoch werde ich weiterhin hart arbeiten, um mehr freie Zeit schaffen zu können, in der ich Videospiele daheim spielen kann und auch, um mehr Zeit draußen in der Sonne genießen zu können, sobald die Gefahr von COVID-19 wieder abklingen wird.


Zusätzlich zum Mikrofon und Equipment für sein Heimstudio, das für die Entwicklung der DLCs für Super Smash Bros. Ultimate genutzt wird, hat Masahiro Sakurai auch eine Hantel gekauft, um sich zu Hause fit zu halten und seine ARMS ... pardon ... seine Arme zu trainieren:


Der erste DLC-Charakter aus Fighters Pass Vol. 2 stammt aus dem Nintendo Switch-Spiel ARMS, wird in einer der kommenden Wochen enthüllt und soll bereits nächsten Monat erscheinen. Wir dürfen gespannt sein, ob Masahiro Sakurai sein neues Heimstudio nutzen wird, um den noch unbekannten ARMS-Charakter ausführlich in einer Videopräsentation vorzustellen.


Gefallen euch die von Masahiro Sakurai geteilten Einblicke in die Homeoffice-Arbeit?


Quelle: Twitter (Sephazon) – Newsbild: © Nintendo

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