Furukawa über Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Entwicklung und den Verkauf von Software

  • 08:00 - 17.05.2020
  • Software
  • Nintendo Switch
Newsbild zu Furukawa über Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Entwicklung und den Verkauf von Software

Nintendos Investoren wollten bei der Bekanntgabe der letzten Geschäftsergebnisse nicht nur wissen, wie sich die akutelle Pandemie auf die Hardware-Produktion auswirkt (wir berichteten), sondern inwieweit auch die Entwicklung und der Verkauf von Software betroffen sind. Vor allem bei den digitalen Verkäufen über den Nintendo eShop konnte Nintendo einen Anstieg in den letzten Monaten verzeichnen. So erwarben etwa 50 Prozent aller Spieler von Animal Crossing: New Horizons den Titel digital. Allerdings habe Nintendo den derzeitigen Anstieg des Umsatzes mit Digitalkäufen nicht in ihre aktuellen Umsatzprognosen einbezogen. Es wurde jedoch festgestellt, dass Konsumenten, die einmal digital gekauft haben, bevorzugt wieder digital einkaufen. Dadurch gehe Nintendo von einem weiteren Anstieg der Digitaleinnahmen aus.


Eine anderer Investor wollte die Auswirkungen der Pandemie genauer erläutert haben und wissen, wie die Unterschiede vor und nach dem Ausbruch des Coronavirus seien. Die Einnahmen und der Gewinn für das letzte Quartal (Januar bis März 2020) überstiegen die zuletzt im Januar aktualisierte Prognose von Nintendo. Würde jedoch der Erfolg von Animal Crossing: New Horizons von den Geschäftsergebnissen abgezogen, so entsprächen die Zahlen in etwa der Prognose von Januar.


Laut Shuntarō Furukawa habe die Nintendo Switch gerade erst die mittlere Phase ihres Lebenszyklus begonnen. Nintendo erwarte nach wie vor ein Wachstumspotential und somit eine längere Lebensdauer über das bisheriger Konsolen hinaus. Noch vor COVID-19 ging Nintendo von hohen, aber gleichbleibenden Verkäufen der Nintendo Switch aus und derzeit arbeite das Unternehmen an weiteren Software-Produkten sowie am weiteren Ausbau des Kundenstamms, damit die Verkäufe der Nintendo Switch gleichmäßig voranschreiten. Die für dieses Fiskaljahr (April 2020 bis März 2021) erwarteten Umsätze entsprächen dem aktuellen Verkaufsmomentum der Konsole.


Ein weiterer Investor fragte nach den zu erwartenden, langfristigen Auswirkungen der Pandemie auf die Unterhaltungsindustrie. Nintendos Firmenleitung könnte die Auswirkungen nicht abschätzen, es seien aber diverse Maßnahmen im Falle einer langfristigen Auswirkung in Vorbereitung. So konnte beispielsweise das Marketing nicht wie geplant agieren, weswegen eine flexiblere Herangehensweise gewählt werden musste. Ein konventionelles Herangehen ist in der aktuellen Situation nicht mehr praktikabel, weswegen er und alle anderen flexibel sein müssen. Konkrete Abschätzungen hinsichtlich der gesamten Unterhaltungsindustrie wollte Furukawa aber nicht machen.


Und auch bei Nintendo erfolgte ein Wechsel ins Homeoffice, vor allem bei der Entwicklung von Spielen. Zunächst wären die Mitarbeiter an den Standorten in Europa und Amerika ins Homeoffice gewechselt, bevor in Japan dieser Übergang erfolgte. Allerdings gibt es Begrenzungen, die deutlich spürbar seien. Nintendo habe bislang keine Infrastruktur beziehungsweise Umgebung für die Arbeit im Homeoffice eingerichtet. Derzeit werden die Einflüsse des Homeoffice auf die Entwicklung untersucht, aber die Einschränkungen und Folgen der Pandemie auf die Spieleentwicklung werden mit anhaltendem Ausnahmezustand zunehmen.


In einer anderen Frage wollte ein Investor wissen, ob neue Nintendo Switch-Besitzer bereits weitere beliebte Spiele (Evergreen-Titel) von Nintendo gekauft haben. Furukawa bestätigte, dass Nintendo nicht nur auf neue Spiele setzen könne, sondern auch die Vorzüge an bereits veröffentlichten Titeln besser kommunizieren werde. Als Beispiel wird Ring Fit Adventure aufgeführt, welches bislang sein Potential noch nicht erreicht habe. Ring Fit Adventure soll auch in diesem Fiskaljahr (April 2020 bis März 2021) ein Kerntitel bleiben und Nintendo bemühe sich, Nachschub zu produzieren, wodurch ein konstanter Strom an Einnahmen generiert werden kann.


Auch Animal Crossing: New Horizons ist ein solcher beliebter Titel, denn das Spiel habe alle Erwartungen von Nintendo übertroffen. Das Spiel wird auch von vielen neuen Spielern erworben, die es bei Freunden oder Verwandten sahen. Somit ist für Furukawa das Bewerben und Empfehlen bereits vorhandener Spiele ein Schlüsselthema für das aktuelle Fiskaljahr.


Sollte Nintendo derzeit eurer Meinung nach versuchen, bereits veröffentlichte Software mehr zu bewerben oder sollten sie derzeit lieber den Fokus auf kommende Spiele setzen?


Quelle: Nintendo – Newsbild: © Nintendo, Foto: © ntower

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