Quality of Life – Patent zeigt, wie Nintendo spielerisch unsere Gesundheit verbessern will

  • 07:00 - 19.05.2020
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Newsbild zu Quality of Life – Patent zeigt, wie Nintendo spielerisch unsere Gesundheit verbessern will

Über sechs Jahre ist es her, seitdem wir das erste Mal von Nintendos sogenannter „Quality of Life“-Initiative gehört haben. Das Projekt wurde im Januar 2014 vom ehemaligen Nintendo-Präsidenten Satoru Iwata während eines Investorentreffens vage vorgestellt, wobei eine offizielle Ankündigung des Produkts im Laufe des Jahres folgen sollte. Wie wir wissen, wurde aus dem Bestreben nichts.


In den Folgejahren gab es immer wieder Randbemerkungen dazu, das Projekt würde intern getestet und weiterhin entwickelt werden, könne aber keine zufriedenstellende Form erreichen. Das Schicksal des Projekts schien besiegelt, nachdem das japanische Nikkei-Magazin im April 2019 davon berichtete, Nintendo hätte die Entwicklungsabteilung für die „Quality of Life“-Initiative geschlossen und die Arbeiten an einem nahezu fertigen Prototyp-Model abgebrochen. Dem entgegen steht eine aktuelle Aussage des derzeitigen Nintendo-Präsidenten Shuntaro Furukawa vom Juli 2019, welcher die fortlaufenden Bemühungen im Gesundheitssektor bekräftigte.


Auch wenn die Zukunft der „Quality of Life“-Initiative auf wackeligen Beinen steht, hält das Nintendos interne „Research & Development“-Gruppe nicht davon ab, neue Ideen auszuprobieren. So können wir euch heute von einem aktuell veröffentlichten Nintendo-Patent berichten, welches sehr wahrscheinlich mit dem strauchelnden Projekt zu tun hat.



© Nintendo


Das oben zu sehende Bild wurde bereits im Jahr 2015 benutzt, um die „Quality of Life“-Idee zu visualisieren und taucht im neu angemeldeten Patent wieder auf. Zu sehen ist das Basisgerät, welches zuhause aufgestellt werden soll, und ein mobiles Endgerät, welches eine Verbindung mit dem stationären Basisgerät eingeht. Es ist unklar, ob damit herkömmliche Smartphones gemeint sind.


Im Basisgerät sind verschiedene Sensoren verbaut, um Daten zur Gesundheit und dem Befinden des Nutzers zu erfassen. So soll das Basisgerät etwa Atem und Puls messen sowie die Bewegungen des Nutzers erkennen können. Im Basisgerät soll auch ein Projektor verbaut sein, um Bilder, visualisierte Statistiken und weiteres an die Wand oder Decke projizieren zu können. Das Patent nennt die Möglichkeit eines verbauten Bildschirms, eines ungerichteten Lautsprechers, einer Kamera und einer Lichtquelle. Außerdem soll das Basisgerät die Umgebung erkennen und Düfte aussenden können.


Während das Basisgerät dafür zuständig ist, den Nutzer zuhause zu überwachen und etwa beim Einschlafen und Aufwachen zu unterstützen, erfasst und sammelt das mobile Endgerät gesundheitliche Daten dann, wenn es das Basisgerät nicht kann: unterwegs, auf der Arbeit, im Park und sonst wo. Im Gegensatz zum Basisgerät kann das mobile Endgerät zusätzliche Informationen erfassen, wie etwa die zurückgelegte Strecke oder die Art und Dauer der Fortbewegung.


Mithilfe von Kamera und Mikrofon soll das mobile Endgerät das Gemüt des Nutzers erkennen können und beachtet dabei auch äußere Umstände, etwa, ob der Nutzer sich gerade auf der Arbeit befindet, in Betracht ziehen. Die Stimmung soll durch den Gesichtsausdruck und die Stimmlage oder Intonierung ermittelt werden können. Vom mobilen Endgerät erfasste Daten werden an den Server gesendet, wodurch sie dem Basisgerät sofort zur Verfügung stehen und möglicherweise ausgewertet werden können.


Nintendo möchte im Zuge der „Quality of Life“-Initiative Anreize schaffen, regelmäßig seine Gesundheit zu überwachen und dabei hoffentlich auch zu verbessern. Aus diesem Grund bietet das „Quality of Life“-Konzept spielerische Elemente, die auf Nintendos jahrelanger Expertise im Bereich der Videospiele aufbauen. So ist begleitend zu all den Systemen, welche die Gesundheit des Nutzers analysieren, eine Spiele-Anwendung enthalten. Für das regelmäßige Messen seiner Vitalwerte wird der Nutzer etwa mit zufälligen Minispielen belohnt, darunter Puzzle-, Quiz- und Rechenaufgaben. Der Fortschritt innerhalb der Spiele-Anwendung wird direkt durch die Mess-Ergebnisse des Nutzers beeinflusst.


Bildschirm innerhalb der Spiele-Anwendung beim Aufwachen:



© Nintendo


Bildschirm innerhalb der Spiele-Anwendung beim Verlassen:



© Nintendo


Bildschirm innerhalb der Spiele-Anwendung beim Betreten:



© Nintendo


Bildschirm innerhalb der Spiele-Anwendung beim Spielen:



© Nintendo


Bildschirm, von dem anhand der Anzahl der Fische das Resultat der Gesundheitswerte abgelesen werden soll:



© Nintendo


Wie findet ihr das Konzept des Patents? Könntet ihr euch vorstellen, soetwas im Alltag zu nutzen?


Quelle: Japanese Nintendo, J-PlatPlat – Newsbild: © Nintendo

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