Black Lives Matter: Nintendo und zahlreiche Videospielunternehmen veröffentlichen Botschaften der Solidarität

  • 17:00 - 06.06.2020
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Seit Anfang letzter Woche sorgte die Tötung des Afroamerikaners George Floyd in Folge von Polizeigewalt nicht nur in den USA, sondern auch im Rest der Welt für Trauer und Wut. Anfängliche Proteste im Tatort Minneapolis, die größtenteils, jedoch nicht immer, friedlich verliefen, breiteten sich rasch ins ganze Land aus und haben mittlerweile weltweit große Solidaritätswellen ausgelöst. Demonstrationen unter dem Motto #BlackLivesMatter mit zigtausenden Teilnehmern finden dieses Wochenende unter anderem auch in vielen Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz statt.


Am Montag setzte Sony aufgrund der angespannten Lage ein Zeichen und verschob kurzerhand die für Donnerstag geplante PlayStation 5-Präsentation (wir berichteten) – der Beginn einer Welle zahlreicher Verschiebungen von Präsentationen in der Videospielbranche. Der offizielle Twitter-Account PlayStation verurteilte zudem jegliche Form von Gewalt gegen Schwarze:

Zitat

Wir verurteilen strukturellen Rassismus und Gewalt gegen die schwarze Community. Wir werden weiterhin daran arbeiten, eine Zukunft aufzubauen, die von Empathie und Inklusion gekennzeichnet ist und wir stehen mit unseren schwarzen Entwicklern, Spielern, Angestellten, Familien und Freunden zusammen.


#BlackLivesMatter


Auch der Twitter-Account von Xbox meldete sich am 1. Juni, demselben Montag wie Sony, zu Wort und teilte folgende kurze Botschaft:

Zitat

Wir stehen im Kampf gegen strukturellen Rassismus und Ungerechtigkeit mit unseren Fans, Entwicklern, Kollegen, Freunden und der gesamten afroamerikanischen & schwarzen Community zusammen.


Zudem solidarisierte sich das US-Unternehmen mit der Konkurrenzfirma Sony im gemeinsamen Kampf gegen den Rassismus:



Der internationale Microsoft-Twitteraccount mit knapp 9 Millionen Followern hat am Montag eine Aktion gestartet, schwarzen Mitarbeitern innerhalb der Microsoft-Community eine Stimme zu geben. Täglich werden Statements von betroffenen Personen veröffentlicht, um dem Kampf gegen den Rassismus eine höhere Aufmerksamkeit zu verschaffen. Besucht ihr das Twitter-Profil von Xbox-Chef Phil Spencer könnt ihr Botschaften diverser Firmen ansehen, die der 52-Jährige kontinuierlich auf seiner Timeline teilt.


Am Mittwoch, dem 3. Juni, meldete sich schließlich auch Nintendo of America zu Wort und veröffentlichte ein eigenes Statement der Solidarität, das ihr euch hier auf Deutsch durchlesen könnt:

Zitat

Nintendo teilt den Schmerz, der in den Vereinigten Staaten nach dem tragischen Tod von George Floyd zugefügt wurde und wir stehen mit der schwarzen Community sowie mit all jenen zusammen, die unsere geteilte Menschlichkeit und den fundamentalen Glauben in Gleichheit und Gerechtigkeit teilen. Wir lehnen Vorurteile, Ausgrenzung, Unterdrückung und die Gewalt ab, die zu diesen völlig unnötigen Toden führt. Wir fühlen uns dazu verpflichtet, Gleichheit, Inklusion und Diversität in allen Aspekten unseres Betriebs zu fördern und in der Arbeit, die wir ausführen.


Dieses Wochenende hätten zudem von Nintendo veranstaltete Super Smash Bros. Ultimate-Onlineturniere in Amerika stattfinden sollen – diese wurden jedoch nun kurzfristig aus Respekt vor den aktuellen Ereignissen auf unbestimmte Zeit verschoben:



Eine eng mit Nintendo verknüpfte Firma, The Pokémon Company International, hat ebenfalls ein Statement zur aktuellen Lage abgegeben und zudem Spenden in fünfstelliger Höhe im Kampf gegen den Rassismus getätigt:


Auch Niantic, Inc., das Entwicklerstudio hinter Pokémon GO, verurteilt Polizeigewalt gegen Schwarze und Tötungen aufgrund der Hautfarbe oder der sexuellen Gesinnung aufs Schärfste. Das amerikanische Unternehmen ging sogar noch einen Schritt weiter und veröffentlichte nicht nur ein beispiellos umfangreiches Statement mit allerlei Handlungen, die gegen den strukturellen Rassismus gesetzt werden können, sondern kündigte unter anderem an, mehr als 5 Million Dollar aus den Pokémon GO Fest-Ticketverkäufen zu spenden:


Der umfassende Text des Niantic-Gründers und -Geschäftsführers John Hanke wurde ursprünglich als interne Memo innerhalb der Firma verbreitet, damit alle Mitarbeiter aktiv am Wandel beitragen können. Nun hat Niantic diese Memo auch für alle Fans veröffentlicht und wir wollen euch diesen wohldurchdachte Text nicht vorenthalten – lest euch hier die vollständige Botschaft von John Hanke auf Deutsch durch:


Square Enix, die japanische Firma hinter Dragon Quest, Kingdom Hearts und Final Fantasy, hat einen Aufruf zum Engagement gestartet sowie dazu entsprechende Links zur Verfügung gestellt, um gegen Ungleichheit ankämpfen zu können. Das Unternehmen kündigte in diesem Rahmen unter anderem an, 250.000 € an wohltätige Organisationen zu spenden:



EA Sports hat sich vor wenigen Stunden mit der klaren Botschaft zu Wort gemeldet, keinen Rassismus zu tolerieren und angekündigt, die Wortfilter in den verschiedenen Sprachen sowie die Melde-Funktion in Spielen, um sich gegen toxisches Verhalten wehren zu können, zu verbessern. Zudem will EA Sports noch schneller und öfter auf gemeldete Inhalte reagieren, um diese so rasch wie möglich entfernen zu können:



Auch hatte EA Sports Anfang Juni ein großes Event für das bald erscheinende Spiel Madden NFL 21 geplant, hat dieses jedoch aufgrund der aktuellen Lage auf unbestimmte Zeit verschoben. Auch das große EA Play Live-Event, das ursprünglich nächste Woche stattfinden sollte, wurde auf 19. Juni verschoben, um wichtigeren Stimmen die Bühne zu geben, besser gehört zu werden (wir berichteten).


Ähnlich wie Niantic-CEO John Hanke hat auch EA-Geschäftsführer Andrew Wilson eine umfassende und nun öffentliche Botschaft an die eigenen Mitarbeiter ausgesandt, in dem EAs Engagement im Kampf gegen den Rassismus geschildert wird. Neben der großzügigen Spende von 1 Million Dollar an gemeinnützige Organisationen gab das US-Unternehmen auch bekannt, jedem Mitarbeiter einen zusätzlichen freien, bezahlten Tag, um sich ehrenamtlich zu engagieren, zu gewähren:


Mojang Studios, das schwedische Tochterunternehmen von Microsoft und das Entwicklerstudio hinter Minecraft, versicherte auf Twitter den Support für die schwarze Community und kündigte als ersten Schritt an, am Freitag den 19. Juni 2020 alle Einnahmen aus den Tagesverkäufen von Minecraft, Minecraft Dungeons und Inhalten des Minecraft Marketplace an Black Lives Matter und weitere Organisationen zu spenden und dazu beizutragen, gemeinsam eine bessere Welt zu erbauen:



Das französische Entwicklerstudio Ubisoft hat am Dienstag ebenfalls ein Statement der Solidarität mit der schwarzen Community, den schwarzen Spielern und den schwarzen Mitarbeitern veröffentlicht und – genauso wie The Pokémon Company International – eine Spende von 100.000 Dollar an die NACCP und an Black Lives Matter angekündigt:



Infinity Ward hat einen außergewöhnlichen Schritt gesetzt und folgende ingame-Botschaft via Update in das Spiel Call of Duty: Modern Warfare eingebaut, welche Spieler auch in Deutschland beim Starten des Spiels sehen:

Zitat

Unsere Gesellschaft leidet. Die systematische Ungleichheit, die unsere Gesellschaft erlebt, tritt wieder in den Mittelpunkt. Call of Duty und Infinity Ward stehen für Gleichberechtigung und Inklusion. Wir stellen uns gegen Rassismus und Ungerechtigkeit, die unsere schwarze Community erträgt. Solange es keine Veränderungen gibt und die Leben unserer schwarzen Community nicht wirklich wichtig genommen werden, werden wir niemals die Gesellschaft sein, die wir sein wollen.


Zudem kündigte der offizielle Call of Duty-Twitteraccount aufgrund der aktuellen Ereignisse die Verschiebung der Veröffentlichungen von Modern Warfare Season 4 und Call of Duty: Mobile Season 7 an.


Neben den obigen Unternehmen haben sich Dutzende weitere Firmen und Organisationen aus der Videospielindustrie zu Wort gemeldet. Wir haben für euch ein paar Twitter-Statements zusammengefasst und verlinkt, auf die ihr gelangen könnt, wenn ihr auf den jeweiligen Namen der Firma bzw. Organisation klickt.


Bandai Namco Entertainment, eine eng mit Nintendo verknüpfte Firma, die beispielsweise an der Entwicklung von Super Smash Bros. Ultimate maßgeblich beteiligt war, hat ein Solidaritäts-Statement veröffentlicht, in welchem Inklusion, Diversität und Fairness als Grundpfeiler der japanischen Firma hervorgehoben wurden. Capcom hat angekündigt, aufgrund der aktuellen Lage aus Respekt für eine Weile keinerlei spielrelevanten Nachrichten zu teilen, um wichtigeren Personen aus der Black Lives Matter-Bewegung eine Stimme zu geben. Das japanische Unternehmen, das für Monster Hunter und Mega Man bekannt ist, verschob zudem die für dieses Wochenende geplante "Capcom Pro Tour Online" und kündigte an, Möglichkeiten zu evaluieren, Geld für den guten Zweck spenden zu können.


League of Legends-Entwickler Riot Games und das Crash Bandicoot-Entwicklerstudio Naughty Dog hoben hervor, wie wichtig es sei, in Zeiten wie diesen nicht still zu sein, sondern aktiv zu handeln und sich am Wandel zu beteiligen. Beide Videospielunternehmen kündigten Spenden für wohltätige Organisationen an. SEGA gab bekannt, neben eigenen Spenden auch die getätigten Spenden der eigenen Mitarbeiter zu verdoppeln – diesen Schritt setzten neben SEGA auch zahlreiche andere Firmen aus der Videospielindustrie. The Elder Scrolls-Entwickler Beteshda Softworks versicherte wiederum, nicht nur jetzt, sondern immer gegen Ungleichheit, Rassismus und Unterdrückung zu stehen.


Das digitale Vermarktungsunternehmen Humble Bundle kündigte einen Fond von 1 Million Dollar an, der genutzt werden soll, um schwarze Entwickler bei der Veröffentlichung ihrer Spiele finanziell zu unterstützen. Die Spendenmarathon-Organisatoren von Games Done Quick haben angekündigt, 2.500 Dollar einer Hilfsorganisation zur Verfügung zu stellen, die sich für den Aufbau der zerstörten Unternehmen und Gebäude direkt rund um den Tatort einsetzen und zudem die Einnahmen aller Abonnements aus dem Monat Juni an die NAACP zu spenden. Auch die Videospiel-Streaming-Platform Twitch setzte sich in einem Statement für mehr Solidarität ein und betonte, dass es nicht sein könne, sich in guten Zeiten über die kreativen Beiträge der schwarzen Community zu erfreuen und zugleich in Zeiten wie diesen still zu sein, während schwarze Personen gerade viel Schmerz erfahren müssen.


Wie gefallen euch die zahlreichen Statements gegen Rassismus und die Solidarität innerhalb der Videospielindustrie? Wir bitten, einen respektvollen Umgangston zu verwenden und freuen uns auf friedliche Diskussionen.


Quelle: Twitter (PlayStation, Xbox, Phil Spencer, Nintendo of America, NintendoVS, Pokémon, NianticLabs, SquareEnixDE, EA Sports, Electronic Arts, MaddenNFL, Minecraft, Ubisoft, Cade Onder / Infinity Ward, Call of Duty, Bandai Namco Entertainment, Capcom, Riot Games 1, 2, Naughty Dog, SEGA, Beteshda Softworks, Humble Bundle, Games Done Quick, Twitch) – Newsbild: © Nintendo

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