LEGO Super Mario-Chefdesigner über Prototypen, verworfene Ideen und Treffen mit Nintendo

  • 14:20 - 06.08.2020
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LEGO Super Mario © The LEGO Group / Nintendo

Mittlerweile lassen sich erste Sets der LEGO Super Mario-Reihe erwerben. Chefdesigner des Projektes bei dem dänischen Unternehmen ist Jonathan Bennink. Dieser hat ein Interview mit unseren Kollegen von Nintendo Life geführt und über die Entstehungsprozesse und die Zusammenarbeit mit dem japanischen Konzern berichtet. Wir haben für euch die interessantesten Aspekte herausgesucht und übersetzt.


  • Nach der Arbeit an LEGO Dimensions fragte LEGO Bennink, ob er an dem Projekt mitarbeiten wolle. Dies war immer ein Traum von ihm.
  • LEGO und Nintendo diskutierten vor Beginn des Projektes über ihre Werte, ihren Blick auf die Welt und mehr. Die Philosophien der Unternehmen ähneln sich, da beide Konzerne ähnliche Zielgruppen erreichen wollen.
  • Jeder Prototyp von Mario wurde zu Nintendo geschickt und vor Ort 6.000 Mal fallen gelassen, um die Qualität zu testen.
  • Zu Beginn des Projektes gab es im Team acht Ideen. So wurden ein Augmented bzw. Virtual Reality- oder ein klassisches Spielset in Betracht gezogen.
  • Eine andere Idee war ein interaktiver 3 x 3-Stein mit einem kleinen Display, der aussieht wie Mario. So etwas hat keines der beiden Unternehmen bisher gesehen, daher bekam es die meisten Stimmen und wurde umgesetzt.
  • Beide Unternehmen fertigten ihre eigenen Prototypen an. Das Ziel: Es muss Spaß machen und die typische Nintendo-DNA beinhalten. Kinder sollen über viele Wochen ihren Spaß mit dem Set haben.
  • Kinder sollen selbst Level bauen, um einerseits eine spaßige Reaktion mit Mario zu erzielen oder um Highscores aufzustellen.
  • Es war eine komplexe Smart Device-App geplant, welche Weltkarten und fertige Level zeigte, die der Spieler mit dem Set lösen sollte. Da dies jedoch die Kreativität der Kinder eingeschränkt hätte, wurde die Idee verworfen. Stattdessen entstand eine simplere App, die lediglich Ideen für neue Level bereitstellt und hilft, mehr Punkte zu erzielen. Als Beispiel nannte Bennink eine Mission, die Bonuspunkte vergibt, wenn man ein Level innerhalb eines begrenzten Zeitraums löst.
  • Viele Kinder wollten ihre Level nicht mehr auseinanderbauen, daher wurde eine simple Fotofunktion integriert, um ihre Kreationen zu teilen und auf ewig zu behalten.
  • LEGO setzt bei dem Mario-Set auf ein modulares Konzept, sodass man bestehende Kreationen behalten und dennoch erweitern kann.
  • Die Idee einer simplen Mario-Figur wurde schnell verworfen, da ein Produkt entstehen sollte, das nur Nintendo und LEGO zusammen kreieren könnten. Die Ideen, wie der kleine Monitor, ließen sich mit der Größe der normalen LEGO-Figuren nicht umsetzen.
  • Das Design der Sets ist ein Mix aus Super Mario Bros. und Super Mario 3D World.
  • Jonathan Bennink hofft auf eine langfristige Zusammenarbeit mit Nintendo für viele weitere Sets. Beide Unternehmen warten zuvor jedoch auf die Reaktionen der Fans.
  • LEGO hält den Preis der Mario-Sets für angemessen, da die Mario-Figur viel Technik beinhaltet.
  • Die ersten zwei Jahre des Projektes wurden fast ausschließlich für die Konzeption genutzt. Die ersten Prototypen stammen aus einem 3D-Drucker und waren sehr simpel. Eine der ersten Ideen nach der Konzeptionsphase war der Gedanke, einen kompletten Bildschirm für das Gesicht von Mario zu verwenden, um möglichst viele Gesichtsausdrücke darzustellen. Das Ganze sah im ausgeschalteten Zustand allerdings aus wie ein Fernseher. Dadurch verlor die Figur viel von ihrem Charme.
  • In einem Workshop in Kyoto entstand das finale Design.
  • Takashi Tezuka war der Chefdesigner des Projektes bei Nintendo. Die Teams haben sich zwei Mal pro Woche per Skype abgesprochen und Ideen ausgetauscht. Vor der COVID-19-Pandemie gab es zudem pro Jahr drei bis vier Workshops entweder in Billund oder Kyoto. Während dieser Zeit sind viele Freundschaften entstanden.
  • Das Team hatte zudem die Ehre, Koji Kondo zu treffen, der für den Sound von LEGO Super Mario verantwortlich ist.
  • Nintendo stellte einige komplett neue Aufnahmen von Charles Martinet, der Stimme von Mario, bereit.
  • Für Jonathan Bennink fühlt sich LEGO Super Mario wie das Magnum Opus seiner Karriere an. Er ist stolz darauf, mit den Schöpfern seiner Kindheitshelden zusammenarbeiten zu dürfen.

Ist auch für euch mit Super Mario in LEGO-Form ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen?

Quellenangabe: Nintendo Life

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