Ehemaliger Präsident von Square Enix über die Wiederaufnahme der Geschäftsbeziehungen mit Nintendo Anfang der 2000er

  • 06:00 - 07.09.2020
  • Industrie
  • Sonstiges
Square Enix © Square Enix Co., Ltd

Um das Jahr 2000 rum war das damalige japanische Unternehmen Square dank des Erfolgs von Final Fantasy VII auf der PlayStation gut aufgestellt. Die Schattenseite dieses Erfolgs war leider, dass das Unternehmen sämtliche Geschäftsbeziehungen zu Nintendo abgebrochen hatte und sogar verboten wurde, mit Nintendo zu arbeiten.


Zu dieser Zeit stieß Yoichi Wada zu Square und wurde 2001 dessen Präsident. Als die Veröffentlichung des Game Boy Advance bevorstand, hatten interne Strategiepapiere auf Entwicklungspläne für dieses neue Nintendo-System hingedeutet. Zunächst ging Wada davon aus, dass es wieder Gespräche zwischen den beiden Konzernen geben würde, was aber nicht der Fall war. Somit musste Wada, wie er auf seiner eigenen Blog-Seite enthüllt hat, einige Schritte einleiten, um die Geschäfte wieder aufleben zu lassen.


Zunächst galt es, den wahren Grund hinter dem Verbot herauszufinden. Wada ermittelte diverse Faktoren: Einerseits war Square eines der Vorzeigeunternehmen der Industrie, Nintendo hingegen hatte ein veralteten Systemen gegenüber Sony, das mit der PlayStation und den Erfahrungen auf dem Musikmarkt damals einen modernen Weg bot. Schließlich sah er das ungeschickte Verhandlungsverhalten einiger Square-Manager und eine sorglose Herangehensweise im Management. Außerdem hatte Wada die Theorie, dass die Beziehung zwischen dem damaligen Präsidenten von Nintendo, Hiroshi Yamauchi und dem Gründer von Square, Masafumi Miyamoto, auch ein Grund für die Funkstille zwischen den beiden Unternehmen sein könnte. Dies konnte er aber nicht beweisen.


Wada erachtete es als richtig, dass Square den ersten Schritt auf Nintendo zugehen sollte. Doch trotz der langen Stille zwischen beiden Unternehmen liefen die Gespräche zunächst recht offen, allerdings stellte Nintendo mit zunehmender Gesprächsdauer immer härtere Forderungen. Zum Beispiel sollte Square ein neues, nummeriertes Final Fantasy-Spiel für den GameCube entwickeln, keine für Sony entwickelten Spiele portieren und die Entwicklung für den GameCube intern priorisieren.


Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten seitens Square rettete Sony durch eine Investition das Unternehmen, weswegen Square zu einer Art Second-Party-Entwickler wurde. Doch nach einigem Hin und Her hat Sony die Anteile an Dritte weiter verkauft. Kurz darauf hat Nintendo Wada auf Fund Q angesprochen, eine Initiative von Yamauchi, um Dritthersteller bei der Finanzierung von Spieleprojekten zu helfen. Die Verbindung wurde gehalten und während eines Geschäftsessen wurde hauptsächlich über den Square-Gründer gesprochen.


Im März 2002 wurde über die erneute Geschäftsbeziehung beider Unternehmen berichtet. Die Geschäftsführung von Sony hatte nichts gegen diese Verbindung, solange Square weiterhin Spiele für die PlayStation entwickeln würde. Damit es zu keinen Konflikten mit der Vereinbarung gegenüber Sony kam, konnte Square kein nummeriertes Final Fantasy auf den GameCube veröffentlichen. Dabei gab es bereits einen Unterschied in Bezug auf die Final Fantasy-Titeln zwischen den altmodischen Spielen wie Final Fantasy IX und den neuen Titel wie Final Fantasy VII. Letzten Endes kam Final Fantasy: Crystal Chronicles für den GameCube zustande, welches laut Wada zur Kategorie von Final Fantasy IX zählt.

Quellenangabe: Twitter (@VGDensetsu)

Teilen

You can't see the news comments? Please report this problem to our support board