Bloomberg-Bericht: Nintendo Switch könnte das Ende des klassischen Konsolenzyklus einläuten

  • 16:00 - 06.10.2020
  • Hardware
  • Nintendo Switch
Nintendo Switch - Lifestyle © Nintendo

Dass Nintendo mit der Nintendo Switch eine sehr erfolgreiche Plattform etabliert hat, hat als Aussage für sich genommen kaum noch einen Nachrichtenwert. Regelmäßig schafft es die Hybridkonsole, neue Verkaufsrekorde aufzustellen und die erfolgreichsten Spiele der Plattform dominieren immer wieder die Verkaufscharts verschiedenster Länder. Bei allem Erfolg stellt sich aber natürlich die Frage, wie Nintendo das Momentum der Nintendo Switch nutzen kann, um sich auch zukünftig gewinnbringend auf dem Markt zu positionieren.


Eine Analyse des Wirtschaftsmagazins Bloomberg, die sich auf verschiedene Quellen beruft, legt Nintendo jetzt einen interessanten Strategiewechsel nahe. Demnach habe Nintendo jetzt die Möglichkeit, den klassischen Konsolenzyklus zu überwinden und die Nintendo Switch als Plattform zu etablieren, die durch regelmäßige Hardware-Updates kontinuierlich erweitert wird. Das Magazin sieht in einem solchen möglichen Ansatz eine Parallele zur Strategie von Apple, das ebenfalls regelmäßig neue iPhone-Modelle auf den Markt bringt, aber an der Plattform iPhone kontinuierlich festhält. Einen klaren Schnitt zwischen verschiedenen Generationen des Modells gibt es dabei nicht, auch ältere Modelle erhalten noch lange nach der Veröffentlichung Systemupdates und aktuelle Software.


Als Grund für ein Umdenken in der Veröffentlichungsstrategie wird insbesondere das hohe Risiko genannt, das mit einem Generationswechsel einhergeht. Als drastisches Beispiel der jüngeren Nintendo-Geschichte wird hierfür der Wechsel von der sehr erfolgreichen Wii-Ära in die Wii U-Ära genannt, in der es dem japanischen Unternehmen trotz einer starken Ausgangsbasis nicht gelang, genügend Käufer für den Nachfolger zu finden. Der Investmentmanager Toan Tran verweist auf die Vorteile, die dieser Ansatz bieten würde:


Zitat

Mit jeder Konsolengeneration wird die Installationsbasis auf Null zurückgesetzt und ihre [Nintendos] Ertragskraft potentiell auch. Sie könnten kontinuierlich eine installierte Basis von, sagen wir, 100 Millionen Konsolen da draußen haben, die sich mit der Zeit einfach weiterbewegt.


Doch bei allen Vorteilen wäre dieser neue Ansatz, wie Bloomberg ebenfalls herausstellt, nicht ohne Risiko. Insbesondere Nintendos Anspruch, durch neue Hardware regelmäßig innovative Produkte und Steuerungsmethoden zu präsentieren, könnte darunter leiden, wenn sich das Unternehmen auf die Nintendo Switch-Plattform festlegt. So wurden Spiele für die Wii beispielsweise oft speziell auf die Bewegungssteuerung ausgelegt und wären in dieser Form auf dem Nintendo GameCube auch nicht spielbar gewesen. Bei einem Veröffentlichungsmodell, das regelmäßig neue Iterationen derselben Hardware-Familie vorsieht, sind solche klaren Brüche aber nicht möglich, da die zuvor veröffentlichten Einheiten weiterhin unterstützt werden müssten.


Sollte Nintendo an der klassischen Konsolenstrategie festhalten, oder denkt ihr, dass sich ein Wechsel hin zur dauerhaften Etablierung der Nintendo Switch lohnen würde?

Quellenangabe: Bloomberg

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