Haben Nintendo-Handhelds eine Zukunft? – Branchenkenner nehmen Stellung

  • 07:00 - 12.10.2020
  • Hardware
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  • Nintendo 3DS
Nintendo 3DS-Familie © Nintendo

Seit der Veröffentlichung der Nintendo Switch ist spürbar gewesen, wie der Spielenachschub für die Geräte der Nintendo 3DS-Familie langsam, aber sicher abgenommen hat, bis es in der zweiten Jahreshälfte 2019 schließlich zum vollständigen Stillstand kam. Vor einem Monat wurde das Ende der Nintendo 3DS-Ära endgültig besiegelt, als Nintendo den Produktionsstopp der Gerätefamilie angekündigt hat.


Damit liegt es nun ganz allein an der Nintendo Switch-Familie an Geräten, den Kyoto-Konzern über Wasser zu halten. Ein dezidierter Handheld-Nachfolger als Ablöse für den Nintendo 3DS wurde immerhin nicht angekündigt, so werden Fans des mobilen Spielens bereits von der Nintendo Switch Lite angesprochen.


Diesen besonderen Zeitpunkt in der Geschichte des Konsolenherstellers nahm gamesindustry.biz zum Anlass, um mit verschiedenen Branchenkennern über die Historie von Nintendo-Handhelds zu sprechen und darüber, ob sie eine Zukunft haben. Wir haben euch die relevanten Aussagen der Experten zusammengefasst.


Perrin Kaplan – ehemals Vice President of Marketing and Corporate Affairs bei Nintendo of America

  • Kaplan glaubt, dass weiterhin eine große Nachfrage besteht und verweist auf die Popularität der Nintendo Switch Lite.
  • „Es gibt einen Markt für Millionen, die ein alleinstehendes Handheld-System lieben. Ich bin auf jeden Fall eine der Millionen. Also, sag niemals nie.“


Jo Bartlett – ehemals Head of Communications and Partnerships bei Nintendo UK

  • Bartlett schätzt Nintendo als undurchschaubar ein und möchte daher keine Option ausschließen. Nintendo habe sich besonders seit der Nintendo DS- und Wii-Zeit von seinen Konkurrenten abgehoben, sagt sie.
  • „Teil der Nintendo-Magie ist es, nie vorhersagen zu können, was es als nächstes tun oder wie es die Fantasie von Spieler/-innen anregen wird. Also, wer weiß schon, was es als nächstes aus dem Ärmel schüttelt?“


Shara Hashemi – Brand Director for International Brand Strategy bei Ubisoft

  • Als Mutter einer siebenjährigen Tochter macht sich Hashemi Gedanken über das mediale Umfeld, in dem ihr Kind aufwächst. Ein günstiger, robuster Handheld mit kindgerechter Software wäre ein guter Schachzug, denkt sie.
  • „Als Mutter eines siebenjährigen Kindes bin ich immer zurückhaltend, wenn es darum geht, meiner Tochter mein iPhone zu überlassen. Ich würde sie viel lieber auf einem Handheld mit ausgewählten Spielen, welche auf sie zugeschnitten sind, spielen lassen. Sie würde die Imagine-Spiele lieben.“
  • Anmerkung unsererseits: Bei der Imagine-Marke handelt es sich um eine Reihe von Edutainment-Spielen von Ubisoft für den Nintendo DS, in denen Spieler/-innen verschiedene Berufe ausüben.


Mat Piscatella – Executive Director für Videospiele der Marktanalysefirma NPD

  • Piscatella meint, dass der Ausgang des Nintendo Switch-Erfolgs noch ungewiss sei, er zweifelt jedoch daran, dass ein dezidierter Handheld auf traditionelle Art und Weise veröffentlicht werden könnte.
  • „Die Technik ist an einem Punkt angekommen, wo es nicht mehr nötig ist, ein mobiles Gerät separat anzubieten, um ein wettbewerbsfähiges Produkt zu haben. Heutige Videospielkonsumenten scheinen Flexibilität zusammen mit stetig neuen Inhalten zu bevorzugen. Also würde ich erwarten, dass andere Lösungen abseits einer dezidierten Handheld-Plattform zu präferieren sind. Dinge ändern sich allerdings.“


Daniel Ahmad – Senior Analyst der Marktanalysefirma Niko Partners

Lisa Hanson – Präsidentin der Marktanalysefirma Niko Partners

  • Auch wenn die Linie an dezidierten Nintendo-Handhelds nach dem Nintendo 3DS zu einem Ende gekommen ist, vermuten Ahmad und Hanson, dass Nintendos Philosophie, Hard- und Software eng miteinander zu verknüpfen, fortbestehen und mobiles Spielen daher auch weiterhin eine Rolle spielen werde. Zumindest werde das Unternehmen fortführen, eine mobile Spielweise anzubieten, halten die Analysten fest.


Für viele weitere Aussagen zur Historie von Nintendo-Handhelds und den vollständigen englischsprachigen Artikel empfehlen wir einen Besuch bei gamesindustry.biz.


Während sich die befragten Branchenkenner im Artikel von gamesindustry.biz eher positiv zu einem neuen Handheld-Gerät äußern, gibt es auch andere Stimmen. Ein aktueller Bloomberg-Bericht etwa legt eine alternative Zukunftsvision für den Kyoto-Konzern nahe. Geht es nach dem Wirtschaftsmagazin, so könnte Nintendo klassische Konsolenzyklen aufgeben und Apples iPhone-Konzept aufgreifen, welches vorsieht, immer wieder stärkere Versionen des gleichen Geräts auf den Markt zu bringen. Näheres dazu findet ihr in unserem Artikel zum Thema.


Was meint ihr? Haben dezidierte Handheld-Geräte eine Zukunft? Oder seid ihr mit dem Hybrid-Konzept vollends glücklich?

Quellenangabe: gamesindustry.biz

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