Leitende Entwickler von Super Mario über wiederkehrende Design-Entscheidungen und Inspirationsquellen für ihre Spiele

  • 19:20 - 21.11.2020
  • Software
  • Nintendo Switch
Shigeru Miyamoto © Nintendo, Bildmontage: © ntower

Ein Klempner mit einer blauen Latzhose, einer roten Mütze und weißen Handschuhen. Die Rede ist hier natürlich von unserem allseits geliebten Nintendo-Maskottchen Mario. Bereits vor wenigen Wochen berichteten wir über ein Interview der Washington Post, in welchem Schöpfer Shigeru Miyamoto, Takeshi Tezuka, Yoshiaki Koizumi und Kenta Motokura über die Vergangenheit und Zukunft des Klempners sprachen. In einem weiteren Interview mit The Guardian offenbarten die führenden Entwickler der erfolgreichen Spielereihe nun ein paar neue Details über getroffene Entscheidungen bezüglich wiederkehrender Designs innerhalb ihrer Spiele und warum diese so wichtig sind.


It's-a me, Mario!


Marios Geschichte als Charakter reicht etwas weiter in die Vergangenheit zurück, als die Veröffentlichung von Super Mario Bros. in Japan am 13. September 1985. Bereits im Jahre 1981 bekam er seinen allerersten Auftritt im überaus erfolgreichen Arcade-Spiel Donkey Kong, wo er versuchte, Pauline aus den Fängen des namensgebenden riesigen Affen zu befreien. Zu diesem Zeitpunkt war unser Lieblingsklempner noch unter dem Namen "Jumpman" bekannt, angelehnt an seine Hauptaktionen im Spiel – Shigeru Miyamotos eigener Name für ihn lautete damals noch "Mr. Video".


Ein eher kurioser Zufall führte letztendlich zur heute bekannten Namensgebung des Superstars, denn einige Mitarbeiter des damals noch aufstrebenden Nintendo of America erkannten eine gewisse Ähnlichkeit zwischen dem fiktiven Charakter sowie ihrem Lagervermieter Mario Segale, sodass sie ihn ab sofort zu Mario umbenannten. In einem weiteren Arcade-Spiel, Mario Bros. aus dem Jahre 1983, feierte man nun endlich das Debüt des italienischen Klempners zusammen mit seinem schlacksigen Bruder Luigi, die bis heute in so gut wie jedem Spiel der Reihe ein fester Bestandteil sind.


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© Nintendo


In den 80er Jahren gab es noch gravierende Einschränkungen in den Möglichkeiten der visuellen Gestaltung von Spielen – in Form von sehr kleinen Pixelrastern sowie einer begrenzten Farbpalette. Dies lässt Rückschlüsse auf das eigentlich simple, aber prägnante Design von Mario zu, so waren eine blaue Latzhose und ein rotes Hemd im Rahmen der technischen Umsetzbarkeit möglich. "Ich habe immer Assets entworfen, die am besten zu den Spielfunktionen passen – das heißt, damit die Spieler sie ohne jede Erklärung verstehen können, ebenso wie die Leute, die in der Zuschauerrolle sind", sagt Miyamoto. So begründet er beispielsweise die Entscheidung, heute gewohnte Elemente wie Schildkröten, Pilze oder Gegenstände mit animierten Augen ins Spiel zu integrieren.


Die immer besser werdende Technik der Konsolen ermöglichte es dem Team der Super Mario-Reihe immer mehr ihre Visionen neuer Spielelemente umzusetzen. Von Super Mario Bros. aus dem Jahr 1985 bis 1996 wurden 2D-Mario-Spiele immer bunter und weitläufiger, auch die Auswahl an Power-ups wurde immer umfangreicher. Angefangen mit dem klassischen Pilz bis hin zu der Feder, die Mario fliegen lässt, wurden von Spiel zu Spiel immer mehr kreative Ideen eingebunden, die das spaßige Gameplay immer mehr erweitern sollten.


Der Sprung in die dritte Dimension


Als bahnbrechender Schritt wird Super Mario 64 vom Nintendo 64 erwähnt, welches zukünftigen Spielen der Reihe mehr Freizügigkeit im Bezug auf die optische und spielerische Qualität bieten sollte. Der Umstieg mit der neuen Technologie in die dreidimensionale Welt war zudem nicht immer leicht, so Yoshiaki Koizumi. So sei es anfangs besonders schwierig gewesen, das Hauptelement des Spiels, das Springen auf Gegner, möglichst präzise umzusetzen. Auch das Herumlaufen in alle Himmelsrichtungen sowie Schwimmen wurde erst nach sehr vielen Versuchen zufriedenstellend perfektioniert. Ein ähnlich schwieriger Schritt machte sich später im Jahre 2007 bemerkbar, als man an der Entwicklung von Super Mario Galaxy für die Wii war. "Es gab zum damaligen Zeitpunkt keine anderen Spiele, in denen man sich mit veränderter Schwerkraft durch den Weltraum bewegen konnte", führte Koizumi an.


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© Nintendo


Marios Designer haben sich im Laufe der Jahre auch von ihren realen Erfahrungen inspirieren lassen. So ist der eigenwillige Schwimmstil von Mario auf Miyamoto zurückzuführen, als dieser während der Entwicklung von Super Mario 64 ein begeisterter Schwimmer war. "Durch Mario wollte ich die Erfahrung eines Helden nachstellen, der von Dach zu Dach springt, wie die Helden, die ich in meiner Kindheit gesehen habe", so Koizumi weiter. Damit spielt er auf das für den Nintendo Gamecube erschienene Super Mario Sunshine an, wo ihr erstmal über die Dächer von Piazza Delfino flitzen durftet. Auch der Dreckweg 08/17 beruht auf dem Spielen im Wasser und die Kühle auf seiner Haut während heißen Sommertagen zu spüren.


Der aktuellste Geniestreich der Super Mario-Reihe, Super Mario Odyssey, stammt hingegen aus der Feder von Kenta Motokura, der auch als Director von Super Mario 3D World fungierte. Dieser nahm die Idee, viele verschiedene Königreiche im Spiel zu bereisen, aus seinem persönlichen Lieblings-Mario-Spiel: Super Mario Bros 3. Eine Weltreise sollte im Fokus stehen, sodass sich einige Orte im Spiel an realen Gegebenheiten orientieren – wie zum Beispiel Mexiko oder New York.


Welches ist bisher euer liebstes Super Mario-Spiel und warum?

Quellenangabe: TheGuardian

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