Leitende Entwickler sprechen über die Entstehung von Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung und über die Zukunft von Zelda-Spin-offs

  • 20:40 - 21.11.2020
  • Software
  • Nintendo Switch
Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung - Zelda © Nintendo / Koei Tecmo Games Co., Ltd.

Mit Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung erschien am vergangenen Freitag das neueste Spin-off der The Legend of Zelda-Reihe und Nintendos letzter großer Knüller für das Jahr 2020, nachdem es überraschend und kurzfristig Ende August für die Nintendo Switch angekündigt wurde. Während Zelda-Fans derzeit erleben, was sich vor 100 Jahren im Hyrule von Breath of the Wild zugetragen hat, haben verschiedene Media-Outlets die Veröffentlichung des Spiels zum Anlass genommen, um mit den leitenden Entwicklern hinter Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung zu sprechen. So liegen uns Interviews von IGN und Game Informer vor, denen wir einige interessante Aussagen von Serien-Producer Eiji Aonuma, Producer Yosuke Hayashi und Director Ryouta Matsushita entnehmen können. Wir haben die wichtigsten Informationen für euch zusammengefasst.



Nintendo hat keine konkrete Planung für Zelda-Spin-offs


Aus dem Gespräch mit IGN geht hervor, dass sich Nintendo nicht festlegen möchte, ob oder wann weitere Zelda-Spin-offs wie Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung erscheinen werden. „Ich denke, die richtigen Umstände könnten wieder zusammenkommen, aber ich glaube nicht, dass wir hierbei von einer Serie ausgehen“, sagt Herr Aonuma. Weitere Ableger würden demnach davon abhängen, ob das Team einen kreativen Vorzug darin erkenne – einer, der alle Fans zufrieden stimme, ergänzt Herr Hayashi.


Auch abseits von Hyrule Warriors dürften wir uns nicht auf mehr Zelda-Spin-offs einstellen. Wie Herr Aonuma erklärt, sei Nintendo stets auf der Suche nach vielversprechenden Projekten, allerdings müssten viele verschiedene Faktoren stimmen, damit diese Projekte entstehen können. Daher schätzt es Herr Aonuma als schwierig ein, die Regelmäßigkeit von Spin-offs bewusst zu kontrollieren. Bei Nintendo steht es immer noch an erster Stelle, eine überzeugende Idee zu haben.


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© Nintendo / Koei Tecmo Games Co., Ltd.


Breath of the Wild-Director brachte die Initialzündung


Schon zur Ankündigung von Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung hörten wir die vermeintliche Entstehungsgeschichte des Spiels. Demnach soll Herr Aonuma an das Team von Koei Tecmo herangetreten sein und das Konzept vorgeschlagen haben. Dabei scheint es sich aber nur um die halbe Wahrheit gehandelt zu haben. Wie nun verraten wurde, war es tatsächlich Hidemaro Fujibayashi, Director von Breath of the Wild, der die Idee hatte, den Konflikt mit der Verheerung Ganon in einem eigenen Spiel zu erzählen und dabei das Warriors-Gameplay zu nutzen. Herrn Fujibayashis Enthusiasmus habe Herrn Aonuma schließlich überzeugt, sich bei Herrn Hayashi und dem Team bei Koei Tecmo zu melden.


Auf Seiten von Koei Tecmo hingegen sei man bereits am überlegen gewesen, wie es mit Hyrule Warriors weitergehen könnte, erzählt Herr Hayashi. Das Team sei allerdings zu keinen guten Ideen gekommen, bis sie dann der Vorschlag von Herrn Aonuma erreichte. Die Entwickler zeigten sich begeistert, die Vorgeschichte von Breath of the Wild zu erzählen und so war die Basis für das Projekt schnell geschaffen.


Enge Zusammenarbeit


Anders als beim ersten Hyrule Warriors-Titel konnten das Zelda-Team bei Nintendo dieses Mal eng mit den Entwicklern bei Koei Tecmo zusammenarbeiten. Während die allgemeine Planung des Projekts auf Nintendo zurückzuführen sei, hätten sich die Teams bei der Entwicklung gegenseitig unterstützt. Das Zelda-Team habe etwa sein Knowhow in Sachen Design, Story und Optik ins Spiel gebracht, hingegen habe Koei Tecmo das Warriors-Gameplay an die Welt von Breath of the Wild angepasst. Herr Matsushita erklärt, man habe alle kreativen Entscheidungen vom Zelda-Team überprüfen lassen, wodurch neue Ideen und hilfreiches Feedback zustande gekommen seien.


Vom Vorgänger konnten beide Teams viel lernen. Laut Herrn Hayashi habe man beim ersten Spiel jede Menge Trial-and-Error betreiben müssen, bis man bei einem überzeugenden Konzept angekommen sei. Dies sei nun nicht mehr nötig gewesen, sodass man sich darauf fokussieren konnte, die Spielqualität zu verbessern. Mit der Verheerung im Fokus habe das Team sofort gewusst, welche Mechaniken ins Spiel sollten, meint Herr Matsushita. Eine neue Herausforderung sei es laut Herrn Aonuma allerdings gewesen, die offene Welt von Breath of the Wild in ein Warriors-Spiel zu implementieren. Anstatt die Levelstruktur des Spiels zu verändern, habe man sich allerdings darauf konzentriert, Umgebungen vertikaler zu gestalten. Damit soll Spielern das Gefühl einer weitreichenden Welt gegeben werden.


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© Nintendo / Koei Tecmo Games Co., Ltd.


Der Ton macht die Musik


Nintendos Musikabteilung sei von Koei Tecmos wagemutigen Kompositionen für das erste Hyrule Warriors überrascht gewesen, sagt der langjährige Serien-Producer. In Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung sei die Abweichung im Musikstil nicht so offensichtlich wie im ersten Titel, jedoch seien die Musikstücke ausgezeichnet an die Situationen im Spiel angepasst worden. Eine der für Herrn Aonuma ansprechendsten Dinge ist es, die Unterschiede zwischen dem Original und dem neuen Arrangement herauszuhören.


Das Konzept für die Musik sei in diesem Ableger völlig anders gewesen als im vorherigen, erklärt Herr Hayashi. Die Musik dieses Spiels sei mit der Vorstellung kreiert worden, dass es sich um ein „Breath of the Wild Warriors“ handle und nicht um ein „Hyrule Warriors 2“. Man habe demnach versucht, die Musikstücke neu zu arrangieren und gleichzeitig das „Breath of the Wild“-Gefühl aufrechtzuerhalten.


Mit anderen Augen


Herr Aonuma rät allen Spielern von Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung, anschließend (erneut) in das Abenteuer von The Legend of Zelda: Breath of the Wild einzutauchen. „Ich denke, die Emotionen, die man mit Link assoziiert, werden gleich von der ersten Szene an anders sein als zuvor“, sagt der führende Kopf der Zelda-Serie.


Wie sind eure Eindrücke von Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung? Wünscht ihr euch mehr Zelda-Spin-offs?

Quellenangabe: IGN, Game Informer

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