Europäische Union sanktioniert mehrere Videospieleverlage wegen Geoblocking-Praktiken

  • 10:20 - 29.01.2021
  • Industrie
  • Sonstiges
Steam © Valve

Es ist nicht unüblich, dass digitale Güter in unterschiedlichen Regionen verschiedene Preise haben. Das liegt oft an der jeweiligen Wirtschaftskraft und dem Durchschnittseinkommen der Bevölkerung. Es gibt jedoch diverse Optionen, um die Region digital zu wechseln und auf die günstigeren Preise zuzugreifen. Die Videospielindustrie, allen voran Valve, bekannt für die Plattform Steam, wehrt sich jedoch strikt gegen solche Mittel und Wege. Nun hat sich die Europäische Kommission diesem Fall angenommen, um zu überprüfen, ob das Geoblocking mit EU-Recht vereinbar ist. Insgesamt sechs Unternehmen wurden überprüft. Neben Valve mussten sich Bandai Namco, Capcom, Focus Home, Koch Media und ZeniMax erklären. Geoblocking-Praktiken innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums wurden nun als nicht rechtens eingestuft, alle sechs Unternehmen wurden mit Geldbußen belegt. Fünf der sechs Unternehmen haben mit der Kartellbehörde zusammengearbeitet und erhielten dadurch eine Ermäßigung ihrer Strafe. So muss Bandai Namco 340.000,00 Euro zahlen, Capcom 396.000,00 Euro, Focus Home 2.888.000,00 Euro, Koch Media 977.000,00 Euro und ZeniMax 1.664.000 Euro. Valve hat sich geweigert, mit den Behörden zusammenzuarbeiten und erhielt deswegen keine Ermäßigung und muss die vollen 1.624.000,00 Euro zahlen. Insgesamt fielen Geldbußen in Höhe von 7,8 Millionen Euro an. Die für Wettbewerbspolitik zuständige Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Margrethe Vestager, erklärte dazu:


Zitat

Mehr als die Hälfte aller Menschen in Europa spielen Videospiele. Die Videospielbranche in Europa floriert und hat mittlerweile ein Marktvolumen von mehr als 17 Mrd. EUR. Die heute wegen der Geoblocking-Praktiken von Valve und fünf PC-Videospieleverlagen verhängten Geldbußen dienen als Erinnerung daran, dass es den Unternehmen nach dem EU-Wettbewerbsrecht untersagt ist, den grenzüberschreitenden Verkauf vertraglich zu beschränken. Denn solche Praktiken verhindern, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa die Vorteile des digitalen Binnenmarktes nutzen und sich in der gesamten EU das beste Angebot aussuchen können.


Die volle Pressemitteilung mit allen rechtlichen Details könnt ihr hier finden.


Habt ihr schon einmal Spiele aus ausländischen digitalen Stores erworben?

Quellenangabe: Europäische Union

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