Pokemonas abra und kadabra: Wissenschaftler benennen neu entdeckte Bakterien nach Taschenmonstern

  • 06:00 - 15.05.2021
  • Nerdkultur
Pokemonas kadabra © Marcel Dominik Solbach

Forscher der Universität zu Köln haben bei der Untersuchung von Amöben, welche als gestaltwandlerische Einzeller mit Scheinfüßchen beschrieben werden können, neue Bakterien der Ordnung Legionellales entdeckt, die möglicherweise pathogen, sprich krankheitserregend, sind. Wieso wir euch davon berichten? Keine Sorge, wir haben unseren Tellerrand-/Nerdkultur-Bereich nicht bis in die Naturwissenschaften ausgedehnt, vielmehr ist der Name aufgrund der Lebensweise dieser neuen Bakteriengattung von Interesse, die nach Pokémon benannt wurden:


Zitat von Universität zu Köln

Die Forscher:innen haben einer der von ihnen entdeckten Gattungen von Bakterien den Namen „Pokemonas“ gegeben. Der Gattungsname „Pokemonas“ ist ein Wortspiel basierend auf dem Videospiel-Franchise „Pokémon“, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feiert und wohl den meisten Schüler:innen, Studierenden und deren Eltern etwas sagen dürfte. Der Name spielt auf den intrazellulären Lebensstil der Bakterien in den ballförmigen Thecofilosea-Amöben an, denn in den Spielen der „Pokémon“-Reihe werden kleine Monster in Bällen gefangen, ganz ähnlich wie „Pokemonas“ in den Thecofilosea.


Innerhalb der neuen Pokemonas-Arten wird zwischen Pokemonas abra und Pokemonas kadabra unterschieden, natürlich benannt nach dem Pokémon Abra und seiner Weiterentwicklung Kadabra. Ein Bild der rot gefärbten Pokemonas kadabra, die einer FISH = Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (mit fluoreszierendem Farbstoff) unterzogen wurden und unter dem Lichtmikroskop veranschaulicht wurden, könnt ihr euch hier ansehen:


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© Marcel Dominik Solbach


Nicht zum ersten Mal berichten wir über das Psycho-Pokémon der ersten Generation, denn bereits vor ein paar Monaten war Kadabra in Verbindung mit Zauberkünstler Uri Geller in den Schlagzeilen. Nachfolgend könnt ihr euch eine Illustration des Wissenschaftlers Marcel Dominik Solbach ansehen, die zeigt, wie die neu entdeckten kadabra-Bakterien die Pokéball-förmigen Amöben als Wirt nutzen, um sich darin als intrazelluläre Parasiten zu vermehren:


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© Marcel Dominik Solbach


Wenn nun euer schlummerndes Interesse für die Naturwissenschaften geweckt wurde, dann lest euch gerne eine ausführlichere deutsche Beschreibung der neuen Pokemonas-Bakterien auf der Webseite der Universität zu Köln durch oder besucht die etwas anspruchsvollere wissenschaftliche Original-Publikation in englischer Sprache.


Habt ihr übrigens gewusst, dass auch der 150 Millionen Jahre alte und in Deutschland gefundene Flugsaurier Aerodactylus nach dem Pokémon Aerodactyl benannt wurde?

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