Kampf gegen Videospielsucht: China schränkt Online-Spielzeit für Minderjährige stark ein

  • 17:40 - 31.08.2021
  • Nerdkultur
Xbox Cloud Gaming © Microsoft

Wie viele Stunden zockt ihr pro Woche? Diese Frage haben wir in unserer Sonntags-Umfrage vor zwei Tagen gestellt: 20 % von euch spielen bis zu 21 Stunden pro Woche (2-3 Stunden pro Tag), 10 % spielen sogar über 35 Stunden wöchentlich (bzw. mehr als 5 Stunden täglich).


Hierzulande sind Eltern für die Spielzeit ihrer Kinder verantwortlich, doch wer in China aufwächst, muss mit starken Einschränkungen der Online-Spielzeit leben: Bislang galt für unter 18-Jährige ein Limit von 1,5 Stunden pro Wochentag und ein Online-Spielverbot zwischen 22 Uhr und 8 Uhr morgens. Diese Regelungen seien jedoch noch immer zu milde, zumindest wenn es nach der chinesischen Regierung geht: Durch ein neues Gesetz werden Kinder und Jugendliche zukünftig meist nur noch bis zu 3 Stunden pro Woche online spielen können, nämlich lediglich jeweils von 20 bis 21 Uhr an Wochenenden und Feiertagen. Lediglich in den Ferien darf täglich eine Stunde online gezockt werden, was bis zu 7 Stunden in der Woche entspricht.


Die Gründe für die strikten Verbote und Restriktionen sind die besonders am Computer und bei Smartphones in China weit verbreitete Online-Spielsucht und die einhergehenden Folgen wie Bewegungsmangel, Einschränkungen des Sehvermögens, Verlust der Kontrolle des Geldes, Leistungsabfall in der Schule und Schlafmangel bei jungen Leuten. Spieleanbieter werden zukünftig dazu verpflichtet, ein vorgegebenes System zu integrieren, das Klarnamen erfordert und den Ausweis kontrolliert sowie Umgehungen der Regelungen möglichst gut verhindert. Bereits seit Längerem dürfen Minderjährige zudem maximal 400 Yuan (52 Euro) pro Monat für Inhalte in Videospielen ausgeben. Offline-Spiele dürften von den neuen Maßnahmen nicht betroffen sein.


Das unter anderem für MMORPGS bekannte Interunternehmen Tencent, das auch als Nintendos Vertriebspartner für die Nintendo Switch in China fungiert, hat nach der Ankündigung der Verschärfung ein Aktienkurs-Minus von 3,6 Prozent erlitten. Während einige chinesische Eltern, Lehrer, Ärzte und sogar manche Spieleanbieter wie Tencent die neuen „Anti-Sucht-Maßnahmen“ befürworten, gibt es auch viele Kritiker, die sich in ihren Freiheitsrechten eingeschränkt fühlen. Besonders für die eSports-Szene ist dies ein großer Rückschlag, schließlich sind viele der besten und erfolgreichsten chineschen eSportler sehr jung oder haben in frühen Jahren angefangen und oft studenlang täglich trainiert.


Was sagt ihr zu den strikten Videospielsucht-Maßnahmen in China?

Teilen

Weitere News

  • Newsbild zu Storytelling in Videospielen
    Spezial
    12:00 - 25.05.2022 - Nerdkultur

    Storytelling in Videospielen

    • 13
    • Herz 5
    • Sonstiges
  • Newsbild zu Besondere Enton-Figur in chinesischen KFC-Filialen für Kinder erhältlich
    05:00 - 25.05.2022 - Nerdkultur

    Besondere Enton-Figur in chinesischen KFC-Filialen für Kinder erhältlich

    • 5
    • Haha 6
  • Newsbild zu Metro 2033 in unserer Comic-Rezension – Kann die Comicumsetzung des Bestsellers begeistern?
    Nerdkultur
    21:00 - 24.05.2022 - Nerdkultur

    Metro 2033 in unserer Comic-Rezension – Kann die Comicumsetzung des Bestsellers begeistern?

    • 0
    • Yeah! 3

You can't see the news comments? Please report this problem to our support board

Zurück zur Startseite