FIFAs Lootboxen: Niederländisches Gericht hebt Entscheidung auf – Geldstrafe für EA entfällt

  • 16:00 - 13.03.2022
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FIFA 22 © Electronic Arts

Wir berichteten bereits im Oktober 2020 über das Urteil eines niederländischen Gerichts, dass der Publisher Electronic Arts Geldstrafen in Millionenhöhe zahlen müsse, sollte er weiterhin Lootboxen in FIFA implementiert haben. Der Rechtsstreit bestand zwischen der Netherlands Gaming Authority und EA. Nun sind knapp 1,5 Jahre vergangen und EA zahlte weder die Geldstrafe, noch entfernten man in den Niederlanden jegliches Lootbox-System aus ihrem Fußball-Titel.


Das Gericht im niederländischen Den Haag entschied 2020, dass die Gaming Authority den Publisher für eine halbe Millionen Euro pro Woche abstrafen könne, sollten weiterhin Lootboxen in FIFA Ultimate Team enthalten sein. Die maximal zu zahlende Strafe dürfe 10 Millionen Euro aber nicht überschreiten. Diese Boosterpacks wurden nämlich als Verletzung des Glücksspielgesetzes gesehen.


Alles Definitionssache – zugunsten von EA


Nun hat die niederländische Abteilung für Verwaltungsgerichtsbarkeit des Staatsrats entschieden, dass der Entscheid aus 2020 eine „ungerechtfertigte Strafe“ darstellte und EA kein Geld mehr zahlen müsse. Grund dafür ist die immer wiederkehrende Debatte, ob Lootboxen in Videospielen unter die Definition eines Glücksspiels fallen oder nicht. Zwar ist die neue Entscheidung keine Bewertung darüber, ob die Definition nun auf die Boosterpacks greift, sondern eher, ob EA eine Glücksspiellizenz vorweisen müsse. Laut niederländischem Glücksspielgesetz ist jedoch nur dann eine solche erforderlich, wenn das Glücksspiel als eigenständiges Produkt vorliegt und die Funktion das zentrale Setting des Spiels darstellt. Die Eigenschaft liegt beispielsweise bei Glücksspielautomaten vor – Lootboxen in FIFA sind jedoch optional und eher eine Randerscheinung im Modus FIFA Ultimate Team (FUT).


Im Urteil aus 2020 wurde entschieden, EA müsse eine solche Lizenz vorweisen, da die Lootboxen in FUT bis dato als Glücksspiel definiert worden waren. Mit einer neuen Herangehensweise für diesen Fall greift das Glücksspielgesetz aber nun doch nicht mehr. Das aktuelle Urteil besagt nämlich, die Boosterpacks in FIFA Ultimate Team stellten kein isoliertes Spiel dar, sondern werden als Teil eines „umfassenderen Spiel des Skills“ gesehen. Dieses „Spiel des Skills“ ist der gesamte Modus des Ultimate Teams in FIFA. Das Urteil besagt:

Zitat

„Zwar können Boosterpacks nicht während des Spielens von Matches und Quests geöffnet werden können, aber im selben FUT-Modus“, so das Urteil. „Trotz der Tatsache, dass die Packs getrennt vom Match oder der Aufgabe im Spiel geöffnet werden, macht dieser Umstand sie nicht zu einem separaten Spiel.“


„Da es sich bei den Packs nicht um ein eigenständiges Spiel handelt, sind sie kein Glücksspiel und benötigen keine Lizenz. Daher hat der Publisher nicht gegen das Wett- und Glücksspielgesetz verstoßen und die Glücksspielbehörde hätte dem Herausgeber kein Zwangsgeld auferlegen dürfen.

Dies ist nicht das erste Urteil, das in die Hände des Publishers spielt. Erst letztes Jahr gab es bereits eine Sammelklage wegen Lootboxen in diversen Sportspielen von EA. In dieser Klage wurde behauptet, EA würde gezielt und absichtlich Schwierigkeitsgrade anpassen. Damit sollte erzielt worden sein, dass Spielerinnen und Spieler eher Ultimate Team-Boosterpacks kauften, um ihre Gewinnchancen zu erhöhen. Nachdem Zugang zu den detaillierten technischen Informationen des Spiels und dessen Ingenieurinnen und Ingenieuren gewährt wurde, hatte das Gericht diese Klage fallengelassen. Es wurden Beweise vorgelegt, die belegen, dass keine dynamische Anpassung des Schwierigkeitsgrades verwendet wurde.


Was haltet ihr von dem Entscheid? Sollten Lootboxen in Videospielen stärker unter die Lupe genommen werden?

Quellenangabe: VGC

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