Der Game Boy Micro war für Reggie zum Scheitern verurteilt

  • 19:40 - 04.05.2022
  • Hardware
  • Game Boy Advance
Game Boy Micro © Nintendo

Reggie Fils-Aimé – bis 2019 als Präsident von Nintendo of America aktiv gewesen – hat in dieser Woche sein erstes eigenes Buch veröffentlicht, welches als Ratgeber für angehende Manager fungiert, gleichzeitig aber auch zahlreiche Anekdoten von seiner Zeit bei Nintendo beinhaltet. Wegen seines Buches und wegen der vielen Interviews, die er zu Werbezwecken gibt, erreicht uns derzeit eine regelrechte Flut an Geschichten aus der Laufbahn des nahbaren Regginators. In diesem Artikel behandeln wir eine weitere davon.


Es ist das Jahr 2005. Mit dem Nintendo DS hat das Unternehmen ein Jahr zuvor die nächste Generation an Handheld-Konsolen begonnen. Laut Reggie habe sich Nintendo of America zu dieser Zeit bereits darauf eingestellt, den Game Boy Advance aufgrund sinkender Verkaufszahlen auslaufen zu lassen und den übriggebliebenen Bestand zum aktuellen Black Friday loszuwerden. Immerhin habe man seine Aufmerksamkeit auf den frisch erschienenen Nintendo DS richten wollen.


Dann aber sei alles anders gekommen. Anfang 2005 habe Reggie in Erfahrung bringen können, in Japan würde an einem kompakteren Game Boy Advance-Modell gearbeitet werden. Anders als Mitarbeiter mit einer engen Beziehung zum Hauptquartier wäre er allerdings nicht früh genug über die neue Hardware informiert worden. „Aus meiner Sicht war das Konzept vom Game Boy Micro eine Todgeburt“, schreibt Reggie in seinem Buch und verweist auf die konträr zu damaligen Trends winzigen Dimensionen von Gerät und Bildschirm.


Situation wie diese seien durch das isolierte Denken innerhalb des Unternehmens zu der damaligen Zeit zustande gekommen. „Aber die Entwicklung der Hardware war weitergegangen und so waren wir dazu gezwungen, das System herauszubringen“, ärgert sich Reggie. Seinen Kollegen habe er damals gesagt, man hätte schon viel früher darüber sprechen müssen und zum Schluss finden müssen, dass dieses Produkt ungeeignet für den nordamerikanischen Markt ist und dort nicht eingeführt oder gleich global auf Eis gelegt werden sollte.


Reggie sei nicht darauf aus gewesen, seine Kollegen zurechtzuweisen, sondern gemeinsam festzustellen, dass man abgeschottet voneinander agiere und dies Nintendo of America uneffektiv mache, wenn es darauf ankommt, Projekte aus Japan zu managen. Reggie sollte recht behalten, denn auch vier Monate nach seinem Launch konnten nur weniger als 2 Millionen Einheiten des Game Boy Micro verkauft werden. Diesen Fall habe er anschließend als Lehrbeispiel benutzt, um als Präsident von Nintendo of America mehr Transparenz und Kommunikation in die Führungsetage zu bringen.


Mehr Geschichten von Reggie findet ihr in unseren vorangegangenen Artikeln:


Besitzt ihr einen Game Boy Micro? Was ist eure Meinung zum winzigen Nintendo-Handheld?

Quellenangabe: VGC

Teilen

Weitere News

  • Newsbild zu Steam: Neueste Beta-Version unterstützt Joy-Con-Controller
    20:00 - 06.08.2022 - Hardware

    Steam: Neueste Beta-Version unterstützt Joy-Con-Controller

    • 9
    • Yeah! 5
    • Nintendo Switch
  • Newsbild zu Nintendo plant bis März 2023 keine neue Hardware zu veröffentlichen
    Gerücht
    05:00 - 05.08.2022 - Hardware

    Nintendo plant bis März 2023 keine neue Hardware zu veröffentlichen

    • 48
    • Yeah! 14
    • Nintendo Switch
  • Newsbild zu Nintendo Switch hat sich bislang 111 Millionen Mal verkauft
    10:10 - 03.08.2022 - Hardware

    Nintendo Switch hat sich bislang 111 Millionen Mal verkauft

    • 24
    • Yeah! 14
    • Nintendo Switch

You can't see the news comments? Please report this problem to our support board

Zurück zur Startseite