Unser Test zum Spiel: Dr. Luigi

Ich gehöre zu den Menschen, die einen Arztbesuch so lange wie möglich hinauszögern. Allerdings liegt das nicht etwa an einer Angst vor Spritzen oder weißen Kitteln, sondern einfach an meiner Bequemlichkeit und vor allem der Unlust, stundenlang in einem Wartezimmer zu hocken, bis sich der Arzt bequemt, mich in das Behandlungszimmer rufen zu lassen. Und selbst Mediziner zu werden stand bei mir nie zur Debatte, denn für ein entsprechendes Studium wäre ich sowieso viel zu faul. In Dr. Luigi kann ich nun aber doch noch böse Bakterien bekämpfen und für Gesundheit sorgen.


Im Modus Luigi-Fieber haben die Pillen eine L-Anordnung, um dem neuen Doktor Rechnung zu tragen.

Dabei ist das Spielprinzip in allen vier verschiedenen Modi dasselbe: Dr. Luigi wirft Pillen in ein Glas voller Bakterien. Diese Pillen bzw. Kapseln haben unterschiedliche Farben, die den Bakterien entsprechen. Nun müsst ihr mithilfe der Pillen drei gleichfarbige Einheiten über, neben oder unter einer Bazille platzieren, um diese zum Platzen zu bringen. Ich spreche absichtlich von Einheiten und nicht direkt von den Pillen, da diese auch mehrfarbig sein können und eben quasi in zwei bis vier Einheiten aufgeteilt sind. Wurden alle Bakterien im Glas vernichtet, ist das Level gewonnen und es geht weiter ins nächste.

Dabei ist Retro-Fieber der klassischste Modus in Dr. Luigi. Darin spielt sich der Download-Titel wie auch schon sein Vorgänger Dr. Mario. Kapseln weisen nämlich lediglich zwei Einheiten auf und die Steuerung erfolgt über die Knöpfe des GamePads bzw. einer Wiimote oder eines Pro Controllers. Luigi-Fieber wiederum ist ein Modus, den es so nur in Dr. Luigi gibt. Die Pillen haben dabei eine L-Anordnung und weisen damit vier Einheiten auf. Da es sich im Grunde um zwei aneinandergelegte Kapseln handelt, bleiben diese nicht zusammenhängen, sondern trennen sich, sobald sie irgendwo aufliegen. Es ist also deutlich mehr Taktik und vorausschauendes Spielen gefragt, wenn ihr auf dem höchsten von drei Schwierigkeitsgraden gewinnen wollt.

Den beiden eben erklärten Modi ist gemein, dass sie sich in drei verschiedenen Variationen spielen lassen. So könnt ihr ganz klassisch alleine spielen und vor dem Spielstart diverse Einstellungen anpassen: die anfängliche Füllhöhe im Glas, die Fallgeschwindigkeit der Pillen und die Musik. Dies gibt es auch, wenn ihr gegen einen CPU-Gegner spielen wollt, allerdings könnt ihr dann zusätzlich noch dessen Füllhöhe als auch seine Schwierigkeit festlegen. Somit schaffen es auch Anfänger, gegen die KI zu bestehen, und Profis machen es sich schwerer, indem sie mehr Bakterien auslöschen müssen als ihr computergesteuerter Kontrahent.

Wählt ihr Blitz, lautet eure Aufgabe, schneller als die CPU die leuchtenden Krankheitserreger zu beseitigen. Alle anderen Bakterien sind lediglich Kollateralschäden oder einfach im Weg, sodass ihr schnell als auch bedacht agieren müsst, um an die leuchtenden Bazillen heranzukommen. Landet ihr in einem Spiel gegen den Computer eine Kombo, also löscht mindestens zwei Bakterien direkt hintereinander aus, fallen beim Gegner statt einer weiteren Pille zwei Einheiten aufs Spielfeld. Die Farben und Positionen dieser Einheiten sind dabei vom Zufall bestimmt. Gelingt aber eurem Gegner eine Kombo, landen diese Teile bei euch. Wie nervig das sein kann, wird im späteren Verlauf des Reviews noch näher erläutert.

Vorher möchte ich nämlich noch auf den Modus Bazillenjagd eingehen. Dieser wird ausschließlich auf dem GamePad und über den Touchscreen gespielt. Ihr packt also den Stylus oder euren Finger aus und schiebt die fallenden Pillen dann über den Bildschirm an genau die Stelle, an der ihr sie haben wollt. Wie auch schon in Retro-Fieber und Luigi-Fieber könnt ihr vor dem Spielstart selbst bestimmen, wie schwer ihr es euch machen wollt. Bazillenjagd kann allerdings lediglich alleine gespielt werden, die anderen beiden Modi gegen einen weiteren menschlichen Mitspieler. So wählt ihr den lokalen 2-Spieler-Modus direkt aus dem jeweiligen Spiel heraus an.

Solltet ihr aber niemanden daheim haben und ist eure Katze nicht gut genug, dann könnt ihr den Online-Modus von Dr. Luigi aufsuchen und gegen Spieler auf der ganzen Welt antreten. Aber auch hier gilt, dass nur zwei Spieler gegeneinander spielen können. Das ist extrem schade. Außerdem machte mir hier die Regelung mit den herunterfallenden Einheiten nach einer Kombo schwer zu schaffen. Wenn ihr gegen einen guten Spieler antretet, könnt ihr euch fast schon nach den ersten paar Sekunden darauf einstellen zu verlieren. Denn schneller als ihr schauen könnt, hat eure Gegenüber eine Kombo hingelegt. Das Fiese in diesem Fall ist, dass die danach bei euch auftauchenden Einheiten nicht nur absolut ungünstig landen können, sondern ihr währenddessen auch nichts machen könnt, weil ihr warten müsst, bis sie gelandet sind. Ihr habt also gleich zwei Nachteile: euer Gegner kann in der Zwischenzeit weitere Kapseln landen (die vielleicht kurz darauf eine weitere Kombo auslösen) und euer Spielfeld wird eingesaut.

Jenseits der Möglichkeit, gegen Fremde anzutreten, könnt ihr auch ein eigenes Spiel eröffnen, dem dann nur Spieler aus eurer Freundesliste beitreten können. Doch ganz egal, gegen wen ihr spielt oder ob lokal oder online, das Kombo-System nervt mich unheimlich. Wenn es wenigstens die Möglichkeit geben würde, dieses auszustellen, aber Pustekuchen. Dabei wäre ein Duell ohne dieses Belohnungs/Bestrafungssystem in meinen Augen viel spannender, da es dann wirklich nur noch auf Skill und taktisches Spielen ankommen würde.

Übrigens kommt in Dr. Luigi das aus Mario Kart bekannte Punktesystem zum Einsatz. Ihr startet also mit 5.000 Punkten und je nach Sieg oder Niederlage erhöht bzw. verringert sich euer Punktestand, anhand dessen ihr in einer Online-Liste platziert werdet. Highscores gibt es auch für die anderen Modi. Hier bekommt ihr dann unter anderem angezeigt, wie viele Viren ihr ausgelöscht, welches Level ihr erreicht und wie hoch eure Höchstpunktzahl ist.


Besonders viel Spaß macht Dr. Luigi gegen einen menschlichen Gegner. Hier müssen die leuchtenden Viren erwischt werden.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Pascal Hartmann

Technisch absolut sauber und mit witzigen, aber zu wenigen Musikstücken ausgestattet, ist Dr. Luigi auch im Gameplay ein an sich gutes und vor allem spaßiges Spiel. Die drei verschiedenen Modi inklusive der Blitz-Variante sind so abwechslungsreich, wie es diesem Spiel wahrscheinlich möglich ist. Dank der Highscores kehrte ich immer wieder zurück ins Spiel, um meine Punktzahlen zu verbessern. Dass aber lediglich zwei Spieler gegeneinander antreten können – ob lokal oder online - ist mir absolut unverständlich. Spielt ihr zu zweit oder gegen den Computer, können die nach einer Kombo ausgelösten fallenden Einheiten schnell für Frust sorgen. Ich kann nachvollziehen, dass auf diese Weise mehr Schadenfreude erzeugt werden soll (denn natürlich freut man sich, wenn der Gegner zugebombt wird), aber dann hätte Nintendo das auch optional machen können. Gegen starke Gegner sieht man mit diesem Spielelement so gut wie kein Land und ich hätte viel lieber faire Duelle gespielt, in denen eben der Skill über die gesamte Partie hinweg entscheidet, und man nicht nach fünf Sekunden das GamePad aus der Hand legen kann, weil man einen Kampf gegen Windmühlen vor sich hat. Das ist aber eine recht subjektive Einschätzung und kann selbstverständlich von jedem anders gesehen werden.

Die durchschnittliche Leserwertung

6 User haben bereits bewertet

Kommentare 8

  • GameCubeBoy007

    Turmbaron

    Ist ja alles ganz nett, aber ich finde für so ein Spiel hat NIntendo den Preis viel zu hoch gesetzt.

  • Thomas117

    Im Grunde ist es doch nur ein Match 2 or 3 Puzzler...mit viel zu hohem Preis.

  • gameonion

    Ich zocke es sehr gerne! Macht übel süchtig. :)

  • HorrorKid

    Turmheld

    Anstatt den Nutzern das tolle Spielprinzip schmackhaft zu machen, schreckt man mal wieder mit einem zu hohen Preis ab..und ein paar Musikstücke mehr hätte man doch auch ohne große Verluste reinbringen können. Auch wenn es sich trotzdem lohnen würde, ich bin mir sicher Nintendo hätte das auch anders regeln können.

  • michaelsky22

    Turmheld

    also ich finde das game richtig klasse gehmacht wert auf jedenfall gekauft vor allen es gibt nen online battel modus geil mehr davon nintendo mehr games mit online modus is auf jeden fall morgen gekauft

  • nintendofan89

    Captain Toad's Kumpane

    Man hätte vor allem eine Retail Version rausbringen sollen, auch für 15-20 maximal 30 Euro.


    Denn die WII U braucht einfach Spiele, nix schreckt potentielle Käufer mehr ab als wenn im Media Markt gerade mal 10 verschiedene WII U Spiele stehen.
    Die Leute brauchen Auswahl.


    Klar gibt es mehr als 10 verschiedene WII U Spiele, wer aber meint dass man bei Media Markt noch Injustice,Ninja Gaiden, Tekken Tag Tournament, Darksiders 2 usw. findet der hat sich geschnitten.


    New Mario Bros, Mario 3D Land, Zelda Wind Waker und. 2-3 Lego Spiele.
    Natürlich die obligatorischen Nintendo Land und weitere Party Spiele.
    Aber im Großen und Ganzen war das alles.

  • Felix Eder

    I can see the future

    Klingt echt toll! Ich wollte es eigentlich zum Release bereits kaufen, hab mein Geld dann aber in Nes Remix investiert...
    Der Multiplayermodus war schon beim Original super und ich freue mich schon, bei Dr. Luigi auch zum ersten mal online gegen Freunde anzutreten:)

  • Wiiman38

    Turmritter

    Sowas hilft Nintendo überhaupt nicht weiter. Die Konsole wird ohne 3rd Party Support ein Nischenprodukt bleiben... Leider...