Unser Test zum Spiel: FullBlast

Ehrlich gesagt kann ich Shoot 'em ups für gewöhnlich nicht sehr viel abgewinnen. Vielleicht liegt es an den älteren Titeln, aber die Spiele dieses Genres erschienen mir früher immer zu schwer. Nur wenige Ausnahmen konnten mich über lange Zeit unterhalten, bis ich sie letzten Endes beenden konnte. FullBlast von EnjoyUp Games schlägt in dieses Genre ein, also lasst mich euch erklären, warum sich das Spiel nur für wirklich interessierte Leute lohnen könnte.


Ein Flugzeug gegen eine ganze Armee. In verschiedenen Levels ballert ihr sie vom Himmel und weicht ihren Schüssen aus.

In FullBlast müsst ihr in 12 Levels die Erde vor einer Alieninvasion beschützen. Wie man es aus Spielen dieser Art kennt, tauchen Formationen von Gegnern auf, welche besiegt werden müssen. Schließlich folgt noch ein Bosskampf, ehe das Level endet. Um den Spielverlauf zu vereinfachen, könnt ihr von besiegten Gegnergruppen Power Ups wie Waffenupgrades oder Extraleben abgreifen. Diese werdet ihr auch brauchen, denn obwohl der Schwierigkeitsgrad die jeweils gewählte Stufe meiner Meinung nach gut vertritt (und mir FullBlast leichter fällt als alte Spiele), kann es ungewollt hart werden, wenn man ohne Ausstattung vorheriger Level direkt in ein späteres einsteigt. Einmal erreichte Level können vom Hauptmenü aus jederzeit ausgewählt werden, nur dann eben ohne bessere Ausrüstung, gesammelte Punkte und weitere Leben. Es gibt auch einen 2-Spieler-Koop-Modus, aber scheinbar hat dieser Schwierigkeiten, die Controller auseinanderzuhalten. Als ich versuchte, ihn mit einer zusätzlichen Wiimote zu starten, konnte ich mit dem GamePad beide Schiffe steuern.

Solltet ihr einmal die Spielwelt, die sich übrigens kontinuierlich wiederholt, vor lauter Gegnern nicht mehr sehen können oder benötigt Abhilfe in einem Bosskampf, könnt ihr auch eine Megabombe zünden, die durch den kompletten Bildschirm fegt. Jedoch lässt sich erahnen, dass diese selten sind und gut bedacht eingesetzt werden sollten. Im Laufe eines Bosskampfs offenbarte sich einmal ein Bug, da eines von zwei zu besiegenden Schiffen nicht vom oberen Bildschirmrand heruntergeflogen kam (der Schatten war jedoch zu sehen). Es endete also damit, dass ich hätte endlos lange weiterfliegen können, das Schiff war nicht zu treffen. Zudem halte ich die sogenannten Hitboxen einiger Angriffe für fragwürdig groß, insbesondere beim finalen Endgegner. Die Bosse halten sich auch wie normale Gegner hauptsächlich an vorgefertigte Bewegungsmuster, die man nach einiger Zeit durchschaut hat.

FullBlast unterstützt fünf Sprachen, darunter Deutsch. Gerade die deutschsprachigen Dialoge enthalten teilweise derbe Sprüche und ein paar Tippfehler. Lokale und Online-Highscore-Listen (1 Spieler) sind inklusive. Außerdem hat man sich über Gedanken Erfolge gemacht, allerdings gibt es letzten Endes nur fünf davon. Während das Spielerische im Großteil in Ordnung ist, machen sich jedoch im audiovisuellen Bereich einige Mängel sichtbar. Ein Knackpunkt, der mir direkt zu Spielbeginn auffiel, ist, dass die Ton- und Bildausgabe nur auf dem Fernseher oder dem GamePad möglich ist. Das jeweils andere Ausgabegerät wird komplett stumm und schwarz geschaltet. Der Detailgrad hält sich, wie es aus den Screenshots ersichtlich ist, etwa zwischen N64- und GameCube-Niveau.

Scheinbar liebt FullBlast es auch, sich in vielen Teilen monoton zu halten. Wie schon oben erwähnt, wiederholen sich die Umgebungen in einer Dauerschleife. Dies ist auch mit den Dialogen vor und nach den Bosskämpfen der Fall. Der Rock-basierte Soundtrack passt zwar zum Setting, bietet aber kaum Variationen und somit hört man ständig dieselben Tracks. Die Menümusik hingegen gefällt mir aber echt gut. Die Soundeffekte können schnell stören, denn sämtliche Explosionen von Bomben, gegnerischen Schiffen und sogar besiegten organischen Lebensformen sind absolut identisch. Dem Gesamtbild gibt es zumindest noch etwas abzugewinnen: Meiner Wahrnehmung nach konnte ich keine Ruckler feststellen, das Spiel läuft durchgehend mit wohl 60 Bildern die Sekunde.


Ihr könnt euch der Alien-Invasion auch zu zweit stellen. Hier fliegt ihr über einen Wald und eine Militärbasis hinweg.

Unser Fazit

5

Für Genre-Fans

Meinung von Maik Dallherm

EnjoyUp bringt mit FullBlast ein Spiel, dessen Gameplay im Grunde gut funktioniert, das sich aber an anderen Stellen viele Fehler erlaubt, die man doch so leicht hätte besser machen können. Der Schwierigkeitsgrad ist angenehm und 2-Spieler-Koop wird unterstützt, aber dieser muss erst einmal richtig funktionieren. An ein Erfolgssystem wurde gedacht, jedoch wird es leidlich genutzt. Ein anfangs stimmiger Rock-Soundtrack, der später keine Abwechslung mehr bietet... Letzten Endes findet man viele halbe Sachen vor, die das Gesamtbild trüben.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 1

  • Distra

    Turmritter

    Schade.Shoot em ups waren früher eins meiner Lieblingsgenres.Dieses hier wird meine alte Liebe wohl nicht mehr aufflammen lassen.Kennt von euch jemand ein cooles Shoot em up für Wiiu oder 3ds welches mir evtl entgangen ist?
    Im klassischen Stil von Gradius oder R Type?