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Test zu Lionel City Builder 3D: Rise of the Rails - Nintendo 3DS

  • Deutschland Deutschland: Lionel City Builder 3D: Rise of the Rails
Plattform
Nintendo 3DS
Erscheinungsdatum
17.11.2016
Vertrieb
Big John Games
Entwickler
Big John Games
Genre
Simulation
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Die Rettung der Menschheit kommt auf eisernen Schienen

Von Max Kluge ()
In Lionel City Builder 3D: Rise of the Rails verkörpert ihr den jungen Mann Vin, der mit seinem Hund Jasper in einer postapokalyptischen Welt lebt. Durch eine nicht näher definierte Katastrophe sind sämtliche Einrichtungen in der Spielwelt zusammengebrochen und es ist nun an euch, alles wieder ans Laufen zu bringen. Wie das funktioniert und ob das Ganze dabei auch noch Spaß macht, erfahrt ihr in unserem Test.

An Docks nehmt ihr Fracht entgegen.

Das Spiel teilt sich in einen Story-Modus und einen Kreativ-Modus ein. Ersterer fungiert als eine Art Tutorial, in dem ihr Missionen erfüllen müsst, welche euch eigentlich ganz gut in das Spiel einleiten. Innerhalb der 16 Abschnitte werden immer mehr Elemente hinzugefügt, sodass man nicht alles gleichzeitig überblicken muss. Was der Titel allerdings keineswegs macht, ist einem zu erklären, was man mit diesen neuen Elementen eigentlich machen muss oder wie sie sich im Gameplay verhalten. Und genau darin liegt eines der Probleme von Lionel City Builder 3D: Rise of the Rails.

Sobald man zum Beispiel in den Missionen Personen befördern soll, ist man doch etwas ratlos, wo man die guten Passagiere denn abholen muss. Nach einigen Minuten „Trial and Error“ ist einem klar, dass man die Strecke des Zuges an den jeweiligen Bahnstationen, die als solche nur bedingt erkenntlich sind, vorbeiführen und die Passagiere, wie Kisten, auf seinen Zug aufladen muss. Auch werden im späteren Spielverlauf verschiedene Waggons eingeführt, die man in einer bestimmten Reihenfolge aufnehmen soll. Blöd nur, wenn man nicht weiß, welcher Waggon wie auszusehen hat und die Mission so oft spielt, bis man die richtige Kombination gefunden hat.

Es gibt sogar Missionen, die einfach nicht richtig funktionieren können. In einer solchen muss man zum Beispiel beim ersten Checkpoint, den ihr mit eurem Zug anfahrt, sechs Kisten aufladen. Das Problem ist, dass das Spiel nach dem Aufladen von drei Kisten streikt und keine weitere Fracht mehr anbietet. Die Mission ist so schlicht nicht lösbar. Gepaart mit den undurchsichtigen Missionsangaben und -zielen steigert sich die Konfusität der einzelnen Aufgaben stetig und lässt den Spieler mit einem riesigen Fragezeichen im Gesicht komplett alleine. Auch die automatische Kameraführung sei hier noch negativ erwähnt. Gibt es mal eine Mission, die durchführbar ist, kann man sich fast sicher sein, dass die Kamera in irgendeiner Art und Weise streikt. In vielen Fällen wird der Winkel so erst kurz vor einer wichtigen Station gewechselt, sodass man an wichtigen Punkten einfach vorbeirauscht, ohne eine Chance zum Bremsen zu haben.

Glücklicherweise sind die einzelnen Abschnitte im Story-Modus nicht bindend, was bedeutet, dass ihr auch direkt mit dem letzten Abschnitt anfangen könnt. Trotzdem zeichnet sich hier eine große Schwäche des Titels ab, die darin liegt, dass einfach viel zu wenig erklärt wird und ebenso viel zu wenig wirklich funktioniert. Was so mit eigentlich interessanten Elementen und Ideen beginnt und zunächst auch Spaß verspricht, wird irgendwann einfach nur zur Farce.
Die Missionen des Titels sind durchwachsen: Manche machen Spaß, andere funktionieren gar nicht erst.

Auch der Bildschirm, auf dem ihr in einigen Missionen die Gleise des Zuges so verändert, dass sie durch alle Checkpoints führen oder an Bahnstationen vorbeifahren, ist etwas unübersichtlich gestaltet. Zudem fällt die hakelige Steuerung einem noch in den Rücken. Man kann zum Beispiel keine langen Bewegungen auf dem Touchscreen ausführen. Sobald man diesen berührt, hat man gefühlt eine Sekunde Zeit, um eine Bewegung auszuführen, dann verweigert einem das Spiel weitere Eingaben, bis man den Touchpen erneut auf den Bildschirm richtet. Das ist sehr unkomfortabel und schreit irgendwie nach lausiger Programmierung. Auch werden auf der Übersicht des Touchscreens keine Gebäude angezeigt, sodass man stets zwischen dem oberen und dem unteren Bildschirm hin und her gucken muss, damit man seine Gleise nicht durch ein Bauwerk führt. Tut man dies allerdings doch, fällt einem auf, dass dem Spiel das relativ egal zu sein scheint. Es gibt keine Kollisionsabfrage, der Zug clippt einfach durch die Mauern der Häuser hindurch als wäre nichts im Weg, was der Authentizität der Simulation nur bedingt dienlich ist.

Im Kreativ-Modus könnt ihr eure eigene Stadt und Strecke kreieren.

Mit dem Kreativ-Modus gibt euch das Spiel die Möglichkeit eine eigene Welt zu erschaffen und diese mit dem Zug zu durchfahren. Allerdings geht das Spiel dabei wie ein Sandbox-Editor vor, sodass ihr weder Aufgaben zu erledigen, noch Ziele zu erreichen habt. Es mag vielleicht die Eisenbahnfans unter euch überzeugen, kleine Städte zu bauen und seine Eisenbahnlinie durch diese Landschaft zu führen, für jeden außerhalb dieser Zielgruppe wird das allerdings bereits nach wenigen Minuten langweilig.

Lionel City Builder 3D: Rise of the Rails erklärt euch zudem weder, wie der Kreativ-Modus funktioniert, noch, was die verschiedenen Gebäude für Auswirkungen haben. Erst nach sorgfältigem Studieren der Anleitung fällt auf, dass es scheinbar Parameter gibt, nach denen eure Stadt bewertet wird. Baut ihr zum Beispiel ein Hochhaus, entsteht das Bedürfnis nach Nahrungsmitteln, da mehr Menschen in eurer Stadt wohnen. Baut ihr verschiedene Restaurants, sinkt dieser Wert wieder. Soweit so gut, allerdings haben diese Werte keinerlei Effekt auf das Spielgeschehen. Ihr seht keine Menschen, die sich in eurer Stadt bewegen, sich freuen oder unglücklich sind. Es ergibt sich einfach keinerlei Grund, den Parametern entsprechend eine Stadt zu bauen.

Der Kreativ-Modus scheint an vielen Ecken und Enden schlicht nicht fertig zu sein. Es gibt zum Beispiel auch Preise für die Gebäude, die ihr in der Welt verteilt, jedoch keine Währung, mit der ihr sie bezahlen könntet. Das macht aber nichts, da ihr bis zu einem Maximum von 100 Gegenständen alles bauen könnt, was ihr möchtet. Ein Pluspunkt im Kreativ-Modus ist die Auswahl der Züge. Hier kann man aus verschiedenen Modellen wählen und die Farbschemata der Loks und Waggons anpassen.

Der Kreativ-Modus ist das Herzstück des Spiels, wirkt allerdings unfertig und undurchdacht.

Die visuelle Komponente des Titels ist zwar spartanisch, aber zweckmäßig. Die gezeichneten Charaktere in der Missionsauswahl sehen liebevoll aus und die Modelle der Züge sind eigentlich auch ganz nett anzuschauen. Zudem gibt der 3D-Effekt eine nette Tiefenwirkung, die vor allem bei selbst erbauten Szenerien überzeugen dürfte. Der Soundtrack ist glücklicherweise nicht zu aufdringlich und untermalt das Spielgeschehen sehr dezent. Wirklich gut gelungen sind teilweise die Soundeffekte, vor allem das Rattern des Zuges klingt authentisch und bleibt positiv im Gedächtnis. Zu guter Letzt noch eine kleine Anmerkung zur Lokalisierung von Lionel City Builder 3D: Rise of the Rails: Das Spiel ist komplett auf Englisch. Zwar wird euch kein überaus anspruchsvoller Wortschatz abverlangt, teilweise könnte es aber doch zu Momenten kommen, bei denen man ein Wörterbuch zur Hand nehmen muss.

Redaktionswertung

4

Erträglich

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Unser Fazit zu Lionel City Builder 3D: Rise of the Rails

Meinung von Max Kluge
Lionel City Builder 3D: Rise of the Rails fühlt sich an vielen Punkten einfach unfertig an. Manche Missionen lassen sich schlicht nicht abschließen oder weisen so kryptische Ziele auf, dass man mit unzähligen Versuchen einfach zufällig auf die Lösung stoßen muss, was äußerst frustrierend ist. Die Missionen, die funktionieren, machen allerdings über die meiste Zeit Spaß und zeigen, dass der Titel eigentlich in die richtige Richtung tendiert. Auch der Kreativ-Modus hat gute Ansätze parat und dürfte den ein oder anderen Eisenbahnfan sogar vor dem Bildschirm fesseln. Trotzdem wirkt er unausgegoren und beliebig. Das zu Beginn angesprochene Endzeit-Feeling wird mit keiner Sekunde des Gameplays widergespiegelt und wirkt mehr als nur aufgesetzt. Ein großes Problem besteht auch darin, dass das Spiel so gut wie nichts erklärt und die elektronische Anleitung ebenfalls nicht wirklich aufschlussreich ist.
Mein persönliches Highlight: Das Rattern des Zuges, das nah an das Originalgeräusch herankommt.

Kommentare 1

  • DaRon - 28.11.2016 - 11:35

    Spiele auf dem PC gerade Transport Fever. Da sollten sich einige Wirtschafts- und Transportsimulationen mal eine Scheibe abschneiden. Sowas hier ist dagegen ja schon eine Unverschämtheit. Eine tiefgreifende und lange fesselnde Wirtschaftssimulation würde ich auf dem 3ds aber auch nicht erwarten.