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Test zu Harvest Moon 64 - Nintendo 64, Wii U

  • Deutschland Deutschland: Harvest Moon 64
  • USA USA: Harvest Moon 64
  • Japan Japan: Bokujou Monogatari 2
Plattform
Nintendo 64
Erscheinungsdatum
Nicht bekannt
Vertrieb
Noch keine Angaben
Entwickler
Victor Interactive Software
Genre
Simulation
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Meine kleine Farm – Die Last des Erben

Von Tim Czerwinski ()
Nach nunmehr 18 Jahren hat sich Natsume dazu entschieden, Harvest Moon 64 bei uns in Europa für die Virtual Console der Wii U zu veröffentlichen. Somit gibt man uns die Chance, das 1999 für den N64 in Japan und Amerika erschienene Spiel für einen Preis von 9,99 € nachzuholen und somit die Leitung einer virtuellen Farm zu übernehmen.

Das Leben als Landwirt ist kein Zuckerschlecken

Diese erbt ihr von eurem Großvater, der kürzlich verschieden ist. Aber wer seid ihr überhaupt? Das legt ihr zu Beginn fest, indem ihr Namen für eure Farm, euren Hund und natürlich für euch selbst eingebt. Ihr bekommt dann noch die Möglichkeit, euren Geburtstag anzugeben, welcher stets am 26. Tag der gewählten Jahreszeit ist. In Gedenken an euren Opa nehmt ihr also das Erbe an und versucht fortan sowohl euch selbst, als auch den Bauernhof in die vorhandene Dorfgemeinschaft zu integrieren. Hierbei helfen euch die Bewohner, mit einigen Ausnahmen, natürlich wo sie nur können. So erhaltet ihr hilfreiche Tipps zur Feldarbeit vom örtlichen Floristen oder aber alles zum Thema Viehzucht vom benachbarten Bauernhof.

Wer sein Feld liebt, der arbeitet auch Nachts.

Doch bevor ihr an die Aufzucht von Nutzvieh denken könnt, müsst ihr erst einmal Geld verdienen. Dies könnt ihr zum einen durch das Verkaufen von gewissen Items aus der Natur oder auch durch das Fischen erreichen, oder aber durch die lukrativere Feldarbeit. Diese könnt ihr aber erst beginnen, wenn ihr das Feld von allerhand Wildwuchs befreit habt. Neben Unkraut und Steinen müsst ihr auch etwas schwerere Geschütze auffahren, um etwa Baumstämme oder Felsen aus dem Weg zu räumen. Sobald dies geschehen ist, könnt ihr vom Floristen Saatgut für die Bestellung eurer Felder erwerben. Nachdem ihr mit der Hacke das Feld hergerichtet habt, könnt ihr die Saat ausbringen, die im Idealfall neun Quadranten belegt und die ihr von nun an täglich wässern solltet.

Dies stellt sich jedoch schwerer dar, als es sich anhört. Die Steuerung macht euch nämlich manchmal einen Strich durch die Rechnung, sodass ihr froh sein könnt, nicht in Kalifornien zu sein, denn dort wäre man wegen Wasserverschwendung zu einer Strafe verurteilt worden. Auch kommt ihr nach dem ersten Wachstumsschub der Pflanzen nicht mehr zur Bewässerung an die mittlere Pflanze heran. Habt ihr es aber geschafft, das Saatgut zu bewässern, wächst dieses unterschiedlich schnell heran. Zum Beispiel könnt ihr Rüben schneller ernten als Kohl, letzterer erzielt jedoch einen höheren Verkaufspreis. Sobald ihr ein Gemüse geerntet habt, könnt ihr dieses in die Versandbox legen. Dies passiert direkt aus der Hand heraus, Sachen aus dem Rucksack müssen erst umständlich aus diesem herausgenommen werden. Was einmal in der Versandbox landet, bleibt auch dort, weshalb ihr euch überlegen solltet, ob ihr das jeweilige Item tatsächlich verkaufen wollt. Wenn ihr aus Versehen mal nicht richtig steht, schmeißt ihr beim Versuch etwas in den Verkauf zu bringen das Item kurzerhand weg und dieses ist dann unwiderruflich verloren. Die 5-Sekunden-Regel findet hier also keine Anwendung. Schade um alle so entgangenen Verkäufe. Die Box wird einmal täglich geleert und ist die einzige Möglichkeit, eure Gegenstände zu verkaufen. Leider sieht man weder, was alles drin ist, noch, welchen Wert die jeweiligen Items erzielen können, geschweige denn, wie viel man am Ende bekommt. Lediglich der Blick auf den Pausebildschirm schafft hier etwas Übersicht.

Rüben, Kohl, Kartoffeln: Alles wird über die Versandbox zu Geld gemacht.

Wenn ihr aber trotz der Umstände, mit etwas Glück durch einsetzenden Regen auch mal alle Felder bewässert und die Erzeugnisse auch noch verkauft, kommt ihr rasch zu Geld, das ihr alsbald in Tiere investieren könnt. Während ihr direkt mit einem Hund startet, bekommt ihr in der Anfangszeit bereits ein Pferd geschenkt, das ihr später auch reiten könnt. Zusätzlich könnt ihr noch Hühner, Schafe und Kühe kaufen, die jeweils eigene Verkaufsgüter produzieren. So erhaltet ihr von Hühnern erfahrungsgemäß Eier, von Kühen Milch und von Schafen Wolle. Sofern eure Tiere so lange überleben versteht sich. Mein Huhn Larry hat leider nicht lang überlebt, da ich einen Tag keine Nahrung vorrätig hatte. Am nächsten Tag fand dann die Beisetzung im Beisein des örtlichen Kirchenoberhauptes und des Bürgermeisters statt. Armer Larry und armer Rich, der nunmehr wieder allein war.

Allgemein ist das Spiel nicht gerade rücksichtsvoll. Sobald die Jahreszeit wechselt und euer Saatgut beispielsweise nicht für den Sommer geeignet ist, geht dieses gnadenlos ein. Gepaart mit dem Massaker, dass im Hühnerstall stattfand, war es ein schöner Sommeranfang auf meiner Farm. Zusätzlich habt ihr jederzeit die Chance, erworbene oder gefundene Gegenstände zu verschwenden, indem ihr im falschen Moment den Aktionsknopf drückt: Feld nicht mit Hacke bearbeitet aber aus Versehen bereits die Saat ausgerüstet: mach's gut liebe Saat. Futter im Stall nicht in die vorgesehene Vorrichtung getan: auf Wiedersehen Futter.

Die Tage zu kurz, die Monate zu lang

Einer meiner größten Kritikpunkte, neben der Steuerung, ist die Dauer der Tage im Spiel. So kann es vorkommen, dass ihr bei der Bestellung des Feldes mit vier mal neun Quadranten (wie es im zweiten Bild sichtbar ist) und der anschließenden Bewässerung schon mal den Tag verbringt. Wenn ihr vorher noch ernten müsst, könnt ihr anschließend direkt ins Bett. Denn Nachts ist es wirklich dunkel und ihr benötigt den Schlaf für die Feldarbeit. Während die Tage zu kurz sind, haben die Monate jeweils dreißig Tage. Hier macht es der GameCube-Nachfolger besser, der die Dauer der Tage verlängert aber die Monate auf 15 Tage reduziert. Für mich ist nach Larrys Ableben jedenfalls eines klar: Wenn ihr Futter braucht, geht direkt einkaufen, bevor die Läden schließen während ihr noch auf dem Feld die Gießkanne schwingt. Da die Läden allerdings nicht so viel von einheitlichen Öffnungszeiten halten, denn jeder Händler hat seinen eigenen Ruhetag, kann es euch dennoch passieren, dass ihr vor verschlossener Tür steht.

Hier wird gerade ein Fest gefeiert, das für eine gute Ernte sorgen soll, indem mit Saatgut gefüllte Ballons zum Himmel aufsteigen.

Wie in anderen Teilen der Reihe, ist es auch möglich, eine Familie zu gründen, indem man das Herz einer von fünf geeigneten Kandidatinnen erobert. Die Frauen unterscheiden sich hinsichtlich des Berufsstandes, des Aussehens aber auch des Charakters. Wie im echten Leben entscheidet dann der persönliche Geschmack. Ansonsten habt ihr serientypisch natürlich auch die Möglichkeit, an unregelmäßig stattfindenden Events teilzunehmen und so das Leben auf dem Land abzurunden.

Die Grafik ist der N64-Ära angemessen jedoch für heutige Verhältnisse keine Augenweide. Die Gebiete schließen alle mit einem schwarzen Rand ab und der Übergang in andere Gebiete ist nur durch ein leichtes Überragen über den schwarzen Rand hinweg erkennbar. Gebäude tauchen einfach stückweise auf, sobald ihr in die Nähe kommt. Der Soundtrack ist minimalistisch gehalten und untermalt die Situation angemessen. Je nach Jahreszeit wandelt sich das Thema leicht ab und nachts spielt keine Musik, dafür hört man Geräusche von Tieren und Insekten, einen Koji Kondo sollte man allerdings nicht erwarten. Die Steuerung mag ihre Eigenheiten haben, ist allerdings relativ einfach zu erlernen und nach einer gewissen Eingewöhnungszeit hat man den Dreh dann raus. Die Menüführung im Inventar ist sehr umständlich gelöst und eine Anzeige, wie viele Items einer Art, beispielsweise Futter, vorhanden sind, sucht man vergebens. Ein großes Manko ist zusätzlich auch die Tatsache, dass das Spiel komplett auf englisch ist, was für Spieler ohne die Affinität zum Englischen ein großer Nachteil sein wird, da Harvest Moon 64 für diese Gruppe nicht spielbar ist.

Redaktionswertung

6

Grabbeltisch

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Unser Fazit zu Harvest Moon 64

Meinung von Tim Czerwinski
Harvest Moon 64 ist mit einer 18-jährigen Verzögerung bei uns gelandet und liefert eine solide Leistung ab. Sowohl die Beschränkung auf die englische Sprache, als auch die angesprochenen Steuerungs-Probleme sorgen jedoch für eine Minderung des Spielspaßes. Die Nachfolger machen viele Dinge besser, was mir schon früh im Spiel auffiel. Nichtsdestotrotz haben Hobby-Bauern mit dem Spiel ihren Spaß, was auch die Wertungen von 1999 wiedergeben. Das Anpflanzen und Einholen der Ernte macht auch in diesem Ableger viel Spaß und ist eines der Kernelemente, neben der Viehzucht, in dem Harvest Moon 64 seine Stärke zeigt.

Kommentare 6

  • cedrickterrick Palutenas Sommer-Warrior! - 10.03.2017 - 16:02

    Liest sich gut! Ich werde mir das Spiel aber wohl nicht holen! :)
  • SAM WiiswitchU - 10.03.2017 - 16:23

    Ich weiss noch wie ich mich damals auf dieses Spiel gefreut habe, da ich ein großer Fan des SNES Teils war. Und wie enttäuscht ich letzt endlich war als es dann nicht nach Europa kam. Und leider muss ich sagen, jetzt ist es zu spät auch wenn es mich noch reizt ;) Habe für diese Art Spiel heute einfach keine Zeit mehr leider! Gut geschriebener Test, danke dafür so konnte ich wenigstens ein paar Minuten in der Vergangenheit schwelgen ;)
  • rpg master BOSS - 10.03.2017 - 19:28

    hatte es damals (gut 10-15 jahre her) mal auf nem schwachen rechner mit nem emu gezockt..es war alles soooo laaaangsam..game hat mich trotzdem gereizt, vor allem die musik war wunderschön...
  • Naitshire Turmbaron - 11.03.2017 - 06:17

    Für fast das gleiche Geld bekommt man schon Stardew Valley für den PC und bald auch für die Switch.
  • GuteRuebe Wandernder Künstler - 11.03.2017 - 10:40

    Gut geschriebener Test.
    Das Spiel hat meiner Meinung nach mit die interessantesten Charaktere der frühen HM-Spiele, aber das Anbauen ist schon eine Qual. Man sollte sich früh das Treibhaus hohlen:)
  • SuperTentacle Turmritter - 12.03.2017 - 11:18

    ich habs mir geholt und finde es eigentlich ganz gut. Man darf halt kein Back to Nature/Friends of Mineral Town erwarten. Es ist eher ein Zwischending aus dem Original vom SNES und dem PS1/GBA Teil. Macht ja auch Sinn. Teil 1 war der SNES Teil. Teil 2 war der N64 Teil und auf der PS1 kam dann Harvest Moon 3. Die frühen Gameboy Spiele zähle ich jetzt mal nicht da die eher alle abgepeckt waren. Back to Nature hat vieles von dem was in 64 noch so ist wie auf dem SNES weiter entwickelt und ist deshalb imo das bis heute beste Harvest Moon (bzw. Friends of Mineral Town das als GBA Remake deutlich bessere Ladezeiten als das PS1 Original hatte hat).

    Von daher ist das Spiel sicherlich für jeden Fan der mit dem SNES Teil angefangen hat und dann den PS1/GBA Teil gespielt hat eine interessante Erfahrung da es der klare Zwischenschritt zwischen beiden Spielen ist. Es kommt halt zu spät in Europa um noch flashen zu können wie die anderen Titel damals.