Unser Test zum Spiel: Avatar: Der Herr der Elemente - Der Pfad des Feuers

Die amerikanische Zeichentrickserie Avatar: Der Herr der Elemente hat auch hier in Deutschland eine große Fangemeinde. Stilistisch beeinflusst vom japanischen Anime erzählt die Serie die Geschichte des jungen Avatars Aang, der gegen die skrupellosen Pläne der Feuernation vorgehen muss. Auf Basis des Nick-Cartoons wurde jetzt mit Avatar: Der Pfad des Feuers das bereits dritte Spiel für die Wii Konsole veröffentlicht. Wie sich der Herrscher der Elemente schlägt, erfahrt ihr im Review.

Startet ihr ein neues Spiel, bekommt ihr in kurzen Szenen die bisherigen Geschehnisse aus der dritten Staffel erzählt. Wer sich bis zum Einlegen der Disc nicht mit der Serie beschäftigt hat, wird jedoch auch nach der Zusammenfassung nicht wirklich mehr wissen wie davor. Im Grunde geht es im Spiel darum, den Herrscher der Feuernation, die den anderen Nationen den Krieg erklärt hat, dingfest zu machen. Dazu wollen die zumeist minderjährigen Helden eine Sonnenfinsternis ausnutzen, da die Krieger des Feuers während dieser ihrer Kräfte beraubt werden. Aang selbst muss vor der endgültigen Konfrontation jedoch erst einmal das Feuerbändigen lernen, um dem sich selbst betitelten Phönixkönig entgegentreten zu können. Wer jetzt erwartet, eine umfassende Story geliefert zu bekommen, wird enttäuscht. Ihr betretet mit dieser Geschichte im Hinterkopf die einzelnen Level, ohne dass diese irgendeine zwingende Relevanz zueinander zu haben scheinen. So macht ihr eine Fabrik unsicher, betretet den Tempel der Elemente und natürlich auch das Schloss des Oberschurken Ozai.
In den Abschnitten wechseln sich dann Rätsel- und Prügeleinlagen ab. Die Rätsel wirken anfangs gut durchdacht, offenbaren im Verlauf des Spiels jedoch ihre Simplizität. Meistens reicht es, per Pointerfunktion Wasser in Behälter zu füllen, Fackeln anzuzünden bzw. Türen damit einzuschmelzen oder Eisvorsprünge in einem Wasserfall entstehen zu lassen, um diese zum Aufstieg zu nutzen. Selten kommen jedoch wirklich gelungene Rätsel vor. So befindet ihr euch in einem Fahrstuhl mit drei Fackeln, und auf dem Weg nach oben sorgen immer wieder Ventilatoren dafür, dass die Fackeln ausgeblasen werden. Ihr müsst nun dafür sorgen, dass zumindest eine davon immer am Brennen bleibt. Solche ideenreicheren Abschnitte hätte ich gerne öfter gesehen.

Habt ihr ein paar Denksportaufgaben hinter euch, könnt ihr euch auf eine zünftige Prügelei einstellen. Dabei haben die Entwickler glücklicherweise darauf verzichtet, euch durch Schwingen der Wiimote angreifen zu lassen. Bei der teilweise großen Anzahl an Feinden würde das ziemlich schnell aufs Handgelenk gehen. In Avatar: Der Pfad des Feuers übernimmt der A Knopf den Angriff, per Z Knopf am Nunchuk springt ihr. Per B Button benutzt ihr, haltet ihr den Pointer auf Wasserpfützen oder Feuerstellen, eure Bändiger-Fähigkeiten. Diese könnt ihr auch in Kämpfen zu euren Nutzen einsetzen. So kann Aang Luftbälle erzeugen, die die Gegner von den Socken hauen. Besonders findige Spieler nutzen einen Wassertank, um einen Eisblock zu erzeugen, der eure Gegner einfriert. Erwischt ihr sie dann mit einer normalen Attacke, sind sie nach dieser Geschichte. Ihr kommt aber auch ohne diese speziellen Fähigkeiten locker durch die Kämpfe, wenn ihr euch auf die nervige automatische Zielerfassung eingestellt habt. Besonders einer der Endgegnerkämpfe wird dadurch unnötig verkompliziert, da sich euer Charakter ständig auf einen nicht zu erreichenden Feind fixiert und ihr erst wieder aus seinem „Wirkungsbereich“ laufen müsst.

In jedem Level lauft ihr jederzeit mit zwei der Helden völlig linear von A nach B. Spielt ihr alleine, wechselt ihr die beiden per Knopfdruck, habt ihr einen Mitspieler zur Hand, könnt ihr gemeinsam die Horden des Feuerlords verdreschen. Dieses System der zwei Helden bringt etwas Abwechslung ins Spiel und wird auch immer mal wieder in den Rätseln verwendet, so dass ihr ständig zwischen den beiden hin und her schaltet. Jedoch überkommt einen immer wieder das Gefühl, dass man daraus sehr viel mehr hätte machen können.
Diese Aussage zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Spiel. Ständig denkt man sich, dass die Entwickler gute Ideen hatten, es ihnen aber nicht gelang, diese konsequent umzusetzen. Was dem Spiel dann aber den absoluten Genickschuss bringt, ist die extrem kurze Spielzeit. Geübte Spieler werden dem Obermotz nach nicht einmal 5 Stunden das Handwerk gelegt haben. Das liegt vor allem an der geringen Anzahl der Level, zum anderen aber auch der durchschnittlichen Spielzeit dieser. So benötigt man zum Beispiel für den Tempel der Elemente schon so einiges an Zeit, doch demgegenüber stehen Abschnitte, in denen lediglich ein Bosskampf stattfindet. Diese Endgegner-Begegnungen ziehen den Schwierigkeitsgrad dann wieder etwas an, doch hat man erst einmal das Schema raus, hat man auch hier keine Probleme mehr. Vor allem eine dieser Bossbegegnungen zeigt die Zusammenhangslosigkeit perfekt: So wird man von einem Gegner attackiert, ohne zu wissen, wer er ist und warum er einen angreift. Hat man ihn besiegt, verschwindet er einfach wieder. Es gibt keinerlei Aufklärung, und der Spieler wird mit einem Fragezeichen über dem Kopf allein gelassen.

Die Level wählt ihr auf einer übersichtlichen Karte aus, indem ihr mit eurem fliegenden Bison frei auswählt, wohin ihr euch als nächstes begeben wollt. So nett diese Idee auch ist, so unnötig ist sie. Denn zum Schluss sammeln sich so gut wie alle Levelsymbole in der linken oberen Ecke, und der Rest der Karte ist völlig unberührt. Für alle Sammelwütigen haben die Entwickler in jedem längeren Level drei Schriftrollen versteckt, die Artworks frei schalten. Weitere könnt ihr mit gesammelten Münzen kaufen; dies gilt auch für Bonusfähigkeiten wie mehr Lebensenergie oder stärkere Angriffe.
Neben dem Abenteuer könnt ihr in kleinen Flugspielchen euer Können unter Beweis stellen. Es ist fast schon erschreckend, dass die Checkpointrennen oder Ballereinlagen mehr Spaß machen als das eigentliche Spiel...

Auf den ersten Blick wird klar, dass man es hier mit einem PS2-Port zu tun hat. Verwaschene Texturen und wenige Effekte beherrschen das Bild. Hinzu kommt, dass man seine Charaktere in einigen Kämpfen auf Grund der ungünstigen Kameraperspektive nicht immer von den Gegnern unterscheiden kann. Dafür überzeugen hübsche Figuren in den wenigen Zwischensequenzen, die man zu sehen bekommt. Auch die Karte zur Levelauswahl sieht ganz nett aus.

Musik, was für Musik? Die musikalische Untermalung gerät durch die durchschnittlichen Melodien derart in den Hintergrund, dass man sich schon nach dem Ladebildschirm nicht mehr an sie erinnert. Dazu kommen die sich stets wiederholenden Sätze der Helden, die schon beim ersten Hören nicht wirklich kreativ sind. Dafür überzeugt die gute Sprachausgabe, die jedoch wie die Zwischensequenzen viel zu selten eingesetzt wird.

Unser Fazit

4

Erträglich

Meinung von Pascal Hartmann

Gute Ideen verkommen angesichts der ständigen Wiederholungen und der überaus geringen Spielzeit von ca. 5 Stunden zur Bedeutungslosigkeit. Lediglich die Bosskämpfe erhöhen den niedrigen Schwierigkeitsgrad etwas, die schwache grafische Präsentation wird nur noch durch die Soundfraktion unterboten. Liebe Avatar-Fans, wenn ihr wirklich alles, was mit eurer Lieblingsserie zu tun hat, haben müsst, wartet wenigstes bis ihr Avatar: Der Pfad des Feuers auf dem Grabbeltisch findet. Wer bisher noch nichts von der Serie gehört hat, braucht auch die Versoftung nicht.

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