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Test zu World of Goo - Nintendo Switch

Germany Deutschland: World of Goo | USA USA: World of Goo | Japan Japan: Goo's Planet / グーの惑星
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
23.03.2017
Vertrieb
Tomorrow Corporation
Entwickler
2D Boy
Genre
Puzzle, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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Zeitloser Puzzlespaß

Von David Pettau ()
Ende 2008 erschien mit “World of Goo“ rückblickend eines der bekanntesten WiiWare-Spiele für die Wii. Das Spiel nutzte die Pointer-Funktion der Wii-Fernbedienung für ein simples, aber grandioses Spielprinzip und wurde dafür geradezu mit Lob überhäuft. Jetzt, neun Jahre später, erscheint World of Goo ein weiteres Mal für ein Nintendo System – dieses Mal für die Nintendo Switch. Natürlich wissen wir, dass neun Jahre in der Gaming-Branche sehr viel Zeit sind. Ich habe mir also die Frage gestellt: Hat World of Goo im Laufe der Zeit etwa an Glanz und Faszination einbüßen müssen? Doch beginnen wir ganz von vorne.

Auf Goo-Bälle kann man bauen!

Hier tummeln sich noch zahlreiche Goo-Bälle an meinem Gerüst... Doch werden sie zum Brückenbau ausreichen?

Auf den ersten Blick wirkt World of Goo wie ein einfach gehaltenes, klassisches Puzzle-Spiel. Das namensgebende “Goo“, was man wohl als “schleimiger Glibber“ übersetzen könnte, präsentiert sich in World of Goo in Form von kleinen Bällen – sogenannte “Goo-Bälle“. Diese stellen für euch die einzige Interaktionsmöglichkeit mit dem Geschehen dar. Nicht nur geben sie äußerst knuffige Geräusche von sich, wenn ihr sie berührt, ihnen wohnen auch wahrlich erstaunliche Fähigkeiten inne. Mehrere Goo-Bälle kann man nämlich zu einem, je nach euren Baukünsten mehr oder weniger stabilen, Gerüst zusammenbauen. In den verschiedenen Leveln des Spiels werdet ihr nun immer in ein anderes Szenario geworfen, in dem es euer Ziel ist, einige Goo-Bälle zu einer Röhre zu befördern, die sich im Level befindet. Dazu müsst ihr eure zur Verfügung gestellten Goo-Bälle mal mehr, mal weniger clever zu einem Gerüst verbauen, sodass die Goo-Bälle, die ihr nicht zum Bau verwendet habt, am Ende durch das entsprechende Rohr schlüpfen können.

Was sich bisher wahrscheinlich noch unspektakulär anhört, wird dabei um viele verschiedene Aspekte bereichert. So basieren die Level von World of Goo beispielsweise auf physikalischen Gesetzen. Wollt ihr eine Brücke über einen Abgrund basteln, so müsst ihr diese natürlich auch entsprechend stabilisieren. Baut ihr einen Turm, so müsst ihr darauf achten, ein gewisses Gleichgewicht einzuhalten, damit euch der Turm nicht umkippt – eurer Kreativität sind bei diesen Aspekten aber keinesfalls Grenzen gesetzt. Die genannten, beiden Szenarien lassen sich beispielsweise auch kreativ von euch kombinieren: Anstatt einer Brücke, baut doch einfach einen Turm, den ihr zur richtigen Seite umfallen lasst, sobald er hoch genug hinaufragt – schon habt ihr eure provisorische Brücke!

Diesem sich rotierenden Zahnrad sollten meine Goo-Bälle lieber fernbleiben!

Natürlich ist es aber nicht so, dass ihr immer eifrig darauf los bauen solltet. Neben der Gravitation spielt beispielsweise auch der Wind in manchen Leveln einen entscheidenden Faktor. Es gibt auch mehrere verschiedene Arten von Goo-Bällen, die alle unterschiedliche Funktionen erfüllen können – vor allem im späteren Spielverlauf müssen diese dann intelligent kombiniert werden! Beispielsweise gibt es eine Sorte von Goo-Bällen, die sehr gut an Wänden haftet und sich auch wieder abreißen lässt, nachdem man sie verbaut hat. Eine andere Spezies ist wiederum leicht entzündlich, was euch an manche Stellen schaden, an anderen aber auch wieder helfen kann. Doch nicht nur Feuer stellt für eure Goo-Bälle eine potenzielle Gefahr dar: Manche Level sind beispielsweise gespickt mit Stacheln oder rotierenden, scharfen Gegenständen, denen ihr lieber auch aus dem Weg gehen solltet, wenn euch was an schleimigem Glibber liegt.

Euer Ziel in jedem Level besteht nun also immer daraus, das Rohr unter Einsatz von so wenigen Goo-Bällen wie möglich zu erreichen, denn wie ihr sicherlich schon erkannt habt können die meisten Goo-Bälle, die verbaut wurden, nichtmehr durch Rohre schlüpfen. Dabei stellt euch jeder Level eine Mindestanforderung an Goo-Bällen, die ihr für einen erfolgreichen Abschluss durch das Rohr schleusen müsst. Dieses Ziel zu erreichen kann je nach Level schon wirklich fordernd werden – es gibt für jedes Level allerdings auch noch eine besondere Herausforderung, die ihr abschließen könnt, um das Level als “perfekt abgeschlossen“ auf der Übersichtskarte markiert zu bekommen. Die Ziele, die für einen solchen Abschluss notwendig sind, variieren allerdings – mal muss eine bestimmte, große Anzahl an Goo-Bällen durch das Rohr geschleust werden, mal dürft ihr eine maximale Anzahl an Zügen nicht überschreiten, mal muss ein Level innerhalb einer bestimmten Zeit abgeschlossen werden. Dies zu erreichen ist wirklich schwierig – während meines Tests ist es mir nur bei einem der knapp 45 Level gelungen. Puzzle-Neulinge sollten sich gar nicht erst daran versuchen – diese freuen sich hingegen über die Option, ein Level zu überspringen, sollte man es partout nicht schaffen.

Tiefgründiges Puzzeln

Was wohl passiert, wenn mein Gerüst schwer genug wird, um diese Plattform nach unten zu drücken...?

Wer nun allerdings denkt, dass euch World of Goo in ein Level nach dem anderen wirft und es einzig um das lösen der faszinierenden Puzzles geht: weit gefehlt! Tatsächlich macht das gut durchdachte Gameplay nur einen Bruchteil der Faszination aus, die auch nach neun Jahren noch von World of Goo ausgeht. Genre-unüblich bietet das Spiel eine Art Geschichte, die ihr erlebt. “Eine Art“ deshalb, weil es sich bei der Story von World of Goo sicherlich nicht um den klassischen Ansatz einer Geschichte handelt. In jedem Level findet ihr eine oder mehrere Botschaften, die unter anderem von einem mysteriösen, selbsternannten “Schildmaler“ stammen. Diese erfüllen in erster Linie den Zweck, euch die Mechanik des Levels näher zu bringen, was allerdings auf eine sehr indirekte Art und Weise passiert. Durch die Herangehensweise dieser Info-Tafeln bekommt ihr nach und nach ein Bild von der namensgebenden World of Goo, die euch das Spiel hin und wieder auch mit kurzen und simplen Zwischensequenzen näherbringt. Da ich mir selbst nicht anmaße, die eigentliche Aussage des Spiels vollständig verstanden zu haben, sage ich euch nur so viel: Die Geschichte ist sehr interpretationsfreudig und schafft eine unfassbar dichte, zynisch-melancholische Atmosphäre. Im Zentrum dieser Geschichte steht die sogenannte “World of Goo Corporation“, hinter der sich auch ein spielerischer Aspekt versteckt.

Immer, wenn ihr in einem Level mehr Goo-Bälle durch die Röhre schleust, als ihr müsstet, landen diese zusätzlichen Goo-Bälle bei der World of Goo Corporation – insgesamt bis zu 300 Stück davon. Dort könnt ihr all die Goo-Bälle, die ihr im Laufe der Zeit gesammelt habt, dazu nutzen, um einen Turm zu bauen. Dies erfüllt zwar keinen Nutzen, dafür aber euch mit Stolz, solltet ihr eine beachtliche Höhe erreichen. Einen indirekten Nutzen erfüllt diese Möglichkeit trotzdem: Dort habt ihr die Möglichkeit, frei zu experimentieren und verschiedene Ansätze auszuprobieren, wie man am besten einen stabilen Turm aufzieht. Ihr werdet dieses Wissen nicht selten anwenden müssen.

Zwar reichen meine 21,7 Meter an keinen Weltrekord heran, doch bin ich trotzdem mächtig stolz auf die Leistung meiner liebgewonnenen Goo-Bälle.

Doch zurück zu der dichten Atmosphäre: diese entsteht vor allem durch die grandiosen Musikstücke, die euch während der Level um die Ohren geblasen werden. Dabei gelingt es dem Spiel nicht selten, trotz der eigentlich schrulligen Optik und Gestaltung des Spiels eine sehr ernste und teilweise auch traurige Stimmung aufzubauen. Sehr lobenswert ist, dass ihr euch den gesamten Soundtrack des Spiels im Hauptmenü anhören könnt. Bei einer solchen Musikauswahl ein wahrer Segen. Doch um die Optik noch näher zu beleuchten: Das Spiel präsentiert sich in einem meist minimalistisch gehaltenen 2D-Look, der allerdings sehr stilsicher daherkommt. Besonders schön ist dabei die Integration der deutschen Sprache in der deutschen Version des Spiels – oftmals zieren beispielsweise Schrifttafeln den Hintergrund, deren Texte direkt ins Deutsche übersetzt wurden.

Kommen wir zuletzt noch zur Spielbarkeit des Spiels auf der Nintendo Switch. Wie ich eingangs erwähnt habe, setzte das Spiel auf der Wii voll und ganz auf die vorhandene Steuerung via Pointer. Dies wurde mit dem Gyrosensor, der in den Joy-Con implementiert ist, ebenfalls auf der Nintendo Switch umgesetzt. Mittels einem Tastendruck könnt ihr den Cursor auf dem Bildschirm jederzeit wieder zentrieren, sodass ihr, je nach Situation, eine bequeme Haltung einnehmen könnt. Das funktioniert prinzipiell auch richtig gut – ein kleines Problem entsteht allerdings dadurch, dass der Cursor oftmals schon nach wenigen Bewegungen des Joy-Con abdriftet, in meinem Fall nach rechts unten. Ihr werden also nicht darum herumkommen, den Cursor häufig neu zu zentrieren. Das ist zwar kein allzu großes Manko, negativ aufgefallen ist es während meines Tests dennoch.

Sofern ihr lediglich im Handheld- bzw. in diesem Falle im Tablet-Modus spielt, sieht die Sache natürlich anders aus. Hier navigiert ihr das Geschehen mittels des Touchscreens, was auch super funktioniert. Der Touchscreen der Nintendo Switch ist so präzise, wie man das etwa von einem handelsüblichen Smart Device gewohnt ist, was in Anbetracht der Wii U und den Nintendo DS/3DS-Geräten ein großes Lob darstellt. Nichtsdestotrotz habe ich die Pointer-Steuerung während meines Tests bevorzugt, sogar im Handheld-Modus, da ich es persönlich als lästig empfand, wenn mein Finger einen Teil des Spielgeschehens verdeckt. Bei der Wahl des Spielmodus‘ spielt natürlich lediglich eure persönliche Präferenz eine Rolle – funktionstüchtig sind beide Möglichkeiten.

Redaktionswertung

9

Kauf mich!

So werten wir

Unser Fazit zu World of Goo

Meinung von David Pettau
Was bleibt mir noch zu sagen? World of Goo ist ein grandioses und wohl auch zeitloses Spiel, das uns auch nach neun Jahren noch vor den Bildschirm fesselt. Zwar ist das Spiel kein allzu großes Umfangsmonster, doch wird es schließlich auch für den kleinen Preis von 9,99 € angeboten. Während meiner insgesamt knapp fünf Stunden, die ich mit dem Spiel verbracht habe, hatte ich oftmals das Gefühl, der schlauste Kopf der Welt zu sein – ein schwieriges Level in World of Goo abzuschließen ist ein unheimlich befriedigendes Gefühl. An die großen Herausforderungen eines jeden Levels will ich mich dennoch nicht wagen – wen das allerdings reizt, der ist sicher einige Zeit mit World of Goo beschäftigt. Von mir gibt es eine klare und uneingeschränkte Kaufempfehlung, völlig egal, ob ihr in der Regel Puzzle-Freunde seid oder nicht. Alleine die dichte Atmosphäre dieses Spiels muss man erlebt haben.
Mein persönliches Highlight: Der gesamte Soundtrack des Spiels! Ich liebe die einzigartige Stimmung, die in World of Goo aufgebaut wird!

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