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Test zu Graceful Explosion Machine - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Graceful Explosion Machine
  • USA USA: Graceful Explosion Machine
  • Japan Japan: Graceful Explosion Machine
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
06.04.2017
Vertrieb
Vertex Pop
Entwickler
Vertex Pop
Genre
Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Eleganz & Grazie – zumindest, solange die Kombo läuft

Von David Pettau ()
Ich war noch nie ein Fan von Spielen, bei denen man seine Motivation aus dem Erspielen von immer höheren Highscores ziehen soll. Graceful Explosion Machine ist ein genau solches Spiel – und doch ertappte ich mich im Laufe meiner knapp siebenstündigen Spielzeit immer wieder dabei, ein und dasselbe Level wieder und wieder zu spielen, bis es mir nach etlichen Versuchen endlich gelang, eine längst überfällige, perfekte Kombo hinzulegen. Bei jedem Treffer, den ich eingesteckt habe, jeder Aktion, die meinen Ansprüchen nicht genügte, winkte sofort der fließende Neustart des Levels. Ich habe mich in die Highscore-Jagd von Graceful Explosion Machine förmlich verliebt – woran das liegt, das schildere ich euch jetzt.

Der Blaster eignet sich zwar super zur Bekämpfung von Kleinvieh, überhitzt allerdings auch sehr schnell.

Bei Graceful Explosion Machine handelt es sich um ein recht klassisches Shoot’em up, bei dem es stets euer Ziel ist, ein Level komplett von Gegnern zu säubern. Ihr kämpft euch also nicht, wie man das nun vielleicht vermuten könnte, durch automatisch scrollende Level, vielmehr könnt ihr euch in den recht kompakten und horizontal ausgerichteten Arealen frei bewegen. Jedes Level erstreckt sich dabei in beide Richtungen ins Unendliche – zumindest könnte man das meinen. Sobald man den rechten Rand des Levels passiert, kommt man auf der linken Seite wieder raus, was dem Spieler diverse Fluchtmöglichkeiten und Herangehensweisen in den diversen gefährlichen Situationen, in die einen das Spiel wirft, ermöglicht.

Doch beginnen wir ganz von vorne: Als Spieler kontrolliert ihr ein kleines Raumschiff, das ihr mit dem Control-Stick in jede beliebige Richtung manövrieren könnt. Euer Schiff ist dabei aber immer horizontal ausgerichtet – ihr könnt also stets nur nach rechts oder links feuern. Mittels einer beliebigen linken Schultertaste könnt ihr die Ausrichtung eures Schiffes dabei rasch drehen. Dadurch, dass ihr in der Regel nur zur Seite schießen könnt, wird die Vertikale mancher Level zu einer ernstzunehmenden Gefahr.
Vier graziöse Waffensysteme

In vertikalen Gefahrensituationen sind Raketensalven die beste Wahl – Style-Punkte hagelt es ebenfalls.

Doch völlig egal, in welcher Situation ihr euch befindet: Schutzlos seid ihr sicherlich nie. Das Spielkonzept von Graceful Explosion Machine ist um vier Waffensysteme gestrickt, die euch jederzeit zur Verfügung stehen – diese sind an die vier Aktionstasten der Joy-Con oder wahlweise auch des Nintendo Switch Pro Controllers gebunden. Während meines Tests, sei dabei erwähnt, habe ich hauptsächlich im Handheld-Modus gespielt. Eure Standardwaffe stellt zunächst einmal der Blaster dar. Hierbei handelt es sich um ein Dauerfeuer von präzisen Schüssen, deren Reichweite allerdings sehr begrenzt ist. Zwar kann diese Waffe nach zu langem Dauerfeuer überhitzen, doch könnt ihr diese, abgesehen davon, so lange und oft einsetzen, wie ihr wollt.

Mit den anderen drei Waffensystemen verhält es sich anders: Diese verbrauchen Energie, die ihr in Form von einsammelbaren Kristallen wieder aufladen könnt. Ein Teil eurer Energie füllt sich nach einer gewissen Zeit aber auch wieder von alleine auf, Kristalle für zusätzliche Ladung werden von besiegten Gegnern fallengelassen. Hierbei ist vor allem das Haushalten eurer Energieressourcen gefragt: Sobald euer Balken komplett geleert ist, bekommt ihr ein Warnsignal zu hören und ihr könnt nur noch den Blaster einsetzen, bis die Hälfte eurer Energie durch Aufladen oder Einsammeln von Kristallen wiederhergestellt ist. Das wollt ihr stets möglichst vermeiden, da der Einsatz eines der drei verbleibenden Waffensysteme im Eifer des Gefechts oftmals essenziell ist – sowohl für euer Überleben, als auch für den Erhalt eurer aktiven Kombo.

Das Energieschwert wird vor allem in späteren Levels euer bester Freund werden: Bei dieser Waffe handelt es sich um einen 360°-Nahkampfangriff mit einer nicht zu unterschätzenden Reichweite. Damit könnt ihr nicht nur sämtlichem Kleinvieh um euch herum den Garaus machen, ihr könnt auch gegnerische Projektile abwehren. In hektischen Situationen werdet ihr bald schon einen Reflex entwickelt haben, der euren Daumen direkt auf die für diesen Angriff nötige Taste führt! Das Energieschwert – ohne Zweifel die erste Wahl für Ritter aus zivilisierteren Tagen.

Hier stellen sich mir zahlreiche Feinde in den Weg, die dazu in der Lage sind, Projektile abzufeuern.

Sobald ihr es allerdings mit größeren, einzelnen Gegnern zu tun habt, die auf ein großes Reservoir an Schild und Lebenspunkten zurückgreifen können, käme der Einsatz der Energieklinge jedoch einer Energieverschwendung gleich. Hierfür eignet sich wohl keine Waffe so gut, wie der Sniper-Beam. Hierbei handelt es sich um einen Präzisionslaser, der durchgehend und über große Reichweite eine Menge Schaden verursacht. Hier sind natürlich vor allem eure Ziel- und Positionierungskünste gefragt... Doch denkt nicht, dass euch das Spiel dafür die nötige Ruhe lässt. Viel Zeit, um euch korrekt zu positionieren und euren Angriff auszuführen, werdet ihr nie haben.

Schuld daran sind vor allem kleine Gegner, die euch Graceful Explosion Machine nur allzu gerne in riesiger Anzahl auf den Hals hetzt. Diese Momente sind es, die eurem letzten Waffensystem, den Raketen, das Herz aufblühen lassen. Diese verschießt ihr in Salven – je länger ihr die Taste gedrückt haltet, desto mehr Raketen verlassen euer Schiff, große Mengen an Raketen verbrauchen aber natürlich auch sehr viel Energie. Die Schussrichtung könnt ihr dabei mit dem linken Stick festlegen, alle Raketen suchen sich anschließend in der entsprechenden Richtung eigenständig ein Ziel und haben genug Durchschlagskraft, um sowohl kleinere, als auch etwas widerspenstigere Gegner in ein kleines Feuerwerk zu verwandeln.
Gegner, Kombos, Punkte, Punkte, Punkte

Wo wir gerade von Gegnern sprechen, diese kommen in allen möglichen Variationen daher. Die meisten Situationen, in die euch das Spiel wirft, bestehen einerseits aus reichlich Kanonenfutter in Form von kleinen, larvenähnlichen Kreaturen, die euch nur per Berührung Schaden zufügen können, und andererseits aus gefährlicheren Widersachern, die sich unter die Vielzahl an Larven mischen. Einige Gegnertypen wollen euch allerdings nicht nur berühren, sondern beschießen euch auch mit langsam fliegenden Projektilen. Zwar stellen einzelne Projektile nur selten eine Gefahr dar, doch wird es vor allem im späteren Spielverlauf schwierig, stets die Übersicht zu behalten. Schnelle Reaktionen und ein hohes Konzentrationsvermögen sind gefragt.

Vielleicht war es keine gute Idee, in diese Sackgasse zu fliegen...

Solltet ihr in Situationen kommen, in denen euch eure Feinde eingekesselt haben, verfügt ihr aber noch über eine weitere Fähigkeit, die ihr erst im Laufe der Zeit richtig zu schätzen lernen werdet: Den Dash. Insgesamt zwei Mal innerhalb kurzer Zeit könnt ihr diesen für einen kurzen Temposchub einsetzen. Der Clou: Mit dem Dash könnt ihr Feinde passieren, ohne Schaden zu nehmen. Lediglich vor Projektilen müsst ihr euch während des Dashes in Acht nehmen. All eure Fähigkeiten müsst ihr nun intelligent kombinieren, um in einen regelrechten Flow zu geraten und eine möglichst hohe Kombo zu erreichen.

Das Kombosystem in Graceful Explosion Machine ist dabei sehr ausgefeilt: Pro besiegtem Gegner erhöht sich euer Multiplikator für Punkte, die ihr wiederum für das Abschießen von Feinden erhaltet. Während einer aktiven Kombo solltet ihr aber nicht nur peinlichst darauf achten, nicht getroffen zu werden, ihr müsst auch stets euren Druck auf die Gegnerhorden aufrecht erhalten. Mit jedem besiegten Gegner startet ein Timer, während dem ihr einen weiteren Feind für das Fortführen eurer Kombo besiegen könnt. Schafft ihr es bis zum Ablauf der Zeit nicht, einen Gegner abzuschießen, verfällt die Kombo und euer Multiplikator sinkt wieder auf den Ausgangswert. Während ihr eure Kombo ausbaut, bildet sich dabei nach und nach ein immer länger werdender Schweif hinter eurem Schiff, der nicht nur cool aussieht, sondern auch für reichlich Adrenalin sorgt.

Doch nicht nur für das bloße Töten von Feinden hagelt es Punkte, die Frage nach der Art und Weise ist auch entscheidend. Bei Multikills mit einer eurer Spezialwaffen erhaltet ihr zusätzliche Style-Punkte, die für eine hohe Platzierung in einer der Online-Ranglisten, die es für jedes Level gibt, von essenzieller Wichtigkeit sind. Solltet ihr während einer Kombo doch mal einen Treffer einstecken, ohne das Level gleich neu beginnen zu wollen, so verlieren die Gegner hin und wieder einen Lebenspunkt, den ihr aufsammeln könnt. Bis zu zwei Treffer könnt ihr dabei einstecken – beim dritten Treffer müsst ihr das Level aber zwangsläufig neu starten.
Präsentation: Top! Abwechslung: Flop!

...doch zum Glück kann man feindliche Einheiten mit dem Dash gefahrlos passieren.

Zwar machen die einzelnen Levels ungeheuerlichen Spaß, doch mangelt es dem süchtig machenden Spielprinzip leider ein wenig an Abwechslung. Alle Levels spielen sich im Großen und Ganzen sehr ähnlich, die Architektur und individuellen Gegnertypen mancher Levels bieten nur selten eine sehr spezielle Erfahrung. Auch in optischer Hinsicht unterscheiden sich die vier Welten des Spiels fast nur in ihrer Farbgebung – spielerisch wird es zwar immer anspruchsvoller, Alleinstellungsmerkmale sucht man aber sowohl in den Welten, als auch in den dortigen Levels, meist vergebens. Graceful Explosion Machine spielt sich am besten in kurzen Sessions, bei denen man sich auf den perfekten Abschluss eines einzelnen Levels konzentriert.

Kommen wir zuletzt zur technischen Präsentation des Spiels. Optisch gibt sich das Spiel zwar sehr minimalistisch, dafür aber auch sehr stilsicher. Aufgrund der klar definierten Umgebungen und Gegnertypen trägt die Optik immer zu einer guten Übersicht bei und steht dem rasanten Gameplay in keiner Weise im Weg, vielmehr wird das Gameplay durch die Optik betont. Vor allem die simpel gehaltenen Explosionseffekte wissen aber zu gefallen – bei “Graceful Explosion Machine“ sollte das aber wohl auch gegeben sein. Das Sounddesign ist dabei wirklich grandios, wenn auch ebenfalls sehr minimalistisch. Soundeffekte und der ziemlich unauffällige Soundtrack ergeben ein sehr stimmiges Gesamtbild, welches das Gameplay ebenfalls unterstützt.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Graceful Explosion Machine

Meinung von David Pettau
Graceful Explosion Machine ist das erste Spiel für die Nintendo Switch, bei dem ich wirklich das Gefühl habe, dass es wie für das System gemacht zu sein scheint. Während meines Tests hatte ich meine Nintendo Switch stets bei mir und wagte mich immer wieder an ein neues Level – locker ließ ich bei jedem Level erst, wenn mindestens ein S-Rang dabei raussprang. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit steuert sich das Spiel darüber hinaus sehr intuitiv und die einzelnen Elemente greifen cleverer ineinander, als man das zunächst vermuten würde. Nachdem ich das Spielkonzept gänzlich verstanden hatte, kehrte ich sogar nochmal zu früheren Levels zurück, um diese zu perfektionieren. Uneingeschränkte Kaufempfehlung von mir für alle Shoot’em up-Fans, die sich gerne auf Highscore-Jagd begeben.
Mein persönliches Highlight: Meine erste perfekte Kombo, nachdem ich eine gute halbe Stunde lang an einem Level verzweifelt bin.

Kommentare 3

  • wonderboy Turmbaron - 23.04.2017 - 16:02

    die graphik find ich klasse!

    dumm nur das ich absolut nicht auf Ballerspiele stehe..
  • David Pettau Mugiwara no Pummeluffy - 23.04.2017 - 16:05

    @wonderboy Finde es schade, dass es so wenige Demos gibt - bei diesem Spiel würde sich das finde ich wirklich anbieten. Es macht einfach unglaublich viel Spaß.

    Edit:
    Falls sich im Übrigen jemand fragt, weshalb die fünf Screenshots ein bisschen unscharf sind: Das liegt daran, dass ich sie im Handheld-Modus geschossen habe. Hab blöderweise nicht an die dortige Auflösung von 720p gedacht. (Beim Spielen, sowohl im Handheld-, als auch TV-Modus, ist das Spiel gestochen scharf)
  • Rob64 Turmheld - 23.04.2017 - 17:26

    " Präsentation: Top! Abwechslung: Flop!" ntower Spiele-Hit.