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Test zu The Girl and the Robot - Wii U

  • Deutschland Deutschland: The Girl and the Robot
  • USA USA: The Girl and the Robot
  • Japan Japan: The Girl and the Robot
Plattform
Wii U
Erscheinungsdatum
22.06.2017
Vertrieb
Flying Carpets Games
Entwickler
Flying Carpets Games
Genre
Adventure, Action, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Ein Mädchen und ihr rostiger Roboter

Von Marco Kropp ()
Im letzten Jahr, also 2016, erfuhr ich von einem kleinen Spiel namens The Girl and the Robot. Die gesehenen Screenshots von dem PC-Spiel sahen gut aus, nicht sonderlich überwältigend im Vergleich zu den AAA-Spielen dort draußen, aber für ein Indie-Spiel gut. Außerdem hatte es eine interessante Grundidee: Das Wechseln zwischen zwei Charakteren, um unterschiedliche Rätsel und Situationen zu bewältigen. Als ich, im Zuge meiner Tätigkeit als Redakteur für ntower, von einer Veröffentlichung des Titels auf Wii U erfuhr, freute ich mich auf einen Test des Titels.

Nachdem ich The Girl and the Robot startete, erblickte ich ein schönes Artwork von dem titelgebenden Mädchen und ihrem Roboter. Das Menü sah dann doch nicht so gut aus. Ein weißer Hintergrund, eine Statue mit Amulett in der Hand rechts. Aber zumindest gab es eine deutsche Lokalisierung. Die Optionen waren rar, lediglich das Invertieren der Analog-Sticks, die Sprache und noch nicht verfügbare Kostüme waren beim Spielstart vorhanden. Zu meinem großen Bedauern stellte ich sehr schnell fest: The Girl and the Robot unterstützt nicht die Funktion des Off-TV-Plays. Man konnte lediglich mit dem Gamepad sowie mit dem Wii U Pro Controller spielen, ohne irgendwelche Zusatzfunktionen des Wii U-Gamepads.

Der erste Schock im Spiel: Der blau-graue Hintergrund und die geringe Sichtweite.

Als ich dann auf "Neues Spiel" klickte, kam der erste Schock. Anders als auf oben erwähnten Screenshots und den Screenshots im Nintendo eShop, erblickten mich zwar solide Modelle und Texturen, aber eine schreckliche Sichtweite, die durch einen bläulich-grauen Nebel begrenzt wurde, welcher scheinbar auch die Skybox darstellte. Nebel ist wohl etwas übertrieben, denn dieses Blau-Grau sah einheitlich gleich aus. Aber immerhin konnte ich mich nach dem ersten Schock etwas an den zwar nicht herausragenden, aber dennoch soliden Animationen erfreuen. Das Mädchen war in einem hängenden Zimmer eingesperrt und ein Vogel kam hereingeflogen. Das Mädchen sah die Verletzung des Tieres und kümmerte sich sofort rührend um diesen Kleinen. Als er wieder gesund war, flog der Vogel zu einem alten Mann, welcher schließlich das Mädchen aus ihrem Verlies befreite und verschwand.

Ich begab mich also hinaus ins Abenteuer. Die niedrige Sichtweite und die eintönige Skybox rückten nun wieder mehr in den Vordergrund. Noch nicht einmal Lichteffekte waren groß vorhanden. Nachdem ich einen Turm hochlief und -sprang, erblickte ich nun einen Roboter in einem Käfig. Unfähig ihn zu befreien, ging ich weiter und kam auf eine Brücke mit einem frei herumlaufenden Roboter. Dieser kam auf mich zu, vielleicht als Zeichen der Freundschaft, packte mich und das Spiel war vorbei. Bei einem weiteren Versuch erkannte ich schnell, dass ich nicht als Mädchen gegen ihn kämpfen kann, doch dann sah ich rechts neben dem verschlossenen Eingang auf der anderen Seite der Brücke mehrere Kisten. Ich sprang auf diese und stieg in das Gebäude ein, wo ich oben erwähnte Statue mit Amulett in der Hand erblickte. Ich nahm dieses und dadurch konnte ich zu besagtem Roboter im Käfig wechseln. Dieser befreite sich mit einem starken Schwerthieb aus seinen Gefängnis und dadurch war ich in der Lage, den auf der Brücke verweilenden, bösen Roboter zu besiegen. Danach nahm ich als Roboter das Mädchen auf meine Schulter und setzte mein Abenteuer fort.

Eine der schöneren Gegenden im Spiel.

So musste ich im Laufe meiner leider nur 3 Stunden und 50 Minuten Spielzeit (laut meiner Wii U) mich an mehreren Robotern vorbei kämpfen und schleichen, das Mädchen beschützen und einige Rätsel lösen. Zwei sind mir besonders im Gedächtnis geblieben, welche vermutlich auch den größten Teil meiner Zeit einnahmen: In einem musste ich ein Licht auf dem Boden durch Betätigen der Schalter weiterleiten, dabei musste es immer schön der Reihe nach gehen. Erst das Mädchen auf Schalter 1, damit das Licht zum nächsten Punkt hin angezeigt wurde, dann den Roboter auf Schalter 2, damit das Licht von dort aus weiterging. Dann wiederum das Mädchen auf den nächsten Schalter und so weiter. An einer Stelle musste aber ein Charakter wieder zurück zum Anfang, da die letzte Tür eine andere Lichtquelle benötigte. Eine Abkürzung benutzend sprang ich so herunter. Als ich dann den Schalter wieder betätigen wollte, kamen mir feindliche Roboter entgegen und so musste ich gegen diese kämpfen. Besagtes zweites großes Rätsel war eine Verkettung an Labyrinthen, an welcher ich verzweifelt bin und welche auch meine größten Kritikpunkte am Spiel darstellen.

Zum einen sind die Rätsel zeitlich oftmals knapp bemessen, sodass man bei einem kleinen Verzug das Prozedere nochmal wiederholen muss. Zum anderen wird man in manchen Abschnitten nur so mit gegnerischen Robotern beworfen, weswegen das Kämpfen dort keinen Spaß macht. Wenn man nicht alle im Blick hat, schnappt sich einer das Mädchen und man muss, wenn man den Abschnitt noch nicht geschafft hat, wieder vom Beginn des besagten Segmentes anfangen. Es gibt im Spiel drei Arten von Gegnern: Die stark gepanzerten mit einem Schild und einer Lanze, Roboter mit einem kleinen Schild und einem Schwert oder Axt sowie Roboter ohne Panzerung, die meist auf einen zurennen, um entweder das Mädchen zu greifen, oder aber, um sich in der Nähe des eigenen Roboters zu sprengen. Auch die niedrige Sichtweite verschleierte beispielsweise eine Aktion mit einer Kanone. So musste ich zum Öffnen einer Tür eine Kanonenkugel verschießen, jedoch sah ich den Gong als entsprechenden Türmechanismus nicht, der in der Ferne hing. Da aber bei diesem Element nur zwei von vier Richtungen zum Schießen möglich waren, kam ich schnell auf die Lösung.

Hier heile ich gerade den Roboter.

The Girl and the Robot nutzt jedoch eine interessante Mechanik für das Leben des Roboters: Dieser hat drei Rüstungsteile, welche bei starken Treffern der Gegner zerspringen. Nach dem letzten, der Beinrüstung um genau zu sein, kann man aber weiterkämpfen, bis man durch mehrere Treffer schließlich explodiert, was zum Game Over führt. Dabei zeigt eine Kugel auf dem Schild, beziehungsweise auf dem Rücken des Roboters, die Trefferstärke an. Wenn diese Kugel dann extrem rot leuchtet und man getroffen wird, zerspringt ein Rüstungsteil oder man stirbt, wenn man keine Rüstung mehr hat. Aber das Mädchen kann durch die Fähigkeiten des Amuletts den Roboter wieder heilen. Das Kämpfen selber erfolgt immer mit einer R-Taste. Dabei führt man maximal eine Kombo aus drei Schlägen aus. Zum Blocken mit dem Schild muss man ZL drücken, aber die Animation der Angriffe muss erst fertig sein und man darf sich nicht bewegen. Auch beim Benutzen von Pfeil und Bogen durch ZL und dem Abfeuern der Pfeile durch ZR muss man warten, bis man steht und die Animationen ausgeführt sind. Die Steuerung ist meines Erachtens sehr hakelig. Man kann zwar mit dem Roboter kurz einen Sprung nach vorne, links, rechts oder hinten machen, jedoch nützt dies nur zum raschen Ausweichen. Auch das Rennen mit dem Roboter ist nicht ganz so leicht. Beim Mädchen fühlt sich die Steuerung etwas besser an, obwohl man beim Interagieren auch die Renntaste Y loslassen muss, um dann wieder durch Betätigung von Y bei kleinen Durchgängen beispielsweise mit der Umwelt interagieren zu können.

Im Verlauf des Spiels stößt man auch auf verschiedene Abschnitte. Nach dem durch die Render-Distanz bedingten sehr schlecht aussehenden Anfangsgebiet kommt man in eine hübsch gestaltete Stadt, danach in eine Burg. Jedoch wirken die teils unterirdischen Gänge sehr eintönig und spannende und freudige Momente gibt es nur selten. Ich verspürte im Allgemeinen, auch durch die doch nicht ganz so gute Grafik und die technische Umsetzung oftmals nur Langeweile. Oft ging die Bildrate runter auf 20 Bilder pro Sekunde, im besagten Labyrinth und an einigen anderen Stellen, wo nicht nur viele Roboter sind, sondern auch eine Menge Wasser im Spiel, sogar teilweise runter auf gefühlte 10 Bilder die Sekunde, vielleicht sogar niedriger. Selbst bei der Auflösung des Bildes war ich mir nicht sicher, ob es 720p oder weniger waren, was aber nicht wirklich groß ins Gewicht fällt. Auch die hakelige Steuerung des Roboters und die Zeiträtsel, sowie die teils doch unfairen Kämpfe trüben den Spielspaß, wenn man von 5 Robotern auf drei verschiedenen Arten angegriffen wird und man nur im Dauerschaden steht, ohne Chance auf rasche Gegenreaktion. Dies ist vor allem beim letzten Bosskampf gegen eine schwarzgekleidete Dame und Nutzerin von Magie schlecht. Im Spiel stößt man auf diese zwei mal. Während ich im ersten Kampf mehrmals probieren musste, bis ich auf die Lösung kam, hatte ich auch im zweiten Kampf starke Anlaufschwierigkeiten, durch die knappen Zeitintervalle, die mir zum Angriff blieben.

Im Kampf gegen einen feindlichen, stark gepanzerten Roboter.

Während meines Spiels gab es nur gelegentlich Musik und Hintergrundgeräusche, was ich aber nicht als störend empfand. So wusste man beim Einsetzen einer bestimmten Musik, dass Gegner unterwegs sind. Das Spiel selbst kommt ohne große Anzeigen aus, lediglich ab und an mal wird ein Tastensymbol eingeblendet und eine Erklärung auf Deutsch angezeigt, welche leider oftmals nicht perfekt ist, da die Tasten dort nicht als Tasten benannt sind, sondern zum Beispiel als „SWITCH BUTTON“ bezeichnet werden. Die Geschichte, die mit dem Mädchen im Zimmer und dem Vogel begann, wird auch im Spiel weitergeführt, jedoch verzichtet man dabei auf Dialoge, sondern erzählt die Geschichte durch Mimik und Gestik der handelnden Charaktere. Dabei weiß man, wer gut und wer böse ist. Doch, woher das Mädchen stammt, wird nicht ganz durch diese Handlung erzählt, sondern lässt sich nur durch entsprechende Szenen und Gemälde zusammenreimen.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu The Girl and the Robot

Meinung von Marco Kropp
The Girl and the Robot ist ein solides Adventure-Spiel, welches euch zwischen zwei unterschiedlichen Charakteren wechseln lässt. Dabei sind die Rätsel nicht sonderlich spektakulär und während manche nur oberflächlich behandelt werden, sind andere etwas zu sehr an einer Stelle verankert, sodass es teilweise eintönig und langweilig wird. Durch die hakelige Steuerung, knappen Zeitintervallen, den Teils frustrierenden Momenten und die technisch leider unbefriedigende Umsetzung auf der Wii U wird das Bild des soliden Spiels getrübt. Somit bleibt es ein Spiel für zwischendurch für all diejenigen, die keine großen Ansprüche haben und ein nettes Abenteuer erleben wollen.
Mein persönliches Highlight: Als ich mit dem Mädchen durch das Labyrinth rennen musste, von Robotern verfolgt.

Kommentare 1

  • Lyle Turmheld - 05.07.2017 - 23:14

    Guter Test. Fair und Aufschlussreich.
    Ich hatte die Hoffnung, wenn es nicht mit Grafik punkten kann, dann vielleicht mit Gameplay und Handlung. Schade.