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Test zu GoNNER - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: GoNNER
  • USA USA: GoNNER
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
29.06.2017
Vertrieb
Raw Fury
Entwickler
Raw Fury
Genre
Platformer, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Mein Verhältnis mit dem Tod

Von Max Kluge ()
Wo fängt man an, wenn man ein Review zu GoNNER schreibt? Das ist in der Tat gar nicht so einfach! Bereits zu Beginn fallen einem allerhand Elemente auf, die recht unkonventionell für ein modernes Videospiel sind. Im Folgenden werde ich euch nun meine Reise durch das kleine Indie-Spiel beschreiben. Eine Reise voller Frust, Spaß, Spannung und Adrenalinschüben.

Im Ausrüstungsraum bereitet ihr euch auf die Monsterjagd vor.

Wirft man einen ersten Blick auf GoNNER, so ist man sich nicht sicher, was man da grade sieht. Der Grafikstil des Spiels ist sehr eigen und rangiert irgendwo zwischen expressionistischem Gemälde und Fiebertraum, passt aber wie die Faust auf's Auge zur diffusen und undurchsichtigen Handlung. Interessant ist hierbei, dass das Gameplay darunter keine Sekunde lang leidet. Man muss sich zu Beginn vielleicht ein bisschen an die sehr alternative Präsentation gewöhnen, aber schließlich kommt man in der Welt von GoNNER an.

Im Spiel verkörpert ihr Ikk, einen Gehilfen des Todes, der einen riesigen Weltraumwal als Freund hat. Was genau euer Ziel ist und in welcher Umgebung ihr euch befindet, darüber gibt euch GoNNER keinerlei Antworten. Das Ganze bietet euch viel Raum zur Interpretation, was durchaus ein interessanter Ansatz für ein Videospiel ist. Besonders, weil in den meisten anderen Titeln die Prämisse und Ziele häufig glasklar sind.

Auch ein Tutorial oder andere Erläuterungen über das Gameplay des Spiels werden komplett ausgelassen. Ihr werdet sofort ins Geschehen geworfen und müsst schauen, wie ihr euch durchschlagt. Das ist zunächst sehr unkonventionell und kann durchaus ein wenig nerven, da ihr manche Eigenheiten des Spiels oder bestimmter Items erst nach ein paar Spielminuten herausbekommt, fühlt sich gleichermaßen aber nur konsequent an. GoNNER ist einfach anders, schräg und will sich definitiv nicht erklären müssen.

Doch was müsst ihr eigentlich machen? Im Grunde genommen geht es darum, möglichst viele Punkte zu erzielen. Dies gelingt euch, indem ihr in jedem Raum, den ihr betretet, Monster mit eurer Waffe, oder per gezieltem Kopfsprung, killt. Je nachdem wie viele Monster ihr in einer Reihe ins Jenseits befördert, gelangt ihr in eine Art "Killstreak"-Phase, in der jeder Kill mehr Punkte bringt und zudem seltene violette Runen auftauchen können. Dabei müsst ihr aber stets auf der Hut sein, denn ein einziger Treffer zerpflückt euch in eure Einzelteile, die ihr schließlich aufsammeln müsst, zudem verliert ihr ein Herz. Werdet ihr erneut getroffen, ohne, dass ihr bereits wieder voll zusammengesetzt seid, habt ihr verloren und müsst komplett von vorne beginnen. Habt ihr keine Herzen mehr und werdet von einem Gegner getroffen, ereilt euch dasselbe Schicksal.

Um viele Punkte zu bekommen, muss man also draufgängerisch spielen und Risiken eingehen. Doch GoNNER setzt noch einen drauf, damit ihr mit einem möglichst aggressiven Spielstil in die Bresche springt: Mithilfe der violetten Runen, die ihr aufsammelt, könnt ihr euren Tod abwenden. Eure Punkte werden gespeichert und ihr werdet mit all euren Herzen wiederbelebt.
GoNNER ist bis dato das schwerste Spiel auf der Nintendo Switch

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mich GoNNER nicht frustriert hat. Der arcadelastige Verlauf des Spiels stößt bestimmt nicht bei jedem von euch auf Zuneigung, denn wenn ich sage, dass ihr von vorne anfangen müsst, fangt ihr tatsächlich im ersten Abschnitt bei Null an. Ausschließlich eure Waffen und Ausrüstungen, die ihr auf eurem Weg bereits gefunden habt, stehen euch zur freien Verfügung.

Möchtet ihr es mit anderen Gegenständen versuchen, so könnt ihr stets den Tod aufsuchen und euch aus den Waffen, Utensilien und Köpfen, die ihr bereits gefunden habt, frei wählen. Neben einem konventionellen Feuerarm gibt es in GoNNER allerhand Waffen zu entdecken, welche sich alle anders verhalten und für die jeweiligen Situationen Vorteile und Nachteile bergen. Das Gleiche gilt für die Utensilien, die euch die Monsterjagd etwas erleichtern. Es gibt zum Beispiel einen Gegenstand, der eure Munition komplett wieder auffüllt, oder einen anderen, der die Umgebung um euch herum in die Luft sprengt.

Auch die verschiedenen Köpfe, die ihr auf euren Charakter pflanzen könnt sind interessant und bieten jeweils ihre Eigenheiten. So gibt es zum Beispiel einen Teddy-Kopf, mit dem ihr eine andere Sprunganimation bekommt, oder den Standardkopf, der gegenüber allen anderen fünf Herzen aufweist. Es ist also ein stetes Abwägen angesagt, welche Vorteile am besten zu euch passen.

Schon der erste Boss ist eine anspruchsvolle Herausforderung.

Die verschiedenen Abschnitte sind prozedural generiert, ihr huscht also nicht immer durch die gleichen Räume. Das ist auch gut so, denn ihr werdet diese Abschnitte sehr oft durchwandern. Das Spiel ist dermaßen schwer, dass ich nach der ersten Spielstunde gerade mal den zweiten Level erreicht habe, inklusive Bosskampf, der mir beinahe den letzten Nerv geraubt hat. Hierauf muss man sich definitiv einlassen, sonst hat man mit GoNNER keine Freude.

Aber dennoch: Das Spiel entwickelt mit der Zeit seinen ganz eigenen Suchtfaktor. Das Gameplay funktioniert einfach wunderbar, man lernt immer mehr dazu und kann seinen Fortschritt förmlich spüren. Es ist ein harter und steiniger Weg durch die Welt des Fiebertraums, doch Arcade- und Roguelike-Fans dürften an ihm ihre Freude haben. Um das Ganze noch abzurunden, gibt es jeden Tag eine neue Challenge, in der ihr besondere Umgebungen erforscht und versucht, möglichst viele Punkte zu erreichen. Dies dürfte vor allem für alle Highscorejäger unter euch interessant sein, denn bald wird es eine Ranglisten-Funktion geben, bei der ihr euch mit Spielern auf der ganzen Welt vergleichen könnt.

Als Kritikpunkte möchte ich dennoch das Fehlen einer Speicherfunktion ansprechen. Ich weiß, dass dies nicht die Intention des Spieles ist, aber ich glaube, dass sich die Entwickler hier selbst ein wenig ins Fleisch schneiden. GoNNER ist ein wunderschönes Spiel, aber was nutzt das, wenn es schlicht zu schwer ist und man es nicht in seiner Gänze betrachten kann? Man investiert so viel Zeit in die immer wieder gleichen Abschnitte, bis man eine Etappe weiterkommt. Eine Speicheroption nach jedem Boss wäre hier wirklich gut gewesen. Auch sind die prozedural generierten Räume manchmal einfacher, manchmal schwerer, was dazu führt, dass der Erfolg eines Durchlaufs auch immer ein bisschen mit Glück zu tun hat. Aber das ist wirklich nur ein kleines Manko.

Ein letzter Abschnitt sei hier noch der grandiosen Geräuschkulisse des Spiels gewidmet. Nicht nur der verschrobene Soundtrack, auch die Soundeffekte, die einen bei GoNNER erwarten, klingen alle wunderbar entrückt, als wären sie schlicht nicht von dieser Welt. Der Titel hinterlässt somit ein unheimlich stimmiges Gesamtbild und kann vor allem durch seine Originalität punkten.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu GoNNER

Meinung von Max Kluge
GoNNER ist ein wirklich anspruchsvolles Spiel, das seinen ganz eigenen Stil aufweist und so sperrig daherkommt, dass es eine wahre Freude ist. Das Abenteuer von Ikk sollte wirklich nur von denjenigen angegangen werden, die mit Frust und Leid umgehen können, denn sonst werdet ihr defintiv keine Freude daran finden. Habt ihr allerdings erst einmal einen Boss besiegt, euren eigenen Highscore geknackt oder eine neue und interessante Waffe gefunden, belohnt dies all eure Mühen. Zudem entwickelt das Spiel nach einer gewissen Zeit eine tolle Sogwirkung, die aufgrund von täglichen Challenges und den bald erscheinenden Highscore-Listen für einige Zeit bei euch anhalten dürfte.
Mein persönliches Highlight: Die grandiose Soundkulisse und der tolle Grafikstil

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