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Test zu I and Me - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: I and Me
  • USA USA: I and Me
  • Japan Japan: Boku to Boku no Sekai de
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
06.07.2017
Vertrieb
Ratalaika Games
Entwickler
Wish Fang
Genre
Platformer, Puzzle, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Ich bin meinem anderen Ich ein Gefährte

Von Daniel Busch ()
Niemand möchte gern allein sein. So auch nicht das süße Kätzchen, um das es in I and Me geht. Ihr früheres Leben war sehr trist und leblos und so wünschte sie sich einen Freund. Doch wer kann nur ein so knuffiges und liebeswertes Tier nicht mögen? Ihr einziger Gefährte ist sie selbst – und das wortwörtlich. Sie ist nun ihrem anderen Ich ein Gefährte. Und so erlebt das Kätzchen viele kleine Abenteuer und überwindet Hürden, mit der Hilfe von sich selbst, ihrem neuen besten Freund. Dabei kann man sich aber auch selbst im Weg stehen. Denn das Spielprinzip von I and Me basiert auf vielen kleinen Leveln voller Rätsel, in denen ihr versucht, die beiden kleinen Kätzchen zeitgleich an unterschiedliche Orte zu positionieren. Da es sich bei den beiden Kätzchen um dieselben Individuen handelt, bewegen sie sich natürlich auch simultan. Sie verhalten sich in ihren Bewegungen komplett gleich und eine tut immer genau das Gleiche, was auch die andere Katze tut. Und genau dieser Kniff verlangt euch ein kreatives Denkvermögen ab. Denn während ihr die eine Katze einen sicheren Weg entlanglaufen lasst, steuert die andere wahrscheinlich auf einen Abgrund zu.

Viele Rätseleinlagen warten auf euch

Die Kätzchen verhalten sich in ihren Bewegungen vollkommen gleich. Ziel ist es, beide sicher in die Bilderrahmen zu leiten.

Zu Beginn des Spiels wird euch das Spielprinzip spielerisch vertraut gemacht. Ihr lernt einige kleine Kniffe, die unabdingbar sind, um später heil die Level abzuschließen. So laufen zwar beide Kätzchen nach rechts, wenn ihr den Stick nach rechts schiebt, aber natürlich kann eine Katze nur so weit laufen, bis sie auf eine Wand stößt. Dann bleibt sie stehen. Die andere Katze, die sich noch auf dem offenen Gras befindet, läuft derweil weiter. Ein einfacher Weg, um die Distanz der beiden Stubentiger zu verringern. Ähnlich verhält es sich mit kleinen Stufen. Lasst eine Katze über eine Stufe springen, die andere, die direkt dahinter hergelaufen kommt, aber nicht. So blockiert ihr ihren Weg, während die andere Katze, die über die Stufe gehüpft ist, weiterlaufen kann. Auf diese Weise erhöht sich die Distanz der Kätzchen. Vorausgesetzt natürlich, es ist noch genug Platz da. Die Kätzchen können übrigens nur laufen und springen. Von daher ist die Steuerung auch sehr eingängig und einfach. Zudem ist es auf jedem Controller für die Nintendo Switch spielbar und auch angenehm zu spielen.

Am Anfang beginnt noch alles freundlich und einladend. Doch je weiter ihr in den Leveln fortschreitet, desto mehr Fallen und Kniffe erwarten euch. Da hilft es definitiv vorher zweimal nachzudenken, bevor ihr die Kätzchen bewegt. Denn ein falscher Schritt, könnte schon eines der beiden Kätzchen ins Verderben laufen lassen. Nicht schlimm, denn ihr dürft ein Level unendlich oft probieren, bis ihr es schafft. Auch gibt es keine Zeitbegrenzung, ihr könnt die Fellkugeln so lange leiten wie ihr wollt. Das Spiel ist in dieser Hinsicht wirklich sehr freundlich zu euch. Nicht nur steigt ihr in einem sehr leichten Schwierigkeitsgrad ein, in dem ihr alle Kniffe erstmal lernt, und unendlich viele Versuche habt. Wenn ihr mal nicht weiterwisst, dann greift euch das Spiel ebenfalls unter die Arme. Mit einem Knopfdruck auf X zeigt euch das Spiel ein kurzes Video, das euch einen kleinen Denkanstoß gibt, wie ihr das Rätsel lösen könnt. Denn euch werden dann die ersten paar Sekunden zur Lösung des Levels gezeigt – natürlich nicht komplett, ein bisschen sollt ihr natürlich auch selbst nachdenken. Auf jeden Fall hat man immer das Gefühl, dass ihr nicht gegen das Spiel spielt, sondern es freundlich ist und möchte, dass ihr es schafft. Das gibt stets Motivation, auch wenn ihr mal an einem Rätsel etwas länger hängen solltet. Die Hilfe ist dabei natürlich vollkommen optional. Ihr müsst sie nicht benutzen.

Mit der Hilfe von Schaltern könnt ihr zum Beispiel Plattformen bewegen und so die Kätzchen höhere Ebenen erreichen lassen.

Während alles also noch recht harmlos mit einigen einfachen Rätsel-Level beginnt, kommen später noch Hindernisse wie Schalter, Igel, Schafe, Bienen oder Stacheln hinzu. Die Schalter bleiben nur solange aktiviert, solange ein Kätzchen sich dort befindet. Also ist das richtige Timing wichtig, wie ihr sie benutzt. Schalter lassen zum Beispiel Plattformen bewegen oder Stacheln erscheinen/verschwinden. Durch die bewegenden Plattformen könnt ihr das andere Kätzchen an weiter entfernte Orte bringen und mithilfe der Stacheln könnt ihr andere Tiere ausschalten. So werden alle Tiere, die die Stacheln berühren, davon verletzt und verschwinden. Natürlich auch ihr selbst, wenn ihr nicht aufpasst. Igel und Schafe laufen immer hin und her, während Bienen in bestimmten Abständen von einem Bienenstock auf euch geschossen werden. Da der Bienenstock immer dem nächstgelegenen Kätzchen folgt, könnt ihr vom anderen Kätzchen ablenken, dass dann in Ruhe gelassen wird, um schnell seinen Weg weiterzuverfolgen. Wenn ihr geschickt genug seid, könnt ihr damit natürlich auch andere Tiere ausschalten. Schafe indes, lassen euch höher springen, wenn ihr auf ihren wolligen Rücken springt. Aber Vorsicht, berührt euch ein Schaf (oder ein anderes Tier) beginnt das Level von vorne. Eines ist jedoch in allen Leveln entscheidend. Beide Kätzchen müssen zusammenarbeiten, um weiter zu kommen. Im Alleingang funktioniert nichts. So muss ein Kätzchen quasi die Bienen vom anderen Kätzchen ablenken, oder für das andere Kätzchen einen Schalter umlegen, um schwebende Plattformen zu bewegen – damit dieses wiederum für das eine Kätzchen, den Weg wieder frei machen kann, da die Plattformen womöglich zu einem anderen Schalter führen, der Stacheln verschwinden lässt. Achtet aber immer auf jede einzelne Bewegung, denn oft könnt ihr nicht einfach nach links laufen, da ein Kätzchen womöglich in Stacheln reinlaufen würde. Das passiert schneller als gedacht, schließlich kann man nicht immer zwei verschiedene Stellen im Blick haben. Daher müsst ihr immer um die Ecke denken und ein Kätzchen quasi „sichern“, indem ihr es gegen eine Wand laufen lasst. Dann kann ihr zumindest nichts passieren. Später kommt unter anderem noch ein Zauberstab hinzu. Läuft eines der Kätzchen in den Stab hinein, wird ihre Bewegung umgekehrt. Schiebt ihr den Stick nach links, läuft nur noch eine Katze nach links, die andere dann nach rechts. Lasst euch nicht verwirren und versucht stets, den Überblick zu behalten. Die Rätsel werden zwar kniffliger, aber alle sind für jedermann absolut machbar und erfordern nicht mehr als einige Minuten Zeit. In einigen Leveln erwartet euch auch für beide Kätzchen der gleiche Parcours, nur spiegelverkehrt. So müsst ihr eure Augen stets auf beide Kätzchen haben, damit beide sicher ans Ziel gelangen. Das Ziel wird als Bilderrahmen dargestellt, die beide Kätzchen jeweils zeitgleich erreichen müssen. Ist das geschafft, gibt es ein kurzes Blitzlicht und ein schönes Erinnerungsfoto ist geschossen. Verletzt sich nur ein Kätzchen, beginnt das Level wieder von vorn.

Sehr schön gestaltet, inhaltlich fehlt die Abwechslung

Insgesamt erwarten euch 92 verschiedene Level, diese sind in vier Jahreszeiten aufgeteilt. Ihr startet im Frühling. Nach etwas mehr als 20 Level spielt sich dann alles im Sommer ab und so weiter. Das ganze Spiel zeichnet sich durch eine sehr schöne handgezeichnete 2D-Grafik aus. Die Umgebungen sind sehr detailverliebt entworfen. Das Design erinnert so ein wenig an die Filme vom Studio Ghibli, allem voran "Mein Nachbar Totoro". Besonders die Kätzchen sind zum Knuddeln, so flauschig wie die schwarzen Fellpuffel sind. Ihre unschuldig blickenden Augen und ihr kleines wedelndes Schwänzchen, lassen euch dann mit einem schlechten Gewissen zurück, wenn ihr sie unachtsam in Gefahr laufen lasst. Wobei euch aber dann genau in dem Moment ein süßes Miauen entzücken wird. Nicht nur die Kätzchen und die Umgebungen sind schön gestaltet, auch die Musik trägt zur ruhigen Atmosphäre bei. Leise Klavier- und Orchesterklänge berieseln euch, während ihr versucht, die kleinen Kätzchen sicher an ihr Ziel zu bringen, bzw. natürlich das eine Kätzchen, das zweimal da ist.

Durch das Berühren des Zauberstabs wird die Laufrichtung gespiegelt. Lasst euch nicht davon verwirren.

Jedes geschaffte Level lässt sich in einer Level-Karte nochmal anwählen. Falls ihr also später nochmal Lust auf erneute Durchläufe habt, nur zu. Was die gesamte Spielzeit für einen kompletten Durchlauf – also bis zum letzten Level – betrifft, so hängt dies natürlich ganz von euren grauen Zellen und eurer Geschicklichkeit ab. Jedoch könnte man alle Level problemlos innerhalb eines Tages lösen. Ob dies einen Preis von 9,99 Euro rechtfertigt, muss dabei jeder für sich selbst entscheiden. Denn für diesen Preis könnt ihr den 2D-Plattformer von Ratalaika Games im Nintendo eShop der Nintendo Switch erwerben. Spaß machen die Rätseleinlagen dennoch auf jeden Fall – und auch wenn das Spielprinzip Level für Level dasselbe bleibt, so sind die Rätseleinlagen nicht so schnell eintönig. Im Gegenteil, immer wieder bemerkt ihr ein „Nur noch ein Level“-Gefühl und seid auch schon dabei das nächste Level zu spielen und das übernächste. Gespeichert wird übrigens automatisch. Leider gibt es bis auf die 92 Level, keine weiteren Modi. So habt ihr nach dem Absolvieren aller Level nichts mehr zu tun, im Hauptmenü erwarten euch nur noch die Optionen. Ein bisschen mehr Abwechslung täte hier gut. Das Spiel ist ein reines Solospiel, also nur für einen Spieler. I and Me ist zudem komplett auf Deutsch übersetzt worden. In einigen Leveln findet ihr kleine Briefe (insgesamt 20 an der Zahl), die ihr aufsammeln könnt. Dies ist rein optional – es gibt keine Punktewertungen oder dergleichen. Sammelt ihr sie aber ein, erzählen sie euch eine kleine Hintergrundgeschichte zu den Gefühlen des kleinen Kätzchens. Wirklich sehr bezaubernd, und manchmal ist es auch eine kleine Herausforderung, sicher an die Briefe zu gelangen. Denn sie zählen nur dann als gesammelt, wenn ihr es hinterher im gleichen Versuch auch ins Ziel – also in die beiden Bilderrahmen - schafft.

Doch ist ihr jetziges Ich wirklich nicht mehr so einsam wie zuvor? Manchmal überkommt dem Kätzchen durchaus dieser Gedanke, doch hat es noch einen weiteren Freund gewonnen. Nämlich euch, der sich immer darum bemüht, dass ihm nichts passiert. Und ein Tierfreund zu sein, ist eine sehr lobenswerte Charaktereigenschaft.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu I and Me

Meinung von Daniel Busch
I and Me begeistert durch seinen Ideenreichtum. Mit einem so einfachen und eingängigen Spielprinzip durchlauft ihr so viele unterschiedliche Level, dass ihr den Spaß dabei stets behaltet. Auch wenn ihr bei den simultanen Bewegungen der beiden süßen Fellpuffel besonders aufmerksam sein müsst, dass ihr sie heil in die Bilderrahmen bugsiert, empfindet man das Spielprinzip als sehr freundlich und motivierend. Mit dem ständigen „Nur noch ein Level“-Gefühl erwartet euch ein kurzweiliger Rätsel-Plattformer. Die handgezeichnete Umgebung ist ein kleiner Augenschmaus, die Kätzchen sind einfach zum Knuddeln. Man will sie einfach in Sicherheit wissen. Leider gibt es außer den 92 Leveln nichts weiter zu entdecken, wodurch man nach einem Durchlauf wohl eher zu einem anderen Spiel greifen dürfte.
Mein persönliches Highlight: Das süße Miauen des Kätzchens, wenn es aus Versehen doch mal verletzt wird. Süß!

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