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Test zu Runbow Pocket - New Nintendo 3DS

  • Deutschland Deutschland: Runbow Pocket
  • USA USA: Runbow Pocket
Plattform
New Nintendo 3DS
Erscheinungsdatum
20.06.2017
Vertrieb
13AM Games
Entwickler
13AM Games
Genre
Party
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 4
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Der bunte Partyrenner für die Hosentasche

Von Daniel Kania ()
Es ist etwa zwei Jahre her, da begeisterte ein Indie-Studio namens 13AM Games mit seinem Party-Kracher Runbow dutzende Nintendo-Fans wie auch Spieletester. Das Wii U-Original erhielt von uns damals satte 9 Punkte und glänzte vor allem beim gemeinsamen Spielen, da die verschiedenen Modi und das rasante Gameplay zu jeder Menge Chaos einluden. Mit der Möglichkeit, mit bis zu neun Spielern an einer Konsole zu spielen, bot Runbow auf der längst abgelösten Heimkonsole zudem Unterhaltung auch in großen Gruppen. Kann aber all dies auch über Runbow Pocket, der New Nintendo 3DS-Variante des Titels, ausgesagt werden? Ich verrate es euch.

Runbow? Was ist das?

Zuerst einmal: Was ist Runbow Pocket überhaupt? Bei Runbow Pocket haben wir es mit einem modernen Plattformer zu tun, der sein Gameplay recht einzigartig gestaltet und sich von anderen Genre-Vertretern unterscheidet. In einer 2D-Landschaft bewegt ihre die Spielfigur eurer Wahl typischerweise von links nach rechts, manchmal aber auch von rechts nach links, von unten nach oben oder von oben nach unten. Es kommt ganz auf die Levelstruktur an.

So sieht es aus, wenn man ein Poster vervollständigt hat. Schön, nicht?

Bei gewöhnlichen Leveln, wie man sie im Abenteuer-Modus antrifft, könnt ihr die meisten Level abschließen, indem ihr die Trophäe erreicht, die meist am Ende eines Areals auf euch wartet. Hin und wieder könnte es aber auch eure Aufgabe sein Münzen einzusammeln oder Gegner zu eliminieren. Was macht Runbow Pocket nun aber so besonders? Ganz einfach: Wir haben es hier mit ganz viel Farbe zu tun. Allerlei Level-Strukturen, wie Plattformen, Stacheln und so weiter, sind in einem bestimmten Farbton gehalten. Jede absolut feste Mauer oder jeder sichere Boden sind hingegen vollkommen schwarz und daher gut erkennbar.

Es ist auch sehr wichtig, dass ihr Plattformen und Wege, die vor euch stehen, schnell erkennen könnt. Das entscheidende Element in den Runbow-Spielen ist nämlich der Hintergrund, welcher sich in einem bestimmten Rhythmus umfärbt. Von Zufall oder Willkür kann hier allerdings keine Rede sein. Der Hintergrund folgt einer vorgegebenen Farbfolge, die ihr euch einprägen und zu eurem Vorteil machen könnt. Ist in etwa eine rote Plattform vor euch und der rote Hintergrund erscheint, so ist die rote Plattform logischerweise nicht mehr sichtbar. Sie ist allerdings nicht nur nicht sichtbar, sondern gar nicht mehr existent! Ihr müsst also aufpassen, stets halbwegs sicheren Boden unter den Füßen zu haben.

Viel Freude im Einzelspieler

Eine der Hauptattraktionen in Runbow Pocket ist eindeutig der Abenteuer-Modus. Um die Hintergrundgeschichte kurz zusammenzufassen: Satura, welche ohne jegliche Farbe geboren wurde, ist stinkig, dass sie der mangelnden Farbe wegen von den Rennen, welche die Protagonisten Hue und Val veranstalten, ausgeschlossen wird. Sie beschließt deshalb für Unruhe im "Poster District" zu sorgen und lässt bösartige Kreaturen frei. Es liegt an euch, die zahlreichen Rennen zu bestreiten und Satura in ihre Schranken zu weisen.

Und plötzlich steht alles auf dem Kopf! Nun muss nach links, statt nach rechts, gelenkt werden.

Für gewöhnlich wird man sich auch einige Zeit mit diesem Modus beschäftigen können. Man wirbt mit über 140 Leveln, die auf die vier Poster-Welten aufgeteilt sind. Jeder Level hat dabei einen eigenen durch eine Farbe gekennzeichneten Schwierigkeitsgrad. Grün steht natürlich für die einfachen Level, gelbe Level sind schon ein wenig herausfordernder und vor Rot sollte man sich in Acht nehmen. Vermutlich werdet ihr mehr als bloß einige wenige Versuche brauchen, um diese zu meistern. Und wem das bloße Durchspielen der Level nicht genügt, der kann sich daran versuchen, Bestzeiten aufzustellen, um Medaillen einzusacken. Mit Medaillen lassen sich Kostüme für die Charaktere, gar neue Charaktere, Bilder und weiteres freischalten. Auch Erfolge gibt es im Spiel und können in einer eher etwas lieblosen Liste abgerufen und abgearbeitet werden.

Während die Level aus dem Abenteuer-Modus eher kurzweilig sind und sich für eine kleine Runde zwischendurch eignen, bietet euch Runbow Pocket noch einen weiteren Einzelspieler-Modus, der es in sich hat. Der sogenannte "Bowhemoth"-Modus lässt euch ins Innere einer gigantischen Kreatur, welche die Umgebung verwüstet und einige Teile der Landschaft aufgefressen hat. Euer ultimatives Ziel ist es natürlich dem "Bowhemoth" zu entkommen und ihn zur Strecke zu bringen, doch um dies tun zu können, müsst ihr erst einmal die Parcours, die kreuz und quer in seinem Körper verteilt sind, absolvieren. Der Clou an der Sache: Ihr habt nur einen Versuch. Nicht etwa habt ihr nur ein "Leben", nein. Ihr könnt so oft sterben, wie ihr wollt, und landet dann am Start des jeweiligen Raumes. Mit diesem einen Versuch ist gemeint, dass ihr den gesamten Bowhemoth-Modus in einer Spielpartie beenden müsst. Es wird nicht zwischengespeichert, es gibt keine Check-Points, von denen ihr beim nächsten Mal weitermachen könnt.

Fürchtet euch vor dem großen und schrecklichen Bowhemoth!

Dieser Modus eignet sich vor allem für etwas erfahrenere Runbow-Spieler und zudem für diejenigen unter ihnen, die einiges an Zeit mitbringen. Wenn ihr an einer Stelle verzweifelt, könnte es nicht nur den Todeszähler, der auf dem Touchscreen zu sehen ist, in die Höhe schießen lassen, sondern euch auch einiges an Zeit kosten. So viel sei gesagt, ich bin bei meinen jämmerlichen Versuchen nicht annähernd an das Ende gestoßen.

Beide Einzelspieler-Modi bieten einem genug Möglichkeiten mit den Spielmechaniken vertraut zu werden. Vor allem muss man auch die verschiedenen Angriffe lernen. Die Steuerung und die Bewegungen der Charaktere sind sehr simpel – immerhin muss man nur zwei Knöpfe sowie das Steuerkreuz verwenden – und doch ist es sehr hilfreich, wenn man weiß, wie man das Meiste aus seinen Fähigkeiten rausholt. Um dies zu erlernen, sind vor allem auch die roten Level des Abenteuer-Modus zu empfehlen, welche wirklich knackig werden können. Runbow Pocket bietet allerdings mehr als nur die Einzelspieler-Inhalte, welche praktisch flächendeckend vom Wii U-Original übernommen wurden. Die wahre Gaudi dürfte erst bei den Mehrspieler-Modi so richtig losgehen. Oder?

Gähnende Leere im Mehrspieler

Wie sich herausstellt: Leider nicht so ganz. Der Mehrspieler-Aspekt ist wahrscheinlich der Teil des Originals, der am schlechtesten in diesem Port rekonstruiert wurde. Statt neun Spielern wie auf der Heimkonsole können nun nur noch vier Spieler online oder lokal miteinander spielen. Das reduziert natürlich den Action-Gehalt von Mehrspielerpartien drastisch. Auch stehen nur noch drei und nicht mehr vier Mehrspieler-Modi zur Verfügung. Nicht in die New Nintendo 3DS-Version geschafft hat es der ColourMaster-Modus, bei welchem der GamePad-Spieler gegen die restlichen Spieler antritt, ihnen Fallen stellt und die Umgebung manipuliert. Es ist offensichtlich, weshalb der Modus nicht auf diesem Gerät umgesetzt wurde, schade ist es allerdings trotzdem.

Oft wird viel Fingerspitzengefühl von euch verlangt. Manche Platforming-Sektionen sind nicht ohne.

Übrig bleiben also noch das gewöhnliche "Rennen", die "Arena" und der "König des Hügels"-Modus. In jedem von diesem müsst ihr entweder ein Ziel vor allen anderen erreichen (und eventuell einnehmen) oder eure Kontrahenten ausschalten. Während euren Partien werdet ihr auch auf Items stoßen, welche das Geschehen nochmals chaotischer gestalten. Plötzlich steht der Bildschirm kopfüber oder ihr verlangsamt oder beschleunigt eure Bewegungen. Auch sehr fies sind Items, welche die Steuerung manipulieren oder euren Gegnern einen Stromschlag verpassen, der sie für diesen Moment keine weiteren Aktionen ausführen lässt. Sind sie in diesem Moment also über einem Abgrund, habt ihr sie so gut wie erfolgreich ausgeschaltet.

Der Mehrspieler-Part ist für die Pocket-Variante eindeutig weniger präsent und deshalb auch weniger unterhaltsam. Während man auf der Wii U nur ein einziges Spielexemplar benötigt und dann mit bis zu neun Spielern gemeinsam an einem Fernsehgerät spielen kann, setzt die Pocket-Version mehrere New Nintendo 3DS-Geräte voraus, welche zudem alle eine eigene Spielversion besitzen. Wegen der geringeren Verbreitung der "New"-Modelle ist es auch erschwert Spieler online vorzufinden. Die Mehrspieler-Modi, so spaßig sie eigentlich sein mögen, stehen in keinem guten Licht da. Man sollte sich also gleich zwei Mal überlegen, ob man wirklich eher die Pocket-Version kaufen möchte. Dafür spricht nur die Mobilität des Systems, welche euch erlaubt die gelungenen Einzelspieler-Inhalte auch unterwegs zu spielen.

Best of the rest


Um noch ein paar Worte zu einigen anderen Aspekten zu verlieren: Abstriche gibt es selbstverständlich auch auf der optischen Seite. Die Bildschirme der New Nintendo 3DS-Reihe sind deutlich kleiner als euer handelsüblicher HD-Fernseher und haben zudem eine merklich geringere Auflösung. Die Optimierungen an die New Nintendo 3DS-Hardware sind 13AM Games also definitiv positiv anzurechnen. Das Spiel hat "von Weitem betrachtet" seinen eigenen Stil beibehalten, der natürlich bunt, aber auch einzigartig ist.

Ich weiß es nicht. Seid ihr es?

Man kann hier durchaus von einer gewissen Distanz zwischen Spieler und Spielgeschehen sprechen, da man den Spielausschnitt für diese Version etwas weiter hinauszoomen musste, damit man überhaupt sehen kann, welche Hindernisse vor einem liegen. Schade ist hierbei, dass dadurch auch einiges von der Detailverliebtheit des Originals den Bach runtergeht und die Charaktere beispielsweise kaum noch richtig erkannt werden können. Zumindest Kostüme oder kleine Feinheiten kommen hier nicht so gut rüber oder können gar nicht erst wahrgenommen werden. Damit verliert das persönliche Gestalten der Spielfigur einiges an Wert.

Hinsichtlich des Soundtracks lässt sich sagen, dass er an sich stimmig und passend ist. Meinen persönlichen Geschmack treffen die unkonventionellen Melodien nicht unbedingt, doch sie tragen zur Wildheit des Gameplays bei. In den meisten Fällen war es für mich allerdings angenehmer, eigene Musik anzuschmeißen, statt der Spielmusik zu lauschen. An dieser Stelle sollte zudem erwähnt werden, dass man für den gezahlten Nintendo eShop-Preis nicht den Umfang der amerikanischen "Deluxe"-Version des Spiels erhält und demnach nochmals draufzahlen muss, um weitere Inhalte wie etwa Saturas Weltraumabenteuer zu erstehen. Schön ist dafür aber, dass Gast-Charaktere wie Shantae oder Gunvolt ganz regulär freispielbar sind. Diese gaben mir auf den kleinen New Nintendo 3DS-Bildschirmen wenigstens etwas mehr Wiedererkennungswert, weshalb ich meistens mit ihnen spielte.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Runbow Pocket

Meinung von Daniel Kania
Runbow Pocket hat es eigentlich nur gut gemeint. Man nehme ein erfolgreiches Wii U-Original und portiere es auf den (New) Nintendo 3DS. Das hat bei Nintendo geklappt und nochmals Geld eingebracht, wieso also sollte es 13AM Games es ihnen nicht nachmachen? Leider ging aber mit der Pocket-Version einiges an Inhalt und Charme der Mehrspieler-Komponente verloren. Nicht nur ist es schwerer denn je, Mitspieler aufzutreiben, man kann sich nun auch nur noch zu viert verkloppen oder in Rennen gegeneinander antreten. Das mindert die Mehrspieler-Erfahrung, welche im Wii U-Teil noch so begeistern konnte, sehr. Übrig bleibt Käufern von Runbow Pocket ein solides Einzelspieler-Paket, das nicht nur unterhalten kann, sondern auch herausfordert. Schlussendlich bleibt Runbow Pocket eine abgespeckte Version des Wii U-Titels und daher wirklich nur für diejenigen lohnenswert, die es um jeden Preis auch unterwegs spielen wollen. Viel besser hätte sich aber wohl eine Nintendo Switch-Version geeignet, bei der man gleich beides hätte anbieten können.
Mein persönliches Highlight: Die verrückten Sprüche beim Todesbildschirm. Manchmal heitern sie einen auf, manchmal streuen sie nur Salz in die Wunde.

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