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Test zu Fate/EXTELLA: The Umbral Star - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Fate/EXTELLA: The Umbral Star
  • USA USA: Fate/EXTELLA: The Umbral Star
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
21.07.2017
Vertrieb
Marvelous
Entwickler
Marvelous
Genre
Action, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Mein Servant, ihr Krieg und ich

Von Max Kluge ()
Hack and Slay-Titel, welche der Warriors-Formel folgen, haben die Angewohnheit, dass sie nur den Fans des Genres wirklich gefallen. Fate/EXTELLA: The Umbral Star schlägt genau in diese Kerbe und präsentiert uns ein Gameplay-System, bei dem man mit gewieften Kämpfern unzählige Horden von kleinen Gegnern und feindlichen Kriegern ins Jenseits schicken muss, um die Kontrolle über das Schlachtfeld zu gewinnen. Eines ist also schon vorher klar, Fate/EXTELLA erfindet das Rad definitiv nicht neu, aber ist es vielleicht die Mischung mit anderen Elementen, die es zu einem unterhaltsamen Titel macht?

Fate/EXTELLA: The Umbral Star weist lange und ausufernde Dialoge auf.

Die Handlungsprämisse ist zunächst ein wenig verwirrend: Eines Tages wacht ihr in einem palastartigen Gebäude auf dem Mond auf und könnt euch an nicht viel erinnern. Euch begrüßt eine Kriegerin in einem roten Kleid, die scheinbar eine wichtige Rolle in eurem Leben gespielt hat. Nach einigen Überlegungen könnt ihr euch an ihren Namen erinnern: Es ist Nero, aus der Saber-Klasse! Sie geleitet euch in ihren Raum und ihr erblickt das erste Menü in Fate Extella. Hier könnt ihr Saber einkleiden, mit ihr sprechen, euch ausruhen und andere Einstellungen vornehmen.

In eurem ersten Gespräch erklärt euch Saber schließlich, was es mit der Situation auf sich hat. Der Palast, in dem ihr euch befindet, ist nicht auf dem Mond, er IST der Mond. In der Vergangenheit entdeckten die Menschen das sogenannte „Moon Cell Automaton“ auf dem Himmelskörper, ein Relikt, welches seinem Besitzer einen Wunsch erfüllt; daher ist es auch unter dem Namen „Der heilige Gral“ bekannt. Der Gral erschuf die Servants, die von den Preatoren, von denen ihr einen verkörpert, gesteuert werden.

Durch unzählige Kämpfe gegen andere Servants gelang es euch in der Vergangenheit, den Sieg zu erringen und Besitzer des Heiligen Grals und der Mondbasis zu werden. Ebenfalls wurde euch die Sovereign's Regalia überreicht, ein Ring, der als Zeichen eurer Errungenschaft dient. Eure Aufgabe ist es schließlich, weitere virtuelle Welten zu erobern, bei denen euch die Kampfkraft eurer Servants zur Seite steht. Bald müsst ihr allerdings feststellen, dass es in Fate/EXTELLA: The Umbral Star nicht nur um einen reinen Eroberungsfeldzug handelt, sondern weitaus mehr auf dem Spiel steht.

Die Handlung von Fate/EXTELLA: The Umbral Star ist zunächst etwas verwirrend.

Das Gameplay des Titels wird in zwei Phasen unterteilt. In einer Kämpft ihr mit eurem Hauptservant auf dem Schlachtfeld, in der anderen verfolgt ihr die Gespräche zwischen den Charakteren und die Handlung. Hier könnt ihr im Menü auch verschiedene Einstellungen vornehmen. So kann man seinen Servant zum Beispiel mit besonderen Items, sogenannten „Code Cast“, ausrüsten, die ihr mit QP, der Währung in Fate/EXTELLA: Them Umbral Star, craften könnt. Diese Items könnt ihr im Kampf einsetzen, um euch zu heilen, eure Verteidigung zu stärken und so weiter.

Ein weiterer Menüpunkt sind die sogenannten „Install Skills“, die von großen Gegnern auf dem Schlachtfels hinterlassen werden. Diese kommen in einer großen Variation und stärken zum Beispiel euren Angriff, annullieren Blitz-Angriffe oder sorgen dafür, dass ihr von besiegten Feinden mehr XP bekommt. Diese Skills könnt ihr in ein Raster einbetten, welches ihr mit Fortschreiten in der Haupthandlung freischaltet. Setzt ihr Skills der gleichen Farbe nebeneinander, so werden diese schließlich noch einmal wirkungsvoller. Dieses System ist interessant und muss vor allem in höheren Schwierigkeitsgraden eingesetzt werden, um bestimmte Missionen gewinnen zu können.

Caster ist eine der Protagonistinnen des Spiels.

Die Grundprinzipien des Kampfes in Fate/EXTELLA sind schnell erklärt: Mit „Y“ führt ihr schnelle Angriffe aus, während ihr mit „X“ schwere Attacken einsetzt. Durch verschiedene Kombinationen löst ihr so auch verschiedene Spezialattacken aus. Für den Kampf in der Luft gibt es wiederum andere Attacken zu entdecken. Je nach Charakter, den ihr gerade verkörpert, wechselt sich das Gameplay stark, da diese andere Angriffsmuster an den Tag legen. Ihr seht also, es gibt viele Wege, seine Feinde zu verdreschen und jeder spielbare Charakter fühlt sich dabei auch wirklich anders an.

Die Schlachtfelder im Spiel sind in verschiedene Zonen unterteilt, welche ihr per Teleporter-Funktion erreichen könnt. Jede dieser Zonen kann von euch eingenommen werden und weist eine andere Anzahl an Regime-Keys auf. Besiegt ihr in einer Zone eine bestimmte Anzahl von Feinden, tauchen schließlich sogenannte Aggressoren auf.

Diese kommen in verschiedenen Varianten daher und müssen von euch beseitigt werden, damit ihr die Zone erobern könnt und in den Besitz der Regime-Keys kommt. Habt ihr dann eine gewisse Anzahl dieser Schlüssel gesammelt, erhaltet ihr die Kontrolle über das Schlachtfeld. Bei einigen Missionen reicht dies bereits aus, um den Sieg nach Hause zu tragen, andere erfordern noch weitere Ziele, wie zum Beispiel das Besiegen von gegnerischen Servants.

Überall auf dem Schlachtfeld sind verschiedene Item-Container platziert, die ihr per Angriff öffnet. Hier könnt ihr euch mit Items versorgen, die eure HP, wieder aufstocken oder Punkte sammeln, die eure Extella Maneuver-Leiste füllen. Dieses Maneuver bietet euch eine weitere mächtige Attacke, mit der ihr einer großen Gruppe von Feinden viel Schaden machen könnt.

Das Kampfsystem ist dynamisch und macht allerhand Spaß.

In die gleiche Kerbe schlägt auch der Moon Crux, eine weitere Fähigkeit, die ihr aktivieren könnt, um euch für kurze Zeit in einen Rage-Mode zu versetzen, in dem ihr euer Aussehen und eure Fähigkeiten ändert. Und als wäre das noch nicht genug gibt es schließlich noch das Noble Phantasm, eine Attacke, die ihr nur einsetzen könnt, wenn ihr die drei Phantasm Circuit-Teile, welche auf dem Schlachtfeld verteilt sind, findet. Einmal ausgelöst, richtet auch diese Attacke großen Schaden an, und zwar im kompletten Sektor, in dem ihr euch grade befindet.

Dieses System ist, wie bereits erwähnt, nicht neu, macht aber im Rahmen von Fate/EXTELLA: The Umbral Star allerhand Laune. Die verschiedenen Charaktere spielen sich alle ziemlich dynamisch, die Umgebungen sind relativ abwechslungsreich und der Schwierigkeitsgrad steigt mit jeder gewonnenen Schlacht sehr gelungen an, sodass es sich anfühlt, als würde man einen stetigen Fortschritt verzeichnen. Wer jedoch mit dem zugrundeliegenden Warriors-Gameplay-Prinzip nichts anfangen kann, der sollte von Fate Extella: The Umbral Star die Finger lassen.

In den Nebenmissionen könnt ihr verschiedene Servants verkörpern. Hier: Gawain.

Die Handlung des Spiels kann zwar auch von Neulingen im Franchise verstanden werden, richtet sich allerdings an die Zocker des ersten Teils und die Fans der verschiedenen Anime-Serien. Als unbedarfter Spieler werden einem sehr viele Begriffe an den Kopf geknallt, welche man zunächst nicht versteht. Auch die Beziehungen zwischen dem Preator und seinen Servants, die zumeist Reinkarnationen von berühmten historischen Persönlichkeiten sind, sind schwer nachzuvollziehen, da man ihre Vorgeschichte nicht kennt. Hier wäre eine kleine Einleitung gut gewesen, man kann sich aber mit genug Wohlwollen auch so in der Handlung zurechtfinden.

Die Geschichte selbst ist recht interessant inszeniert und schlägt allerhand Haken, die man nicht vorhersieht. Was man allerdings als negativen Punkt anführen kann, ist, dass man die gleiche Geschichte in drei verschiedenen Ausführungen erlebt und es hier sehr viele Szenen gibt, die man schon kennt und die somit sehr redundant wirken. Das Prinzip, die Handlung so zu erzählen, ist eigentlich interessant, allerdings hätte man mehr Abwechslung ins Spiel bringen müssen, vor allem beim finalen Bosskampf. Dieser ist zwar gut in Szene gesetzt, spielt sich aber jedes Mal sehr gleich.

Ein weiterer Minuspunkt sind die schier endlosen Dialoge zwischen den Charakteren. Diese führen dazu, dass man als Spieler schnell dazu verleitet wird, vorzuspulen und auf den Inhalt des Gesprächs zu pfeifen. Versteht mich nicht falsch, ich mag lange Dialoge, in denen gezeigt wird, wie die verschiedenen Figuren zueinander stehen und wie ihre Gefühlswelt beschaffen ist, Fate/EXTELLA: The Umbral Star hat allerdings die seltsame Angewohnheit, komplett belanglose Gespräche zu monumentaler Länge aufzublähen.

Die ausufernden Fanservice-Dialoge sind unnötig, peinlich und redundant.

Das ist wirklich schade, da vor allem eine dynamische Dialogstruktur zwischen den schnellen und actionreichen Kämpfen unheimlich gut getan hätte. Vor allem fällt das in den Fanservice-Momenten auf, mit denen das Spiel wirklich nicht spart. Diese sind in den allermeisten Fällen weder witzig noch erheiternd, sondern rangieren zwischen kitschig, peinlich und belanglos und nehmen gefühlt drei Viertel aller Dialoge ein. Hätte man dieses Element auf ein Minimum zurückgefahren und punktueller eingesetzt, hätte es den Charakteren vielleicht Tiefe gegeben. So ist es allerdings leider nur nervig, überflüssig und passt kein bisschen zur Prämisse des Spiels.

Die Performance von Fate/EXTELLA: The Umbral Star hingegen fällt durchaus positiv aus. Die Framerate sinkt, vor allem im Handheld-Modus, erstaunlich selten, sodass man beinahe keine Ruckler mitbekommt. Ist eure Nintendo Switch mit dem Fernseher verbunden, kann es schon mal vorkommen, dass euch kleinere Verzögerungen auffallen, allerdings treten diese ebenfalls nicht häufig auf.

Bei derart vielen Gegnern und einer stabilen FPS-Anzahl ist es natürlich nur logisch, dass uns hier kein grafisches Feuerwerk erwartet. Manche Objekte wirken klobig und die Texturen sehr repetitiv. In der Hitze des Gefechts fällt dies aber eher selten auf und wird von dem schönen Design der unterschiedlichen Umgebungen, die von japanischen Tempelanlagen bis hin zu mittelalterlichen Burgen reichen, und dem Design der Charaktere überdeckt.

Die Umgebungen in Fate/EXTELLA: The Umbral Star sind abwechslungsreich und schön gestaltet.

Wirklich punkten kann das Spiel allerdings in Sachen Ton. Die japanische Sprachausgabe macht, bis auf ein, zwei Ausnahmen, einen wunderbaren Job und die Soundeffekte klingen authentisch. Vor allem sticht jedoch der Soundtrack heraus, der mit sehr abwechslungsreichen Liedern und Instrumentalisierungen daherkommt. So gibt es manchmal treibende Techno-Beats auf die Ohren, während in einem anderen Moment epische Gitarrenriffs geshreddet werden und die jeweiligen Situationen passend unterstreichen.

Hinsichtlich des Umfangs kann man sich in Fate/EXTELLA: The Umbral Star ebenfalls nicht beschweren. Alleine mit der Hauptstory, die in drei Parts unterteilt wurde, kann man sich gut 15 Stunden beschäftigen. Hinzu kommen ein höherer Schwierigkeitsgrad und Nebenhandlungen zu jedem Servant, den ihr während eures Abenteuers trefft. Diese spielen zwar auf den gleichen Maps wie die Hauptmissionen und geben euch nicht wirklich einen Einblick in die Hintergrundgeschichte der verschiedenen Charaktere, bieten aber einen schönen Einblick in die verschiedenen Angriffsmuster der Servants.

In einem weiteren Modus könnt ihr euch schließlich noch im freien Kampf mit einem Computergegner messen. Hier könnt ihr euren Servant und die Umgebung, in der ihr kämpft, frei wählen, um verschiedene Strategien auszutesten oder euch einfach mit dem Bewegungsmuster verschiedener Charaktere vertraut zu machen.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Fate/EXTELLA: The Umbral Star

Meinung von Max Kluge
Fate Extella: The Umbral Star hat definitiv seine Momente: Das Kampfsystem ist gut umgesetzt, die Umgebungen schön gestaltet, der Soundtrack wunderbar und die Handlung durchaus interessant, wenn man sich eingefunden hat. Leider wird die solide Prämisse von viel zu langen und belanglosen Dialogen zwischen Praetor und Servant vermurkst. Zudem fühlen sich die Missionen und der Handlungsverlauf in der Hauptkampagne repetitiv an. Fate/EXTELLA: The Umbral Star ist daher eher für Genre-Fans zu empfehlen.
Mein persönliches Highlight: Der Soundtrack, die Prämisse der Handlung und das Kampfsystem

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