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Test zu Retro City Rampage DX - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Retro City Rampage DX
  • USA USA: Retro City Rampage DX
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
03.08.2017
Vertrieb
Vblank Entertainment
Entwickler
Vblank Entertainment
Genre
Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Die Milch ist schlecht – das Spiel sicher nicht!

Von Roman Dichter ()
Retro City Rampage – der Name kommt euch irgendwie vertraut vor? Kein Wunder! Dieses Spiel hat schon diverse Konsolen mit Waffengewalt erobert und rast jetzt in einem nicht einvernehmlich ausgeliehenen Fahrzeug auf die Nintendo Switch zu! Vielleicht denkt sich der eine oder andere jetzt: „Alles klar – ein alter Hut, kein Interesse…“ Wer aber bisher nicht in der Stadt Theftropolis unterwegs war, sollte besser weiterlesen und erkennen, dass ein Spiel, das auch nach Jahren immer noch nicht abgeschrieben wird, wohl nicht so schlecht sein kann.

Wie bei GTA dürft ihr beliebige Fahrzeuge "ausleihen". Dieses kommt uns bekannt vor, oder?

Nintendo-Fans konnten Retro City Rampage bereits durch die Plattform WiiWare kennen lernen. Diese Version erhielt bereits einen megacoolen Spieletest von uns, der (passend zum Retro-Thema) nach wie vor aktuell ist. Trotzdem schieben wir diesen aktuelleren Test zusätzlich nach, denn die Entwickler von Vblank Entertainment feilten weiter an ihrer Spieleperle und reichten eine überarbeitete Deluxe-Variante nach. Retro City Rampage DX wurde unter anderem auf dem Nintendo 3DS veröffentlicht und konnte somit auch unterwegs gespielt werden. Mit der Nintendo Switch ist dies wie immer auch wunderbar möglich, genau wie das Spiel am Fernseher. Mir fiele keine bessere Hardware dafür ein.

Aber genug der Vorrede – einige von euch wollen sicher erstmal wissen, worum es überhaupt geht. Wer durch die offene Spielewelt von Theftropolis läuft, beliebige Fahrzeuge stiehlt, Missionen erledigt und auf Gegner oder auch zufällig umherspazierende Passanten ballert, dem kommt sicherlich die Spielereihe Grand Theft Auto (GTA) in den Sinn. Völlig unangemessen ist dieser Vergleich sicherlich nicht, aber hier ist alles eine Nummer kleiner, einfacher und – natürlich – Retro! Dies fällt sofort durch den klassischen, aber durchaus hübsch anzusehenden Grafikstil ins Auge und wird von der Soundkulisse bestens unterstützt. Die Dudelklänge werden dabei vermutlich kaum jemandem auf die Nerven gehen, denn das Durchzappen durch verschiedene spielinterne Radiosender beschert uns schnell einen Song, der zur Stimmung passt und den eigenen Geschmack trifft.

Grundgütiger! Das kommt mir alles so vertraut vor...

Auch inhaltlich wird die Retro-Schiene knallhart durchgezogen, denn die Story führt uns zurück in die Zuku… ähm, nein – zurück in die 80er. An den in dieser Zeit gedrehten Film über Zeitreisen werdet ihr genauso „versehentlich“ erinnert, wie ich ihn gerade fast „versehentlich“ genannt hätte. Selbstverständlich werden nie die Original-Namen genannt, aber schnell lernt ihr einen verrückten Wissenschaftler kennen, für den ihr Missionen erledigen müsst, damit er an seiner Zeitmaschine basteln kann. Allerdings ist das nur eine von vielen Anspielungen, die den humorvollen Charakter des Spiels unterstreichen. Alles wird mit Ironie und Augenzwinkern präsentiert, seien es das Spielen einer unfertigen, verbuggten Version des Spiels oder die verharmlosenden Beschreibungen expliziter Inhalte.

Tatsächlich muss man festhalten, dass wir hier nicht von einem Knuddelspiel für kleine Kinder sprechen. Das Überfahren von Passanten ist hier nicht nur möglich, sondern teilweise sogar Inhalt von Missions-Aufgaben. Die Brutalität dieser Angelegenheit wird dadurch verschleiert, dass es keine detaillierte Darstellung des Gemetzels gibt, sondern das Ganze eben grafisch sehr retroartig simpel präsentiert wird. Außerdem „schlafen“ die Opfer nur. Ebenfalls sollt ihr beispielsweise in einer Mission mehrere Verkäufer verschiedener Geschäfte entlassen, was allerdings ebenfalls nur ein Codewort dafür ist, sie mit Knüppeln, Pistolen, Bazookas oder was euer Waffeninventar sonst so hergibt, umzulegen. Und wenn ihr eine Substanz konsumiert, die euch so sehr berauscht, dass der ganze Bildschirm verzerrend wackelt, dann wird nicht von Alkohol oder Drogen gesprochen, sondern die „Milch“ war schlecht. Auf diese Weise werden einerseits die brutalen Inhalte abgeschwächt oder verschleiert, andererseits aber eben doch auch einfach eine humorvolle Herangehensweise ins Spiel gebracht.

Zurück in die Vergangenheit

Ihr könnt teilweise unter mehreren Missionen wählen, indem ihr bestimmte Punkte der offenen Spielwelt besucht, die auch auf eurer Karte markiert werden. Diese folgen oft einem wiederkehrenden Schema (Gehe zu Punkt x, besiege Widersacher und bringe einen Gegenstand zurück), werden aber immer wieder in anderen Varianten und abwechslungsreich präsentiert, sodass nie wirklich Langeweile aufkommt. So eignet sich Retro City Rampage DX sowohl für längere Sessions als auch für das gelegentliche Spiel zwischendurch, wenn man mal wieder Lust auf eine Mission hat. Die Erfüllung ist zumeist nicht besonders schwierig, wenn ihr geschickt eure Waffen und Fahrzeuge einsetzt, hinter Gegenständen in Deckung geht und mit Sprüngen ausweicht oder euren Gegnern im Mario-Stil auf den Schädel hüpft. Solltet ihr trotzdem scheitern, dürft ihr die Aufgabe von einem nicht zu weit entfernten Rücksetzpunkt aus neu starten.

Keine Gangster ohne Polizisten!

Mit der DX-Version haben die Entwickler zwar kein komplett neues Spiel erschaffen, aber das vorhandene sozusagen von Grund auf renoviert. So wurden nicht nur die Grafik und Grafik-Effekte verbessert, sondern es wurde an zahlreichen Details geschraubt. Dies betrifft zum Beispiel die Missionen oder die künstliche Intelligenz der Polizei, die euch euer Gangster-Verhalten selbstverständlich nicht durchgehen lassen will. Wer ein Auto stiehlt und Passanten überfährt, hat schnell Streifenwagen im Schlepptau, was zu Verfolgungsjagden oder wahlweise auch direkten Konfrontationen führen kann. Die Auseinandersetzungen im Spiel haben zwar taktische Komponenten, sind aber insgesamt nicht sehr kompliziert designt, sondern Arcade-artig gestaltet. Um näher an der Action zu sein, wurde übrigens auch der Zoom-Modus der DX-Version angepasst – inspiriert von der Nintendo 3DS-Fassung, die aus technischen Gründen einen kleineren Bildausschnitt zeigte. Sollten euch die Neuerungen nicht gefallen, könnt ihr auch einfach im Menü das ursprüngliche Spiel auswählen.

Die Nintendo Switch-Version profitiert auch vom Touchscreen. So könnt ihr problemlos und schnell in eurem Inventar die Waffe eures Vertrauens auswählen. Dies ist allerdings nur eine Randbemerkung und nicht elementar wichtig, denn auch ohne Touchscreen lässt sich der Titel problemlos steuern. So könnt ihr also auch im TV-Modus Theftropolis erkunden, und euch dort bei Interesse auch die Zeit vertreiben, indem ihr die Spielhalle aufsucht, euch neue Frisuren machen lasst und passende Hüte kauft.

Redaktionswertung

9

Geniales Spiel

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Unser Fazit zu Retro City Rampage DX

Meinung von Roman Dichter
Retro City Rampage DX macht einfach Spaß! Es ist eine Parodie, ein Open World-Abenteuer mit coolen Aufgaben und es ist eine Gewaltorgie, die sich hinter der Retro-Grafik und verharmlosenden Beschreibungen versteckt. Wer also einfach etwas kompromisslosen Spaß haben will, sollte jetzt in die 80er Jahre reisen, ein Auto „ausleihen“, einen zwielichtigen Job annehmen und den grauen Alltag für eine Weile vergessen. Die überarbeitete DX-Version ist rundum gelungen und hat auf der Nintendo Switch ein passendes Heim gefunden. Erwartet keine Riesen-Welten, Wahnsinns-Grafik oder vielschichtige Story- und Gameplay-Elemente! Hier gibt es einfach ohne Umwege eine große Portion Spielspaß für zwischendurch. Das ist rundum gelungen und kann euch nur wärmstens ans Herz gelegt werden.
Mein persönliches Highlight: Als ich einen "FLAX-KOMBOBULATOR" besorgen musste – da ging es gefühlt zurück in die Vergangenheit...

Kommentare 13

  • Frank Drebin Spezielle Spezialeinheit - 16.08.2017 - 09:20

    Also auf der Wii habe ich dem Spiel keine Beachtung geschenkt. Das ist jetzt anders ;)
  • Albert Turmfürst - 16.08.2017 - 09:21

    Zitat von Spieletest:

    Das Überfahren von Passanten ist hier nicht nur möglich, sondern teilweise sogar Inhalt von Missions-Aufgaben.
    Das klingt witzig. :) Dank dem Test kommt das Spiel auf meine Merkliste.
  • Marvomat Turmbaron - 16.08.2017 - 09:43

    Das ursprüngliche Spiel gibt es bereits seit 5 Jahren und ihr habt noch nie davon was gehört? lol
  • Internetzwerg Turmritter - 16.08.2017 - 09:52

    Der Sinn einer dezidierten mobilen Konsole sollte darin bestehen hochwertige und aktuelle Titel anzubieten. Für das gezeigte hätte es ein Smartphone auch getan.
  • Splatterwolf In der Anstalt seit 1889 - 16.08.2017 - 09:57

    Also ich habe da schon mal reingespielt, konnte dem aber nicht viel abgewinnen, wenngleich natürlich die vielen Anspielungen und das Flair schon ziemlich cool sind, nur eben das Gameplay finde ich dann doch etwas zu langweilig, um dauerhaft unterhaltsam zu sein.
  • Devil1983 Poweruser - 16.08.2017 - 10:10

    @Albert

    Das klingt nach einem für dich interessanten Spielelement, aber ich würde es nicht als "witzig" bezeichnen.

    Ich will hier gar nicht den moralischen spielen, dass Spiel ist ja auch auf witzig gemacht. Aber deine Aussage finde ich so wie du sie getroffen hast bedenklich.

    Nicht persönlich nehmen. Für mich als Familienvater stellt sich das Element einfach anders da.
  • Marvomat Turmbaron - 16.08.2017 - 10:24

    GTA 1 und 2 lassen grüßen
  • Albert Turmfürst - 16.08.2017 - 10:26

    @Devil1983
    Ja, ich kann dich gut verstehen und als Pädagoge kann ich dich auch beruhigen. Denn ich glaube, das YouTube und Social Media heute gedanklicher sind als ein GTA 1 Remake.
  • Rincewind Bergungstaucher - 16.08.2017 - 11:10

    @Devil1983

    Na Ja. Der Spaß steht beim spielen im Vordergrund. Und man kann schon davon ausgehen, dass die Gamer, die Spiele wie GTA, COD oder Mortal Kombat spielen, durchaus Spaß bei moralisch diskussionswürdigen Spielhandlungen haben. Als Gamer habe ich GTA, Mortal Kombat und Co früher selbst gespielt. Als Familienvater sehe ich natürlich auch das legitime Ziel die Kinder von so etwas fern zu halten. Aber wir sind hier unter Erwachsenen und ich gehe davon aus, dass der Spaß an der Gewalt sich bei den hier äußernden Gamern rein aufs Spiel bezieht und von daher nicht zu beanstanden ist.

    Ansonsten sehe ich es so wie @Albert. Ich sehe in anderen Bereichen unserer immer mehr technisierten Welt wesentlich bedenklichere Entwicklungen als ein paar moralisch zweifelhafte Spiele.
  • CptnPrtn Turmritter - 16.08.2017 - 11:51

    @Internetzwerg Ist dir eigentlich klar, dass das iPhone8 dreimal so viel kosten wird wie die Switch und einen stärkeren Prozessor haben wird? Zum Preis einer Switch bekommt man gerade mal ein Mittelklasse Smartphone. Zu fordern, dass die Switch alles besser machen muss als Smatphones entspricht einfach nicht der Realität.
  • Albert Turmfürst - 16.08.2017 - 12:28

    @CptnPrtn genau.
    Ich habe ein Iphone und ein Ipad und ich find die toll zum surfen aber beim zocken will ich echte Knöpfe und Achsen haben. Bisher hat mich kaum ein mobile Spiel überzeugen können. Vielleicht bin ich auch zu alt.
  • Tokyoflash I❤️8-BIT - 16.08.2017 - 13:21

    Wenn ich mal Lust verspüre, spiele ich meine Games wie GTA San Andreas oder ähnliches auf meinem iPad immer mit meinem SteelSeries Nimbus Controller - läuft wirklich hervorragend damit. Das Argument, man könne mit einem iPhone oder einem iPad nicht vernünftig spielen, ist daher hinfällig - mit einem Wireless Gaming Controller funktionierts nämlich sehr, sehr gut.

    Zum Thema: Ich habe Retro City Rampage DX in meiner Steam-Bibliothek, bin aber nie so richtig warm damit geworden (gerade mal 45 Minuten gespielt) - irgendwie ist es mit seiner 8-Bit Retro Grafik, kein richtiger Konkurrent gegenüber dem Klassiker Grand Theft Auto 1 & 2 ... Die merkwürdige Steuerung der Fahrzeuge, der seltsame Humor (ich weiß, es wird so ziemlich alles parodiert) ... och nööö, ist nicht meins. Da gibt es bessere und viel schönere Spiele da draußen (für wenig Geld), wo es sich mehr lohnt, seine kostbare Zeit darin zu versenken.
  • Cyd Turmbaron - 16.08.2017 - 14:38

    Fand es damals anfangs ganz nett, flaute für mich aber schnell rapide ab.