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Test zu Slime-san - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Slime-san
  • USA USA: Slime-san
  • Japan Japan: Slime-san
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
03.08.2017
Vertrieb
Fabraz
Entwickler
Fabraz
Genre
Action, Platformer, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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Ein schleimiger Schleimbrocken kämpft sich durch den Magen eines Riesenwurms

Von Holger Wettstein ()
Slime-San ist ein armer kleiner Schleimbrocken, der eines Tages nur friedlich durch den Wald spazieren wollte. Eigentlich ahnte er nichts Böses, doch plötzlich tauchte ein riesiger Wurm auf, von dem er grundlos und heimtückisch aufgefressen wurde. Nun befindet sich unser kleiner Slime-San in der tiefen Magengrube des Wurmes, aus der er sich jetzt irgendwie befreien muss. Er windet sich durch den Riesenwurm, um letztendlich durch das riesige Maul in die Freiheit zu gelangen.

Ein typisches Schleim-Level aus Slime-San.

An dieser Stelle kommt ihr als heldenhafter Unterstützer ins Spiel. Slime-San reiht sich hierbei zweifelsohne in die Riege der neuzeitlichen Action-Plattformer ein. Das alles wird von einem sehr ironischen und abgedrehten Humor untermalt. Fans von Spielen wie Super Meat Boy oder Dustforce dürfte somit einiges bekannt vorkommen. So windet ihr euch in hunderten von Leveln durch etliche Passagen, hüpft über Hindernisse, durchbrecht Mauern und schleimt an Wänden empor. Und oben drauf beschleunigt und verlangsamt ihr auch noch die Zeit. Anhalten ist allerdings keine Option, denn die rote Magensäure lässt nicht lange auf sich warten. Eure Schnelligkeit und Geschicklichkeit werden also unermüdlich gefordert und das auch noch in einer hochsensiblen Präzision.

Da das Spielprinzip enormen Zeitdruck hervorruft, haben die Entwickler ziemlich viel Zeit in die Steuerung gesteckt. Stück für Stück werdet ihr an die doch recht komplexen Steuerungsmöglichkeiten herangeführt. Die zahlreichen Fähigkeiten des kleinen Schleimers werden euch im Laufe des Abenteuers gründlich erklärt. Bis diese allerdings wirklich in euch verinnerlicht sind, dauert es seine Zeit. Anfänglich habe ich eine gewisse Überforderung empfunden, die dann nach und nach verschwindet. Gehen die schleimigen Sprünge, Attacken und Fähigkeiten einmal glitschig von der Hand, schleimt es sich so richtig geschmeidig. Als kleine Hilfestellung kann jederzeit in die Level hinein und wieder heraus gezoomt werden. Der Pro Controller ist in Sachen Steuerung die beste Wahl.

In Slime-San erwartet euch ein gigantisch großes Schleim-Abenteuer

Das Leveldesign ist meiner Meinung nach fast schon genial. In den 100 Leveln, mit jeweils vier Einzelräumen, steckt so viel Kreativität, dass man immer wieder verblüfft ist. Am Ende jener Welt, warten dann auch noch teilweise ultraschwere Endgegner auf euch, die es auf euch abgesehen haben. Der schon anfänglich recht solide angesetzte Schwierigkeitsgrad wird immer weiter in die Höhe geschraubt. So weit, bis es wirklich schmerzt. Hierbei sterbt ihr allerdings nie, sondern wiederholt und wiederholt einfach die Abschnitte. Kurioserweise verliert man hier kaum die Motivation, da man dank dem Trial- und Error-Prinzip und den sehr kurzen Abschnitten, immer irgendwie ein Stückchen weiterkommt. Und wem das alles nicht reicht und wer gerne seine Daumen blutig drückt, unterbietet die Bestzeiten und vermeidet zu viel Sterbefälle. Denn alles wird haargenau statistisch festgehalten, mit Medaillen belohnt und in einer Online-Rangliste verglichen. Oben drauf pflückt ihr unterwegs die manchmal schwer zu erreichenden Äpfel, die ihr später als Währung in einem im Magen angebrachten Shop nutzen dürft.

Das Herz des riesigen Wurmes muss bekämpft werden.

Optisch ist Slime-San ein Unikat. Ich bin mir sicher, dass die eigenwillige 5-Farben-Politik mit groben Pixelstrukturen nicht jedermanns Sache ist. Gewöhnt man sich daran, taucht man in eine ganz eigene Welt ein. Spielt man auf dem „kleinen“ Bildschirm der Nintendo Switch, erkennt man oftmals die kleinen pixeligen Schriften nur sehr schwer. Selbst auf dem großen Fernseher, ist der eine oder andere Text nur erschwert lesbar. Die musikalische Untermalung ist dagegen ein wahrer Leckerbissen. Mit über 20 Songs, von bekannten Chiptune-Komponisten, genießt ihr einen fetzigen Retro-Soundtrack, der sich wie fieser Ohrschmalz in die Gehörgänge schleimt. Technisch werden in der Switch-Fassung die HD-Vibration und natürlich die zahlreichen Spiel-Modi der Nintendo-Heimkonsole genutzt.

Der Umfang von Slime-San ist für 12 Euro schier unglaublich. Ich fasse zusammen: 100 Level mit 400 Räumen im Hauptspiel, 400 weitere Räume im anschließenden New Game Plus-Modus, ein Speedrun-Modus, ein Boss-Rush-Modus, eine Shopping-Welt und tonnenweise Material zum Freischalten. In der integrierten Shopping-Mall kleidet ihr Slime-San neu ein, erwerbt neue Backgrounds, kauft neue Grafikstile und könnt sogar Minispiele-Klone aus alten Tagen an pixeligen Automaten zocken. Und ich rede hier nicht von irgendwelchen Minispiel-Abwandlungen, sondern von ultimativen Gameplay-Klassikern wie The Legend of Zelda, Pong, Mario Kart oder das legendäre Doom. Diese können zudem auch noch im lokalen Mehrspieler-Modus gezockt werden. Ich sag es nochmal: Unglaublich!

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Slime-san

Meinung von Holger Wettstein
Der von Fabraz entwickelte Action-Plattformer ist eine ganz eigene Welt für sich. Die eigenwillige Optik, ein schleimiger Chiptune-Soundtrack, der harte Schwierigkeitsgrad, ein kruder Humor und der unglaubliche Umfang sind fast mit Nichts zu vergleichen. Nur das Gameplay reiht sich stark in der Riege von Super Meat Boy, Dustforce oder The End is nigh ein. Wer sich an die anfänglich überladene Steuerung gewöhnt und auf dieses Genre steht, muss sich dieses Abenteuer unbedingt herunterladen. Slime-San hat zweifelsohne unseren Spiele-Hit verdient. Es erwarten euch stundenlanger Videospiel-Spaß und das für schlappe 12 Euro.
Mein persönliches Highlight: Der unglaubliche Umfang und die Minispiele, die sich sehr stark an Klassikern wie Doom oder Mario Kart orientieren.