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Test zu Monster Hunter Stories - Nintendo 3DS

  • Deutschland Deutschland: Monster Hunter Stories
  • USA USA: Monster Hunter Stories
  • Japan Japan: Monster Hunter Stories
Plattform
Nintendo 3DS
Erscheinungsdatum
08.09.2017
Vertrieb
Capcom
Entwickler
Capcom
Genre
RPG
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Monster jagen... mit Monstern!

Von Maik Dallherm ()
Bisher besticht die Monster Hunter-Reihe hauptsächlich mit Spielen, in denen Echtzeit-Kämpfe ausgetragen werden. Als Jäger macht ihr euch auf, um wilde Kreaturen zu erjagen, weil sie eventuell eine Bedrohung für das nächstgelegene Dorf darstellen, oder ihr einfach Material braucht. Wie auch immer: Während die Fans auf eine westliche Ankündigung zu Monster Hunter XX warten oder den Erscheinungstermin zu Monster Hunter World herbeisehnen, steht erstmal noch ein ganz anderer Titel ins Haus. Mit Monster Hunter Stories für den Nintendo 3DS erscheint aus dem Hause Capcom ein Ableger der etwas anderen Sorte.

Vom blütenden Pass aus sehen wir die Stadt der Jäger: Gildegaran

In Monster Hunter Stories seid ihr nämlich nicht als handelsübliche Jäger auf dem Schlachtfeld, sondern werdet in Form eines jungen Riders verkörpert. Rider stellen eine relativ gegenteilige Klassifizierung der Jäger dar und leben soweit bekannt nur im Dorf Hakum. Ihre Methode mit Monstern umzugehen ist in keiner anderen Region bekannt. Denn in erster Linie jagen sie nämlich keine Monster, sondern sie schließen Bindungen mit ihnen, ziehen sie auf und leben Seite an Seite mit ihnen zusammen. Diese gezähmten Monster werden von den Einwohnern Hakums "Monsties" genannt. Dabei benutzen die Rider einen sogenannten Bindungsstein, hergestellt aus einem speziellen Erz, um die Herzen der Monster zu öffnen. Wobei es scheint, dass nicht immer ein solcher Bindungsstein notwendig sein muss, um mit einem Monster Freundschaft zu schließen...

Doch dieser besondere Umgang bedeutet keineswegs, dass Monster nicht auch in dieser Region eine Bedrohung darstellen können. Auch hier müssen Monster erjagt werden, was ihr nicht nur mit euren Waffen, sondern ebenso mit euren Monsties tut. Und gerade zu dieser Zeit verdunkelt ein seltsamer Schatten die Stimmung der Bevölkerung, eine uralte Bedrohung, die euch bereits zu Beginn konfrontiert, bekannt als der "Schwarze Pesthauch". Spieler von Monster Hunter 4 Ultimate können den Schwarzen Pesthauch mit der dort bekannten Raserei vergleichen. Es gibt sogar gewisse Parallelen: Er breitet sich wie eine Epidemie aus, befällt Monster, färbt ihren Körper dunkel, hebt ihre Stärke merklich an und bringt sie zu guter Letzt um ihren Verstand. Eine Seuche, die auf alle Fälle gestoppt werden muss. Das ist nicht nur eure Meinung, sondern insbesondere die von eurem Freund Cheval, den es bei einem Angriff auf das Dorf besonders hart getroffen hat...

Ride on!

Hiermit haben wir die schon bestehende Ausgangssituation, die als Grundlage für die gesamte Handlung gilt. Sobald ihr ein offizieller Rider seid, könnt ihr mit eurem ersten Monstie in die bunte Welt (der Grafikstil ist für ein Monster Hunter fremd) hinausgehen, begleitet von aufgenommener Live-Musik eines Mini-Orchesters, in der sich einige schöne Melodien finden lassen.

Der Schwarze Pesthauch scheint eine ernste Bedrohung darzustellen. Warum ist er hier? Und wo wird er als nächstes zuschlagen?

In Monster Hunter Stories bereist ihr unabhängig von den ausstehenden Quests die Dörfer und Außengebiete. Zwar habt ihr fast durchgehend eine Storyquest auf der Karte markiert, die auf dem Touchscreen abgebildet ist, könnt aber darüber hinaus bis zu 30 Nebenquests annehmen und diese nebenbei oder gezielt erfüllen. Die gesamte Spielwelt ist zwar nicht nahtlos verbunden, aber die einzelnen, offenen Areale sind wesentlich größer als die Teilgebiete klassischer Monster Hunter-Spiele, was aufgrund der Möglichkeit, Monsties zu reiten, auch absolut erforderlich ist. Ihr müsst aber nicht ständig zu Fuß unterwegs sein. Der sogenannte Katzavan dient als eine Schnellreise zwischen allen schon entdeckten Ständen. Freies Erkunden ist in zuvor unbesuchten Gebieten allerdings nur eingeschränkt möglich – je nachdem wird euer behaarter Kollege Navirou, eine Felyne von etwas anderer Natur, eure Wege per Textwall blockieren und euch zur Storyquest leiten. Navirou ist euer Begleiter, der euch Tipps gibt, Kämpfe kommentiert, ansagt was Sache ist und an eurer Stelle mit anderen Charakteren spricht, was übrigens im gesamten Spiel in komplett japanischer Sprachausgabe geschieht. Etwas Eingewöhnung könnte also erforderlich sein, wenn man vorher nur Deutsch und Englisch hörte. Ich befürchtete zunächst eine nervenaufreibende Persönlichkeit in Navirou, doch bleibt er meistens ein angenehmer Geselle. Na ja, wenn seine Kampfkommentare nicht so repetitiv wären, denn irgendwie fehlen da schon die Variationen.

Sobald ihr erst einmal alles von oben seht, ist das Erkunden deutlich einfacher.

Monster Hunter Stories mag sich dem Namen entsprechend stark auf eine erzählte Geschichte konzentrieren und das kann ich nicht abstreiten. Trotzdem solltet ihr von der Tiefe oder der Aufmachung her keinen allzu dramatischen Actionfilm erwarten, zumindest was die erste Hälfte anbelangt. Nun ja, während die Inszenierung der Rendervideos oder die längeren Sequenzen im Spiel, die auch alle von der Galerie eures Hauses aus aufrufbar sind, durchaus gelungen und ansehnlich sind, sind andere Kurzvideos hingegen sehr spontan und damit auch unspektakulär gestaltet. Sowieso kam mir ein Großteil der Handlung voraussehbar vor, andere unscheinbare Momente waren hingegen sehr lustig oder auch mitreißend. Ich weiß zwar nicht, ob es mein Problem ist, aber in meinem Kopf habe ich auch den einen oder anderen logischen Widerspruch. Ihr dürft euch aber auf einige sehr interessante und auch lustige Persönlichkeiten freuen. Wie auch immer: Für die bloße Hauptgeschichte solltet ihr 50 Stunden Spielzeit einplanen, je nach Schwierigkeit oder Erkundungsaspekt fällt sie aber auch höher aus.

In der Spielwelt seid ihr sehr auf eure Monsties angewiesen, denn während ihr in der Welt unterwegs seid und wilde Monster jagt oder Ressourcen sammelt, stößt ihr immer wieder auf scheinbar nicht bezwingbares Terrain wie Ranken, Gruben oder Gewässer. Monsties können hier aushelfen, denn jedes von ihnen besitzt sogenannte Riding-Fähigkeiten, die ihr nur ausführen könnt, während ihr auf ihnen reitet. Durch Springen, Graben, Schwimmen und Klettern bis hin zum Freiflug (erst im späteren Verlauf verfügbar) kommt ihr an Stellen mit vergleichsweise wertvollen Materialien heran. Und auch zur Vorwarnung: Manche Stellen in Story- und Nebenquests werden diese Ridings erfordern, von daher solltet ihr sicherstellen, regelmäßig neue Monsties auszubrüten. Eure Monsties werden in einem aktiven Team von zunächst fünf Monstern verwaltet, zwischen denen ihr jederzeit das Leit-Monstie (das aktuelle Monster zum Reiten und Kämpfen) austauschen könnt.

"Guter Rath ist teuer"

Sind Rider und Monstie in ihrem Angriff einig und auch noch im Vorteil, entsteht daraus ein Doppel-Angriff.

Wilde Monster werden nicht gerade über eure Anwesenheit erfreut sein, weshalb sie euch entweder aus dem Weg gehen, oder vielmehr zum Angriff übergehen. Kommt ihr mit einem Monster in direkten Kontakt, kommt es zum Kampf und hier hebt sich Monster Hunter Stories entschieden von anderen Spielen der Reihe ab. Denn hier haben wir ein rundenbasiertes Kampfsystem. Die Angriffe werden in reguläre Attacken und in Fähigkeiten unterschieden. Die normalen Attacken verlaufen in einem Dreiecksprinzip ala Schrere, Stein, Papier. Kraft besiegt Technik, Technik besiegt Geschwindigkeit und Geschwindigkeit besiegt Kraft. Plant ein gegnerisches Monster eine solche Attacke auf euch oder euer Monstie und derjenige tut es ebenso, so folgt im Anschluss eine Konfrontation, in denen diese Wechselwirkungen in Kraft treten. Nahezu alle wilden Monster haben ein erkennbares Schema, so neigen beispielsweise Velociprey bevorzugt zu Geschwindigkeitsangriffen. Manche Monster passen ihre Angriffe eventuell auch nach einer verlorenen Konfrontation an. Das ist also kein reines Glückspiel, denn die Schemen zu kennen bringt einen entscheidenden Vorteil ein. Als besondere Art einer Konfrontation gibt es noch die Doppel-Angriffe, die durch die Einstimmigkeit zwischen Rider und Monstie und auch im Vorteil gegenüber dem Gegner entstehen. Der Gegner wird dabei sogar an seinem Zug gehindert. Button-Masher aufgepasst: Gelegentlich kommen auch Situationen, in denen es auf schnelles Handeln ankommt.

Yian Kut-Ku vs. Yian Garuga. Wer entscheidet diesen Luftkampf für sich?

Eine große Rolle spielt euer Bindungsstein im Kampf. Gewonnene Konfrontationen, ausgeteilter Schaden und Heilung für euer Monstie füllt den Bindungsbalken auf. Die Bindung wird verbraucht, wenn ihr Fähigkeiten einsetzt oder eurem Monstie Fähigkeiten-Befehle erteilt (ihm also nicht die freie Entscheidung überlässt). Die Fähigkeiten sind je nachdem Statusattacken, Fernangriffe, die keine Konfrontationen verursachen, oder eben spezielle Nahkampftechniken, durch die welche entstehen. Rider und Monsties lernen neue Fähigkeiten durch Stufenaufstiege oder anhand angelegter Ausrüstung und erhaltene Objekte. Ist der Bindungsbalken voll, könnt ihr im Kampf auf euer Monstie steigen. Das bringt euch etwas bessere Werte im Kampf und darüber hinaus die ansehnlichsten und stärksten Attacken im Spiel: Bindungsfähigkeiten. In einer langen Sequenz, ähnlich wie die Z-Attacken in Pokémon, gibt es einige sehr coole oder auch überaus lustige Animationen zu begutachten (beim Brachy-Schlag konnte ich nicht aufhören zu lachen) und im Anschluss den geballten Schaden zu betrachten. Der Schaden der Attacke ist in drei Stufen verfügbar und wird entsprechend stärker, wenn ihr während des Ritts Konfrontationen gewinnt. Aber Achtung: Verlorene Konfrontationen können euch vom Monstie abwerfen! Auch nach der Bindungsfähigkeit ist euer Ritt beendet. Durch besiegte Monster (und abgeschlossene Nebenquests) erhält euer Team Erfahrungspunkte. Die Menge dieser fällt bei jedem Teammitglied identisch aus, unabhängig davon, ob sie am Kampf teilgenommen haben.

Je nach Kampf gibt es aber besondere Regeln, wodurch der Verlauf etwas verändert wird. Obenstehendes ist also nicht zwangsläufig eine funktionierende Routine. Ganz zu schweigen von den Rider vs. Rider-Kämpfen, denn solche gibt es auch. Und die nicht nur im Hauptspiel, vor allem sind sie der Kern von Mehrspieler-Partien, die lokal per Wireless oder online ausgetragen werden können. Apropos online: Es werden auch DLC-Inhalte und -Quests verfügbar sein. Austesten konnte ich bislang leider nichts davon. Interaktionen mit anderen Spielern sind ansonsten noch über StreetPass möglich. Darüber erfolgt der Austausch von Rider-Karten (sozusagen das Profil), eine Kampfgruppe für Duelle und StreetPass-Baue. Ein StreetPass-Bau funktioniert wie ein normaler Monsterbau, doch entspricht das finale Monster dem Leit-Monstie des Besitzers. Über den Kurier, eine Felyne in jeder Zivilisation, könnt ihr diese verwalten.

Gemeinsam ist man stärker

Als Rider braucht ihr Monsties, aber wie können wir uns mit neuen anfreunden? Nun, während euren Touren durch die großen Areale stößt ihr immer wieder auf verschiedene Arten von Monsterbauen. Betretet diese und sucht einen Weg zum Nest. Die Konstruktionen der Monsterbaue sind zufällig, aber bauen sie sich einfach aus ein paar zufälligen Passagen zusammen, die auch auf normalen Routen zu sehen sind. Wirklich individuell sind sie also nicht. Beim Nest angekommen könnt ihr euch dann an den Eiern bedienen. Farben und Muster eines Eis sind ein guter Indikator zum vorauszuahnen, welches Monster aus diesen schlüpft. Überlegt die Wahl, denn es gibt nur begrenzte Zahl von Eiern, bis sie alle weg sind. Oh, und natürlich solltet ihr auf die Eltern aufpassen. Wenn sie euch dort erwischen, werden sie nicht gerade glücklich sein. Wenn ihr übrigens auf ein bestimmtes Monstie aus seid, welches ihr haben wollt, so könnt ihr nach dem Monster in der Wildnis suchen und es im Kampf zu einem Rückzug zwingen. Die Chance, dass ein Monster nach dem Kampf wieder aufsteht und sich in seinen Bau zurückzieht besteht immer, kann aber mit einer vom Monster abhängigen Bedingung sowie einem Farbball erhöht werden. Dann könnt ihr dem Monster in seinen Bau folgen, wo ihr mit Sicherheit mindestens ein Ei dieser Art finden solltet. Ach ja, seid nicht allzu wagemutig, wenn es darum geht, schnell an starke Monsties zu kommen. Euer Bindungsstein besitzt eine Stufe, die bestimmt, welche Monster mit welchen Seltenheitsgraden ihr ins Team nehmen könnt. Ist euer Bindungsstein auf Stufe 4, könnt ihr zwar Monsties mit Seltenheit 5 oder höher ausbrüten, aber diese werden im Stall verbleiben müssen, bis euer Bindungsstein die Aufnahme ins Team erlaubt.

Neue Eier werden in den Stallungen ausgebrütet.

Habt ihr Eier gesammelt? Gut, dann macht euch zum Dorf eures Vertrauens auf und besucht den jeweiligen Stall. In den Stallungen könnt ihr euer Team neu aufstellen oder all eure Monsties verwalten. Der Stall ermöglicht euch bis zu 200 Monsties aufzunehmen. Das ist mehr als genug Platz, denn an schlüpfbaren Monsties gibt es gerade mal knapp über 60 verschiedene Arten. Trotzdem wird sich der Platz noch auszahlen, denn ihr benötigt für bestimmte Zwecke noch weitere Monsties. Da wäre zum einen der Ritus der Überlieferung. Schaut ihr eure Monsties genauer an, findet ihr Gene, die in einem 3x3-Raster angeordnet sind. Diese Gene repräsentieren verschiedene Elemente und Typen, dazu beherbergen sie Fähigkeiten und Boosts von Parametern. Mit dem Ritus der Überlieferung überträgt ihr Gene von einem Monster auf ein anderes, um es zu verbessern. Dabei könnt ihr bestimmte Arten von einem Bingo erzielen, die nochmals einen Boost verleihen. Nutzt diese Funktion, um zum Beispiel eine Elementarschwäche auszumerzen oder das eigene Element zu verstärken. Das Gen-gebende Monstie wird übrigens nach dem Ritus in die Wildnis entlassen, also überlegt gut. Später wird sich bei den Stallungen noch ein Feature dazugesellen, bei dem ich jetzt nicht ins Detail gehe. So viel ist sicher: Es ist eine gute Gelegenheit zur Überbrückung von Spielpausen.

Bindungsfähigkeiten sind ultimative Attacken. Viele sind vorrangig cool gestaltet, einige andere hingegen sehr lustig.

In den Dörfern gibt es noch weitere wichtige Einrichtungen, die ihr regelmäßig besuchen solltet. Die Händler bieten ortsabhängig verschiedene Waren an, die gut zu gebrauchen sind, wenn man in der Wildnis zu wenig in letzter Zeit gefunden hat. Und allem voran kommt der Schmied. Ihr braucht ihn für den Erwerb neuer Waffen und Rüstungen, ebenso zur Aufrüstung von bereits vorhandener Ausrüstung. Rüstungen und Waffen sind oftmals elementar, sie machen also für einen Typen besonderen Schaden, blocken Schaden oder sind anfälliger. Dementsprechend ist es ratsam, mehrere Arten von Ausrüstungen regelmäßig zu verbessern. Die Waffen sind in vier verschiedene Klassen eingeteilt: Großschwert, Schwert und Schild, Hammer und Jagdhorn. Die klassischen Schusswaffen sind nicht vertreten. Die Waffenklassen lassen sich verschieden handhaben, zum Beispiel beim Ausführen von Kombos (drei reguläre Attacken in bestimmter Reihenfolge), und die Fähigkeiten, die mit ihnen ausgeführt werden können. Probiert also alle Klassen aus, bis ihr eine gefunden habt, die euch zusagt.

Viel Kleinkram mit dabei

All eure Gegenstände werden in eurem Inventar aufbewahrt und kategorisiert. Dabei sind alle Arten von bekannten Objekten, wie Tränke, Stärkungsmittel, Fallen und noch viel, viel mehr. Besonders zum Ende hin werden sich wahrscheinlich sehr viele anhäufen. Leider gibt es hier keine Möglichkeit zum Sortieren, sodass es eventuell auch mal länger dauert, wenn ihr nach einem bestimmten Item sucht. Wichtig ist auch der Kampfbeutel, denn hier könnt ihr bis zu 10 kampftaugliche Items einpacken, die euch im Gefecht zur Verfügung stehen. Verbrauchte Items werden nach dem Kampf nachgefüllt, falls möglich. Gehen euch die Konsummittel aus, könnt ihr eure Rohmaterialien kombinieren und so neue Items herstellen. Auch von Nutzen ist die Monsterklopädie. Jedes besiegte Monster und jedes geschlüpfte Monstie einer neuen Art erweitert euren Index mit Informationen. Darüber könnt ihr herausfinden, wie sich ein Monster leichter in seinen Bau zurückziehen lässt oder die Stärken und Schwächen von Monstern und Monsties nachschlagen.

Nanu? Was haben wir denn hier?

Das Spiel bietet darüber hinaus noch so einige Überraschungen, weswegen das Erkunden in allen Ecken lohnenswert sein kann. Wiederspielwert ist meines Erachtens durchaus vorhanden, wenn auch begrenzt. Wer seinen Spaß mit dem Kampfsystem und den Rider-Kämpfen hat, wird sich wahrscheinlich online durchaus austoben können. Ansonsten bietet das Postgame noch weitere Herausforderungen. Die Handlung erscheint mir jedoch nicht als derart überragend (wenn auch gut), dass man sie wiederholen müsste. Falls es denn überhaupt ohne das Löschen der Speicherdaten funktioniert. Es gibt nur einen Spielstand pro Spiel und die Speicherdaten werden ausschließlich auf der SD Card gespeichert. Eine SD Card ist also Pflicht! Es könnte höchstens funktionieren, indem man eine zweite SD Card für einen neuen Spielstand ohne Löschung des alten parat hält. Die besten Momente der Geschichte lassen sich zum Glück dank der Galerie wiederfinden.

An dieser Stelle kommen wir zur Technik und dem meiner Meinung nach unangenehmsten Teil des Spiels. Insbesondere in engeren, detaillierteren Orten kommt es oft zu Einbrüchen in der Bildrate. Geschulte Augen werden beobachten können, dass die FPS je nach Auslastung tatsächlich geschätzt zwischen 15 und 60 FPS (!) schwanken. Besonders betroffen sind davon die Nester der Monsterbaue. Ironischerweise sind aber gerade die großen, offenen Areale angenehm zu spielen. Das Problem besteht sowohl auf den älteren Nintendo 3DS-Systemen (anhand der Demoversion betrachtet) als auch auf dem New Nintendo 3DS, was mich bei Capcom etwas wundert, da sie mit den Hauptspielen schon grafisch aufwändigere Teile gut optimiert haben. Auch die Kartengestaltung ist in Relation zu den Kollisionen seltsam aufgefasst (nicht passierbare Flächen oder durchlässige Bäume). Spieler von New Nintendo 3DS-Konsolen haben hier keine großartigen Vorteile. Ihr könnt ZL und ZR als Alternativen zum Touchscreen benutzen und den C-Stick, um alternativ zum Steuerkreuz die Kamera zu drehen. Besitzt ihr amiibo-Figuren, könnt ihr mit diesen kleine Vorteile im Spiel erlangen. Ich persönlich konnte hier nur mein Yoshi-amiibo verwenden und erhielt dafür ein paar Lebenspulver. Das funktioniert aber nur ein einziges Mal pro Figur. Ein kleines Dankeschön bekommt ihr aber auch, wenn das Spiel Speicherdaten zu Monster Hunter Generations oder zur Monster Hunter Stories-Demo (die in die Vollversion übernommen werden können) erkennt.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Monster Hunter Stories

Meinung von Maik Dallherm
Monster Hunter Stories wagt sich hier auf neues Terrain in seiner Reihe, und das durchaus erfolgreich. Das rundenbasierte Kampfsystem, das neuartige Szenario und die bunten Grafiken sprechen hier definitiv Spieler an, die zuvor nicht mit einem Monster Hunter zu tun hatten. Und ist es interessant genug, dass auch Veteranen zumindest einen Blick darauf werfen werden. Geschmackssache ist hier das Kampfsystem, das nicht allzu tiefgründig ist, aber trotzdem diverse Strategien ermöglicht und angenehm zu kontrollieren ist, sobald man es richtig verstanden hat. Die Handlung habe ich immer unterschiedlich aufgefasst: Spannende und lustige, aber auch langweilige und vorhersehbare Passagen waren für mich vorhanden. Am kritischsten sehe ich lediglich den technischen Aspekt, da mir das Spiel von vorn bis hinten unoptimiert erscheint, von den Frameeinbrüchen ganz zu schweigen. Vielleicht wäre Monster Hunter Stories oder ein potentieller Nachfolger auf der Nintendo Switch daher besser aufgehoben. Für den Nintendo 3DS ist es aber auch so ein umfassendes Abenteuer, das sich als einer der vielleicht letzten größeren Titel für den Handheld lohnen kann. Mein Tipp: Spielt zunächst die Demo an, denn sie liefert bereits das komplette erste Areal zum Erleben.
Mein persönliches Highlight: Mein jahrelanger Wunsch mit Monstern zu kooperieren! Und die Bindungsfähigkeit vom Brachydios...

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