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Test zu Neon Chrome - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Neon Chrome
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
12.10.2017
Vertrieb
10tons
Entwickler
10tons
Genre
Action
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 0
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Schießwütiger Neon-Cyberpunk

Von Daniel Busch ()
Mit Neon Chrome schafft es ein Twin-Stick-Shooter in den Nintendo eShop der Nintendo Switch, der ebenfalls schon seit letztem Jahr für PlayStation 4, Xbox One und PC zu haben ist. Der Top-Down-Shooter wurde vom finnischen Entwickler 10tons entwickelt und bietet Rogue-like Action in Neonoptik.

Auf dem Weg zum Overseer stellen sich euch zahlreiche Feinde in den Weg. Die ganzen Level sind zufällig generiert, sodass sie sich nie wiederholen.

In Neon Chrome, einer Metropole in einer dystopischen Zukunft, wacht der so genannte „Overseer“ darüber, dass alles nach geregelten Maßstäben abläuft. In dieser von der Außenwelt abgeschnittenen Stadt leben über eine Million Menschen, deren Schicksal von der Beurteilung des Overseer abhängt. Denn dieser überwacht die Menschen nicht nur, sondern entscheidet auch, ob sie sterben sollen. Ihr selbst (in der Rolle des Protagonisten dieses Spiels) toleriert dieses abgeschottete Leben nicht und wollt den Overseer stürzen. Dazu kämpft ihr euch durch das zentrale Gebäude dieser Stadt, welches mit dem Overseer verbunden ist, und holt euch eure Freiheit zurück. Euch erwarten unzählige verwinkelte Gänge und bewaffnete Mannequins der alles kontrollierenden Entität. Wer schonmal Binding of Isaac gespielt hat, der wird sich hier schnell zurechtfinden. Allerdings sind die Räume nicht voneinander getrennt. Jede Etage, die ihr auf dem Weg zur Spitze des Gebäudes bewältigt, ist ein großes Gebiet. Euer Ziel ist der Aufzug, der euch zur nächsten Etage bringt. Insgesamt warten 30 Stockwerke darauf, von euren kontrollierten Personen „gesäubert“ zu werden. In den einzelnen Etagen gibt es neben unzähligen Gegnern auch diverse Boxen zu öffnen und Schlüssel zu finden. Die Schlüssel machen euch den Weg bei verschlossenen Türen frei. Mit den Credits (die Währung in dem Spiel) verbessert ihr eure Fähigkeiten oder kauft bessere Waffen. Am Ende eines Durchgangs könnt ihr durch eure gesammelten Credits verschiedene Fähigkeitskategorien aufpowern, wie zum Beispiel Leben oder Waffenstärke. Dünnere Wände könnt ihr mit genügend Schüssen zerstören, um eure Feinde von einer anderen Richtung zu überraschen. Auch finden sich überall explodierbare Gegenstände, die ihr zu eurem Vorteil nutzen könnt.

Topdown-Shooter für Genre-Fans

Neon Chrome ist kein Story-basiertes Spiel, die gegeben Story-Inhalte sind ziemlich dünn und dienen lediglich dem Zweck, das unentwegte Abballern zu rechtfertigen. Aufgrund des Rogue-like-Prinzips sind die Level alle zufällig generiert, was dafür sorgt, dass so ziemlich alles einfach ohne Sinn dahingeklatscht zu sein scheint. Oft durchquert ihr Räume, in denen ein Haufen an explosiven Gerätschaften stehen, aber kein einziger Feind in der Nähe ist. Oder aber ihr habt einige Bereiche, die von Gegnern und Lasern nur so wimmeln, ihr aber getrost umgehen könnt, weil ein anderer Gang direkt zum Aufzug führt und es dort auch nichts weiter zu holen gibt. Ihr werdet beim ersten Spielen keine Chance haben auch nur ansatzweise dem Overseer nah zu kommen, denn in Neon Chrome geht es schlicht darum, mehrere Durchläufe durch dieses Gebäude zu wagen. Ihr werdet oft sterben und von neuem anfangen. In eurer Rolle als Hacker schickt ihr immer neue von euch kontrollierte Körper durch dieses gefährliche Neon-Ambiente.

Ihr könnt dünne Wände zerschießen, um in weitere Bereiche zu gelangen. Dadurch könnt ihr euch taktische Vorteile oder schnelle Fluchtwege sichern.

Vor jedem Run erwacht eine neue Person aus einer großen Kammer in der insgesamt 98 Kryo-Schlafkammern stehen. Die begrenzte Zahl an Körpern hat aber nichts zu bedeuten, ihr habt dennoch unendlich viele Versuche, zum Overseer zu gelangen. Ihr könnt vor jedem Run auswählen, welche Art Körper ihr spielen wollt. So stehen unter anderem Hacker, Soldaten oder Assassinen zur Verfügung, die je andere Fähigkeiten besitzen. Das Gameplay gestaltet sich als furchtbar repetitiv. Ihr lauft durch die Ebenen des Gebäudes – solange, bis ihr sterbt. Bis dahin sammelt ihr so viel an Loot, um eure Fähigkeiten und die Waffe zu verbessern, um darauf nochmal das Gleiche zu machen. Immer wieder. Mit der Zeit (und zwar viel Zeit) werdet ihr so gut ausgerüstet, dass ihr immer mehr Ebenen bewältigt. Jedoch ist das Gameplay derart repetitiv, dass es schnell langweilig wird und das Spiel deswegen eher für kurze Sessions geeignet ist. Sofern man sich mit dieser Art Spiel überhaupt anfreunden kann. Es ist schnell ziemlich frustrierend unentwegt auf gleiche Weise durch die Level zu schießen, nur um seinen eigenen Tod hinauszuzögern. Genrefans werden dennoch ihren Spaß haben. Ihr könnt vor jedem Run zwar eine andere Waffe und Spezialangriff auswählen, doch viele Unterschiede werden euch hierbei nicht geboten. Grafisch sieht das neonbestickte Ambiente zwar nicht schlecht aus, aber ich erachte es auch nicht als wirklich gut. Ihr seht alles in einer Top-down-Perspektive, wodurch keine Details zu erkennen sind. Die Ebenen sind alle ohne große Überraschungen aufgebaut – es gibt nur manchmal und zufällig Änderungen wie besonders viele Gegner oder Räume voller Dunkelheit. Durch das Roguelike-Spielprinzip haben die Räume stets das gleiche Design – auch hier alles ziemlich repetitiv, sodass schnell Langeweile aufkommt. Es hebt sich fast nichts voneinander ab. Da die Level aber zufallsgeneriert sind, werdet ihr wohl kein Level zweimal spielen und bei jedem neuen Run immer "neue" Levelstrukturen durchqueren. Der Soundtrack jedoch gut gelungen und passt in das neon-futuristische Dystopia-Setting. Auch bei den Gegnern konnte ich fast keine Variation erkennen. Euch erwarten meist dieselben paar Gegnertypen. Nachdem ihr gestorben seid, befindet ihr euch wieder im Startgebiet und müsst wieder selbstständig durch das Gebiet laufen und erneut eure Ausrüstung auswählen, um einen weiteren Run zu starten. Am Anfang noch nicht weiter störend, kann dies ziemlich nervig werden, wenn man etwas öfter gestorben ist. Die Framerate knickt des Häufigeren ein und das Spiel ruckelt schon im ersten Ladebildschirm. Wirklich viel Action kommt nie auf, und wenn doch viele Gegner auf einem Bildschirm sind (was sehr zu Lasten der Framerate geht), herrscht mehr Chaos als Action.

Grafisch besticht Neon Chrome durch eine bunte Neon-Optik. Jedoch ist die Umgebung nicht sonderlich aufregend gestaltet.

Es ist viel Ehrgeiz vonnöten, um im Spiel weiterzukommen. Durch das ewige Wiederholen bei Level 1 nach einem Tod übermannte mich zu Beginn des Spiels eher die Langeweile als der Ehrgeiz. Besonders geduldige Spieler werden hier mehr Spaß haben. In regelmäßigen Abständen werden jedoch Level geboten, die euch erlauben, nach erfolgreichem Finden des Aufzugs dort auch nach eurem Tod wieder ins Spiel einsteigen zu dürfen. So müsst ihr nicht unbedingt immer bei Level 1 von Neuem beginnen, sondern könnt diese freigeschalteten Abkürzungen nutzen. Die Steuerung ist recht gewöhnungsbedürftig. Ihr verfügt über ein freies 360°-Schussfeld, das 1:1 mit dem rechten Stick angepasst ist. Im Schusswechsel mit mehreren Gegnern werdet ihr anfangs noch ziemliche Probleme haben eure Gegner schnell anzuvisieren. Hier ist einiges an Übung vonnöten, um sich an die Steuerung zu gewöhnen. Neben der Primärwaffe und einem Spezialangriff, steht euch noch ein Nahkampfangriff (mit sehr kurzer Reichweite) zur Verfügung. Man sieht: Neon Chrome ist recht einfach gehalten. Lediglich bei den Spezialfähigkeiten gab es ein paar gute Einfälle, wie ein Strahl, der Gegner für eure Seite kämpfen lässt. Zudem lassen sich freie Fähigkeiten-Slots mit einigen Verbesserungen versehen, sodass ihr zum Beispiel mehr Schaden austeilt, falls eure Lebensenergie zur Neige geht. Durch genügend Credits könnt ihr euch mehr Slots kaufen Die in den Leveln auffindbaren Verbesserungen sind jedoch ebenfalls zufällig und ändern die Spielweise nur geringfügig. Alle Verbesserungen, die ihr im Hauptspiel findet, könnt ihr später für Credits in eurem Startraum kaufen. So bleiben euch auch nach eurem Tod Fähigkeiten erhalten. Falls euch das Gemetzel im Solo-Modus zu langweilig wird, steht noch ein Koop-Modus zur Verfügung. Dieser ist ausschließlich lokal spielbar (es ist kein Online-Modus vorhanden) und macht zusammen wesentlich mehr Spaß als alleine.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Neon Chrome

Meinung von Daniel Busch
Ich konnte mich mit Neon Chrome wirklich nicht anfreunden. Das ständig repetitive Gameplay, bei dem es nur darum geht, durch immer weitere Versuche und mehr Ausrüstung, seinen eigenen Tod hinauszuzögern, um es irgendwann bis zum Ende zu schaffen, erzeugte bei mir so viel Langeweile, dass es mir wirklich schwer fiel, mich für das Spiel zu motivieren. Die meisten der zahlreichen Durchläufe sind (außer den gesammelten Credits) ziemlich unnütz und strecken die Spielzeit auf sehr künstliche Weise in die Länge. Die Präsentation konnte mich auch nicht überzeugen – genauso wenig, wie die fast nicht existierende Story. Die Top-down-Perspektive vertuscht sämtliche Details in der neonbeleuchteten Umgebung und die zufällig generierten Level sehen alle ziemlich ähnlich aus. Neon Chrome mag in einigen Gameplay-Bereichen gute Ansätze bieten, dennoch fehlt es einfach an Abwechslung: Ihr ballert euch durch die Ebenen – so lange, bis ihr sterbt – und fangt dann wieder (fast) von vorn an. Das überzeugt mich nicht und sorgt für mehr Langeweile als guten Spielspaß. Der Koop-Modus ist ganz anständig und sorgt mitunter für spaßige Momente, leider ist er nur lokal und nicht online spielbar. Genreliebhaber könnten an Neon Chrome durchaus Gefallen finden und Spaß mit dem Grind-System haben. Es muss aber auch der Standpunkt des Preises betrachtet werden. Neon Chrome ist mit 14,99 Euro, für das was es bietet, schlicht überteuert. Für diesen Preis bekommt man auch im Nintendo eShop durchaus bessere Alternativen, die sich mehr lohnen.

Kommentare 7

  • Splatterwolf Super seit 1889 - 13.10.2017 - 00:25

    Das klingt ja echt mies. Auf anderen Plattformen hat es gar nicht so schlechte Wertungen bekommen, ist trotzdem auf meiner Wunschliste.
  • WiiSwitchU Liberté, égalité, fraternité pour TOUTE l'humanité! - 13.10.2017 - 00:42

    @Daniel Busch
    Bezugnehmend auf dein Fazit würde ich gerne wissen, welche anderen vergleichbaren Spiele, aus dem Eshop du bevorzugen / empfehlen würdest? Dankeschön!:)
  • rongar Turmheld - 13.10.2017 - 12:02

    Ich habe es mir gestern geladen und 1 Stunde gespielt. Ich persönlich finde dieses "Auflevel-System" gut. Klar muss man immer wieder Level 1 und so spielen, aber man wächst mit jedem mal und wird stärker. Dieses System gab es damals auf dem Sega Saturn bei "Radiant Silvergun" von Treasure schon. Fand das damals total genial. Man konnte am Anfang gar nicht weit kommen und erst nach dutzenden von Durchläufen waren die Waffensystem auf einem brauchbaren Level. Wie gesagt, mir hat das damals schon gefallen und bei Neon Chrome sagt mir das jetzt auch zu. Der Sound ist beim Spiel jedenfalls Perfekt! Ansonsten werde ich dieses Wochenende mal ein paar Stunden in das Spiel investieren.
  • Wowan14 Gamer aus Leidenschaft - 13.10.2017 - 16:39

    Habe das Game erst kürzlich auf PS4 geladen da es mal bei den PS+ Spielen dabei war. Ist es wirklich so mies? Habe schon sowas wie Alienation gespielt falls es ähnlich von der Art ist und das war zwar anfangs gut aber danach immer das gleiche und irgendwie befürchte ich dies bei diesem Titel umso mehr.
  • Daniel Busch Redakteur - 13.10.2017 - 20:58

    @WiiSwitchU Ich spreche da eher vom Preissegment, das bei etwa 15Euro liegt. Und rein objektiv gesehen, bekommst du zum Beispiel aktuell mit Stardew Valley viel mehr Umfang geboten (ganz genreunspezifisch). Da stimmt das Preis/Leistungsverhältnis einfach eher.
  • WiiSwitchU Liberté, égalité, fraternité pour TOUTE l'humanité! - 14.10.2017 - 00:18

    @Daniel Busch
    Okay, trotzdem Danke für deine Antwort! :)
  • rongar Turmheld - 14.10.2017 - 19:46

    Nachdem man den Spinnenboss von Welt 1 besiegt hat, steht der Aufzug für den sofortigen Zutritt zu Welt 2 nach jedem Tod bereit, sprich man muss nach dem Ableben nicht wieder in Welt 1 einsteigen, sondern kann auch direkt in Welt 2 loslegen. So dürfte es dann wohl mit den anderen Welten auch sein. Leider war für mich beim "Centipide"-Boss von Level 2 erstmal Schluss. Habe eine gute Stunde gespielt und mir gefällts. Die Genervielfalt nimmt ab Welt 2 auch zu, so kommen z.b. Gegner mit Schutzschilden hinzu, mit Raketenwerfern, Granaten, usw....