Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu Tower of Babel - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Tower of Babel
  • USA USA: Tower of Babel
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
05.10.2017
Vertrieb
EnjoyUp Games
Entwickler
EnjoyUp Games
Genre
Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
eBay

Einstürzende Altbauten

Von Pascal Hartmann ()
Der Name ist verwirrend. Statt des einen namensgebenden Tower of Babel müsst ihr nämlich gleich drei Babel-Türme hinauflaufen. Und hatte ich erwartet, dass dieser berühmte Turm am Ende auf mich wartet und damit mein Ziel darstellt, erklimme ich ihn und seine Brüder direkt zu Beginn des Spiels. Es geht dann auf weitere Türme und auch Raumstationen.

Der Ritter läuft diesen Pfad entlang und ist bereits über die Stacheln gesprungen, doch die nächsten Hindernisse warten schon.

Das Spielprinzip von Tower of Babel ist simpel: Ein Ritter startet am Fuß des jeweiligen Turmes und läuft diesen automatisch hinauf. Dabei sammelt er möglichst viele der Diamanten ein, an denen er auf seinem Weg vorbeikommt. Außerdem weicht der Ritter diversen Fallen aus und springt über Abgründe. Selbstverständlich seid ihr dieser Ritter und nehmt damit den gefährlichen Auftrag an, die... Tja, wie war das nochmal? Bis auf eine Texttafel beim ersten Spielstart behelligt euch das Spiel nicht mit seiner Story, nicht einmal am Ende gibt es irgendeine Auflösung oder zumindest einen Schriftzug, der euch darauf hinweist, dass ihr das anfänglich gegebene Ziel erreicht habt. Es hing irgendwie mit einer bösen Macht zusammen, die durch die Lichter auf den Spitzen der Türme eingedämmt werden muss. Glaube ich.

Oben angekommen, wird abgerechnet. Habt ihr die erforderliche Anzahl an Diamanten im Sack, ist der erste Abschnitt geschafft und ihr macht euch nun wieder an den Abstieg. Fehlen euch Edelsteine, heißt es Game Over und ihr müsst noch einmal hinaufrennen. Während ihr euch beim Aufstieg theoretisch so viel Zeit lassen könnt, wie ihr möchtet, tickt auf dem Weg hinunter die Uhr. Nur eine Minute habt ihr dann Zeit, den Boden zu erreichen, denn der Turm fällt in sich zusammen! Verstreute Sanduhren erhöhen die euch zur Verfügung stehende Zeit, aber bis auf den allerletzten Turm hatte ich rein von der Zeit her betrachtet keine Probleme, einen Abschnitt abzuschließen. Die Fallen und anderen Hindernisse waren dann doch die größeren Fehlerquellen.

In diesem Bereich zeigt sich Tower of Babel auch recht abwechslungsreich. So springt ihr über hervorschießende Klingen, rennt geduckt unter stacheligen Kugeln hindurch, weicht Lasern und schießenden Raumschiffen aus und versucht bei all dem noch, nicht in den nächsten Abgrund zu fallen. Da die Türme bei jedem Start zufallsgeneriert werden, könnt ihr nicht einfach die Abfolge von Fallen auswendig lernen; eure Geschicklichkeit und Reflexe bleiben der wichtigste Schlüssel, um heil oben bzw. unten anzukommen. Ein Treffer muss euch auch nicht grämen, denn nur wenn ihr innerhalb einer kürzeren Zeitspanne noch einmal getroffen werdet, müsst ihr von vorne anfangen. Andernfalls lauft ihr einfach weiter und könnt bei Bedarf erneut irgendwo hineinrennen.

Der beste und geilste Turm fehlt in Tower of Babel: der ntower

Dass euch nicht ein einzelner Kontakt mit einem Hindernis den Versuch kostet, ist ein dankbares Feature. Die Treffer-Erkennung ist nämlich alles andere als rund. Mal wurde ich getroffen, obwohl ich hoch über das Hindernis gesprungen bin, ein anderes Mal dürft ihr dann fast schon durch eine Falle hindurch laufen, ohne dass etwas passiert. Besonders genervt war ich von den Weltraumstationen, denn diese enthalten herunterfallende Bodenteile. Meistens konnte ich noch locker davon abspringen und weiterlaufen, doch immer mal wieder funktionierte das nicht richtig und der Ritter weigerte sich, in Sicherheit zu springen. Manchmal müsste er eigentlich von der Plattform fallen, kann sich aber doch darauf halten. Dann wiederum rutscht der Ritter auch gerne mal irgendwie von der Kante. Ich hatte bis zum Ende des Spiels nicht das Gefühl, ihn richtig unter Kontrolle zu haben.

Das ist vor allem in den dritten Türmen einer „Welt“ ein Problem. Lauft ihr nämlich den jeweils ersten und zweiten Turm (genannt Tower A und Tower AA) hinauf, habt ihr eine seitliche Perspektive. Im dritten Turm (Tower AAA) jedoch seht ihr das Geschehen von hinten, was zum einen das Abschätzen von Entfernungen erschwert, jedoch auch dafür sorgt, dass ihr Hindernisse noch später zu sehen bekommt. Gerade in diesen Türmen bin ich dann gerne mit angezogener Handbremse gelaufen, denn ihr könnt den Ritter nicht nur beschleunigen, sondern auch verlangsamen. Gerade das gezielte Heruntersetzen der Geschwindigkeit wird später wichtig, da Diamanten durch den zufallsgenerierten Aufbau auch mal direkt hinter einem Hindernis liegen können. Oder eine fiese Falle direkt auf die andere folgt.

Der Laser ist blau, befindet sich also auf dem blauen Pfad. Ihr müsst daher auf dem roten Pfad an ihm vorbeirennen.

Ein weiterer Unterschied zwischen den drei Türmen einer Region ist ihre Anzahl an Pfaden. Lauft ihr am ersten Turm noch einen einzigen Weg entlang, müsst ihr beim zweiten schon zwischen zwei Pfaden hin und her wechseln. Der dritte Turm wartet mit drei Pfaden auf euch. Als Hilfestellung sind die Diamanten und viele Hindernisse und Fallen in der jeweiligen Pfad-Farbe gehalten. Auch hier kann euch die Steuerung einen Strich durch die Rechnung machen, denn es passierte mir durchaus ein paar Mal, dass ich eigentlich nur schneller rennen wollte, aber den Analog-Stick einen Tick zu weit in die Diagonale drückte, sodass der Ritter den Pfad wechselte. Meistens passte dieser Fehler natürlich mit dem Auftreten einer Falle zusammen. Leider wird das Steuerkreuz nicht unterstützt, mit dem eine präzisere Bedienung möglich gewesen wäre.

Ab den Weltraum-Türmen habt ihr ein Jetpack zur Verfügung, sodass ihr bei kleineren Sprüngen nochmal nachjustieren könnt. Die Abgründe werden natürlich auch breiter. Im Weltraum landet ihr übrigens auf einem fremden Planeten, dessen Türme mit ihrer Farbgebung und Texturierung an das erinnern, was bei einem erfolgreichen Geschäft im Klo landet. Bis dahin fand ich die Cel-Shading-Optik aber tatsächlich ganz angenehm, doch hat sie ein großes Problem: die Grafik scheint die Nintendo Switch an ihre Grenzen zu treiben, denn heftige Slowdowns sind keine Seltenheit. Plötzliche Ruckler verhauten mir dann ein ums andere Mal einen ansonsten sicheren Sprung. Es ist nicht ganz ersichtlich, was genau für den Schluckauf der Konsole verantwortlich ist, er tritt einfach irgendwann auf – und nervt. Genauso wie die wenigen Techno-Musikstücke, die euch um die Ohren wummern.

Nach nicht einmal drei Stunden bedankte sich Tower of Babel dann auch schon bei mir, weil ich es gespielt hatte. Insgesamt erwarten euch lediglich 15 Türme, die ihr fürs erneute Spielen umständlich Turm für Turm durchwählen müsst. Doch ist der einzige Grund, die hohen Gebäude noch einmal zu erklimmen, nur das Erreichen eines höheren Highscores. Ein paar weitere Herausforderungen wären schön gewesen, die für den Spieler in mehr Spielzeit hätten resultieren können. Beispielsweise hätte man dann hinaufrennen müssen, ohne einmal getroffen zu werden, um eine bestimmte Zeit zu schlagen oder alle Diamanten zu sammeln. Leider spart sich das Spiel solche zusätzlichen Ziele. Auch einen Endlos-Modus gibt es nicht, obwohl sich dieser geradezu anbietet.

Redaktionswertung

3

Eher nicht überzeugend

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Tower of Babel

Meinung von Pascal Hartmann
Schon andere Runner haben gezeigt, wie viel Spaß es machen kann, einfach nur eine automatisch laufende Spielfigur Hindernissen ausweichen zu lassen. Und auch Tower of Babel ist an sich kein schlechtes Spiel. Es gab durchaus Phasen, die mir richtig Spaß gemacht haben, beispielsweise, wenn ich im Affenzahn einen Turm hinunterrannte und es schaffte, den Fallen knapp und erfolgreich zu entkommen. Doch die inkonsequente Treffer-Erkennung, die regelmäßigen Ruckler und Slowdowns, die Von-Hinten-Perspektive in den dritten Türmen, die fragwürdige Farb- und Texturentscheidung auf dem Alien-Planeten, der geringe Umfang, das völlige Fehlen weiterer Herausforderungen sowie das Gefühl, den Ritter nie richtig unter Kontrolle zu haben, verhindern, dass das Spiel die Wertungsspitze des ntowers zu sehen bekommt.
Mein persönliches Highlight: Der Ritter trägt ein Jetpack!

Kommentare 4

  • Herr von Faultier Turmbaron - 11.10.2017 - 20:54

    Fand den Trailer schon abschreckend und habe mit keiner guten Bewertung gerechnet. Es sieht einfach nicht gut aus und das Gameplay wirkt extrem monoton. Es wird langsam schwerer für Indis auf der Switch, die Konkurrenz ist groß und die Qualität sehr unterschiedlich. In Zeiten in denen jeder an zig Bewertungen kommt muss man halt aus der Masse hervor stechen und dieses Spiel wirkt eher so als wolle es sich in der Masse verstecken.
  • Mr.Schonso Turmritter - 11.10.2017 - 22:24

    "...verhindern, dass das Spiel die Wertungsspitze des ntowers zu sehen bekommt."

    Da habt ihr wohl extra auf ein Spiel mit "tower" im Titel warten müssen, um diesen Spruch rauszuhauen zu können. :whistling:
    Nee Spaß, echt genial. Ich lese mir eure Tests in letzter Zeit ziemlich gerne durch, selbst wenn mich das Spiel nicht interessiert. Großes Lob.
  • WiiSwitchU Liberté, égalité, fraternité pour TOUTE l'humanité! - 12.10.2017 - 23:40

    Mensch, da bin ich wirklich froh auf euren Test gewartet zu haben und nicht bei meinem "Komm für 10 Euro kannste das mal riskieren." geblieben zu sein. Danke für den Test!

    P.S.
    Früher habt ihr euch immer bei den jeweiligen Entwicklern / Publishern bedankt, die euch ein kostenloses Testexemplar zur Verfügung gestellt haben. Gibt es einen Grund dafür, dass ihr das nicht mehr macht?
    P.P.S.
    Apropos Test: Wird es einen Test zu Semisphere (Switch) geben?
  • Splatterwolf Showmacher seit 1889 - 13.10.2017 - 00:30

    Das Beste ist wohl noch die Musik, sieht für mich aber noch immer interessant genug aus.