Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu Unbox: Newbie’s Adventure - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Unbox: Newbie’s Adventure
  • USA USA: Unbox: Newbie’s Adventure
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
11.10.2017
Vertrieb
Merge Games
Entwickler
Prospect Games
Genre
Platformer, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 0
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
eBay

Unboxing einmal anders: Hier packt das Paket sich noch selbst aus!

Von Roman Dichter ()
3D-Jump ‘n‘ Runs gehören zu meinen liebsten Spielen! Seit mir der allseits beliebte Klempner in Super Mario 64 den Weg in die dritte Dimension offenbart hat, hat sich dieses Genre tief in meinem Herzen verankert. Leider ging es damit nach der Nintendo 64-Ära rapide bergab und nur noch vereinzelt waren Genrevertreter zu finden. Jetzt ist ein kleiner Trend zurück zum 3D-Hüpfer zu beobachten, der in Super Mario Odyssey schon bald seinen Höhepunkt finden wird. Bereits jetzt dürft ihr euch aber mit Unbox: Newbie’s Adventure warmspielen.

Die Welt ist voller Pakete, darunter auch eure Gegner, die rüpelhaften "Wild Cards".

Dieser Titel ist ein im Grunde recht gewöhnlicher 3D-Platformer mit einigen recht ungewöhnlichen Elementen. Beginnen wir mit dem Ungewöhnlichen: Protagonist des Abenteuers ist ein Paket. Kein Paketbote, kein Wesen, das in einem Paket wohnt, nein – ihr steuert ein Paket, das sich selbst ausliefern kann. In diesem Zusammenhang kommen wir auch schon zu dem Element, das das Gameplay stark beeinflusst und dieses zu etwas Besonderem macht, gleichzeitig aber auch durchaus kritisch betrachtet werden kann: die Steuerung. Ich weiß noch, wie zu Super Mario 64-Zeiten diskutiert wurde, wie man einen Charakter in 3D-Welten überhaupt präzise steuern könnte. Aber man hat es geschafft und konnte mit Mario auch einem dreidimensionalen Gumba auf den Schädel hüpfen. Im Vergleich zu dem, was euch in Unbox: Newbie’s Adventure erwartet, hattet ihr den Klempner jederzeit perfekt unter Kontrolle.

Wir erleben hier eine Art bewusste Herausforderung eurer Fähigkeiten am Controller. Tatsächlich kann man nicht behaupten, dass die Entwickler es nicht hinbekommen hätten, die Steuerung einfach zugänglich zu machen. Mit Absicht müsst ihr euch ziemlich eingewöhnen. Das liegt auch einfach an der zugrundeliegenden Physik. Denn ein Paket kann im Alltag nicht mit Beinen oder Füßen glänzen, darum rollt es. Allerdings hat es bekanntlich auch nicht die dafür optimale Kugelform, sondern eben reichlich Ecken und Kanten. Durch diese sind präzise Bewegungen kaum möglich. Besonders die langsamen, kleinen Bewegungen leiden darunter, während das schnelle Rasen, wenn ihr richtig Fahrt aufgenommen habt, noch am ehesten rundläuft. Schnelle Geschwindigkeit und weite Sprünge sorgen ebenfalls dafür, dass die feinen, kleinen Hüpfer von Plattform zu Plattform zur Herausforderung werden. Das führt dann schon einmal zu absurden Situationen wie dieser: Ich hatte mich erfolgreich durch eine nicht ganz einfache Hüpfpassage manövriert, scheiterte dann aber daran, auf den direkt vor mir liegenden, großen, roten Knopf zu hüpfen, um die Aufgabe zu beenden.

Warum sind Pakete nicht rund?

Entwickler Prospect Games zeigt allerdings kein Mitleid, sondern spielt mit diesen Einschränkungen. Beispielsweise sollte ich an einer Stelle ein Geschenk ausliefern. Dieses wurde aber nicht in mir verpackt (warum eigentlich nicht – ich bin doch ein Paket?), sondern quasi an mich dran geheftet. So musste ich für diese Mission sogar auf die symmetrische Würfelform verzichten und wurde zum unförmigen Quader, was die Fortbewegung weiter erschwerte. Tatsächlich kann man sich mit Übung an die Steuerung gewöhnen und sie schließlich ganz gut in den Griff bekommen. Aber sie bleibt immer eine Herausforderung des Spiels an den Spieler und wird nie so natürlich und einfach wie bei den meisten Genrevertretern. Allein dieser Aspekt wird also viele Spieler verschrecken und man kann ihnen nicht böse sein. Wer sich allerdings darauf einlässt und schließlich damit zurechtkommt, wird mit einem unterhaltsamen Abenteuer belohnt, denn ihr bekommt einiges geboten.

Im Verlauf des Abenteuers lernt ihr unterschiedliche Welten kennen, wie beispielsweise diese Winterlandschaft.

Tatsächlich gibt es hier einige bewährte 3D-Platformer-Elemente, für die ich diese Art Spiele so sehr schätze. Um beim Vergleich mit dem oben genannten Super Mario 64 zu bleiben, ist es auch bei Unbox: Newbie’s Adventure so, dass ihr bestimmte Items sammeln müsst. Was für Mario die Sterne sind, sind für Newbie Briefmarken. Das Tolle an diesem Konzept ist die kreative Freiheit, die zu abwechslungsreichen Aufgaben führt. Im Gegensatz zum typischen 2D Jump ’n‘ Run-Prinzip, immer wieder einfach nur das Ziel zu erreichen, gibt es hier unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen. Manche Marken liegen frei in der Welt herum, müssen aber zumeist irgendwie entdeckt oder freigelegt werden, bevor ihr sie einsacken könnt. Andere Marken erhaltet ihr für das Erfüllen verschiedener Missionen, die euch andere Pakete auftragen. So müsst ihr (oft innerhalb einer bestimmten Zeitspanne) bestimmte Gegenden erreichen, Gegner ausschalten, Items einsammeln, Gegenstände transportieren oder Schalter aktivieren.

Diese Aufgaben sind häufig echte Herausforderungen und ich musste nicht selten mehrere Anläufe unternehmen, um erfolgreich zu sein. Trotzdem war ich immer wieder motiviert, es weiter zu versuchen und wurde auch schließlich belohnt. Insofern würde ich den Schwierigkeitsgrad als angenehm fordernd beschreiben. Wer allerdings einmal überfordert wird, kann die Mission auch abbrechen und einfach auf die Suche nach der nächsten Marke gehen, denn ihr benötigt nicht alle Marken, um im Spiel voranzukommen. Habt ihr eine bestimmte Anzahl gesammelt, erhaltet ihr Zugang zu einem Bosskampf. Wenn ihr diesen erfolgreich gestaltet, dürft ihr die nächste Welt erforschen – auch diesbezüglich wird euch durch verschiedene Settings Abwechslung geboten.

Einmal auspacken, bitte!

Ein Gameplay-Element sollte unbedingt noch erwähnt werden, da es an vielen Stellen wichtig ist und es auch in den Spieletitel („unbox“) geschafft hat: das Auspacken. Das sympathische Paket Newbie kann sich selbst auspacken. Und was ist bekanntlich das Coolste, was in einem Paket stecken könnte? Richtig, ein weiteres Paket! Während ihr mit der rechten Schultertaste gewöhnliche Sprünge vollführen könnt (gewöhnungsbedürftige Belegung), katapultiert ihr euch mit der linken – eben durch das Auspacken – noch weiter in die Höhe. So könnt ihr beachtliche Höhen erreichen und sehr weite Gebiete überspringen, allerdings ist diese Funktion nicht unbegrenzt verfügbar. Maximal 6 Mal dürft ihr euch selbst auspacken. Danach muss die Anzeige wieder gefüllt werden, indem ihr entsprechende Items einsammelt. Auch wenn ihr mal im Wasser landet (das mögen Pakete bekanntlich gar nicht) und am zuletzt aktivierten Checkpoint neu startet, habt ihr wieder die volle Auspack-Power zur Verfügung.

Mit Freunden könnt ihr zwar nicht das Haupt-Abenteuer, dafür aber verschiedene Multiplayer-Modi bestreiten.

Zu den Checkpoints könnt ihr übrigens auch per Knopfdruck gelangen – zum Glück, denn es kann auch passieren, dass Newbie mal unglücklich stecken bleibt und sonst keine Möglichkeit hat, weiterzurollen. Auch mit einigen anderen technischen Problemen hat das Spiel zu kämpfen. Die nicht immer günstige Kamerapositionierung ist Genre-Fans bekannt, aber auch Soundprobleme oder an einer Stelle ein Fehler, der das komplette Spiel beendete und mich zurück ins Home-Menü schickte, sind mir begegnet. Das ist natürlich unschön, aber glücklicherweise dann doch eher die Ausnahme, sodass ich nicht behaupten würde, Unbox: Newbie’s Adventure sei unspielbar. Zumeist geht es flüssig voran und man kann definitiv mit dem Spiel Spaß haben.

Optisch können die bunten und abwechslungsreichen Areale durchaus überzeugen, auch wenn die Grafik sicher nicht alles aus der Nintendo Switch herausholt, was möglich wäre. Das Design der Charaktere ist da schon etwas eintöniger, denn hier haben wir es halt mit lauter Paketen zu tun. Allerdings dürft ihr die Erscheinung eures Helden etwas Pimpen, indem ihr ihm Brille, Schurbart, Umhang, Mütze oder andere Kleidungsstücke verpasst, die ihr im Laufe des Abenteuers erhaltet. Auch die musikalische Begleitung weiß zu gefallen und rundet die insgesamt überzeugende, familienfreundliche Atmosphäre ab.

Neben dem Hauptspiel dürft ihr euch mit bis zu vier Spielern in verschiedenen Multiplayer-Modi austoben. In „Collect“ geht es um goldenes Klebeband, das auch im Einzelspieler-Modus vielerorts verteilt ist und die Sammel-Freunde bei Laune hält. Mit Freunden geht es darum, wer die meisten in einer bestimmten Zeit sammelt. Bei „Boxing“ sammelt ihr Punkte, wenn ihr eure Gegenspieler mit Feuerwerk trefft, verliert aber Punkte, wenn ihr ins Wasser fallt. Im Spiel „Oddbox“ nehmt ihr ein spezielles Äußeres an und verdient immer mehr Punkte, solange ihr so ausseht. Allerdings können die Gegenspieler euch abschießen und so selbst zur Oddbox werden. Bei „Thief“ klaut ihr Münzen, die eure Gegner verlieren, wenn sie von Feuerwerk getroffen werden. Zuletzt gibt es noch „Delivery“, ein klassisches Rennen. Wer ist das schnellste Paket? Bei jedem Modus dürft ihr zwischen verschiedenen Gebieten wählen, in denen ihr gegeneinander antreten wollt. Unterm Strich sind die Mehrspieler-Modi eine schöne Ergänzung, aber mehr auch nicht.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Unbox: Newbie’s Adventure

Meinung von Roman Dichter
Unbox: Newbie’s Adventure ist ein insgesamt unterhaltsamer und gelungener 3D-Platformer, der euch die Wartezeit auf Super Mario Odyssey verkürzen kann. Das Spiel ist nicht perfekt und hat mit einigen kleinen Problemen zu kämpfen. Wirklich erwähnenswert ist vor allem die Frage, wie gut ihr mit der ungewöhnlichen und herausfordernden Steuerung zurechtkommt. Das würfelförmige Paket beim Rollen unter Kontrolle zu halten und präzise Sprünge zu absolvieren erfordert etwas Eingewöhnung und wird sicher einige Spieler komplett abschrecken. Davon abgesehen gibt es verschiedene, kreative Aufgaben, Sammel-Möglichkeiten und Mehrspieler-Duelle, die Genre-Fans sicher gut gefallen werden. Wer also Lust auf ein forderndes, aber unterhaltsames 3D-Jump ’n‘ Run hat, kann bedenkenlos zugreifen. Wer in diesem Genre nur ein ausgereiftes und rundum überzeugendes Spiel anrühren möchte, wartet wohl besser auf Super Mario Odyssey.
Mein persönliches Highlight: Die humorvollen Dialoge

Kommentare 2