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Test zu Yono and the Celestial Elephants - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Yono and the Celestial Elephants
  • USA USA: Yono and the Celestial Elephants
  • Japan Japan: Yono
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
12.10.2017
Vertrieb
Plug In Digital
Entwickler
Plug In Digital, Neckbolt
Genre
Puzzle
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Yono, deine Welt ist schön

Von Pascal Hartmann ()
Elefanten sind nicht gerade präsent in der Medienlandschaft. Aus dem Stegreif fallen mir nur Benjamin Blümchen, Dumbo und der Rüsselträger aus der lustigen Rolo-Werbung ein. Auch in der Welt von Yono and the Celestials Elephants sind Elefanten selten. Das liegt hier allerdings daran, dass die Dickhäuter Götter sind und sich nur alle 1.000 Jahre blicken lassen! Genauer genommen fällt ein einzelner Elefant in die Welt der Sterblichen und kümmert sich von da an um die Belange, die ihm aufgetragen werden. Nun ist Yono an der Reihe, den Frieden zu bewahren und Gegenstände auf seinem Rücken herumzutragen. Töröööö!

Ist Yono nicht zum Knuddeln? Hier trägt er ein Huhn auf seinem Rücken.

Das Königreich wird von drei Völkern bewohnt. Da hätten wir zuerst einmal die Menschen, die sich aufgrund ihrer Überzahl die Herrschaft gesichert haben und die anderen beiden Völker ebenfalls mitregieren. Zu diesen zählen die Knochengeschöpfe, die auf ihrem Friedhof aus der Erde geboren werden und nahezu unsterblich sind. In der Stadt Freehaven wiederum leben die Mechani. Dabei handelt es sich um Roboter, die ursprünglich von den Menschen gebaut wurden, sich jedoch mittlerweile selbst reproduzieren können und freie Gedanken entwickelt haben. Yono wird nun jedem Volk zur Seite stehen und versuchen, seinen Platz neben seinen Vorgängern zu finden, die bereits in die Geschichtsbücher eingegangen sind.

Yono and the Celestial Elephants entpuppt sich dazu als Zelda-orientiertes Action-Adventure, entleiht jedoch mehr Elemente dem ebenfalls auf Nintendos bekannter Serie basierten Oceanhorn. Da hätten wir beispielsweise die isometrische Perspektive, die zwar nicht ganz so detailliert, aber dafür umso farbenfroher und niedlicher ausgefallen ist. Ich bin sehr gerne durch die verschiedenen Gegenden gelaufen, weil mich die prallen Farben und der Süßheitsfaktor immer wieder einzunehmen wussten. Voran stolziert hier natürlich Yono, der wohl knuddeligste Elefant seit Dumbo. Aber auch die kleinen Igel beispielsweise entlockten mir ein „Awwwww“. Die menschlichen Figuren haben ebenfalls ihren Charme, wirken beim ersten Anblick jedoch sehr befremdlich.

Sundara, ein euch zur Seite stehendes Mädchen, hat zum Beispiel viel zu große Augen und sieht aus, als trüge es ein Kürbisgrinsen im Gesicht. Aber all die seltsamen Gestalten passen in diese Welt. Doch noch besser als der Weltenaufbau und die Grafik ist die Musik: Beginnend beim tollen Theme-Song im Startbildschirm hat mir die musikalische Untermalung bis zum Ende richtig gut gefallen. Gebt euch doch mal das Titellied, das ihr hier auf YouTube findet. Die Geräusche und Soundeffekte allerdings überzeugen nicht alle. Diese sind vor allem viel zu laut, teilweise hören sie sich einfach schrecklich an. Hier waren wohl unterschiedliche Personen für die Musik und für die Sounds verantwortlich.

Korruption und Gier sind keine heilbare Krankheit. Der einzige Weg ist alles niederzureißen und von Neuem zu beginnen.

Ebenfalls übernommen von Oceanhorn wurde das simple Kampfsystem, wobei es in Yono and the Celestials Elephants noch rudimentärer ausgefallen ist. Der kleine Elefant rammt seine Feinde nämlich einfach mit seinem Kopf. Wenn ihr euch dann kurz zurückzieht und wieder angreift, stellt keiner der Gegner auch nur ansatzweise eine Gefahr für euch dar. Das gilt auch für die größeren Exemplare, die sich euch entgegenstellen. Kommt euch ein Feind doch zu nahe, pustet ihr ihn einfach mit einem Luftstoß aus eurem Rüssel von euch. Auf diese Weise könnt ihr ihn auch einen Abgrund hinabschicken, sollte einer in der Nähe sein. Kurz gesagt: die Auseinandersetzungen mit den normalen Feinden hätte man sich sparen können, die Endgegnerkämpfe wiederum sind gelungen. Sie können nur mit der jeweils richtigen Taktik gewonnen werden. Na gut, der zweite war dann doch sehr simpel, aber das erklärt sich aus der Welt, in der wir uns hier befinden.

Im Bild seht ihr einen der Gegner, die Yono bekämpfen muss. Das ist alles andere als schwer.

Der zweite Endgegner ist ein riesiger, alter Roboter-Hund. Diese alten Maschinen werden Proto-Mechani genannt und weisen noch nicht die entwickelten „Gehirne“ der späteren Mechani auf. Dadurch können sie auch nur die eine Aufgabe ausführen, für die sie gebaut wurden. Mit diesem Hintergrund macht dann eben auch der erwähnte Endgegnerkampf Sinn. Sowieso steckt in diesem Spiel jede Menge Philosophie und Sinnhaftigkeit. Da macht sich dann ein Charakter Gedanken um den Unsinn von Besitz und wie man diesen überflüssig machen könnte, während die Mechani darüber diskutieren, ob sie sich unabhängig vom Menschenkönigreich machen sollten. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz: „Ja! Ich bin ein Elefant! In bin hier, um Frieden und Harmonie zu bringen, sowie jedem in Not zu helfen. Ich finde deine Murmeln für dich.“ Zwei weitere meiner Lieblings-Textboxen lest ihr in den Review-Quotes.

Die Murmeln sind ein gutes Beispiel für die Nebenaufgaben, die ihr angehen könnt. Ihr müsst dann nämlich fast ausschließlich irgendwelche Sachen suchen (Hut, Hund, Murmeln etc.) oder euch bereitgestellte Gegenstände zum Empfänger bringen. Mehr als Laufarbeit sind diese nicht, aber dafür meistens gut in die Spielwelt eingebunden. So helft ihr dann einem Mechani dabei, gefälschte Papiere abstempeln zu lassen, damit dieser nicht den unfair hohen Zoll der Regierung bezahlen muss, mit dem die Menschen die Roboter klein halten. Oder die beiden Wahrsagerinnenschwestern haben sich aus Neid gegenseitig ihr Objekt geklaut, mit dem sie in die Zukunft schauen können. Als Belohnung gibt es häufig eine Lebensmarke, die ihr im Viererbündel für einen weiteren Lebenspunkt eintauscht.

Oft vergessen wir, dass selbst die edle politische Macht nur eine Erweiterung der physikalischen Macht von Gewalt ist.

Des Weiteren sammelt ihr Geld, um Yono in diverse neue und frische Farben zu tauchen. Yono kann dann beispielsweise in Jeans- oder Karo-Muster herumlaufen. Wahlweise trägt er auch eine grüne Tunika nebst Mütze auf dem Rücken, bemalt sich das Gesicht wie einst Darth Maul in Star Wars oder färbt sich schwarz mit weißen Knochen darauf, um sich bei den Knochengeschöpfen wie zuhause zu fühlen. Dazu kommen die sogenannten Briefe. Dabei handelt es sich um Buchstaben, mit deren Hilfe ihr Geschichten über die Götter-Elefanten vor Yono freischaltet. Die seltsame Bezeichnung im Spiel stammt wohl vom englischen Wort „letter“, das man sowohl als „Brief“ als auch als „Buchstabe“ übersetzen kann. Allgemein sind die deutschen Texte fehlerbehaftet. Immer wieder mal fehlen Buchstaben und die Grammatik nebst Kommasetzung kann einem Tränen in die Augen treiben. Am Ende ist dies jedoch nichts, was mir den Spielspaß kaputt gemacht hat.

Ein typisches Schiebepuzzle, wie ihr sie auch in diesem Spiel findet. Auf dem einen Eisblock liegt eine Lebensmarke.

Denn von diesem hat Yono and the Celestial Elephants eine ganze Menge. Am meisten Spaß haben mir dann auch die Dungeons sowie die Wege zu den neuen Gebieten gemacht, da auch diese gespickt sind mit Rätseln. Im Grunde besteht jeder Bildschirm aus einem mehr oder weniger komplexen Rätsel. Sicherlich, harte Knopfnüsse dürft ihr nicht erwarten, doch überrascht euch das Spiel andauernd mit neuen Ideen. Ihr müsst Eisblöcke verschieben und schmelzen, Magnete einsetzen, Schalter erhitzen, Wasserräder antreiben, Flammen löschen und vieles mehr. Gerne müssen diese unterschiedlichen Beispiele auch miteinander verwoben werden, um in den nächsten Raum zu kommen. Dann müsst ihr die richtige Reihenfolge herausfinden. An gefährlichen Hindernissen erwarten euch aus dem Boden schießende Stacheln oder Gift spuckende Schlangen, die jedoch allesamt leicht umgangen bzw. überquert werden können.

Für alle ihm gestellten Aufgaben ist Yono gut gerüstet, denn zum Bewegen von Kisten und Zertrümmern von Steinen sind seine Elefantenstärke sowie seine harte Birne perfekt geeignet. In seinem Rüssel transportiert er Wasser und Chilischoten - wobei seine lange Nase auch zum Schießen von Erdnüssen hervorragend geeignet ist - und auf seinem Rücken trägt er den Schlüssel für die nächste Tür spazieren. Der Weg voran ist dabei immer linear, ihr könnt euch nicht verlaufen. Das kommt zum einen dem Spielfluss zugute, nimmt dem Spiel zum anderen aber auch die Chance, wirklich ausufernde und komplizierte Dungeons und Höhlen zu bieten.

Zum Abschluss noch ein Hinweis an alle 100%-Spieler: Zwar sagt euch das Spiel, dass ihr jederzeit an alle Stellen zurückkehren und Verpasstes nachholen könnt, was an sich auch stimmt, doch werden dabei zwei Dinge nicht beachtet. Auf dem verschneiten Berg kann eine verschobene Brücke nicht zurückgesetzt werden, was es euch unmöglich macht, im Nachhinein eine Lebensmarke einzusammeln, wenn ihr diese nicht schon geholt habt. Außerdem fehlt nach dem letzten Dungeon eine wichtige Person in der Hauptstadt, um eine Nebenaufgabe abzuschließen. Ich empfehle euch also, direkt alles anzugehen, um nicht am Ende mit fehlenden Lebensmarken dazustehen.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Yono and the Celestial Elephants

Meinung von Pascal Hartmann
Yono and the Celestial Elephants ist ein durch und durch sympathisches Spiel mit einem niedlichen Hauptcharakter, einer interessanten und glaubwürdigen Welt, netten Rätseln mit immer wieder neuen Ideen, einer tollen Musikuntermalung und philosophischen Gesprächen. Man muss dem Spiel die recht kurze Spielzeit von nur knapp fünf Stunden inklusive lediglich drei längeren Dungeons, die nutzlosen und viel zu einfachen Kämpfe, die teils schrecklichen Soundeffekte sowie die fehlerbehaftete deutsche Übersetzung ankreiden. Am Ende zählt jedoch der Spielspaß, und wer sich mit einem linearen Zelda-orientierten Action-Adventure inklusive Elefant anfreunden kann, wird diesen definitiv finden.
Mein persönliches Highlight: Als Yono zum ersten Mal mit einem Igel auf dem Rücken herumlief. So süüüüüüß!

Kommentare 11

  • Mr_Ananas Turmbaron - 18.10.2017 - 07:25

    Ich fürchte, ich muss es haben.

    Wieviel kostet das Spiel?
  • MAPtheMOP Besserwisser-Boy - 18.10.2017 - 07:51

    Fünf Stunden ist aber doch schon recht wenig für 15€
  • Karooooo Nintendo-Fan <3 - 18.10.2017 - 08:19

    Also ich habe jeden Winkel erkundet, mit allen Personen mehrfach gesprochen, Geld für Yono's Skins gesammelt, viele Screenshots gemacht und habe damit mehr als doppelt so lange für das Spiel gebraucht - kommt halt sehr stark darauf an, wie man spielt und was einem wichtig ist! ;) Für mich neben Stardew Valley bisher das beste Spiel auf der Switch! :love:

    Aber ja, man muss ehrlich sagen, schwer ist es nicht! Für mich gut so, da ich anstrengende Kämpfe nicht so gerne mag, wer aber die kämpferische Herausforderung sucht, wird hier nicht fündig werden. Sollte man halt vorher wissen - dafür hat das Spiel zahlreiche andere Stärken und eine davon ist definitiv der süße, kleine Yono selbst <3
  • Karooooo Nintendo-Fan <3 - 18.10.2017 - 08:46

    @Pascal Hartmann Aufgrund der nicht erneut verschiebbaren Brücke habe ich das Spiel am letzten Auto-Save-Point neu geladen :D Aber jetzt interessiert es mich ehrlich gesagt, wer am Ende in der Stadt fehlt?!
  • Pascal Hartmann Ta da da daaaaaaa - 18.10.2017 - 09:18

    @Karooooo
    Ich habe das mit der Brücke erst ganz am Ende mitbekommen, da konnte ich nichts mehr laden. Habe es also nochmal durchgespielt :ugly:

    Und ich habe auch alles gesammelt, aber die dutzenden Pong-Partien habe ich mal nicht in die reguläre Spielzeit mit einberechnet.

    Zur fehlenden Person:
    Spoiler anzeigen
    Es handelt sich um die Piratin, die unten am Pier wohnt. Sie ist ja dann später mit Yono im Gefängnis, kommt da aber wohl nicht mehr raus.
  • Splatterwolf In der Anstalt seit 1889 - 18.10.2017 - 09:19

    Waaaas? Ich wollte das Spiel noch kaufen, aber eine 7 ist ja grausam. :diddy:
  • BANJOKONG Turmfürst - 18.10.2017 - 10:16

    @MAPtheMOP

    Wieso?

    Ist so lange wie z.b. call of duty, aber man muss 60 euro bezahlen......
  • MAPtheMOP Besserwisser-Boy - 18.10.2017 - 10:34

    @BANJOKONG
    CoD ist ja ein Multiplayer, da spielt man nicht nur 5 Stunden (höchstens pro Tag)
  • sCryeR Turmbaron - 18.10.2017 - 12:13

    Habe schon andere Reviews dazu gelesen, ist scheinbar so nen Game, Welches man an machen kann, wenn mal Besuch mit kleineren Kindern vorbei kommt.

    Für nen Gamer ist das Game Lieder nichts.
  • Pascal Hartmann Ta da da daaaaaaa - 18.10.2017 - 14:54

    @sCryeR
    Als Gamer widerspreche ich deiner Schlussfolgerung aber deutlich ;)
  • Splatterwolf In der Anstalt seit 1889 - 18.10.2017 - 14:56

    Was ist denn schon wieder ein Gamer? Ist das so eine elitäre Bewegung, die nur "erwachsenen" Kram spielen darf? :D