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Test zu Tiny Barbarian DX - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Tiny Barbarian DX
  • USA USA: Tiny Barbarian DX
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
10.10.2017
Vertrieb
Nicalis
Entwickler
Nicalis
Genre
Platformer, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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Essen Barbaren auch Rhabarber?

Von Dennis Gröschke ()
Tiny Barbarian von StarQuail Games wurde bereits im Jahr 2013 auf dem PC veröffentlicht. So ist es nicht verwunderlich, wenn der eine oder andere dieses Spiel eventuell bereits gespielt hat oder sogar in seiner Steam-Bibliothek wiederfindet. (Der Autor dieser Zeilen hat daraufhin auch erst einmal selbst den Steam angeschmissen, um zu sehen ob das Spiel nicht bereits auf der Festplatte verweilt). Kein Wunder, war der Titel auch Teil der beliebten Humble Bundle-Reihe und konnte im Jahr 2014 als Teil des „Humble Modern Retro Bundle“ erworben werden. Zunächst nur als Spiel mit zwei unabhängigen Episoden veröffentlicht, stellt Tiny Barbarian DX nun als Deluxe-Version des Spieles die komplette Erfahrung dar. Euer Barbar kämpft und hüpft sich nun durch 4 Episoden, die euch allesamt unterschiedliche Umgebungen, Gegner sowie musikalische Untermalung darbieten.

Ein Festschmaus für Pixel- und Chiptune-Liebhaber

Pixel- und Retro-Gegner müssen nun ganz stark sein und dürfen sich entspannt zurücklehnen, euch wird hier nichts Neues geboten. Allerdings sollte man hier fair sein, das Spiel hat nun in seiner ersten Variante bereits 4 Jahre auf dem barbarischen Buckel, entstand also zu einer Zeit, als der Hype um Retro-Pixel-Art noch nicht so weit verbreitet und auf sämtlichen Plattformen zu finden war. Falls ich nun nicht schon die Hälfte der Leser verloren habe, sei gesagt, das Spiel besteht in der Basis aus nur drei Aktionsmöglichkeiten, ihr könnt Laufen, Springen und Angreifen. Dies ist nun nicht der Weisheit letzter Schluss und kommt in den besten Spielen vor, bringt es aber auf den Punkt. Die Reduktion auf diese Kernelemente ist aber auch ein bewusst eingesetztes Stilmittel und funktioniert in seiner Einfachheit der Abläufe und spiegelt sich in dem Aufbau der Level wieder.

Always look on the bright side...

Es handelt sich um einen 2D-Sidescroller mit einer Perspektive, die sich sehr weit weg vom Geschehen platziert und euch dadurch einen Überblick garantiert, welche Gefahren und Hindernisse euch erwarten. Oftmals durchquert ihr allerdings auch nur statische Bildschirme, erledigt einen Gegner und überwindet ein Hindernis, bevor es im nächsten Bildschirm nach demselben Schema verläuft. Dies ist als Einführung in das Spiel auch ganz angenehm, denn der Schwierigkeitsgrad lässt bereits nach kurzer Zeit keinen Zweifel daran aufkommen, dass er euch den Fortschritt nicht zum Geschenk macht.

Ihr spielt also einen Barbaren und erwacht zunächst aufgehängt auf einem Baum und umgeben von den Aasgeiern, die euch an die Muskelmasse wollen. Das lasst ihr euch natürlich nicht gefallen und wehrt euch, findet euch also am Fuße des Baumes wieder und lauft los. Ihr bewegt euch, wie bereits erwähnt in klassischer Sidescroller-Manier von links nach rechts durch die Bildschirme. Ihr steuert euren Barbaren dabei mittels Steuerkreuz oder Analog-Stick, springt mit Druck auf die B-Taste und greift mit A an. Wie, das gefällt euch nicht? Dann ändert doch einfach die Belegung der Tasten, ihr seid doch der Barbar.

Die Könige der Lüfte haben es auch auf euch abgesehen.

Links oben bietet sich euch eure Lebensanzeige, mit 6 Lebenspunkten, ihr dürft also sechsmal getroffen werden, bevor ihr das Zeitliche segnet. Jeder einzelne Treffer wird euch auch mit einer kurzen Vibration des jeweiligen Controllers angezeigt. Das kann dann schon an den Nerven zehren, wenn euch das kurze Vibrieren signalisiert, ihr seid innerhalb eines Bildschirmes bereits dreimal getroffen worden. Unter der Lebensanzeige seht ihr eure Punktzahl, die sich kontinuierlich steigert, wenn ihr Gegner besiegt, Gold einsammelt oder die versteckten Diamanten findet. Gold liegt dabei offen herum und kann eingesammelt werden, Diamanten sind hinter Blöcken versteckt, die sich nahtlos in die Umgebung einfügen. Ich bin eher durch Zufall drauf gestoßen, als ich aus Versehen statt der Sprungtaste die Angriffstaste betätigte. So schlug ich auf den Block ein und fand nach weiteren Hieben dort einen Diamanten, oftmals verstecken sich dort aber auch hilfreiche Lebensmittel, restaurieren sie einem doch die Lebensanzeige (ein Fakt, der das Spiel nicht viel leichter macht, aber man gibt sich ja heutzutage auch mit wenig zufrieden).

Ziemlich schnell trefft ihr auf Gegner, die euch an den Lendenschurz wollen, einfache Schlangen erledigt ihr mit einem Hieb, spuckende Kobras benötigen da schon zwei Streiche. Dem oralen Auswurf der Kobras solltet ihr ausweichen, denn abwehren könnt ihr diesen nicht. Zwischendurch fliegen noch Adler durch das Bild und ergänzen die bereits vorhandenen Gegner mit einem Sturzflug auf euch, den ihr mit einem Schwerthieb abwehren müsst, um den Greifvogel vom Himmel zu holen. Ignoriert ihr den fliegenden Vogel und lauft weiter, kann es euch passieren, dass ihr es kurze Zeit später bereits mit 2 Adlern zu tun bekommt. Es hilft also nichts, das gefiederte Adlerauge muss erledigt werden. Im späteren Verlauf begegnen euch auch noch Soldaten, die euch mit Schwertern, Speeren und Schusswaffen am Passieren hindern, ganz zu schweigen von den Zauberern, die euch mit einer Art Energieball den Bildschirmtod näherbringen wollen.

Wer wollte nicht schon mal auf einer Wildkatze reiten? Da kommen doch Erinnerungen an die 80er Jahre hoch.

Aber auf eurem Weg erhaltet ihr auch Unterstützung durch die Fauna vor Ort, so könnt ihr in einem Level auf einer Wildkatze reiten und euch später an einer Hummel klammernd auch fliegend durch die Landschaften manövrieren, was für eine willkommene Abwechslung sorgt und viel Spaß macht.

Wie ich bereits erwähnt habe, müsst ihr euch der Gegner auf unterschiedliche Art und Weise erwehren, dabei ist die Angriffstaste ein konstanter Faktor. Drückt ihr mehrmals hintereinander auf diese Taste, führt ihr einen weitreichenderen Schlag aus, bewegt ihr euch dabei noch in eine Richtung, vollführt der Barbar eine kurze Kombinationsattacke (Kombo) und schließt mit einem Stichhieb die Attacke ab. Weitere ergänzende Angriffsarten sind die Bodenattacke, bei der ihr nach unten + Angriff drückt sowie das „kreisende Schwert“, welches ihr im Sprung mit gleichzeitigem Angriff auslöst. Ganz der barbarische Wrestler, der ihr seid, habt ihr aber noch den „Elbow Drop“ drauf, eine Nahkampfattacke mit dem Ellenbogen, die sich im Sprung durch gleichzeitiges Auslösen des Angriffes gepaart mit der „Unten“-Taste auf dem Steuerkreuz oder dem Analog-Stick auslösen lässt.

Die unterschiedlichen Angriffsarten verursachen unterschiedliche Schadenswerte, wovon ich allerdings erst aus dem englischsprachigen Handbuch erfahren habe, im Spielgeschehen wurde mir das nicht bewusst. Da ich die Download-Fassung des Spieles getestet habe, stand mir das Handbuch also zu Beginn nicht zur Verfügung, sondern ich habe mich auf die Erklärungen im Spiel selbst verlassen, was nicht immer ganz optimal war. Der Handelsversion (derzeit nur als Import erhältlich) liegt das Handbuch allerdings bei, sodass Freunde des physischen Spielekaufs dort bereits fündig werden.

Der knackige Schwierigkeitsgrad könnte einige Spieler schnell frustrieren

Im Verlauf eurer Reise müsst ihr oftmals auch über große Abgründe springen, schwingen oder euch hinabstürzen, dabei kommt euch bei euren Manövern zugute, dass sich euer Barbar an Kanten und Ecken festhalten kann, wenn er sie denn erreichen kann. Abgesehen davon, dass hier durchaus eure Spielerfähigkeiten gefordert sind, könnt ihr im Spielmenü einstellen, ob sich euer Barbar von selbst an Lianen, waagrechten Seilen, Ecken und Vorsprüngen festhält oder ob ihr diese Aktion lieber selbst ausführen wollt. Weiterhin lassen sich Musik und Soundeffekte in der Lautstärke einzeln verstellen, eine Funktion, die ich nicht missen möchte.

Wenn ihr das Spiel startet, landet ihr im vs. The Horde-Modus, ohne es zu wissen.

Wobei die Musik durchaus einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt, insbesondere in den ersten Minuten des Spieles ging mir die musikalische Untermalung im Chiptune-Stil gehörig auf die Nerven, kein Wunder, kam ich doch in den ersten Minuten nicht wirklich weit im Spiel. Also beendete ich meine Versuche, nahm das Spiel nach einiger Zeit wieder auf (diesmal mit stark verringerter Lautstärke der Musik) und schlug mich prompt bis zum ersten Speicherpunkt durch. Nach einiger Zeit habe ich die Lautstärke der musikalischen Begleitung auch wieder angepasst und habe es nicht bereut. Ich würde sogar so weit gehen und euch den Soundtrack ans Herz legen, wenn ihr mit Chiptune-Musik etwas anfangen könnt. Komponiert von Jeff Ball aus den USA könnt ihr euch den Soundtrack digital hier kaufen und auch schon mal in die einzelnen Tracks reinhören.

Gerade zu Beginn lohnt es sich im Spiel ein wenig behutsamer vorzugehen, da die Rücksetzpunkte in dieser Phase noch eher frustrierend gesetzt wurden. Nach einiger Zeit jedoch spielte sich das Schema ein und die Abschnitte wurden kürzer (bleibt allerdings nicht so) und damit wurden die Rücksetzpunkte auch fairer. Verliert ihr nämlich alle 6 Lebenspunkte, startet ihr wieder zu Beginn des Abschnittes, unabhängig davon, wie weit ihr vorher gekommen seid. Ganz sterben und von Spielbeginn anfangen müsst ihr also nicht. Nichtsdestotrotz sei hier nochmal der knackige Schwierigkeitsgrad erwähnt, der euch durchaus abverlangt einige Passagen 10 Mal oder mehr zu versuchen.

Tiny Barbarian DX lässt sich hervorragend sowohl mit Joy-Con als auch Nintendo Switch Pro Controller steuern. Neben dem „Adventure Mode“, der die Kampagne des Spieles mit den 4 Episoden darstellt, könnt ihr im Hauptmenü auch noch den „vs The Horde-Modus“ auswählen, der euch oben auf einem Berg platziert, wo von beiden Seiten des steilen Abhanges Gegner empor geklettert kommen und euch angreifen. Ziel ist es hier auf Zeit, solange wie möglich zu überleben. Oben rechts im Bildschirm läuft eine Sekundenanzeige, die euch darstellt, wie lange ihr die Stellung gehalten habt.

Gemeinsam klettert und springt es sich doch doppelt so schön.

Abschließend sei euch noch der Multiplayer-Modus ans Herz gelegt, der sich schlicht und ergreifend so darstellt, dass ihr jederzeit im Spielmenü einen zweiten lokalen Spieler mit in das Spiel integrieren könnt. Zu zweit könnt ihr den Gegnern natürlich mehr entgegensetzen, allerdings sei euch gesagt, dass ihr dann auch immer schauen müsst, dass sich eure beiden Barbaren nicht zu weit voneinander entfernen. Insbesondere in den Sprungpassagen kann es euch passieren, dass einer der beiden Spieler dann aufgrund der Hindernisse sein Leben lassen muss. Schafft es der übriggebliebene Spieler dann bis in den nächsten Bildschirm, erscheint auch der zweite Spieler wieder frisch gestärkt an dieser Stelle. Andernfalls bleibt euch nichts weiter übrig, als die Passage nochmals gemeinsam anzugehen. Wie bei den meisten Koop-Spielen üblich ist eine Absprache untereinander hier enorm wichtig, wenn ihr das Ganze mit Humor nehmt, stehen euch ein paar aufregende Stunden bevor, die euch mit passender musikalischer Untermalung eine starke Herausforderung bieten.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Tiny Barbarian DX

Meinung von Dennis Gröschke
Tiny Barbarian DX schreckte mich in den ersten Minuten zunächst ab. Nicht dass ich mit der Pixeloptik nichts anfangen könnte, im Gegenteil, das reizte mich schon eher am Spiel. Aber wie bereits erwähnt, ging ich zu Beginn viel zu gehetzt an die Spielmechaniken heran. Erst nach einem etwas gemäßigteren Schritt fand ich meine Geschwindigkeit, die mich dann auch im Spiel voranbrachte. Dennoch gibt es mitunter Passagen, in denen der gemäßigte Schritt nicht weiterhilft. Einige Abschnitte sollte man einfach auch mal schnell angehen und die dort platzierten Widersacher links liegen lassen. Ich hatte einige Male mit den Herausforderungen des Spieles zu kämpfen, sehe mich selbst aber auch nicht als Pro-Gamer. Es gab Passagen, die ich mehr als 10 Mal spielen musste, um weiter im Spiel vorwärts zu gelangen, das hat mich dann schon frustriert. Mein Tipp, auch wenn das Spiel selbstverständlich im Handheld-Modus gut zu spielen ist, spielt es lieber im TV- oder Tisch-Modus, es wäre wirklich schade um eure Konsole, wenn diese aus Frust durch die Gegend geschmissen würde. Der Soundtrack stellt für mich persönlich eine Hassliebe dar, zunächst stieß er auf Ablehnung, erfuhr aber nach und nach immer mehr an Gefallen. Insgesamt stellt das Spiel nun in der Deluxe-Variante eine runde Sache dar, etliche Stunden an Spielzeit, eine tolle, einfach gestaltete Pixel-Optik und treibende Sounds.
Mein persönliches Highlight: Ganz eindeutig der Soundtrack, den ich mir wahrscheinlich auch noch digital kaufen werde.

Kommentare 5

  • Ralf74 Turmritter - 20.10.2017 - 09:07

    Danke für den Test - freue mich darauf.
    Habe die Retail-Version bei amazon.com vorbestellt und warte jeden Tag darauf, dass es ankommt.
  • Splatterwolf Builder seit 1889 - 20.10.2017 - 09:11

    Ich habe das Spiel seit gestern Retail.

    Ich muss schon sagen, im Gegensatz zu den ganzen anderen Publishern gibt sich Nicalis verdammt viel Mühe.

    Ich habe nun beschlossen, alle ihre Spiele Retail zu kaufen. Es gibt bisher immer Wendecover (obwohl kein USK Logo drauf ist, da ich die Spiele ja importiere), zusätzlich gibt es immer ein sehr liebevoll gestaltetes Handbuch und noch ein Zusatzgoodie (Sticker bei Binding of Isaac, Soundtrack bei Cave Story+, Schlüsselanhänger bei Tiny Barbarian).

    Das Spiel selbst macht Laune. Ich würde aber eventuell auf eine Preissenkung warten oder zur Retailversion greifen.
  • Lockenvogel Dumm aber klug! - 20.10.2017 - 12:59

    Ja, Nicalis machen strengen sich im Gegensatz zu vielen anderen Publishern echt an und haben mit u.a. 'The End Is Nigh', 'Rebout' und 'ittle Dew 2+' auch noch einige Perlen in der Pipeline. Hauptsache '90's Super GT' kommt auch Retail!
  • Joe Schippert Loading... - 21.10.2017 - 12:58

    @Splatterwolf Da ich aber solch Spiele lieber Digital kaufe bin ich mehr oder weniger gelackmeiert! 30€ für die Retail Version: Ok. Nur blöde das Digital dann gleich gesetzt wird... Auf Steam kostet es ca 10€. Deswegen warte ich, oder kauf es leider gar nicht. Irgendwie find ich sollten se bei so Spielen erst auf Digitalonly Release setzen und 1-3 Monate später die Retail Version kicken. Dann kann man die Preislich anpassen. Weil bei 15€ (oder auch 20€) hätte ich das Spiel hier sofort gekauft! Naja, irgendwer ist wohl immer unzufrieden... HERE I AM! :D
  • Splatterwolf Builder seit 1889 - 21.10.2017 - 13:12

    @Joe Schippert
    Ja, das ist blöd und für mich ist es blöd, wenn ich auf die Retailversion dann länger warten muss. Wenn ich weiß, dass Spiele noch Retail kommen, kaufe ich sie nicht digital, egal wie viel Bock ich drauf habe.

    Leider nutzt diese Zeit dazwischen auch nicht viel. Wenn dann muss man erst digital das Spiel rausbringen und Wochen später erst eine Retailversion ankündigen. Wenn die Retailversion schon bekannt ist, wird der Preis trotzdem schon angepasst.

    Nur Wochen später eine Retailversion anzukündigen ist für die Entwickler auch blöd, weil sie dann nicht wissen, wie groß die Resonanz noch ist, wenn die meisten Spieler schon digital zugegriffen haben.

    Vielmehr müsste Nintendo diese Preispolitik etwas lockern. Wenn wie bei Nicalis immer Goodies beiliegen, kann die Ladenversion ruhig 10 € mehr kosten.