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Test zu Super Ping Pong Trick Shot - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Super Ping Pong Trick Shot
  • USA USA: Super Ping Pong Trick Shot
  • Japan Japan: Super Ping Pong Trick Shot
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
19.10.2017
Vertrieb
Starsign
Entwickler
Sims
Genre
Party
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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Wirf den Ball in den Becher!

Von Roman Dichter ()
Es scheint ein Grundbedürfnis des Menschen zu sein, einen Ball durch einen Wurf über eine gewisse Distanz in ein kleines Gefäß zu befördern. Aus dieser Freizeitbeschäftigung sind schon unglaublich viele Dinge entstanden, wie etwa die sehr seriös praktizierte Sportart Basketball oder das populäre, aber eher locker ausgetragene Duell im Spiel Beer Pong. Nun gesellt sich auch ein Spiel für die Nintendo Switch in diese Reihe illustrer Hobbys, nämlich Super Ping Pong Trick Shot. Dabei ist es eure Aufgabe, einen kleinen Ball in einen kleinen Becher zu werfen, dafür immer die richtige Richtung und Geschwindigkeit auszuwählen und Hindernisse durch Ausweichen oder Einbeziehen zu berücksichtigen. Ich weiß schon, was einige Jugendliche unter euch jetzt denken: „Man könnte doch bei jedem Treffer ein Glas Apfelsaft trinken!“ Ich werde jetzt allerdings keinesfalls… Ach, was soll‘s – gute Idee eigentlich.

1. Kiste Apfelsaft: Ich trainiere allein

Der Einzelspieler-Modus entpuppt sich als sehr unterhaltsam und ist (wie das gesamte Spiel) im Grunde sehr einfach aufgebaut und verständlich. Es gibt in jedem Level einen festen Abwurfpunkt und ein festes Ziel. Ihr justiert einen Pfeil in die gewünschte Wurfrichtung und startet per Knopfdruck die Bewegung eines Balkens, der angibt, wie kräftig euer Wurf ausfallen soll. Der zweite Knopfdruck stoppt den Balken und führt den Wurf mit der entsprechenden Stärke aus. Ist der Balken während seiner Bewegung voll aufgeladen, startet er danach wieder bei null, was die Gefahr mit sich bringt, dass man einen sehr kräftigen Wurf ausführen möchte, aber tatsächlich kaum von der Stelle kommt, weil man ein Millisekündchen zu spät gedrückt hat. Ihr seht also: Hier kommt es auf Timing und auch auf etwas Glück an. Jedenfalls fliegt der Ball nun los und den Rest erledigt die Physik, welche übrigens durchaus überzeugend ins Spiel integriert wurde. Habt ihr alles richtig gemacht, landet der Ball in einem weißen Becher. Treffer – Prost!

Mit dem Pfeil am Ball legt ihr die Richtung fest, der Power-Balken oben links bestimmt die Wurfstärke.

Gar nicht schlecht, der Apfelsaft. In den meisten der genau 80 Levels reicht ein Treffer, um eure Hauptaufgabe zu erfüllen. Vereinzelt müsst ihr aber auch mehrfach treffen. In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass ihr eine begrenzte Anzahl an Versuchen habt. Nach 15 Würfen muss das Ziel erreicht sein, sonst müsst ihr von vorn beginnen. Das ist allerdings praktisch nur von Bedeutung, wenn ihr wirklich dreimal treffen müsst, euch am Ende aber ein Treffer fehlt und somit die ersten beiden nicht mehr zählen. Auch interessant kann es werden, wenn ihr darauf aus seid, die Nebenmissionen zu erfüllen. Neben der Hauptaufgabe gibt es nämlich immer drei Missionen, die unterschiedlicher Art sein können. Das kann der Treffer in einem zweiten, gelben Becher sein (muss ich jetzt auch trinken? Na gut…). Oder ihr müsst am Ende noch eine bestimmte Anzahl an Versuchen übrighaben. Mal sollt ihr den Ball ohne Abpraller einlochen, mal mit. Insgesamt sind diese Nebenaufgaben eine schöne Zusatzmotivation, wenn die 80 Aufgaben erfüllt sind – und das ging bei mir dann doch recht schnell.

Oh Leute, der Apfelsaft schmeckt schon wieder viel zu gut. Aber ich treffe noch, ihr werdet sehen! Und wenn nicht, dann liegt das nicht an mir. Ich bin der Beste! Das liegt an diesen blöden Hindernissen. Obwohl, neee, die sind schon ganz gut. Es wäre auch etwas langweilig, nur den Ball und den Becher zu haben. Super Ping Pong Trick Shot stellt euch Kurse zur Verfügung, die Blöcke beinhalten, welche ihr geschickt umwerfen müsst oder eben in eure Würfe einbauen könnt. Aufsetzer auf dem Boden, Abpraller an der Wand, Treffer, Prost! Es gibt auch Blöcke mit verschiedenen Eigenschaften: Metallblöcke lassen den Ball höher springen, Kissenblöcke erreichen das Gegenteil und an Klebeblöcken bleibt der Ball – klar – kleben. Zudem gibt es bewegliche Blöcke, die durch das Abwerfen eines Schalters aktiviert werden. Ihr könnt euch so überlegen, ob ihr lieber um die starren Hindernisse herumwerfen wollt oder sie in Bewegung versetzen, um die Wurfbahn zumindest zeitweise freizulegen. Ein zweiter Treffer des Schalters ändert sogar die Bewegungsrichtung. Gar nicht so einfach, neben dem gut getimten Aktivieren des Power-Balkens auch noch die Position der beweglichen Blöcke im Blick zu haben. Irgendwie dreht sich alles. Zum Glück kann man im Sitzen spielen.

2. Kiste Apfelsaft: Im Punktefieber

Zusätzlich tauchen manchmal noch Ventilatoren auf, die den Flug des Balles beeinflussen und Warp-Felder, die den Ball an eine andere Stelle beamen, wie Scotty in Star Trek. Manche Hindernisse haben sogar Löcher, hihi. Die sieht man erst gar nicht, kann aber die Kamera verschieben und so das Spielfeld genauer untersuchen. Dazu muss ich sagen, dass ihr in einer dreidimensionalen Umgebung spielt, das Gameplay aber eigentlich zweidimensional ist. Ihr könnt also nicht links oder rechts um Hindernisse herumwerfen, sondern den Richtungspfeil nur nach oben oder unten schieben. Interessant wird die 3D-Umgebung erst, wenn ihr die scheinbar undurchdringliche Wand mal nicht von der Seite, sondern von hinten betrachtet und feststellt, dass ihr einfach durch sie hindurchwerfen könnt, weil sie ein Loch hat oder bei näherer Betrachtung gar nicht im Wurffeld steht. Ich könnte schwören, durch so ein Loch mal die fünfte Dimension gesehen zu haben, aber das kann auch am Apfelsaft liegen. Ich glaub, der steht schon etwas länger hier. Na, dann schnell weg damit!

Den Kamerawinkel könnt ihr ändern und so manchmal Löcher in den Wänden entdecken, durch die ihr hindurchwerfen könnt.

So einfach das Spiel auch gestrickt ist, es macht Spaß! Wurf für Wurf analysiere ich mein Vorgehen, passe meine Taktik an, verändere leicht die Wurfrichtung und -stärke, bis der Ball schließlich im Becher landet. Ein zweiter Balken zeigt dabei immer die Stärke des letzten Wurfes an, was bei der Feinabstimmung hilft, wenn ich mir vornehme, etwas kräftiger oder schwächer zu werfen, um mich ans Ziel heranzutasten. Nach etwas Probieren und Justieren ist dann meist einer der 15 Bälle im Ziel. Fast wie damals, als ich noch jung war und wir uns mit einer Coladose und einem Mülleimer die Tage versüßt haben. Das muss kurz nach dem Krieg gewesen sein. Wir hatten ja nichts, damals. Nichts mit Videospielen, wir sind noch mit dem Bollerwagen barfuß durch den Schnee… Ich schweife ab. Jedenfalls hätte ich gerne mehr davon gespielt. Schade, dass es keinen Level-Editor gibt. Bei einem so einfachen, begrenzten Aufbau wäre das technisch sicher machbar gewesen. Dann noch ein Level-Austausch via Internet, sapperlot – das hätte mir gefallen!

Immerhin bietet Super Ping Pong Trick Shot noch einen weiteren Modus zum Zeitvertreib. Beim Punktefieber gibt es zwar dieselben Level, aber jetzt reicht ein Treffer nicht aus. So oft wie möglich müsst ihr mit euren 15 Versuchen treffen, um den eigenen Rekord zu überbieten. Trefft ihr mehrmals hintereinander, gibt es einen Ketten-Bonus auf das Punkte-Konto. Die Highscore-Jäger mag das freuen, ich bin da nicht so motiviert gewesen. Das Reizvolle am Spiel ist es für mich, überhaupt den richtigen Weg zum Ziel oder auch alternative Möglichkeiten zu entdecken, nicht das monotone Wiederholen mit möglichst häufigen Treffern. Die gelben Becher bringen euch hier übrigens mehr Punkte ein, womit es gar nicht mehr unbedingt nötig ist, den weißen zu treffen. Je nach Level ist das etwas witzlos, wenn der gelbe Becher sehr leicht zu erreichen ist. Aber das ist auch Geschmackssache. Mein Geschmack führt mich gerade zu einem weiteren Gläschen Saft. Auf euch, Mädels!

5. Kiste Apfelsaft: Ich gegen alle, ihr Feiglinge!

Ups, der Apfelsaft macht mich wohl etwas übermütig. Aber ich habe Glück: Mehrspieler-Partien sind sowieso nur zu zweit möglich. Egal, ich habe alleine genug trainiert und werde Becherchampion! Aber halt, das Spiel läuft jetzt doch ein Bisschen anders ab. Beide Spieler sind zeitgleich am Start und versuchen, in der vorgegebenen Zeit, mehr Bälle als der Gegner zu versenken. Was für eine Hektik! Von dem gemütlichen, Golf-artigen Feinjustieren ist gefühlt nichts mehr übrig, jetzt wird auf die Tasten gehauen. Alles in allem ist mir das zu wuselig. Immerhin bringt es zusätzlichen Spaß, sich überhaupt mit anderen messen zu können. Aber was soll denn diese Sch... Ich habe verloren. Und das nach dem ganzen Training. Vielleicht liegt das daran, dass da nur ein Becher ist. Ich bin mir sicher, da waren gerade noch zwei. Mein Gegner hat ja auch kaum Apfelsaft intus.

Zwei Spieler werfen zugleich ins selbe Gefäß und versuchen, nach Ablauf der Zeit, mehr Punkte zu haben als der Gegner.

Neuer Versuch, jetzt mach ich dich lang! Auf die Plätze, fertig, GEHEN! Hahaha, genau, das Spiel sagt am Anfang „gehen“. Da hat wohl jemand im Wörterbuch „go“ nachgeschlagen und wollte eigentlich „los“ sagen. Naja, Spaß muss sein, und diesen will man uns durch weitere Elemente liefern, die im Zweispieler-Modus zu finden sind: Hindernisse tauchen auf, die einem Spieler in den Weg gestellt werden, während der andere freie Wurfbahn hat. Wer einen Becher in der eigenen Farbe trifft, klaut dem Gegner einen Punkt. Items sorgen dafür, dass man bei einem Wurf viele Bälle gleichzeitig abfeuern kann, womit sich das Punktekonto schnell füllt. Oder wie beim Tintenkleks bei Mario Kart, wird dem Gegner die Sicht auf den Power-Balken versperrt, sodass er den Wurf schlecht timen kann. OK, das ist schon irgendwie witzig. Jedenfalls, wenn ich gewinne. Ansonsten können die Bälle nach Hause gehen! Was hat der Ball über meine Mutter gesagt? Oh Leute, ich glaube ich nehme den nächsten Apfelsaft als Schorle, bitte!

Jetzt weiß ich, warum ich immer verliere. Das liegt an den kleinen Joy-Con. Eigentlich spiele ich als Profi ja auch immer mit dem Nintendo Switch Pro Controller, doch der wird frecher Weise einfach nicht unterstützt! Aber sei es drum – es gibt Alternativen. Bewegungssteuerung, sagt das Spiel. Mein Schwung bestimmt jetzt die Wurfstärke. Alter, wie soll das gehen? Besonders präzise fühlt sich das nicht an. Egal, ich nehm‘ das Gerät jetzt in die Hand, man kann auch die Touch-Steuerung nutzen. Richtung und Stärke einfach mit einem Wischen erzeugen? Okilidokili – 3, 2, 1, WISCH! Was soll das denn? So unpräzise und willkürlich hab‘ ich ja noch nie den Boden gewischt. Ich will mal jemanden sehen, der so einen Treffer hinkriegt wie geplant. Grundsätzlich klappt das mit Bewegen und Wischen, aber empfehlen würde ich es nicht. Da krieg‘ ich ja Vitamin C-Mangel. Schnell noch einen Apfelsaft. Und gib mir die Joy Con zurück! Ich glaub, ich leg‘ mich mal ein Stündchen aufs Ohr. Weiß sowieso nicht, warum hier alle den ganzen Tag Bälle in Becher werfen…

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Super Ping Pong Trick Shot

Meinung von Roman Dichter
Super Ping Pong Trick Shot hat ein paar sehr überzeugende und unterhaltsame Ansätze, kann aber nicht völlig überzeugen. Den meisten Spaß bereitet der Einzelspieler-Modus, der mich wirklich sehr motiviert hat, einen Ball nach dem nächsten zu versenken. Entsprechend schnell waren alle 80 Kurse gemeistert und mehr als ein paar Stündchen ist man damit nicht beschäftigt. Nebenaufgaben und der Modus Punktefieber sorgen für etwas Zusatzmotivation, wenn man der Typ für Highscore-Verbesserungen und 100 Prozent-Durchläufe ist. Schade, dass es keine Online-Komponenten oder einen Level-Editor gibt, um den Spaß zu verlängern. Mehrspieler-Duelle sind durchaus spaßig, lassen aber auch viel Potenzial ungenutzt. Das ruhige, präzise Probieren aus dem Spiel allein wird nicht unterstützt (z.B. durch einen Modus, in dem man abwechselnd werfen könnte), stattdessen gibt es ein hektisches, gleichzeitiges Abfeuern von möglichst vielen Bällen, um am Ende mehr Treffer zu haben, als der Gegner. Mehr als ein Gegner geht sowieso nicht, zum richtigen Partyspiel taugt Super Ping Pong Trick Shot also leider auch nicht. Für ein paar unterhaltsame Stunden ist das Spiel sicher gut, aber viel mehr sollte man sich nicht erwarten. Dann versüße ich mir das Ganze jetzt noch mit einem abschließenden Apfelsaft. Prost!
Mein persönliches Highlight: Wenn ich einen scheinbar schweren Kurs schon mit dem ersten Wurf meistern kann

Kommentare 4

  • Tyrhelm Turmknappe - 28.10.2017 - 09:12

    Will das überhaupt jemand haben? Solche Spiele machen vielleicht 5 Minuten Spass aber danach rührt man sie nie wieder an.
  • Wowan14 Gamer aus Leidenschaft - 28.10.2017 - 13:11

    @Tyrhelm Wenn man bedenkt mit wieviel schrott sich die Leute unterwegs mit ihren Smartphones "unterhalten" und die Switch mobil ist, würde ich sagen ja es wird sicher dennoch einige Käufer finden. nicht viele aber solche Spiele gibt es zu hauf die Müll sind und eigentlich nicht auf eine Konsole gehören. Aber wer ständig mit der Mobilität angibt der muss damit rechnen auch so games für die Gelegengeit angeboten zu bekommen.
  • Dirk Apitz Dr. Pepper - 28.10.2017 - 13:26

    @Wowan14

    Solche Spiele gibt es auch auf der U, One, PS4 und auch da gibt es Abnehmer. Warum auch immer^
  • Wowan14 Gamer aus Leidenschaft - 28.10.2017 - 14:15

    @Dirk Apitz Wobei Wii U sicher recht wenig vertreten ist. bei dem Speicherplatzmangel und dem wenigen Interesse an der Konsole vorallem. Die anderen hingegen bieten für Müll meist immernoch oft gute Rabatte an und Speichermangel herrscht auch nicht. Warum man aber dennoch sowas braucht keine Ahnung.