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Test zu Jydge - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Jydge
  • USA USA: Jydge
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
19.10.2017
Vertrieb
10tons
Entwickler
10tons
Genre
Action, Shooter
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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JYDGE: Gerechtigkeit nun auch auf der Nintendo Switch!

Von Dirk Apitz ()
1995 kam der Film Judge Dredd mit Sylvester Stallone in die Kinos und erhielt 2012 dazu ein Remake. Diese Filme basieren auf einem Comic und waren unglaublich beliebt, der Film mit Stallone gilt für viele als Kultfilm. Wer sich nun unser heutiges Spiel JYDGE anguckt, der wird einige Ähnlichkeiten bemerken. Man könnte sogar fast meinen, dass dieses Spiel ein Lizenz-Spiel zum Comic ist, ist es aber nicht! Hommage, dreiste Kopie oder am Ende doch alles egal? Davon abgesehen, taugt das Spiel überhaupt was oder versucht man nur ein paar Fans in die Irre zu locken?

Verdächtig gute Jobs!

Die Story ist in JYDGE so banal wie auch bei den Filmen, orientiert sich zudem auch etwas daran. In einer dystopischen Zukunft nimmt das Gewaltverbrechen immer mehr zu und Banden nehmen unschuldige Bürger als Geiseln oder machen die Stadt unsicher. Doch auch die Polizeigewalt ist gestiegen, wie auch deren Entscheidungsgewalt. Als sogenannter JYDGE müsst ihr nun die Stadt sauber halten und Bandenchefs auslöschen. Die Cyperpunk-Stadt Edenbyrg wartet auf euch und hofft, dass ihr wieder für Recht und Ordnung sorgt. In den Filmen, aber auch in den Comics wird dabei, wenn auch sehr unterschwellig, die Polizeigewalt leicht kritisiert und in Frage gestellt und die Frage ist berechtigt, ob so eine Einheit nicht mit zu viel Kompetenzen ausgestattet ist. Das Spiel stellt sich diese Fragen nicht und wird hier so seiner Vorlage leider nicht immer Gerecht. Auch wenn es so wirkt, so ist Judge Dredd eben nicht nur pure Action. Das Spiel, ein Top-Down-Shooter, aber leider schon.

Erst schalten wir diesen Punk aus...

Kommen wir also direkt zur Action. JYDGE ist ein klassischer Top-Down-Shooter und steuert sich sehr simpel. Mit dem Analog-Stick steuert ihr nicht nur eure Figur, ihr müsst damit auch gleichzeitig zielen. Dies ist nicht immer so einfach und ist oft unpräzise. Mit ZR ballert ihr drauf los und mit ZL nutzt ihr die Sekundär-Feuerwaffe. Mit der linken Schultertaste könnt ihr noch zudem auch noch schlagen, was gegen manche Gegner nicht unwichtig ist. Ansonsten könnt ihr mit der A-Taste noch Aktionen ausführen, wie Terminals hacken, wenn man dafür das nötige Feature besitzt, oder eben Geiseln befreien. Also wie bereits erwähnt, sehr simpel und einfach.

Zudem könnt ihr eure Ausrüstung bearbeiten oder eure Waffe verbessern bzw. modifizieren. Denn im Grunde habt ihr immer dieselbe Waffe, nur die Munition ändert sich. Es ist nicht verkehrt mehrere Waffenkombinationen zu gestalten, da nicht alle Arten für jede Mission geeignet sind. Auch bei der Rüstung selbst habt ihr sehr viel Spielraum. Angeblich gibt es eine Milliarde Möglichkeiten, um die perfekte Rüstung anzupassen. Verzeiht mir, wenn ich dies nicht nachgezählt habe. Allerdings kann ich dafür sagen, dass es tatsächlich unglaublich viele Möglichkeiten gibt und die Spielweise sich teilweise komplett verändert. Mit diversen Kombinationen geht ihr etwas geschickter vor und bei manchen ist es ratsamer einfach drauflos zu stürmen.

Etwas mehr Abwechslung bitte!

Um überhaupt Slots, Rüstungen oder Waffen zu bekommen, braucht ihr natürlich Kohle und diese bekommt ihr durch die Aufträge. Im Grunde habt ihr eine Karte der Stadt und wählt einen Zielpunkt aus. Dort erledigt ihr einige Missionen, die zwar abwechslungsreich klingen, es aber leider im Kern kaum sind. Im Grunde ist euer erstes Ziel immer, alle Gegner zu beseitigen, denn nur so habt ihr eine Chance die Mission zu erledigen. Die Lokalitäten sehen dabei ebenfalls fast immer gleich aus und bieten kaum Abwechslung, so wie auch die Gegner selbst. Neben der Hauptmission gibt es zudem noch die Nebenmissionen. Hier müsst ihr das Level in einer bestimmten Zeit schaffen, eine bestimmte Anzahl an Gegnern töten oder ihr dürft keinen Schaden nehmen. Um weitere Welten freizuschalten, müsst ihr diese Missionen auch schaffen und zusätzlich gibt es bei Erledigung dieser auch noch Geld für die Rüstungen. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei recht hoch und ihr werdet euch die Zähne ausbeißen, wenn ihr in jeder Welt alle Nebenmissionen schaffen wollt. Dennoch wäre mehr Abwechslung gut gewesen.

...dann können wir den Chef der Bande beseitigen! Sein Vergehen? Wird nicht geklärt.

Das gilt auch für die Welten selbst. Zwar ist der Look sehr stylisch, besonders auch die Neon-Farben, allerdings hat man sich schon nach ein paar Missionen sattgesehen bzw. das Gefühl, alles im Spiel schon einmal gesehen zu haben. Dennoch ist die Optik und die grafische Präsentation für ein Indie-Spiel ordentlich. Auch die Explosionen oder die Effekte können sich sehen lassen. Dabei gibt es keine Ruckler oder andere Störungen, nur die Ladezeiten könnten etwas kürzer sein. Das gilt allerdings nicht für den Umfang. Trotz eines hohen Schwierigkeitsgrades hat man relativ schnell das Ende erreicht und die Level selbst sind leider auch sehr kurz. Auch wenn diese liebevoll mit Details vollgepackt sind, so sind diese nur Dekoration. Zu entdecken gibt es hier allerdings nicht viel. Das Leveldesign selbst könnte zudem auch etwas...naja, im Grunde gibt es kein Design. Wenn diese Einheitlichkeit die Zukunft ist, dann finde ich unsere jetzige Welt etwas besser. So ist das komplette Spiel nur auf Action ausgelegt und will gar nicht mehr liefern, als notwendig. Eigentlich das perfekte Spiel für den mobilen Part der Nintendo Switch, und die kurzen Missionen eignen sich sehr gut dazu.

Leider ist auch die KI der Gegner nicht immer auf der Höhe und es gibt Situationen, da ignoriert man euch gar. Der hohe Schwierigkeitsgrad kommt nur daher, da die Steuerung eher unpräzise ist und eben durch die Anzahl der Gegner bzw. deren Rüstung, die dann auch eurer überlegen ist. Zwar hat man das Gameplay etwas langsamer gestaltet, um eben besser zielen zu können, dies schadet dem Spiel aber mehr. Denn dadurch fällt das unpräzise Geballer erst auf und irgendwie fehlt es dann an Dynamik. Der Soundtrack ist leider auch etwas ideenlos und für dieses düstere Setting viel zu optimistisch. Ein düsterer Techno-Sound hätte besser zu der Atmosphäre gepasst, so kann man die Musik getrost ignorieren und unterwegs verpasst man dann auch nichts. Es wirkt fast so, als hätte man nur den mobilen Aspekt im Fokus gehabt und nicht das Action-Spektakel für das Heimkino.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Jydge

Meinung von Dirk Apitz
In diesem Spiel steckte eigentlich jede Menge Potenzial und grundsätzlich machte das Spiel auf mich am Anfang einen guten Eindruck. Doch schnell merkt man dann aber auch, dass dieses Spiel keine Abwechslung liefert und zum Weiterspielen kaum motiviert. Die Nebenmissionen sollen den Wiederspielfaktor erhöhen, aber warum sollte ich die Level wiederholen, wenn eh alles gleich aussieht? Zudem ein unnötig hoher Schwierigkeitsgrad dank unpräziser Steuerung, trotz dummer KI. Insgesamt ist dieses Spiel eine Enttäuschung und wird dem geistigen Vorbild, was trotz Kultstatus ebenfalls kein Meisterwerk ist, nicht gerecht.

Kommentare 2

  • PolyPlay manisch depressiv - 25.10.2017 - 22:29

    Tipptopp Test , herrlich der abstand zw dirK und jydge... Ik dachte dis wär n ikearegal :) ja dredd jabs ja ooch mäßig off SNES Modul
  • Dunkare Hardcore Noob - 26.10.2017 - 14:22

    Für wen gilt denn der Stallone Dredd als Kult? Der war mir bisher eher als Verunglimpfung der großartigen Comics bekannt und hatte bis auf das Setting nicht viel mit seinem Vorbild zu tun. Der Dredd von 2012 ist ein komplett neuer Film, kein Remake, hält sich enger an die Comicvorlage und erreichte zwar keinen Kultstatus, war aber deutlich besser als der Stallone Dredd.
    Wollt ich nur mal loswerden :P