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Test zu Morphite - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Morphite
  • USA USA: Morphite
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
02.11.2017
Vertrieb
Blowfish Studios
Entwickler
Crescent Moon Games
Genre
Action, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Morphite: Verloren im Potenzial

Von Dirk Apitz ()
Letztes Jahr war No Man‘s Sky die wohl größte Enttäuschung des Jahres. Das ändert aber nichts daran, dass das Spielkonzept und auch der Artstyle noch immer was faszinierendes haben und die Spielgemeinde sich weiterhin so ein Spiel wünscht. Nun kommt das Spiel Morphite auch für die Nintendo Switch und diverse Ähnlichkeiten sind nicht von der Hand zu weisen. Dennoch, dies möchte ich schon jetzt betonen, ist dieses Spiel keine blinde Kopie. Am Ende des Tages haben wir ein interessantes Spiel, was doch sehr unfertig wirkt.

In Morphite haben die Menschen den Weltraum bereits erkundet. Wir spielen Myrah Kale, die bei einem Professor mit dem Namen Mr. Mason lebt und dort erzogen wurde. Mehr wissen wir bisher noch nicht über Kale und ihre Vergangenheit ist ebenso rätselhaft. Auf einer Reise durch den Weltraum, wo sie Rohstoffe für ihren Ziehvater sammeln soll, entdeckt sie die Substanz Morphite. Aus irgendeinem Grund fühlt sie sich dieser Substanz sehr verbunden und schnell erweist sich diese als praktisch. Nun begleiten wir Myrah in 15 Kampagnen durch den Weltraum und danach geht die Erkundungstour erst richtig los…

Das erinnert mich doch an ein anderes Spiel! Das Spiel ist ganz klar von Metroid inspiriert.

Damit haben wir schon den ersten großen Unterschied zu No Man‘s Sky: Eine Story. Diese ist tatsächlich im späteren Verlauf sehr spannend und gut erzählt. Doch nach der Geschichte ist das Spiel noch lange nicht am Ende. Zwar könnt ihr schon vorher die Planeten erkunden und müsst dafür die Geschichte nicht beenden, allerdings ist es für den Einstieg empfehlenswert, die einzelnen Missionen abzuschließen, um die Mechaniken zu verstehen. Bis auf die 15 Planeten, bei denen ihr die Missionen abschließt, sind alle Planeten dabei zufällig generiert. Was ihr aber auf fast jedem Planeten findet, sind Dinos. Mal friedlich, mal müsst ihr diese bekämpfen. Um die Planeten zu erreichen, fliegt ihr nicht frei herum, sondern wählt diese über eine Sternenkarte aus. Am Anfang ist dies noch sehr zeitaufwendig, da ihr kaum Treibstoff habt. Deswegen immer eine Raumstation besuchen und dort die Nebenmissionen erfüllen, während euer Tank wieder aufgeladen wird.

Das Erkunden ist das Herzstück von Morphite. Dazu nutzen wir einen Scanner, mit dem wir die Pflanzen und Tierwelt scannen. Nicht immer ist allerdings erkennbar, ob man einen Gegenstand oder Lebewesen scannen kann, oder nicht. Dies dient nicht nur dazu, neue Informationen zu erhalten, sondern auch, um vielleicht die Schwächen der wilden Lebewesen zu erfahren. Außerdem bekommt ihr dadurch sogenannte Chunks, was eine Art Währung im Spiel ist. Weiterhin solltet ihr immer nach Rohstoffen Ausschau halten, damit ihr eure Rüstung, Waffen oder das Schiff verbessern könnt. Später wird das auch zum Erkunden nicht unwichtig, da ihr diverse Teile braucht, um Areale zu erkunden. Dass ihr eine weibliche Person spielt, ist nämlich nicht die einzige Gemeinsamkeit mit der Metroid-Reihe. Das sogenannte Backtracking ist auch hier notwendig. Ansonsten erledigt ihr angreifende Tiere, müsst euch mit Piraten herumschlagen, löst Schalterrätsel oder helft den Bewohnern des jeweiligen Planeten.

Das Gegnerdesign ist manchmal schön absurd. Hier eine Schnecke mit Laserwaffen!

Dabei könnt ihr, wie bereits erwähnt, eben auch eure Rüstung modifizieren und das Schiff erweitern. Das Raumschiff erweitern? Wer nun meint, dass es auch noch Dogfights gibt, der wird bitter enttäuscht werden. Ja, es gibt Raumschlachten, aber völlig anders, als man erwarten könnte. Das Ganze entpuppt sich nämlich als Tower Defense-Spiel. Zugegeben, wenn das Scannen und Erkunden zu langweilig wird, und das wird es sehr schnell, dann ist das eine gute Abwechslung. Dennoch wären coole Raumschlachten schön gewesen. Zwar gibt es auf den jeweiligen Planeten auch kleinere Action-Einlagen, diese sind aber sehr dezent. Die meiste Zeit seid ihr tatsächlich nur am Scannen oder Erkunden. Das Schlimmste daran ist allerdings, dass dies kaum belohnt wird. Oft kommt ihr in eine Höhle oder findet ein kleines Versteck und dort sind auch Gegner zu finden, ansonsten jedoch nichts weiter. Ärgerlich daran ist auch, dass manche Gegner besonders am Anfang sehr zäh sein können und ein wenig Zeit in Anspruch nehmen.

Dazu kommt auch das Weltendesign. Die Welten wirken nur auf den ersten Blick sehr offen, auf den zweiten stellt sich heraus, dass diese relativ klein sind und auch sehr schlauchig wirken. Startet man auf der Welt und geht den vorgegebenen Weg entlang, wird man meistens wieder beim Raumschiff landen, da man nur im Kreis gelaufen ist. Dafür sind die jeweiligen Planeten schön unterschiedlich gestaltet und bieten auch unterschiedliches Leben. So ist es schon allein dank der Farbgebung möglich, dass sich die Planeten, auch von der Atmosphäre, stark unterscheiden. Der Soundtrack ist dabei ebenfalls gelungen und erinnert sehr stark an Metroid Prime.

Was aber nicht so stark an Metroid Prime erinnert, ist die sehr ungenaue Steuerung. Die Belegung ist dabei schon sehr merkwürdig und viele Aktionen sind auf mehrere Tasten verteilt. Dadurch gerät man nicht selten in Gefahr, die falsche Waffe ausgewählt zu haben oder man ruft unfreiwillig ein Menü auf. Richtig schlimm ist aber das Zielen. Zwar ist es möglich die Sensibilität einzustellen, dennoch wirkt das Zielen immer ungenau. Mit "ZR" ist es möglich die Gegner ins Visier zu nehmen, sodass man gar nicht Zielen muss. Ansonsten würde man wohl oft ins Leere schießen. Es gibt allerdings Momente, da wollt ihr ein kleines Insekt treffen oder habt eine Nebenmission, wo ihr die Zielscheiben treffen müsst. Hier geht das Anvisieren leider nicht und das Ganze wird zu einer richtigen Nervenschlacht, da dies fast unmöglich ist. Warum zudem der Gyrosensor nicht unterstützt wird, weiß nur der Entwickler.

Solche fliegenden Insekten sind schwer zu treffen, da das Zielen eine Katastrophe ist.

Grafisch ist dieses Spiel natürlich besonders. Fast das ganze Spiel besteht im Grunde nur aus bunten Polygonen, die sogar als Raster markiert sind. Wer jetzt denkt, der Entwickler wollte sich die Texturen sparen, könnte richtig liegen. Aber warum auch nicht? Wenn das Geld für gute Texturen nicht vorhanden ist, macht man aus der Not eine Tugend! Ein paar Neonfarben hier und interessante Formen da, fertig ist das stimmige Gesamtbild, was allerdings gewöhnungsbedürftig ist. In manchen Welten gibt es auch hier und da kleinere Objekte, die nicht so gut gelungen sind und die Zwischensequenzen bzw. allgemein die Gesichter sehen dabei nicht wirklich gut aus. Ansonsten, obwohl nicht immer viel passiert, hat dieses Spiel einige Performance-Probleme. So kommt es sehr häufig zu kleineren Einbrüchen der Bildrate, manchmal könnte man sogar denken, dass es dauerhaft so ist. Das macht das Spiel nicht unspielbar, nervt aber nach einer gewissen Zeit, da dieses Spiel bestimmt kein grafisches Monster ist.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Morphite

Meinung von Dirk Apitz
Morphite hat viel Potenzial und versenkt es gnadenlos. Das Spiel selbst ist eigentlich gar nicht so schlecht, wirkt aber einfach nicht rund. Die Steuerung empfand ich gar als Katastrophe, das Zielen ist bei so einem Spiel enorm wichtig. Zudem langweilt das Scannen recht schnell und die Performance-Probleme nerven auf Dauer. So wird ganz schnell aus einem soliden Spiel ein Spiel mit vielen Schwächen. Vielleicht haben wir etwas Glück und ein Patch behebt einige technische Probleme, derzeit kommt es aber über den Durchschnitt nicht hinaus und wird seinen Vorbildern nicht gerecht.
Mein persönliches Highlight: Der wunderschöne Soundtrack

Kommentare 2

  • Tyrhelm Turmknappe - 07.11.2017 - 21:56

    Interessant, sieht aus wie No Man Sky und scheint genau soviel Spass zu machen, naja Spiele mit diesem Grafikstil traue ich sowieso nichts mehr zu zu.
  • mrboone Turmbaron - 08.11.2017 - 09:33

    schade. hätte gern mal einen blick riskiert. vielleicht behebt ja ein patch die performance problem. dann würde ich nochmal nachdenken. aber wenn es nicht mal sauber läuft...

    ich stimme dirk hier auch zu: das teil hätte echt potential. hatte nms aber auch, zumindest was der entwickler immer vor release kundtat. hm, leider nix zu machen.