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Test zu Wheels of Aurelia - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Wheels of Aurelia
  • USA USA: Wheels of Aurelia
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
02.11.2017
Vertrieb
MixedBag
Entwickler
Santa Ragione
Genre
Adventure
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Wheels of Aurelia: Eine Visual Novel mit... Autos?

Von Niels Uphaus ()
Visual Novels gehören zu meinen Lieblings-Spielen. Für mich ist eine gute Story oft wichtiger als das Gameplay. Videospiele sollen mich in ihren Bann ziehen, ihre Welten faszinieren. Titel aus der Zero Escape- oder Ace Attorney-Reihe sind Meister ihres Faches. Doch leider sind nicht alle Visual Novels so beeindruckend. Willkommen beim Spieletest zu Wheels of Aurelia.

Lella und Olga cruisen durch die City.

Im Italien der 70er Jahre spielt ihr Lella, eine taffe Frau aus reichem Haus, die vor etlichen Jahren entführt wurde und nun ihren Entführern entgegentreten will. Während ihrer Autofahrt Richtung Gefängnis trifft sie Olga, eine Frau, die ebenfalls Probleme hat und möglichst weit weg von ihrer Heimat will. Auf dem Weg in Richtung Frankreich trefft ihr eine Reihe von Anhaltern, die ihr mitnehmt. Jeder hat seinen eigenen Zielort. Sei es ein Geistlicher oder ein Juventus-Fan. Eure Mitfahrer haben unterschiedliche Geschichten, die ihr euch anhören könnt oder nicht. Es gibt jedoch auch Ausnahmen: Einmal traf ich auf einen frauenfeindlichen Rowdy, der Lella um ein Wettrennen bat. Verliert ihr, ist euer Wagen weg und ihr müsst selbst trampen.

Doch wie sieht das Gameplay eigentlich aus? Ihr selbst steuert aus einer isometrischen Perspektive eines von diversen Autos, die ihr am Anfang auswählen könnt. Ihr könnt jedoch selbst entscheiden, ob ihr selbst lenken wollt oder nicht. Ab und an solltet ihr jedoch die Kontrolle übernehmen, um nicht in den Gegenverkehr zu rasen, da die automatische Steuerung ihre Macken hat. Ansonsten habt ihr eigentlich nur eine Aufgabe: euch mit eurem Gegenüber zu unterhalten. Dabei habt ihr meistens die Auswahl zwischen zwei Fragen/Antworten. Alternativ könnt ihr auch schweigen, um zu schauen, wie sich das Gespräch ohne eure Teilnahme entwickelt. Da jeder Mitfahrer ein Ziel hat, könnt ihr an Kreuzungen entscheiden, in welche Richtung ihr fahrt und wem ihr damit einen Gefallen tut. An jeder Raststätte gibt es einige Dialoge, die Einfluss darauf nehmen, wer mit euch die nächste Strecke mitfährt. Nach gut 15 Minuten ist euer Spiel bei optimalem Verlauf beendet. Dann wird euch in Standbildern und Texten erklärt, was mit Lella und ihren Begleitern in der Zukunft passieren wird.

Die Gespräche zwischen den Charakteren sind oftmals sehr düster.
Nachdem ich jetzt im Großen und Ganzen das gesamte Gameplay erklärt habe, möchte ich euch gerne noch meine persönliche Meinung zur Präsentation der Geschichte mitteilen. Das komplette Spiel ist auf Deutsch, hat aber keine Sprachausgabe. Die Inhalte der Dialoge sind oftmals äußerst düster. Seien es Entführungen, geplante Anschläge, rechtliche Probleme mit Abtreibungen und mehr. Das Problem ist, dass kein Thema wirklich bis zum Ende ausdiskutiert wird. Vielmehr springt das Spiel von Thema zu Thema und die Aussagen der Charaktere sind meist nur wenige Sätze lang. So ist es trotz wirklich interessanter Ansätze oftmals sehr traurig, wenn der Abspann läuft, wenn es gerade spannend wird. Ich hätte lieber nur vier statt 16 Enden, wenn diese dafür wirklich ausgereift wären. Gerade Lella bekommt so nur selten die Chance, über ihre eigene Vergangenheit zu sprechen, obwohl sie der Hauptprotagonist ist.

Zu Beginn des Spiels ist es finstere Nacht. Nicht ohne Grund führt Lella Selbstgespräche.

Ein weiterer Aspekt, der mir negativ aufgefallen ist, dreht sich um die Autos. Man schaltet neue Karosserien nach dem Abspann frei, doch mir wäre es lieber gewesen, wenn die Fahrmechanik überhaupt nicht existieren würde. Zwar fährt der Wagen, wie oben erwähnt, alleine, doch es lenkt schon sehr ab, wenn man in den Gegenverkehr rast oder in den Vordermann hineinrast, weil man nicht bremsen kann. Zudem ist das Steuern des Autos in dieser Perspektive äußerst unangenehm. Es lenkt zu sehr ab, so dass man oftmals nicht die Antwort auswählen kann, die man will. Das liegt daran, dass die Zeit, in der ihr euch für eine Aussage entscheiden könnt, zeitlich begrenzt ist.

Von technischer Seite konnte mich Wheels of Aurelia zufriedenstellen. Endlich haben wir hier ein Indie-Spiel vor uns, das keinen Pixellook hat. Zwar ist auch dieser Grafikstil simpel, sieht aber dennoch sehr ansprechend aus. Lella bereist viele Gebiete wie alte italienische Städte oder Küsten. Der Soundtrack hingegen ist (Ich muss nochmal zum Spiel rennen, da ich ihn völlig vergessen habe. Einen Moment…) eher durchschnittlich und nicht der Rede wert.

Redaktionswertung

4

Erträglich

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Wheels of Aurelia

Meinung von Niels Uphaus
Wheels of Aurelia hat ein interessantes Konzept. Als Autofahrer, der Tramper mitnimmt, erfahrt ihr nebenbei die Lebensgeschichte von vielen Menschen. Leider ist die Umsetzung nicht wirklich gelungen. Die Texte der Charaktere sind viel zu kurz, um den zum Teil komplexen Themen gerecht zu werden. Noch schlimmer ist die Fahrmechanik, bei der ich mir wünschen würde, dass sie erst gar nicht im Spiel erhalten wäre. Um es mit unserem Wertungssystem zu sagen: Für Visual Novel-Fans ist Wheels of Aurelia „Erträglich“. Ab und an kann es durchaus unterhalten, doch einen bleibenden Eindruck hat es bei mir nicht hinterlassen.
Mein persönliches Highlight: Ein Indie-Spiel ohne Pixellook? Dass ich das noch erleben darf!

Kommentare 1

  • Lockenvogel Dumm aber klug! - 08.11.2017 - 17:48

    Schade, bis jetzt konnte ich mir zwar noch nicht allzu viel unter Wheels of Aurelia vorstellen, die Trailer sahen aber eigentlich ganz interessant aus...