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Test zu Tallowmere - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Tallowmere
  • USA USA: Tallowmere
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
09.11.2017
Vertrieb
Teyon
Entwickler
Teyon, Chris McFarland
Genre
Action, RPG, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 0
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Die Macht des Zufalls

Von David Pettau ()
Mit Tallowmere erschien kürzlich ein süßes, kleines Rogue-like für die Nintendo Switch, welches bereits seit 2015 für den PC erhältlich ist. Nach meiner anfänglichen Skepsis, die sich während der Begutachtung von Trailern und Gameplay-Material zum Spiel breitmachte, konnte mich das Spiel schnell eines Besseren belehren und überaus positiv überraschen. Tallowmere mag kein Meilenstein für das inzwischen unglaublich breit gefächerte Rogue-like-Subgenre darstellen, aber für jeden Fan solcher Spiele ist es definitiv einen Blick wert – und nun will ich euch verraten, warum.

Sogar mit dem Verzicht auf ein Hauptmenü wirft euch Tallowmere direkt ins Spielgeschehen. Was zunächst auffällt: Optisch macht das Spiel nicht unbedingt viel her. Die Pixel-Charaktere sehen zwar nett aus, lassen aber wirklich eigenen Charme vermissen – dasselbe gilt für die ziemlich hölzernen Animationen. Die Hintergründe in dem Dungeon, den ihr direkt nach Spielbeginn erkunden werdet, sind bestenfalls als “zweckmäßig“ zu beschreiben – dafür gibt es allerdings einige Effekte, die durchaus etwas hermachen. Beispielweise hinterlassen besiegte Gegner blutige Abdrücke an Wänden und explodieren nicht selten in etliche Einzelteile. Aber “Dungeon“? “Gegner“? Ich sehe schon, das Ganze bedarf einer etwas ausführlicheren Erklärung – das Spiel selbst gibt euch nämlich keine, was allerdings keine Kritik darstellen soll.

So klein, süß und flauschig ist dieses Kätzchen hier aber nicht!

In Tallowmere erkundet ihr einen zufallsgenerierten Dungeon. Das Ziel des Spiels besteht dabei lediglich daraus, so weit vorzudringen, wie ihr könnt – der Dungeon ist in einzelne Räume unterteilt, die nach und nach immer komplexer und feindseliger werden. Zum ersten inoffiziellen Raum des Dungeons könnt ihr dabei von jedem anderen Raum aus, durch den ihr euch gekämpft habt, zurückkehren. Dort könnt ihr euch beispielsweise heilen, es gibt einen fix gesetzten Händler und ihr könnt eure Spielerfahrung anpassen.

Ist euch das Spiel zu schwer, so könnt ihr dort kleine, süße, flauschige Kätzchen opfern, die daraufhin in einer Blutfontäne qualvoll explodieren. Für dieses Opfer wird eure maximale Lebensenergie dauerhaft erhöht, es verhindert allerdings auch, dass ihr eigens ins Spiel integrierte Erfolge freischalten könnt. Im ersten Raum des Dungeons könnt ihr euch das Spiel aber auch schwerer gestalten oder eure Spielerfahrung durch individuelle Herausforderungen anpassen – beispielsweise könnt ihr Gesundheitsregeneration, die als Zusatzeffekt einiger Ausrüstungsgegenstände zum Einsatz kommt, deaktivieren, oder ihr bestreitet einen Spieldurchgang mit nur einem einzigen Gegnertyp. Denn wie es sich für ein Rogue-like gehört: Seid ihr gestorben, war es das für den aktuellen Spieldurchlauf. Durch die vielen Optionsmöglichkeiten kann jeder Spielertyp genau die Erfahrung aus Tallowmere herausziehen, die ihn am meisten reizt. Doch wie genau läuft ein Spieldurchgang nun ab?

Die Kämpfe in den einzelnen Räumen hinterlassen sichtliche Spuren.

Wie im Genre üblich zieht Tallowmere seine Faszination vor allem aus dem Zufallsfaktor: Ihr müsst mit dem klarkommen, was euch das Spiel an die Hand gibt. Meine mehreren Anläufe bestanden jeweils aus gänzlich unterschiedlichen Voraussetzungen, mit denen ich mich im Dungeon vorankämpfen musste. Ihr startet mit einer schäbigen Rüstung und einer einfachen Axt als Nahkampfwaffe, als kleinen Bonus habt ihr noch einen Heiltrank im Gepäck. Euern angelegten Gegenstand könnt ihr dabei fix per Knopfdruck wechseln, sodass ihr beispielsweise zwischen Waffen hin und her wechseln oder in Notsituationen schnell einen Trank einnehmen könnt. Tallowmere basiert nämlich auf einem Echtzeit-Kampfsystem: Jede Waffe kann einen Angriff ausführen, darüber hinaus habt ihr einen Schild, mit dem ihr feindliche Attacken abblocken könnt. Das ist sehr simpel, erlangt allerdings durch die vielen unterschiedlichen Waffentypen, die ihr in Tallowmere finden könnt, an Tiefe.

Der Clou eurer Ausrüstungsgegenstände sind die fünf verschiedenen Seltenheitsstufen, die mit unterschiedlich starken Statusverbesserungen und besonderen Effekten daherkommen. So hatte ich beispielsweise auf einmal früh im Spiel ein extrem seltenes Katana, mit welchem ich mich bei einem Schlag an Feinde in unmittelbarer Nähe heranteleportieren konnte – standen diese nah genug beieinander, konnte ich mich durch reines Buttonmashing durch den kompletten Raum schnetzeln. Dabei gibt es auch nicht nur altertümliche Waffen – ehe man sich versieht, rennt man plötzlich mit einem Raketenwerfer oder Handgranaten durch den Dungeon.

Hier verwende ich einen Eisstab. Dieser zielt selbstständig auf Feinde, dafür muss man allerdings stehen bleiben.

Die Gegnerauswahl ist dabei zwar nicht riesig, vor allem in Kombination können sie allerdings interessante Herausforderungen bieten. Von Bogenschützen, über Zelda-inspirierte Morgensternschwinger bis hin zu explodierenden Selbstmördern sind allerdings durchaus spannende Ideen dabei. Diese verwenden teils fiese Angriffe, die um jeden Preis geblockt werden wollen – einige rosafarbene Geschosse lähmen euch beispielsweise für einen kurzen Moment, was euch anderen Angriffen wehrlos aussetzt. So kann es dann auch vorkommen, wenn man sich in völliger Unbesiegbarkeit wiegt, dass man die Situation unterschätzt hat und urplötzlich stirbt – so wie ich mit meinem geliebten Katana in der Hand, das ich wohl nie wieder finden werde...

Immer nach einigen absolvierten Räumen gewinnen eure Gegner an Stärke – doch so mit Sicherheit auch ihr. Beim Besiegen von Gegnern erhaltet ihr Seelen. Habt ihr genug davon gesammelt, könnt ihr diese einer Dämonenstatue darbieten, um Statusverbesserungen zu erhalten. Neben eurer maximalen Lebensenergie und eurer Angriffskraft wird dabei auch stets ein zufälliger, weiterer Wert verstärkt.

Als kleines Highlight stoßt ihr hin und wieder auf vereinzelte Event-Räume – diese bieten besondere Herausforderungen oder beherbergen unter Umständen sogar einen gefährlichen Boss. Auch hier kann der Zufalls- und Überraschungsfaktor durchaus überzeugen und prädestiniert Tallowmere bestens für regelmäßige und kurzweilige Anläufe im Handheld-Modus, um einen neuen Raum-Rekord aufzustellen – ein hoher Wiederspielwert ist aufgrund der vielen Unvorhersehbarkeiten definitiv gegeben.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Tallowmere

Meinung von David Pettau
Es ist immer wieder schön, wenn man von kleinen, zunächst sehr austauschbar wirkenden Spielen überrascht wird. Tallowmere mag in keiner Hinsicht etwas Besonderes sein, doch es bietet Charmante Unterhaltung und den üblichen Rogue-like-Suchtfaktor, wenn man denn dafür anfällig ist. Ich werde mich definitiv noch an weitere Anläufe heranwagen, um irgendwann vielleicht sogar bis zum 60. Raum oder weiter vorzustoßen. Für den niedrigen Preis kann ich Tallowmere jedem Fan derartiger Spiele ans Herz legen – es passt einfach zu gut ins Konzept der Nintendo Switch.
Mein persönliches Highlight: Die charmanten Sound-Effekte beim Aufploppen von Textboxen, während man sich mit einem NPC unterhält.

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