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Test zu Perception - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Perception
  • USA USA: Perception
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
31.10.2017
Vertrieb
The Deep End Games
Entwickler
The Deep End Games
Genre
Adventure, Action, Horror, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Blind in einem verfluchten Haus

Von Tim Czerwinski ()
Schon immer hegt der Mensch eine Faszination für Übernatürliches, Verstörendes oder auch Unvorstellbares. Um den Durst nach solchen Inhalten zu stillen, hat die Unterhaltungsindustrie ein bestimmtes Genre entwickelt. Dieses nennt sich Horror und ist darauf ausgelegt, den Konsumenten zu schockieren. Mit zunehmender Qualität der Inhalte werden die Szenarien immer realer, zumal einige auf wahren Begebenheiten basieren. Das gilt auch für das Spiel Perception, das wir für euch getestet haben.

Ein interessantes Konzept erwartet euch

Perception ist in mehrerlei Hinsicht einzigartig. Neben der Inspiration aus einer wahren Begebenheit, wurde dieses Spiel von einem Ehepaar entwickelt, das nebenbei auch noch vier Kinder erziehen durfte. Vor diesem Hintergrund spürt man die Passion, die in dieses Spiel geflossen ist, zu fast jeder Zeit. Was ebenfalls herausragt, ist die Prämisse, auf der das Spiel basiert. Die Protagonistin dieses Spiels ist nämlich erblindet und daher nicht in der Lage, die Umgebung in der Art und Weise wahrzunehmen, wie es der Großteil der Menschheit kann. Der Spieler spielt demnach Cassie, die durch ihre Blindheit auf etwas angewiesen ist, das sich Echoortung oder auch Klicksonar nennt. Dies ist eine Technik, die Blinde anwenden, um sich anhand der zurückgeworfenen Echos ein eigenes Bild der Umgebung zu machen. Die Betroffenen erzeugen mit der Zunge oder einem Blindenstock ein Klickgeräusch, um mithilfe des Schalls Hindernisse, Gegenstände, Möbel und vieles mehr zu erkennen. Ergänzend dazu können auch durch externe Quellen erzeugte Geräusche den Blinden helfen, die Umgebung wahrzunehmen. In Perception wird diese Fähigkeit aufgegriffen, um Cassie durch das verlassene Anwesen Echo Bluff zu führen. Doch was führt uns in dieses Gebäude?

Diese Puppe triggert euch eine Erinnerung der ehemaligen Besitzer.

In diversen Alpträumen wird Cassie von dem verfluchten Anwesen heimgesucht. Irgendwann hält sie diese Alpträume nicht mehr aus und will herausfinden, was es mit den Träumen auf sich hat. Als wäre es noch nicht genug blind zu sein, begibt sie sich also auch noch in eine verfluchte Villa. Im Haus angekommen, werdet ihr in vier Kapiteln erfahren, was die ehemaligen Bewohner des Hauses erlebt haben. Dabei erscheinen euch immer wieder die Geister der Betroffenen, die euch in Szenen aus ihrem Leben zeigen, was ihnen widerfahren ist. Meist erfahrt ihr dies auf der Suche nach Objekten aus euren Träumen. Interessant ist, dass sich das Haus stets mit der Geschichte wandelt, dies verhindert, dass man sich an die Umgebungen gewöhnt und zu sehr in Monotonie abdriftet. So landet ihr nach dem Öffnen eines Kleiderschranks zum Beispiel auch mal kurzerhand auf einem Friedhof. Cassie scheint zudem über eine Wahrnehmung zu verfügen, die es ermöglicht, Erinnerungen aus gewissen Gegenständen zu extrahieren. So wird bei storyrelevanten Items eine Erinnerung ausgelöst, sobald sie diese berührt. Unter anderem werden euch dadurch die Ereignisse vor dem Verlassen des Anwesens vermittelt. Dies erinnert ein wenig an die Logbucheinträge der Weltraumpiraten aus der Metroid Prime-Reihe, ist aber natürlich nicht der einzige Weg, wie ihr erfahrt, was in diesem Haus vorgefallen ist. Es gibt in diversen Räumen Aufnahmegeräte, die Sprachaufzeichnungen enthalten, die ebenfalls helfen, das Vorgefallene zu rekonstruieren. Doch diese Sachen sind nicht wirklich das, was dazu führen sollte, dass man sich gruselt. Den Job übernehmen dann zahlreiche übernatürliche Phänomene, die euch in feinster Jumpscare-Manier regelmäßig zum Aufschrecken bringen.

Eine nicht ganz so unheimliche Präsenz im Nacken

Während ihr also die Geschichten der Vergangenheit nacherlebt, werdet ihr von etwas verfolgt, das sich die Präsenz nennt und ihren Ursprung in unseren Alpträumen hat. Sobald sich die Präsenz in eurer Nähe befindet, färbt sich das Bild rot und es gilt, ein Versteck zu finden. Solltet ihr das nicht schaffen, bedeutet dies das Ende von Cassie. Dann müsst ihr von einem vorher passierten Punkt anfangen und einen gewissen Fortschritt nachholen. Diese Rücksetzpunkte sind teilweise jedoch unglücklich gewählt und stimmen auch nicht zwingend mit den automatischen Speicherpunkten überein. Auch scheinen diese Punkte nicht unmittelbar mit dem Storyfortschritt zusammenzuhängen, da es mir passiert ist, dass ich nach Abschluss eines Kapitels ausgeschaltet habe und nochmal einen Großteil des vorangegangenen Kapitels spielen musste. Dies hätte man definitiv besser lösen können. Auch ist die Präsenz nicht unbedingt etwas, dass euch dauerhaft im Nacken hängt. Teilweise bin ich durch das Anwesen gesprintet, habe das Sonar eingesetzt und auf metallische Gegenstände geschlagen, ohne jedoch Konsequenzen daraus zu ziehen. Falls es dann doch dazu kam, dass sich die Präsenz bequemt hat, mich heimzusuchen, reicht ein Sprung in ein naheliegendes Versteck, das sich beim Entdecken grün färbt und so auch in Momenten der Panik leicht zu finden ist.

Ich denke, es ist sicher eine gute Idee, dem Pfeil aus dem Fenster zu folgen, oder?!

Was jedoch definitiv gelungen ist, ist die Sprachsynchronisation von Perception. Die Sprachausgabe ist glaubhaft synchronisiert und man hat das Gefühl, dass Cassie sich wirklich fürchtet. Auch die anderen, für die Handlung wichtigen Stellen sind eingesprochen, zum Beispiel die Geister oder auch die Geschichten der zuvor genannten Erinnerungen auslösenden Gegenstände. Anzumerken ist, dass man sich hier, je nachdem wie man zur Synchronisation steht, für eher mehr oder eher weniger Sprachinhalte entscheiden kann. Sollte man sich für die gesprächige Cassie entscheiden, wird man sie auch außerhalb von Handlungsinhalten regelmäßig sprechen hören, während sich im „Stille Nacht“-Modus die Sprachausgabe auf die storyrelevanten Abschnitte beschränkt. Die Synchronisation ist komplett in englisch, deutsche Untertitel können bei Bedarf eingeschaltet werden, sind aber zunächst deaktiviert. Untertitel als auch die Frequenz der auftauchenden Sprachinhalte kann man zu jeder Zeit im Optionsmenü nach Belieben ändern.

Für jeden Spielertyp ist ein Schwierigkeitsgrad vorhanden

Was sich ebenfalls, je nach den eigenen Vorzügen, ändern lässt, ist der Schwierigkeitsgrad. Hier gibt es drei Modi: "Story, Gruselig und Furchterregend". Während im Story-Modus die Schwierigkeit sehr leicht ist, um dem Spieler die Möglichkeit für Erkundungen zu geben und den Fokus auf die Handlung zu legen, ist der Furchterregend-Modus für Spieler, die eine Herausforderung suchen. Hierbei sind die Gegner aggressiver und bei einem Bildschirmtod landet man direkt im Hauptmenü und man muss von vorn beginnen. Der Gruselig-Modus stellt dabei den Mittelweg dar und bringt euch bei einem Ableben an den Eingang von Echo Bluff, während jedoch der Spielfortschritt erhalten bleibt. Diese Entscheidung finde ich persönlich sehr schön, da es so für jeden Spieler den passenden Schwierigkeitsgrad gibt. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad variiert die Dauer, die ihr benötigt, um das Spiel durchzuspielen. Die komplette Handlung solltet ihr jedoch in unter zehn Stunden absolviert haben. Hier hätte man gegebenenfalls noch ein wenig mehr bieten können, allerdings muss man auch ehrlich sagen, dass sowohl die Story, als auch das nach einiger Zeit doch recht monotone Gameplay, nicht viel mehr hergegeben hätten.

Ein Anblick, bei dem unser FALcoN sicherlich vor Begeisterung und nicht vor Schreck aufschreien würde.

Audiovisuell macht das Spiel einiges her. Natürlich kann man keine ununterbrochene Hintergrundmusik erwarten, da dies die Atmosphäre stören würde. Jedoch hat man viel Wert auf Details gelegt. Die eingangs erwähnte und von Cassie eingesetzte Echoortung mit ihrem Blindenstock reagiert auf den getroffenen Untergrund. So klingt ein Eisengeländer metallisch, während ein Holz- oder Steinuntergrund eher dumpf klingt. Die Soundeffekte sind stimmig auf die Situationen abgestimmt und auch die aufgezeichneten Nachrichten klingen qualitativ, wie man es von alten Aufzeichnungen erwarten würde. Die grafische Darstellung weiß zunächst zu begeistern, wird allerdings auch schnell monoton, was dem eingeschlagenen Setting zuzuschreiben ist. Logischerweise wird eine blinde Person nicht auf einen Schlag wieder sehend, von daher musste man diesen Kompromiss eingehen. Dafür müssen dann die jeweiligen Schauplätze das Ganze eben ein wenig kompensieren. Leider nimmt die unendliche Einsetzbarkeit des Klicksonars der ganzen Prämisse ein wenig den Wind aus den Segeln, da man theoretisch beim dauerhaften Drücken der Sonartaste von seiner Blindheit geheilt wird, von der Optik mal abgesehen.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Perception

Meinung von Tim Czerwinski
Perception schafft es von Beginn an, eine alarmierende Stimmung zu erzeugen. Alarmierend ist in diesem Zusammenhang allerdings positiv gemeint, denn das Setting versucht genau das zu erreichen. Die Blindheit in ein Horrorszenario einzubauen, ist eine willkommene Abwechslung zur sonst allgegenwärtigen Taschenlampe mit Batterieknappheit. Allerdings kann die unbegrenzte Einsatzfähigkeit der Echoortung dazu führen, dass man diese ununterbrochen einsetzt und so ein wenig die Grundlage zerstört. Der Umfang des Spiels fühlt sich nach dem Durchspielen genau richtig an, ist aber genauer betrachtet ein wenig gering, wobei man hier auf hohem Niveau jammert, denn der Preis von 13,99 € ist schon gerechtfertigt. Die Charaktere wirken glaubhaft und vor allem die Synchronisation kann überzeugen. Der Schwierigkeitsgrad kann frei gewählt werden, aber auch teilweise ein wenig zu niedrig erscheinen, wenn man von den fehlplatzierten Rücksetzpunkten mal absieht. Die audiovisuelle Darstellung fasst die Stimmung passend auf, wobei die Grafik bei voranschreitender Spieldauer etwas in Monotonie abdriftet. Fans des Horror- aber auch des Abenteuergenres mit einem Hang zum Gruseln können beruhigt zugreifen, denn die verschiedenen Spiel-Modi bieten für jeden Spieler und Erfahrungsgrad die richtige Wahl.
Mein persönliches Highlight: Das Konzept, blind ein Horrorszenario zu erleben.

Kommentare 15

  • Booyaka plαy wιтн ѕpιrιт - 14.11.2017 - 20:06

    Ohne zu schauen sage ich es bekommt eine 7/10 stimmt’s ? :troll:
  • blackgoku in my Heart, i am a Gamer - 14.11.2017 - 20:10

    Habt ihr es irgendwann mit der 7 xD
  • DiaDemon Ein Stein - 14.11.2017 - 20:22

    was ist an 7 so verkehrt? ist ein gutes Mittelmaß für ein Spiel was nicht schlecht ist, aber auch nicht wirklich herausragend

    steht ja auch so im Wertungssystem

    Zitat von ntower:

    7: Spaßgarant

    Gute Umsetzung des jeweiligen Genres, die jedem Zocker Spaß machen dürfte. An der einen oder anderen Stelle fehlt aber doch noch etwas, das dieses Spiel zum Hit macht (z.B. kaum Innovationen, eine langweilige Präsentation oder fehlende Modi).
    Wenn ich mir den Test so durchlesen trifft es die 7 eigentlich recht gut. ^^
  • blackgoku in my Heart, i am a Gamer - 14.11.2017 - 20:24

    @DiaDemon Das sollte doch nur Spaß sein Ma ma Mia! :P Ich finde auch die 7 gut. hab auch nicht davon geredet, Wie dämlich die zahl doch ist... nene, ich finde sie super^^
  • DiaDemon Ein Stein - 14.11.2017 - 20:27

    @blackgoku mit tut nur schon ntower leid, wenn ständig über die Wertung geredet wird XD
    Da muss man sie ja schon fast in schutz nehmen ^^
  • rickfroehnert Turmknappe - 14.11.2017 - 20:32

    Ich habe immer noch das Problem, dass ich wegen eines bugs nicht weiterspielen kann. Bin im ersten Kapitel in dem Raum, wo man Luftpolsterfolie abreißen muss, um sich dann in so einem „Nest“ zu verstecken. Dann gibt es einen freeze und das Spiel hängt.... weiß jemand Rat?
  • blackgoku in my Heart, i am a Gamer - 14.11.2017 - 20:33

    @DiaDemon Ach was^^ ich hab garnichts auszusetzen man sollte natürlich auch wirklich den Test: lesen (was ich auch immer mache, um mir ein Bild immer drauss zumachen...) die Zahl wäre mir im sinne egal. weil man weiß das es gut is. was ihr macht und ich finds auch schön das ihr euch auch mit den Tests auch echt Viel mühe gibt! und ich Lobe euch jedes mal dafür :thumbup:
  • FALcoN Hüter der Spiele-Datenbank - 14.11.2017 - 20:36

    Ich finde die 7 auch nicht schlimm. Viele Indie-Titel, die gerade auf der Switch immer mehr zunehmen, tangieren wertungstechnisch nunmal in dem Wertungsbereich. Bisher waren nur wenige klare Hits wie Stardew Valley oder miese Machwerke darunter. Und betreffend des letzterem bin ich auch froh.

    Außerdem gibt es in unserem Wertungssystem nunmal keine 6,8 bzw 68 oder 7,4 bzw. 74. Bei 10 Wertungszahlen anstatt 100 wiederholen sich die Wertungen sowieso häufiger ;)
  • billy_blob aka DelPadio - 14.11.2017 - 20:47

    Führt doch ein Kriteriensystem ein für die Endnote.

    Grafik
    Sound
    Performance ... etc.

    Und daraus ergibt sich dann bestimmt immer / öfter ein anderer Durchschnittswert als die simple Zuweisung auf die 7.
  • Shadowsoul980 Monarch - 14.11.2017 - 21:00

    @DiaDemon

    Heutzutage ist für viele Gamer die Wertungskala drastisch geschrumpft,die Zahlen 1-6 existieren gar nicht mehr für diese Leute. :ugly:
  • Tim Czerwinski Halo I bims 1 Lektor - 14.11.2017 - 21:04

    Ich weiß nicht, warum allen die Wertungszahl so wichtig ist. Das entscheidende ist der Text, der euch sagt, was das Spiel kann. Für die Mühe, die sich jeder Redakteur macht, wäre es nett, sich nicht nur auf eine simple Zahl zu fixieren.

    @rickfroehnert neben der Tatsache, dass ich das Versteck erst einmal finden musste, hatte ich in dem genannten Raum keine Probleme.
  • Nebura Goodbye Miiverse! - 14.11.2017 - 21:05

    Abgesehen von der Wertung (ich glaube ich werde diese in Zukunft einfach nicht beachten, ist ja schließlich bloß eine Zahl) finde ich den Spieletest an sich sehr gut geschrieben, schön detailliert und sehr aufschlussreich, zumindest für mich. :)
    Hab mir eben auch einen Trailer dazu angesehen und muss sagen, sieht wirklich interessant aus.
  • blackgoku in my Heart, i am a Gamer - 14.11.2017 - 21:06

    @Tim Czerwinski Mal ne andere frage... weißt du obs, schon Videos zum Spiel gibt?
  • Tim Czerwinski Halo I bims 1 Lektor - 14.11.2017 - 21:08

    @blackgoku ja die gibt es, ich schicke dir eins per PN
  • blackgoku in my Heart, i am a Gamer - 14.11.2017 - 21:09

    @Tim Czerwinski Ich danke dir^^