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Test zu Ben 10 - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Ben 10
  • USA USA: Ben 10
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
10.11.2017
Vertrieb
Outright Games
Entwickler
Torus Games
Genre
Action, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Ben Tennyson kehrt zurück um erneut die Welt vor den Super-Bösewichten zu retten

Von Holger Wettstein ()
Mit Ben 10 haben die Cartoon Network Studios im Jahr 2006 einen echten Hit im Kinderfernsehen gelandet. Darauf folgten 2008 die Serie Ben 10: Alien Force, im Jahr 2010 Ben 10: Ultimate Alien und im Jahr 2012 Ben 10: Omiverse. Wer in über neun Jahren über 230 Folgen produziert, kann in der harten TV-Welt schon von einem echten Erfolg reden. Um Ben und seiner Alien-Truppe weiterhin erfolgreich über die Bildschirme dieser Welt flimmern lassen zu können, wurde im letzten Jahr die komplette Marke runderneuert. Insgesamt 80 neue Folgen produzierte man für die Kids dieser Welt. Mit dem Reboot behielt man zwar das Grundprinzip bei, aber der Look der Serie verjüngt und modernisiert. Da zu fast jedem Serienabschnitt auch ein passendes Videospiel auf den Markt gebracht wurde, bekommen wir nun auch ein Spiel für den aktuellen Reboot spendiert. Und weil Ben ein großer Freund von Nintendo-Konsolen ist, sprang der kleine Held vor wenigen Tagen am 11.10.2017 für das aktuelle Weihnachtsgeschäft unter anderem auf die Nintendo Switch.

Rasant kann man zwischen den bis zu zehn Aliens switchen.

In Ben 10 bedrohen wieder einmal sogenannte Super-Bösewichte unseren Heimat-Planeten, sodass Ben, Gwen und sein Opa Max ihren Ausflug in ihrer Rostlaube abbrechen müssen. Als Ben Tennyson sammelt ihr also erneut eure Alien-Kräfte, um die berüchtigten Gegner, wie Zombozo (Ein ES Clown-Klon im Comiclook), Queen Bee (Eine fiese Bienenkönigin) und die Weatherheads (Eine Art Zombie-Roboter) niederzustrecken.

Dank der ultimativen Alien-Uhr Omnitrix, hat Ben die Möglichkeit, sich in insgesamt zehn unterschiedliche Aliens zu verwandeln und die entsprechenden Fähigkeiten für sich zu nutzen. Die Omnitrix wurde von dem Galvaner Azmuth als eine Art intergalaktische Arche erschaffen. In ihr sind genetische Informationen von über einer Million intelligenten Lebensformen des Universums gespeichert. Darüber hinaus kann die Omnitrix bei Kontakt mit einer außerirdischen Rasse, über die sie noch nicht verfügt, weitere Alien-Gene aufnehmen, wodurch die unterschiedlichen Aliens innerhalb des Spiels nach und nach freigegeben werden. Der schnelle Wechsel zwischen den außerirdischen Monstern funktioniert während des Abenteuers rasant und problemlos. Mit dabei sind der feurige Inferno, der muskelbepackte Kraken, der rasante Minijet, Diamondhead, die Graue Eminenz, XLR8, Kletterrebe, Kanonenkugel, Upgrade und Overflow.

Da Ben 10 vorwiegend für eine junge Zielgruppe entwickelt wurde, ist das Gameplay relativ simpel gehalten und der Schwierigkeitsgrad sehr niedrig angesetzt. Auch wenn die Umgebung in 3D gehalten ist, lauft ihr bis auf wenige Ausnahmen in einer Art Sidescroller-Optik in einer vorgegebenen Richtung. Ihr habt zwar gewisse Freiheiten innerhalb des eingeschränkten Raumes, allerdings ist der Fortgang komplett linear. Unterwegs haut ihr mit dem Alien eurer Wahl auf alle möglichen Gegenstände, um eine Energieeinheit einzusammeln, damit ihr später eure vollständige Alien-Sammlung upgraden könnt. Pro Alien werden drei Stufen freigeschaltet, die individuelle Zusatzfähigkeiten für die Kämpfe freigeben. Diese Upgrades kann man an festgelegten Boost-Stellen innerhalb der Levels und in der Mini-Hub Welt kaufen. Neben dem einsammeln der Energiepunkte, sind in jedem Level drei Sumo-Karten versteckt, die man ebenfalls sammeln darf und weitere Inhalte freischalten.

Sammeln, verkloppen und ein wenig springen

Neben der ein wenig motivierenden Sammelwut, besiegt ihr natürlich in den insgesamt sechs Level unterschiedliche Gegner. Hierbei wird immer der jeweilige Abschnitt des Levels abgesperrt. Erst wenn alle gegnerischen Figuren eliminiert wurden, darf man weitergehen. In den sechs unterschiedlichen Settings sind dies aber so gut wie immer nur zwei bis drei unterschiedliche Gegnertypen, die vorwiegend dümmer als Stroh sind. Sie laufen schnurstracks ohne nachzudenken auf euch zu und kloppen euch auf die Birne. Der einzige Hauch von Taktik ist die Unterscheidung von Nah- und Fernangriffen. Anfänglich habe ich mit dem kräftigen Kraken-Alien die Gegnerschaft mühevoll niedergewalzt. Die anderen Aliens benötigte ich in der erschreckend geringen 2,5 stündigen Spielzeit vorwiegend um Hindernisse zu überwinden. Erst im sehr späten Verlauf des Spiels sind die anderen Fähigkeiten der Aliens vonnöten, da die Gegnerschaft immer nerviger wird. Solltet eure Lebensenergie mal zu Neige gehen, verwandelt sich der Alien zurück zu Ben. Dann endet man in den meisten Fällen im Game Over, der euch zum letzten Speicherpunkt zurückführt.

Langweilige Haudrauf-Action ohne Ende. Der Kraken kann aber wenigstens durch Muskelkraft überzeugen.

Neben dem normalen Schlagabtausch stehen den Aliens auch begrenzte Zusatzfähigkeiten zur Auswahl. Mit der A-Taste könnt ihr einen jeweiligen Spezialmove ausführen. So werft ihr mit dem Kraken beispielsweise eure Gegner durch die Luft. Das zerrt allerdings an einer kleinen Energieleiste, die sich erst nach und nach wieder füllt. Ist eine gewisse Zahl von Combos erreicht, steht zudem eine Art Superangriff zur Verfügung, der eindrucksvoll in einer Zwischensequenz dargestellt wird. Wird dieser mit ZL ausgeführt, fallen die Gegner in der Regel wie Fliegen. Das war es aber auch schon mit der Abwechslung. Sammeln, Gegner vernichten, sammeln, Gegner vernichten und ab und zu ein Hindernis oder eine kleine Sprungeinlage. Dieses Prinzip zieht sich durch das komplette Spiel, was selbst kleine Kids nach einer gewissen Zeit langweilig und anspruchslos vorkommen sollte. Nur die drei eher einfallslosen Bossgegner, bringen einen kleinen Anspruch in das sonst öde Gameplay.

Neben dem flachen Spielprinzip stören allerdings noch zwei größere Probleme. Das sind zum einen einige schwerwiegende Bugs und zum anderen die Technik. So ist bei mir der erste Boss Zombozo mittendrin einfach eingeschlafen. Es passierte einfach nichts mehr und ich konnte das komplette Level von vorne neu starten. Im letzten Level drehte sich ein kleiner Gegner einfach nur noch im Kreis. Auf die Angriffe von meiner Seite reagierte er nicht mehr. Zum Glück konnte ich ihn aber Pixel für Pixel von einer Plattform stoßen, damit ich den Kampfabschnitt beenden konnte. Neben noch kleineren Bugs wie gelegentlichen Sound-Hängern ist für mich der größte Bug innerhalb der Kämpfe vorhanden. Sobald ein Pulk von Gegner euch umzingelt, reagiert euer Alien-Held extrem verzögert. Erst nach dem dritten oder vierten hämmern auf die Schlag-Taste, kommt die Faust zum Vorschein. Besonders hierdurch geht der Spielspaß im etwas abgewandelten Hack'n slay-Prinzip komplett flöten. All diese Bugs wären meiner Meinung nach bei einer ordentlichen Qualitätskontrolle nicht passiert. Aber die Produzenten hätten ja die Möglichkeit, diese Probleme mit einem Patch zu beseitigen.

Auch technisch gesehen ist Ben 10 nicht auf der Höhe der aktuellen Generation. Es wirkt eher wie ein hochaufgelöstes Wii-Spiel. Zwar sind die Figuren sehr originalgetreu und möglichst detailliert gestaltet, dafür ist die Umgebung voller schwammiger und einfallsloser Texturen. Auch wenn die Settings wie die Clown-Welt, oder ein Schrottplatz, sich abwechslungsreich voneinander unterscheiden, läuft das Spiel gefühlt auf maximal 30 FPS. Hinzu kommen regelmäßig auftretende Stotterattacken. Sobald sich der Screen etwas schneller bewegt oder sich mehr als fünf Figuren auf dem Bildschirm bewegen, ruckelt es ordentlich. Einzig die Zwischensequenzen können überzeugen und halten sich sehr nah an der Serie. Auch die englischen Synchronstimmen und die netten Comic-Effekte passen perfekt. Eine deutsche Synchronisation gerade für die Kids wäre von Vorteil gewesen. Die musikalische Untermalung stammt zum Teil aus der Serie. Der Titelsong geht sofort ins Ohr, der Soundtrack innerhalb des Spiels ist dagegen ziemlich belanglos.

Redaktionswertung

3

Eher nicht überzeugend

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Unser Fazit zu Ben 10

Meinung von Holger Wettstein
Zunächst hatte ich irgendwie die Hoffnung, dass durch den Reboot der Serie auch die Motivation der Entwickler für ein tolles Spielerlebnis geweckt wird. Was herausgekommen ist, übersteigt allerdings nicht den üblichen Lizenzbrei. Denn Ben 10 kostet momentan circa 35 Euro und bietet maximal nur 2,5 Stunden monotonen Spielspaß, sofern man es so nennen möchte. Die ersten paar Minuten werden der jüngeren Zielgruppe sicherlich Spaß machen, begegnet man allerdings dem ersten potenziellen Bug, wird die Frustrationsgrenze außerirdisch hochgebeamt. Die Qualitätskontrolle hat bei der Produktion leider an sehr viel Stellen versagt. Ultimative Fans der Serie sollten vielleicht warten, bis das Abenteuer günstiger wird, grundlegend empfehlen können wir es leider trotzdem nicht. Vielleicht bringen die Macher aber einen Patch, der einige Fehler behebt. An der schwachen Technik wird man vermutlich aber nichts mehr groß ändern können.
Mein persönliches Highlight: Der rasante Wechsel zwischen den zehn Alien-Charakteren