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Test zu Cartoon Network: Battle Crashers - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Cartoon Network: Battle Crashers
  • USA USA: Battle Crashers
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
31.10.2017
Vertrieb
GameMill Entertainment, Maximum Games
Entwickler
Magic Pockets
Genre
Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 0
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Landet ein schlechtes Spiel in eurer Switch...

Von Pascal Hartmann ()
Die Trickserien von Cartoon Network erkennt man schon am Zeichenstil, der die kuriosen, abgefahrenen und wahnwitzigen Geschichten perfekt einfängt. Ich selbst habe zwar nur ein paar Folgen Adventure Time und Regular Show gesehen, aber diese wussten mich hervorragend zu unterhalten. Leider hat sich fast nichts von der Fantasie, der Kreativität und des Wahnsinns der Vorlagen in Cartoon Network: Battle Crashers übertragen.

Jetzt folgt mehr Text, als es das Spiel eigentlich verdient hat

Uncle Grandpa schläft am Steuer seines Wohnwagens ein. Eine mysteriöse Person nutzt diese Gelegenheit, um den Schalthebel auf „Break Dimensions“ (auf Deutsch: durchbreche die Dimensionen) zu stellen. Daraufhin tut das Gefährt genau das: Es rast durch die verschiedenen Welten der Cartoons und nimmt in jeder einen Charakter mit. Die da wären: Finn (mit Jake als Hammer) aus Adventure Time, der Kater Gumball aus Die fantastische Welt von Gumball, Steven Universe aus der gleichnamigen Zeichentrickserie, Mordecai und Rigby repräsentieren die Regular Show und Clarence hat ebenfalls eine Serie, die so heißt wie er. Den nächsten Story-Bezug gibt es so richtig erst wieder in der Endsequenz, die genauso verrückt und abgefahren ist, wie man es mittlerweile von Cartoon Network erwartet. Ehrlich gesagt habe ich das Ende auch nicht wirklich gerafft, aber das soll auch so sein.

Steven Universe erschafft seine magische Blase.

Ich war allerdings überaus glücklich darüber, dass ich das Spiel bewältigt hatte. Es ist langweilig und hat so viele Probleme, dass ich es ohne diesen Test schon nach den ersten paar Levels für immer weggeschlossen hätte. Dabei ist das Spielprinzip an sich erst einmal nicht so schlecht. Ihr lauft im Stile eines Brawlers von links nach rechts und kloppt euch mit zahlreichen Gegnern. Das „zahlreich“ bezieht sich jedoch nicht auf eine abwechslungsreiche Feindesriege, denn ihr begegnet gerade einmal sieben unterschiedlichen Standard-Kontrahenten. Diese werden später noch durch eine Kristallversion verstärkt, aber an den eigentlichen Viechern und ihren Angriffsmustern ändert sich dabei nichts. Diese bestehen zumeist eh nur darin, auf euch zuzulaufen oder ziellos herumzuirren.

Damit die Kämpfe aber zumindest etwas spannender werden, liegen verschiedene Elementsplitter herum. Betritt ein Feind einen Eis-Splitter, können euch seine Angriffe verlangsamen. Ein Gegner mit Blitz-Element paralysiert euch kurzzeitig, Gift-Angriffe vergiften euch und kosten über einen gewissen Zeitraum hinweg Lebensenergie. Das Feuer-Element wiederum erhöht den feindlichen Schaden. Lauft ihr selbst hinein, erleidet ihr jedoch nur die negativen Wirkungen. Ihr könnt euren eigenen Attacken also keine Elemente hinzufügen. Hier könnte es in der Theorie interessant werden, denn Gumball kann die Gift-Splitter mit seinem Staubsauger wirkungslos machen. Auch die anderen Splitter können unschädlich gemacht werden. In der Praxis könnt ihr sie aufgrund des niedrigen Schwierigkeitsgrades aber locker ignorieren. Auch regelmäßige Vergiftungen steckt ihr weg. Damit fällt dieses Gameplay-Element leider überaus flach aus, die eigentliche Intention ist aber zu erkennen und an sich ja gar nicht so schlecht.

Meistens kämpft ihr, wenn das Level quasi anhält und euch eine bestimmte Anzahl an Feinden entgegenwirft. Weiter geht es erst, wenn ihr alle besiegt habt. Recht früh kommen die dunklen Kristalle hinzu, aus denen immer wieder neue Feinde hervorquellen, bis sie von euch zerstört werden. So ein Kampf hat nicht viel mit Strategie zu tun, denn im Grunde reicht es, wenn ihr die ganze Zeit über wie wild auf die Taste für den normalen Angriff hämmert. Dazu kommt, dass fast alle Charaktere Nahkämpfer sind und ihr daher sowieso immer nah heran müsst. Doch hier tritt das erste große Problem des Titels zutage.

Da alles 2D ist, ihr euch aber trotzdem innerhalb der Level auch nach hinten und vorne bewegen könnt, wurden die Hit-Boxen – also die unsichtbaren Bereiche um Figuren herum, in denen Schaden durch Angriffe erkannt wird – vergrößert, weil ihr euch ansonsten perfekt positionieren müsstet. Daher trefft ihr auch dann, wenn ihr eigentlich danebenhauen würdet. Das gilt aber auch für eure Feinde, sodass ihr andauernd Treffer einsteckt, obwohl eindeutig keine Kollision stattgefunden hat. Besonders nervig wird das bei den Speerträgern, deren Reichweite über die Speerspitze hinauszureichen scheint, sodass es fast unmöglich ist, sie unbeschadet anzugreifen.

Leider geht der Text noch eine Weile weiter

Doch Cartoon Network: Battle Crashers umgeht dieses Problem ganz geschickt: Es ist so dermaßen leicht, dass ihr einfach alles wegstecken könnt und die Level ohne Herausforderung erfolgreich beendet. Leckeres Obst, das Lebensenergie wiederherstellt, taucht nämlich reichlich auf und ihr werdet nur selten in Bedrängnis kommen. Und sollte doch einmal ein Held ausgeknockt werden, ist einfach der nächste dran. Da ihr jederzeit zwischen den sechs Spielcharakteren wechseln könnt, habt ihr sozusagen sechs Leben pro Level. Das senkt den Schwierigkeitsgrad noch weiter, aber immerhin kann man so selbst für ein wenig Abwechslung sorgen.

Finn kämpft gegen einen Endgegner.

Mordecai beispielsweise feuert einen Blitz aus seinem NES-Handschuh, Clarence schießt mit seiner Wasserpistole (die unfassbar schwach ist!) und Steven Universe formt magische Blasen, die je nach Größe mehr oder weniger Schaden anrichten. Zusätzlich hat jede Figur zwei weitere Spezialfähigkeiten, von denen aber nicht alle nützlich sind. Am besten hat mir hier Finns und Jakes Transformation in eine Art Super-Jake gefallen, da diese ordentlich austeilt und vergleichbar lange anhält. Findet ihr ein Walkie-Talkie, könnt ihr außerdem diverse andere Charaktere aus den Cartoons zu Hilfe rufen. Dann werden alle Gegner auf dem Bildschirm besiegt, doch individuelle Attacken gibt es nicht. Nur die Sequenz hin zum tödlichen Angriff unterscheidet sich, hat bis auf diesen geringen Fanservice-Aspekt jedoch nichts zu bieten. Hier hätten sich weitere Gags doch geradezu angeboten.

Und damit kommen wir zum nächsten Problem von Cartoon Network: Battle Crashers. Sind die Serien, auf denen die Welten basieren, und natürlich die Charaktere an sich, herrlich witzig, ist hier davon nichts übriggeblieben. Keine abstrusen Zwischensequenzen und Unterhaltungen, keine Gags, keine größeren Überraschungen. Den größten Überraschungseffekt brachte, neben dem Ende, ein Endgegnerkampf gegen einen Computer. Nicht der Kampf an sich, denn dieser war eher nervig und zog sich unnötig in die Länge, sondern einfach der Fakt, dass der Boss eben ein PC ist. Doch die Endgegner bekommen keine Hintergründe, keine Motivation und erst recht keine anspruchsvollen Kämpfe serviert. Sie wurden nur hineingepackt, weil sie aus irgendeiner der Serien stammen.

Am schwierigsten war übrigens der letzte Bosskampf. Der Grund dafür zeigt sich im nächsten Problem des Spiels: der schrecklichen Steuerung. Selbst ohne Eis unter den Füßen hatte ich selten das Gefühl, die Charaktere richtig unter Kontrolle zu haben. Es gibt automatisch nach rechts wandernde Abschnitte, in denen ihr Hindernissen ausweichen müsst. Gerade hier habe ich geflucht, da das Spiel gar nicht so schnell reagierte, wie ich die Richtungsänderungen über die Joy-Con ausführte. Außerdem blieb ich das gesamte Spiel über andauernd an irgendwelchen Objekten hängen. Da will man nur um eine Schatztruhe herumlaufen und muss sich damit herumärgern, dass man an einer ihrer Ecken feststeckt und sich erst einmal wieder von ihr befreien muss.

Wir sind aber leider noch nicht fertig mit den Steuerungsproblemen, denn auch das Springen ist zum Abgewöhnen. Wenn ich irgendwo draufspringen wollte, gelang das meistens nicht beim ersten Versuch. Auch hier fehlt das Gefühl der direkten Kontrolle. Und damit schlage ich den Bogen zum letzten Endgegner. Um diesen nämlich besiegen zu können, müsst ihr auftauchende Plattformen emporhüpfen. Sie tauchen jedoch nur nach und nach auf und verschwinden dann wieder kurz, ähnlich wie man es aus den Mega Man-Spielen kennt. Es funktioniert hier aufgrund der Steuerung aber nicht einmal ansatzweise so gut wie beim blauen Bomber und brachte mich fast zur Weißglut.

Wo wir schon bei Problemen sind: Um die Spielzeit zu strecken, müsst ihr verschiedene Level ein zweites Mal besuchen, um einen benötigten Gegenstand zu holen. So steht ihr zum Beispiel in einer Eishöhle plötzlich vor einer unüberwindlichen Eiswand. Ein anwesender Charakter weist euch dann darauf hin, was ihr von wo benötigt. Also geht es zurück in das entsprechende Level, um in diesem Fall das Feuerschwert zu besorgen. Dann müsst ihr wieder zurück in die Eishöhle und erneut bis zur Eiswand spielen. Es wird euch sogar passieren, dass ihr mehr als ein Level wiederholen müsst, um an einen Gegenstand zu kommen.

Du hast es fast geschafft!

Das ist vor allem ätzend, da ihr die erzwungenermaßen noch einmal besuchten Level nicht nach Erhalt des Items abbrechen könnt, ihr müsst sie komplett beenden. Das bedeutet auch, dass ihr mit anderen Figuren reden müsst, die manchmal in ihnen auftauchen. Denn obwohl ihr wisst, was sie sagen werden und dass es keine Relevanz hat, bewegt sich der Bildschirm erst weiter, nachdem ihr sie angesprochen habt. Nur ein Gutes hat die Rückkehr: Ihr sammelt noch mehr Kristalle. Mit diesen levelt ihr nämlich eure Charaktere. Auf Level 2 und 3 kommen die Spezialfähigkeiten hinzu, ab dann gibt es pro weiterem Levelaufstieg einen zusätzlichen Punkt in Stärke, Verteidigung oder Geschwindigkeit. Die benötigte Anzahl an Kristallen nimmt stark zu und es dürfte lange dauern, einen Kämpfer vollständig zu leveln. Da das ja aber sowieso nicht nötig ist, könnt ihr es auch ignorieren.

Mordecai muss die schwarzen Kristalle zerstören.

Ihr könnt und müsst Level auch in zwei weiteren Versionen bereisen. Im Fantasy-Modus werden eure Feinde als auch ihr die ganze Zeit über geheilt, sodass ihr schnell viel Schaden austeilen solltet. Der Schwierigkeitsgrad sinkt hier jedoch noch weiter, da ihr kaum totzukriegen seid. Schwieriger wird es im Inferno, denn dann verliert ihr beständig Lebensenergie. Nach dem Ende kommt ein weiterer Modus hinzu: In Hardcore ist jeder Treffer tödlich. Bei sechs Charakteren könnte man also sagen, dass ihr nur sechs Lebenspunkte habt. Das ist definitiv herausfordernd, doch ich bezweifle, dass man nach der Endsequenz wirklich noch einmal zum Spiel zurückkehren wird. Ich verspüre jedenfalls kein Verlangen danach. Ich möchte auch niemanden mehr dazu zwingen, mit mir zusammen zu spielen, denn das Spiel kann auch mit bis zu drei weiteren Spielern ertragen werden. Zu zweit, dritt oder viert kommt aber nur höherer Spielspaß auf, weil man sich gemeinsam aufregen kann.

Aber man soll ja auf einer guten Note enden, wenn es denn möglich ist. Darum zum Abschluss noch ein paar positive Punkte: In manchen Levels gilt es mehr zu beachten als die Gegner und Kristalle. Beispielsweise weht regelmäßig ein starker Wind durchs Bild, dem ihr nur entkommt, wenn ihr erhöht steht. Oder Meteoriten krachen herunter, denen ihr ausweichen müsst. In einem anderen Level erscheinen die Gegner erst, wenn ihr Müllsäcke zerstört. So kommt immer mal wieder Abwechslung ins Spiel und es wird deutlich, dass sich die Entwickler doch ein paar mehr Gedanken gemacht haben, aber am eigentlichen Prinzip des hirnlosen Button-Mashings ändert all das trotzdem nichts. Ups, ich drifte schon wieder ins Meckern ab. Darum lasst euch noch sagen, dass Battle Crashers die Vorlage optisch super einfängt und nie ins Ruckeln kommt, auch die öde Musik hat keine Aussetzer. Wir haben hier also tatsächlich ein Switch-Spiel ohne technische Probleme. Und einen Zwangs-Download braucht es auch nicht.

Redaktionswertung

4

Erträglich

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Unser Fazit zu Cartoon Network: Battle Crashers

Meinung von Pascal Hartmann
An sich gibt es am grundlegenden Spielprinzip nichts auszusetzen, denn gut gemachte Brawler machen Laune. Das gilt auch hier, denn wenn man mal nicht von einem der Fehler ausgebremst wird, erkennt man durchaus das Potenzial für einen ordentlichen Titel. Vor allem, da sich die verschiedenen Charaktere zumindest im geringen Rahmen anders spielen und interessante Einfälle wie die Elemente sowie besondere Level eingebaut wurden. Es sickern also ab und zu gute Ideen durch, die schlussendlich aber in einem schlecht schmeckenden Brei versinken, über den das Korsett von Cartoon Network gestülpt wurde. Und das nicht einmal zufriedenstellend, denn der Witz der Zeichentrickserien ist fast vollständig verloren gegangen.
Mein persönliches Highlight: Der Schalthebel in der Eröffnungsszene, den man auch auf „Apple Pie“ stellen kann.

Kommentare 3

  • Taneriiim Son of a Switch - 22.11.2017 - 20:52

    Das finde ich echt super an nTower. Hier wird wirklich fast jedes Spiel umfangreich getestet. Ist eigentlich nicht selbstverständlich, machen die Wenigstens und man kann es sich auch noch später vor einem Kauf erstmal ruhig durchlesen.

    Dafür Daumen hoch!

    Sry. Ging mir jetzt nicht so sehr um den konkreten Test.
  • Lyle Turmheld - 23.11.2017 - 15:19

    Tags: "nicht lustig" :D
  • Wowan14 Gamer aus Leidenschaft - 24.11.2017 - 00:08

    War irgendwie vorherzusehen, dass das crap wird. Bei solchen Spielen gibt man sich irgendwie allgemein nie mühe und versucht es an unwissende Kinder zu verkaufen...